Menü schließen




11.08.2022 | 05:10

BYD, Edison Lithium, Albemarle – Es wird problematisch

  • Elektromobilität
  • lithium
  • Batterie
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektrifizierung des Verkehrs und die Ablösung des Verbrenner-Motors sind maßgeblich, um die ausgerufenen Klimaziele der Politik zu erreichen. Dabei sind Batterien eine der Hauptkomponenten für die Elektromobilität. Laut einer Studie vom Beratungsunternehmen Roland Berger wächst der globale Markt für Lithium-Ionen-Batterien bis 2030 um 30% pro Jahr. Doch bereits jetzt kämpfen Elektroautomobilhersteller um das knappe Metall Lithium. Die Preise explodieren und die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem. Hauptprofiteure dürften in den nächsten Jahren weiter die Lithiumproduzenten sein.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Sicherung der Lieferketten

    Rezession hin oder her. Der Bedarf an Metallen für die Energiewende wie Kupfer oder Lithium wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Dagegen ist das Angebot begrenzt, da im letzten Jahrzehnt aufgrund niedriger Basispreise wenig in neue Projekte investiert wurde. Tesla-Chef Musk feuerte erst kürzlich einen Hilferuf ab, indem er Investoren aufforderte, sich in Lithiumprojekte zu engagieren und sieht in Lithium das „neue Öl“.

    Der Kampf um die Ressourcen aufgrund der steigenden Absatzzahlen bei den Elektroautomobilen steht erst am Anfang, jedoch ist Lithium bereits 2022 als kritischer Rohstoff deklariert. BYD, der Marktführer Chinas, der Tesla erst vor kurzem vom Thron stieß, hat als oberste Priorität die Sicherung seiner Lieferketten ausgegeben. Durch Kooperationen und Zukäufe will das in Shenzhen niedergelassene Unternehmen soweit als möglich unabhängig von externen Anbietern werden. Neben der Produktion von E-Autos und E-Bussen ist BYD einer der weltweit größten Batteriehersteller, was den Bedarf an Lithium noch zusätzlich erweitert.

    Wie in einem ausführlichen Report erläutert, bastelt das 1995 gegründete Unternehmen an einer eigenen Wertschöpfungskette. So wurde eine Beteiligung an der Shenzhen Chengxin Lithium Group mit einem Investment in Höhe von 425 Mio. EUR vermeldet, was gesicherte Lithium-Lieferungen gewährleistet. Darüber hinaus wurde das Engagement am Lithium-Produzenten Shanshan Lithium Battery Material Technology erweitert. Zusätzlich erwarb das „Build your Dream“-Unternehmen sechs afrikanische Lithium-Minen, die laut Experten über mehr als 25 Mio.t Erz mit einem Lithiumoxid-Gehalt von 2,5% enthalten, was einen Abbau von bis zu 1 Mio.t Lithiumkarbonat ermöglichen könnte.

    Die Strategie von BYD und die überproportional steigenden Absatzzahlen kommen beim Konsens der Analysten gut an. So hob die Schweizer Großbank UBS das Kursziel für BYD von 320 HKD auf aktuell 345 HKD und sieht weiterhin einen Kaufkandidaten. Die Citigroup sieht in dem von Warren Buffett unterstützten Unternehmen sogar den „Top-Sektor-Pick“ und rief 640 HKD für das Mobilitätsunternehmen auf.

    Edison Lithium – Im Konzert der Großen

    Wenn es um die Produktion des kritischen Metalls Lithium geht, ist das „Lithium Triangle“ vergleichbar mit dem Silicon Valley der Tech-Branche. Dabei schneidet das Dreieck mit dem Nordwesten Argentiniens, dem Süden Boliviens und Chile drei Länder. Das Dreiländereck hat sich als Schatztruhe von lithiumreichen Solenvorkommen, die sich unter der Salzebene befinden, herauskristallisiert.

    Bereits 2021 sicherte sich Edison Lithium 148.000 Hektar Lithium-Sole-Claims von Resource Ventures, die sich in die Projekte Salar de Antofalla mit 107.000 Hektar und Salar de Pipanaco mit 41.000 Hektar gliedern. Salar de Antofalla befindet sich in weniger als 20km Entfernung westlich eines Lithiumproduktionsbetriebs von Livent Corporation, Argentiniens größtem Lithiumproduzenten.

