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15.09.2026 | 05:00

Dividenden: Gegenwind für Allianz und TotalEnergies – RE Royalties mit interessanter Ausgangslage

  • Regenerative Energie
  • Dividendenrendite
  • ESG
  • Royalties
Bildquelle: Nano Banana KI

Das Geld für sich arbeiten lassen – das ist wohl der Traum aller Anleger. Dividenden können dazu der Schlüssel sein. Doch ein üppiger Cashflow von heute ist wertlos, wenn die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle morgen bereits obsolet sind. Der nüchterne Blick auf die Bilanz reicht nicht mehr aus, um verlässlich einschätzen zu können, welche Dividendenaktie wirklich nachhaltig ist – im Sinne konstanter Ausschüttungen und ESG. Wir beleuchten drei Dividendentitel mit Zukunft und zeigen, welche Bedeutung diese Aktien im Depot spielen können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , TOTALENERGIES SE | FR0000120271

Inhaltsverzeichnis:


    Allianz: Sicherheit und Nachhaltigkeit

    Europas größter Versicherer Allianz spürt die Folgen der Erderwärmung - wenn Stürme globale Schäden von weit über 100 Mrd. USD verursachen oder Trockenheit die Flüsse austrocknet, treten oft Zahlungsfälle ein. Um derartige Bedrohungen abzumildern, setzt Allianz auf einen Dekarbonisierungsplan: Bis 2030 will der Konzern die Treibhausgasintensität bei gewerblichen Großkunden um 45 % drücken. So will man seine Ertragskraft, die im ersten Halbjahr 2026 zu einem operativen Rekordgewinn von 9,4 Mrd. EUR führte, langfristig sichern. Für das abgelaufene Jahr flossen 17,10 EUR je Aktie an die Anleger, was einer Dividendenrendite von rund 3,8 % entspricht. Ein Rückkaufprogramm über 2,5 Mrd. EUR verknappt das Angebot an Aktien zusätzlich. Allianz ist ein solider Großkonzern, der die Zeichen der Zeit erkannt hat.

    TotalEnergies tappt in Afrika in die Reputations-Falle

    Auf den ersten Blick gleicht TotalEnergies einer Gelddruckmaschine. