15.10.2026 | 05:41
Die große Wende: Warum Adidas oder Nike vielleicht doch noch durchstarten? RE Royalties überrascht mit innovativen Finanzierungsgeschäften
Dieser Sprung ging nach hinten los! Wer auf die Kursentwicklung der Sportartikelindustrie blickt, erkennt einen radikalen Wandel. Warum die ehemaligen Champions des Sports zunehmend unter Druck geraten, liegt an ihrer traditionellen Art, Produkte an den Mann zu bringen. Ein toller Sneaker verkauft sich heute nicht nur durch überzeugende Qualität, die im Grenzfall auch seinen Preis hat, sondern durch Emotion, Umweltschutz und Überzeugung. Letztlich haben sich die Branchenriesen zu lange auf ihre Retro-Produkte verlassen, was den Markteintritt aggressiver Herausforderer-Marken begünstigte. Die innovativen Newcomer verbinden Sportlichkeit mit nachhaltigen Argumenten und stellen ihre Produktionsketten auf eine mitdenkende, junge Käuferschaft um. Da sind es neue Klebstoffe oder die Wiederverwendung von recyceltem Kunststoff, die an der Ladenkasse trumpfen. Für echte Überraschungen sorgt auch das kanadische Finanzunternehmen RE Royalties, das sich als Pionier für lizenzgebührenbasierte Finanzierungen im Bereich der erneuerbaren Energien etabliert hat. Durch die Erschließung eines völlig neuen Geschäfts bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Kapitalstrukturen an, die speziell auf die Dekarbonisierung industrieller Großkonzerne abzielen. Letztlich zeigt diese Entwicklung, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Rendite kein Widerspruch mehr sein müssen.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: RE Royalties Ltd | CA75527Q1081 , ADIDAS AG NA | DE000A1EWWW0 , US6541061031
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Adidas – Der Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Margenverfall
Nach einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen zum Thema „Green-Washing“ läuten auch in Herzogenaurach die Alarmglocken. Die jüngsten Meldungen von Adidas zeigen im Bereich der Nachhaltigkeit nun einen klaren strategischen Fokus auf die Umstellung von Polyester auf recycelte Textilgewebe bis zum Jahr 2030 sowie die Einhaltung verschärfter ESG-Meldepflichten. Trotz dieser langfristigen Ziele und hoher Produktnachfrage ist der Aktienkurs von deutlicher Schwäche geprägt. Grund dafür ist ein spürbarer Margenverfall, da kostspielige Marketinginvestitionen im Zuge von Großereignissen wie der Fußball WM 2026 das operative Ergebnis erheblich belasteten. Hinzu kamen die empfindlichen US-Strafzölle und weiterhin ungünstige Währungseffekte.
Für den Konzern bedeutet dies eine bereits prognostizierte Sonderbelastung von rund 400 Mio. EUR. Diese externen Faktoren führten zu spürbaren Abstufungen durch führende Analysten, die unter anderem von der Bank of America vorgenommen wurden. Für die nächsten 12 Monate prognostiziert der Vorstand um CEO Bjørn Gulden nun einen reduzierten operativen Gewinn von rund 2,3 Mrd. EUR. Das Erreichen der angestrebten zweistelligen Rendite musste das Management damit offiziell nach hinten verschieben: Die 10 %-Hürde soll nun erst wieder im Jahr 2028 erreicht werden. Trotz anhaltender Wachstumsdynamik in China dämpft die hartnäckige Kaufzurückhaltung in Europa. Mit einer Umsatzschätzung von über 30 Mrd. EUR in 2028e errechnen Analysten derzeit ein KGV von 11,5. So günstig hatte es den deutschen Markenhersteller selten gegeben.
Vom Thron gestürzt - Warum die Nike-Aktie im historischen Dauertief verharrt
Nicht besser geht es der US-Konkurrenz. Der-Sportartikelriese Nike erlebt an der Börse einen beispiellosen Absturz, bei dem der Aktienkurs seit 2023 um über 75 % einbrach und das Unternehmen sogar aus dem prestigeträchtigen S&P 100 Index flog. Hauptverantwortlich für diesen beispiellosen Kollaps war der radikale, aber letztlich fehlgeschlagene Versuch des vorherigen Managements, den traditionellen Großhandel fast vollständig zugunsten des eigenen Direct-to-Consumer-Vertriebs (DTC) zu opfern. Durch diesen Rückzug verlor Nike massiv an Sichtbarkeit in den umsatzstarken Geschäften, was die Kern-DNA im Bereich sportlicher Höchstleistung massiv schwächte. Gleichzeitig brachen die Erlöse im überlebenswichtigen chinesischen Markt dramatisch ein, da deutlich günstigere Alternativprodukte und neue Lifestyle-Marken beim jungen Publikum besser ankamen.
Um das Ruder herumzureißen, setzt der neue CEO Elliott Hill auf einen harten strategischen Befreiungsschlag. Mit dem neuen Restrukturierungsprogramm namens „Pace“ leitet der Vorstand eine umfassende Modernisierung der globalen Lieferketten ein, vereinfacht die weltweite Organisationsstruktur und strebt Milliardeneinsparungen an.
Der offizielle Ausblick für die nächsten 12 Monate bleibt dennoch von tiefer Demut geprägt, da das Management für das gesamte Geschäftsjahr 2027 mit einem weiteren Umsatzrückgang rechnet. Oberste Priorität hat im Ausblick die konsequente Rückkehr zu alten Großhandelspartnern wie Foot Locker oder Amazon, um verlorene Marktanteile im Running-Segment zurückzuerobern. Zudem will Nike das Marketingbudget massiv aufstocken, um über echte Produktinnovationen und eine Fokussierung auf den Leistungssport das Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen. Themen wie Nachhaltigkeit kosten erst mal Geld, führen langfristig aber zu höherer Kundenloyalität. Auch Nike muss sich diesen neuen Gesetzmäßigkeiten stellen. Die Analysten auf der Plattform LSEG sind noch skeptisch, sie setzen den 12-Monats-Zielkurs im Schnitt nur auf 38,40 USD fest.
Die pure ESG-Rendite - RE Royalties liefert die Blaupause für grüne Kapitalströme
Nachhaltigkeit ist ein strapazierter Begriff, dennoch gibt es Unternehmen, die diese Grundsätze bereits gut verinnerlichen. Das Finanzierungsmodell von RE Royalties kann als solches gelten, denn es fungiert als strategischer Beschleuniger für die globale Energiewende, indem es die Brücke zwischen privatem Kapital und ökologischer Infrastruktur schlägt. Als Pionier der lizenzgebührenbasierten Cleantech-Finanzierung stellt das Unternehmen sicher, dass liquide Mittel direkt in die Reduzierung von Treibhausgasen fließen, ohne die klassischen Risiken von Anlagenbetreibern zu tragen. Ein zentraler Pfeiler dieser grünen Finanzierungsarchitektur ist das bankenunabhängige Green Bond Framework, welches von S&P Global Ratings mit dem prestigeträchtigen „Dark Green Rating“ ausgezeichnet wurde. Diese Bestnote unterstreicht die kompromisslose ESG-Qualität des Portfolios, da die aufgenommenen Gelder zweckgebunden ausschließlich für Solar-, Wind-, Wasserkraft- und moderne Batteriespeicherprojekte verwendet werden.
Institutionelle Investoren wie „The Atmospheric Fund (TAF)“ nutzen diese besicherten grünen Anleihen gezielt, um messbare Klimaschutzziele mit verlässlichen Renditen zu verknüpfen. Durch die Bereitstellung von flexiblem, nicht-verwässerndem Kapital schließt RE Royalties eine kritische Finanzierungslücke für kleine und mittlere Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien, die von traditionellen Großbanken oft übersehen wird. Das Besondere an diesem Kreislauf ist die hohe Reinvestitionsquote: Sobald Projektentwickler ihre kurzfristigen Darlehen zurückzahlen, wandert das Kapital unmittelbar in die nächste grüne Initiative. Die langfristigen Lizenzgebühren, die meist auf 20 bis 40 Jahre ausgelegt und an die Bruttoeinnahmen gekoppelt sind, garantieren dabei einen kontinuierlichen, vom operativen Risiko losgelösten Cashflow.
Vice President Talia Beckett im Gespräch mit IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk über die Zukunft des Finanzierers im Sektor Erneuerbarer Energien. Hier geht´s zum Video.
RE Royalties orientiert sich bei der fortlaufenden Überwachung und Evaluierung seines ökologischen Fußabdrucks streng an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Der messbare Impact dieser Finanzierungspraxis reicht von dezentralen Solaranlagen in Nordamerika bis hin zur sauberen Stromversorgung kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäusern auf den Malediven. Durch diesen strengen Fokus auf bewährte, kommerzielle Ökostrom-Technologien wird sichergestellt, dass kein Kapital in spekulativen oder ökologisch fragwürdigen Projekten blockiert wird. In Zeiten, in denen der rasant steigende Energiebedarf von KI-Rechenzentren die Stromnetze belastet, bietet dieses Modell eine hocheffiziente Methode, um den Ausbau von grünem Spitzenstrom marktwirtschaftlich zu organisieren. Anleger erhalten somit Zugang zu einer charmanten ESG-Anlagemöglichkeit am Small-Cap-Markt, da der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens mathematisch an die Menge des produzierten Ökostroms gekoppelt ist. Letztlich beweist RE Royalties, dass eine konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit im Finanzsektor die Basis für ein skalierbares, krisenfestes und profitables Geschäftsmodell sein kann.

Seit Jahresbeginn kann der Finanzierer RE Royalties mit ca. 20 % Plus aufwarten. Bei Adidas und Nike fallen krisenbedingte Verluste zwischen 7% und 40 % an.
Fazit:
Das Börsenumfeld ist sehr volatil geworden und orientiert sich jüngst stark am steigenden Zinsumfeld und sehr hohen Rohstoffpreisen. Das stellt Unternehmen je nach Segment vor große Herausforderungen. Im Bereich Lifestyle- und Sportwaren kostet die Umstellung auf nachhaltige Produktion erst mal Geld, mittelfristig dürften die Margen aber wieder steigen. Der Finanzierer RE Royalties hat viele ESG-Grundsätze in seinen Statuten verankert und liefert damit positive Renditen. Eine ausgewogenen Portfoliostruktur schützt vor großen Schwankungen.
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