    Was die Chancen auf eine goldene Produktionszukunft erweitert ist die Tatsache, dass beiden Seiten an Konzessionen der Albermarle, einem globalen Marktführer, grenzen. Zudem befinden sich Lagerstätten von Allkem, Lake Resources oder Posco Chemical in unmittelbarer Nähe. Historisch wurden auf Antofalla 56 Bohrungen niedergebracht und dabei eine Ressource von 83 Mio.t Kali mit einem Erzgehalt von 6.400 mg/l und 2,22 Mio. Tonnen Lithium mit einem Gehalt von 350 mg/l identifiziert. Der Gesamtfund entspricht 11,8 Mio. t Lithiumkarbonat-Äquivalent.

    Überdies besitzt Edison Lithium ein attraktives Kobalt-Projekt in Ontario in Kanada. Frühere Ressourcenschätzungen zeigten dabei Gehalte von 1,5% Kobalt auf 1,37m und ausgewählte Schürfproben mit bis zu 4% Kobalt und 93,3 g/t Gold auf. Zudem wurden Vorkommen von Nickel und Kupfer identifiziert.

    Um den Aktionären einen höheren Wert zu schaffen, damit an der Entwicklung von zwei separaten spezialisierten Unternehmen partizipiert werden kann, wurde nun das Spin-Out des Kobalt-Segments in eine neu gegründete Tochtergesellschaft vom Board of Directors abgesegnet, was in Folge der Börsennotierung des Kobalt-Segments noch einmal für Phantasie sorgen könnte.

    Der Börsenwert von Edison Lithium, die von einem boomenden Lithium-Markt partizipieren dürften, liegt bei 7,49 Mio. CAD. In Anbetracht der Lage der Konzessionen sowie der Kobaltphantasie könnten sich nach dem Kursrutsch neue, attraktive Chancen ergeben.

    Albemarle - Profiteur von explodierenden Preisen

    Die Absatzzahlen der führenden Elektroautobauer verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Neben dem Absatz verdoppelte sich zudem der Marktanteil der mit Batterie betriebenen Fahrzeuge von 4,7% in 2020 auf nunmehr 9,5% im abgelaufenen Jahr. Laut Statista soll es im Jahr 2030 weltweit 116 Mio. Elektrofahrzeuge geben, was eine Steigerung von 1.800% seit 2020 bedeuten würde. Steigende Absatzzahlen bedeutet gleichermaßen eine explodierende Nachfrage nach Lithium und stark steigende Preise.

    Albemarle, der weltweit größte Produzent von Lithium für Elektrofahrzeugbatterien, spürte diesen Boom im zweiten Quartal deutlich und hob infolgedessen seine Jahresprognosen an. Im Vergleich zum letzten Jahr rechnet Albemarle nun damit, dass der Preis, zu dem es sein Lithium verkauft, im Jahr 2022 um mindestens 225% steigen wird und dass der bereinigte Gewinn in seiner Lithiumsparte um mindestens 500% wächst.

    Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 406,8 Mio. USD oder 3,46 USD pro Aktie, verglichen mit 424,6 Mio. USD oder 3,62 USD pro Aktie im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn in der Lithiumsparte des Unternehmens hat sich damit mehr als vervierfacht. Albemarle teilte mit, dass seine Lithiumproduktion in diesem Jahr um mindestens 20% steigen dürfte und dass die Expansionsprojekte in Chile, Australien, China und den Vereinigten Staaten planmäßig verlaufen oder sogar dem Zeitplan voraus sind.

    Die Aktie befindet sich nach einer seit Jahresanfang andauernden Korrektur mit einem Tiefststand bei 168,49 USD im Aufwärtstrend und notiert aktuell bei 244,25 USD. Nächster Widerstand nach oben wäre das Jahreshoch bei 273,21 USD.


