31.07.2026 | 05:00
Chip-Tech-Dominanz, eBay-Schlacht und Drohnen-Fantasie: Chancen bei Micron Technologies, Microsoft, GameStop und Volatus Aerospace!
Eine interessante Börsenwoche, die an Spannung und Kontrasten kaum zu überbieten war, neigt sich wieder dem Ende zu. Während der Tech-Riese Microsoft mit klasse Zahlen einmal mehr die Herzen der Wall Street eroberte und pure Leidenschaft bei Anlegern entfachte, sorgte ein alter Bekannter teilweise für ungläubiges Kopfschütteln, teilweise aber auch für Begeisterung. GameStop, einst der Liebling der rebellischen Kleinanleger, plant einen „wahnwitzigen Coup“ und greift nach dem E-Commerce-Dinosaurier eBay. Es mutet wie ein David-gegen-Goliath-Spiel an, das die Märkte und die Aktien der beiden Unternehmen in Atem hält und für hitzige Debatten sorgt. Abseits dieses Getöses bereitet sich ein kanadischer Underdog still und heimlich auf seinen großen Auftritt vor. Volatus Aerospace webt an einem Netz aus strategischen Partnerschaften und innovativen Drohnentechnologien. Das alles könnte den Kurs bald aus seiner Lethargie reißen. Wir zeigen Ihnen, wo jetzt die Chancen für künftige Gewinne liegen könnten!
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
MICROSOFT DL-_00000625 | US5949181045 , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , GAMESTOP CORP. A | US36467W1099
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Micron Technology: Speicher-Boom mit ersten Kratzern
Auch bei Micron Technology dreht sich derzeit alles um den Speicherboom im KI-Zeitalter. Die Aktie des Speicherherstellers hat sich binnen eines Jahres regelrecht vervielfacht und legte um über 700 % zu, angetrieben von der enormen Nachfrage nach DRAM-, NAND- und vor allem HBM-Speicherchips für KI-Rechenzentren.
Zuletzt kam die Rally jedoch ins Stocken: Die Aktie fiel innerhalb weniger Handelstage um über 30 % von ihrem Rekordhoch bei über 1.200 USD, nachdem der chinesische Staatskonzern ChangXin Memory Technologies sein Börsendebüt feierte und damit neue Sorgen um die Preismacht der etablierten Speicherhersteller schürte.
Ein Aktienverkauf von CEO Sanjay Mehrotra im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans über 37,3 Millionen USD verstärkte die Nervosität zusätzlich. Dennoch dürfte dies laut Analysten aber kein Warnsignal sein.
Die Fundamentaldaten sprechen weiterhin eine klare Sprache: Im jüngsten Quartal erzielte Micron einen Umsatz von 41,46 Milliarden USD und einen Gewinn je Aktie von 25,11 USD, deutlich über den Schätzungen. Die HBM3E- und HBM4-Chips sind bereits bis 2027 ausverkauft, zusätzlich sicherte sich das Unternehmen 22 Milliarden USD an Kundenvereinbarungen.
40 Analysten empfehlen die Aktie aktuell zum Kauf, keiner rät zum Verkauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp über 1.500 USD. Lediglich Star-Investor Michael Burry hält mit einer Short-Position dagegen und verweist auf die Historie von 34 Kurseinbrüchen von mehr als 30 % in den vergangenen 42 Jahren.
Auf dem reduzierten Kursniveau ist der Einstieg scheinbar günstiger, als noch zuletzt.
Der Technologie-König Microsoft
Die Technologiewelt hat einen ungekrönten König, und sein Name ist Microsoft. Wenn man sich die aktuelle Marktdynamik ansieht, spürt man die Energie, die von dem Unternehmen ausgeht. Microsoft hat seine Zahlen vorgelegt und die hatten es in sich.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wurden die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im Jahresvergleich um 18 % auf rund 90 Milliarden USD. Auch beim Nettogewinn verzeichnete das Unternehmen einen starken Anstieg von 31 % auf 35,9 Milliarden USD, wovon 3,2 Milliarden USD auf Investitionsgewinne durch die Beteiligung an der KI-Firma Anthropic entfielen. Der wichtigste Wachstumsmotor war aber das Cloud-Geschäft, in dem die Azure-Umsätze währungsbereinigt um 43 % zulegten.
Zudem erreichte der KI-Assistent Microsoft 365 Copilot im abgelaufenen Quartal über 30 Millionen zahlende Nutzer. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 meldete Microsoft einen Gesamtumsatz von 331,8 Milliarden USD und einen Nettogewinn von 133,7 Milliarden USD, wobei die Azure-Jahresumsätze erstmals die Marke von 100 Milliarden USD überstiegen. Im Gegensatz zum florierenden Cloud- und KI-Geschäft verzeichnete der PC-Bereich jedoch einen leichten Umsatzrückgang von 4 %, während die Einnahmen mit Xbox-Inhalten und -Diensten um 10 % sanken.
Die Aktie stieg daraufhin stark an. Natürlich mahnen einige wenige Stimmen zur Bedachtsamkeit, doch die Tatsachen sprechen eine Sprache der puren Stärke. Wenn sich asiatische Branchengrößen wie CXMT, Samsung und SK Hynix im Halbleiterbereich in Bewegung setzen, thront Microsoft quasi wie ein Fels in der Brandung inmitten dieses technologischen Umbruchs.
Microsoft formt die digitale Zukunft und könnte, nachdem die Aktie jetzt oberhalb des 50er SMA liegt, auch bald den 200er SMA ins Visier nehmen. Dieser liegt aktuell bei 434,81 USD. Wird auch dieser überwunden, könnte die Aktie wieder Fahrt in Richtung der magischen 500 USD aufnehmen.
GameStop: Ein Milliarden-Coup, der viele sprachlos macht
Vorhang auf für GameStop und seinen Lenker Ryan Cohen. Wer dachte, die wilden Zeiten der Meme-Aktien seien endgültig vorbei, könnte eines Besseren belehrt werden. Der Videospielehändler, der von vielen Experten längst abgeschrieben und ins Museum der Börsengeschichte verbannt wurde, bläst zum Angriff. Er will niemand Geringeren als das E-Commerce-Schwergewicht eBay schlucken. Ein Unternehmen, das operativ um seine langfristige Daseinsberechtigung kämpft, legte ein 55,5 bis 56 Milliarden USD schweres Übernahmeangebot auf den Tisch.
Der Vorstand von eBay hat diesen provokanten Vorstoß erwartungsgemäß als völlig unglaubwürdig und unattraktiv abgewehrt, doch Cohen lässt nicht locker. Er träumt davon, die zahlreichen GameStop-Filialen in gewaltige Logistikzentren zu verwandeln, um eine neue Frontlinie gegen Amazon aufzubauen. Heimlich, still und leise hat GameStop seinen Anteil an eBay mittlerweile auf 9,8 % aufgestockt, was 43,4 Millionen Aktien entspricht. Der Markt beobachtet dieses Spektakel mit einer Mischung aus Bewunderung für so viel Tollkühnheit und blankem Entsetzen über das mögliche finanzielle Risiko. Woher sollen die fast 28 Milliarden USD in bar kommen? Eine Zusage von TD Securities über 20 Milliarden USD ist an strenge Bedingungen geknüpft. Es ist ein Hochseilakt und ob Wahnsinn oder Geniestreich, die Zukunft wird es zeigen.
Volatus Aerospace: Weichenstellung im Drohnenmarkt
Wir betreten, abseits von Microsoft oder GameStop, die Welt von Volatus Aerospace. Ohne die ganz lauten Paukenschläge, dafür aber mit einer durchdachten Weiterentwicklung präsentiert sich der kanadische Drohnenspezialist.
Schaut man auf die jüngsten Nachrichten, erkennt man eine Vision des Managements, die eine eigene Handschrift trägt.
Bereits am 9. Juli 2026 kündigte das Unternehmen seine strategische Präsenz auf der MASS-Konferenz in St. John’s an. Dort ging es um handfeste, zukunftsweisende Themen wie die kanadische Souveränität in der Arktis und die maritime Sicherheit, die Volatus mit seinen integrierten autonomen Systemen nachhaltig unterstützen will.
Ein paar Tage später, am 20. Juli, positionierte sich Volatus auf der Farnborough International Airshow in Großbritannien innerhalb des kanadischen Pavillons. Auch hier stand die fundierte Präsentation von Autonomie- und Intelligenzlösungen im Vordergrund, allen voran die C-UAS-Software SKYDRA.
Nur einen Tag später kam es zur Bekanntgabe einer Absichtserklärung. Gemeinsam mit dem Volt-Age Forschungsprogramm der renommierten Concordia University will Volatus künftig Energietechnologien für unbemannte Flugsysteme vorantreiben.
Trotz dieser Nachrichten zeigt sich die Börse momentan etwas zögerlich. Der Kurs ist zuletzt schon etwas zurückgekommen und notiert aktuell auf einem Niveau von 0,46 CAD. Die Aktie bewegt sich derzeit noch in einer hartnäckigen Seitwärts- und Abwärtsrange. Charttechnisch betrachtet bedarf es eines dynamischen Kursanstiegs auf Werte oberhalb von 0,55 CAD, um aus dieser Umklammerung nachhaltig nach oben auszubrechen.
Die fundamentalen Weichen scheinen aber gestellt zu sein und nun bleibt abzuwarten, wann der Markt diese Entwicklung auch preislich honoriert. Drohnen sind ein hochspannender Sektor, gerade auch im Rüstungsbereich!

Fazit
Microsoft bleibt für viele Mitbewerber das Maß der Dinge im Tech-Sektor. Der Konzern untermauert seine Vormachtstellung und belohnte zuletzt seine Anleger wieder mit steigenden Notierungen. Micron Technologies wird von den Analysten hofiert und ist auf einem niedrigeren Niveau wieder einen Blick wert. Auf der anderen Seite des Spektrums tanzt GameStop provokant auf dem Kraterrand des Vulkans. Der wahnwitzige Versuch, den Riesen eBay zu übernehmen, ist ein riskantes Spiel mit dem Feuer, das entweder in die Geschichtsbücher eingeht oder in einem finanziellen Desaster enden könnte. Wer hier investiert, braucht Nerven aus Stahl. Und dann ist da noch Volatus Aerospace. Das Unternehmen baut sich sein Fundament im Zukunftsmarkt der Drohnentechnologie auf. Die aktuellen strategischen Schritte und Kooperationen könnten passen, auch wenn der Kurs bei 0,46 CAD aktuell noch feststeckt. Über 0,55 CAD könnte charttechnisch gesehen wieder „die Post abgehen“.
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