    Die Elektrifizierung des Verkehrs zum Erreichen der Klimaziele erfordert eine unglaubliche Menge an Lithium. Bereits jetzt übersteigt die Nachfrage das Angebot. Albemarle konnte durch den steigenden Lithium-Preis überproportional gute Ergebnisse in der Lithiumsparte feiern und profitiert weiterhin vom enormen Bedarf. Edison Lithium besitzt aufgrund des boomenden Marktes ebenfalls enorme Phantasie. BYD legt bereits jetzt den Grundstein für die Zukunft und wird von den Analysten gefeiert.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.07.2026 | 04:45

    Der Wettlauf verschärft sich: Rock Tech Lithium auf der Überholspur, geht Volkswagen unter? Nutzt BYD die Chance?

    • Lithium
    • Batteriemetalle
    • Elektromobilität
    • Automobilindustrie
    • Investments

    Der Wettbewerb in der Automobilbranche verschärft sich. Laut den neuesten Daten des Center of Automotive Management (CAM) verbuchten die deutschen Autobauer, gemessen am Durchschnitt der TOP 20 der Branche, überdurchschnittlich hohe Absatzrückgänge in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Das Fazit der Experten ist glasklar. Es wird ein neues Kapitel in Sachen Marktbereinigung aufgeschlagen und denjenigen, die zu langsam auf die Veränderungen des Marktes und der Technologie reagieren, droht längerfristig das Aus. Kann sich Volkswagen schnell genug gesundschrumpfen? Welche Antworten hat BYD auf den harten inländischen Wettbewerb und wie massiv können die Chinesen in Europa angesichts der schwächelnden heimischen Unternehmen expandieren? Ein Player, auf den beide Unternehmen zunehmend angewiesen sein könnten, ist Rock Tech Lithium. Die Kanadier wollen die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Lithium aufbauen und so die dringend benötigten sicheren Lieferketten für die westlichen Industrienationen sicherstellen. Wer hat die Nase in dieser entscheidenden Phase vorn?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 08.07.2026 | 05:20

    Die unterschätzte Rendite-Säule: BYD, Rock Tech Lithium und Mercedes-Benz – warum der Lithium-Speicher-Boom jetzt Chancen bietet

    • BYD
    • Rock Tech Lithium
    • Mercedes-Benz
    • Elektromobilität
    • Energiespeicher
    • Lithium
    • Spodumen
    • Konverter
    • Lithiumhydroxid
    • Elektrofahrzeuge
    • Sparprogramm

    Die grüne Elektromobilität steht technisch in den Startlöchern, doch die wahre Achillesferse der Elektro-Revolution liegt nicht auf der Straße, sondern in der Rohstoffversorgung. Während die Politik von Souveränität spricht kämpft der Markt mit einer explodierenden Nachfrage nach Batterierohstoffen. Dieser Zustand wird von den Energiespeichern für Stromnetze verstärkt. Wer jetzt das große Ganze versteht, erkennt die entscheidende Machtverschiebung im globalen Wettrennen zwischen chinesischer Vorherrschaft und westlichem Unabhängigkeitswillen. Genau hier setzen der E-Auto-Riese BYD, der kommende Lithiumproduzent Rock Tech Lithium und der Traditionskonzern Mercedes-Benz mit gegensätzlichen, aber gleichermaßen richtungsweisenden Strategien an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 01.07.2026 | 05:30

    Batterieindustrie im Umbruch: Warum HPQ Silicon, BASF und BYD gut aufgestellt sind

    • HPQ Silicon
    • BASF
    • BYD
    • Silizium
    • Silizium-Anoden
    • Anodenmaterial
    • pyrogenes Silica
    • Wasserstoff
    • Kathodenmaterial
    • Chemie
    • Elektromobilität

    Die Batterieindustrie durchläuft einen fundamentalen Wandel. Die Ära der reinen Stückzahl- und Reichweitenrhetorik weicht einer neuen Nüchternheit. Im Fokus stehen nun die harten Fakten von Rohstoffsicherheit, Prozessstabilität und Kosteneffizienz. Denn der wahre industrielle Vorsprung entsteht nicht allein durch Visionen, sondern durch die Meisterschaft in der Skalierung und der Lieferkette. In diesem Umfeld gewinnen jene Akteure an Schärfe, die technologische Innovationen in wirtschaftliche Barrieren übersetzen. Diese Verschiebung der Wertschöpfung macht drei Unternehmen zu einer spannenden Konstellation am Markt: HPQ Silicon, BASF und BYD.

    Zum Kommentar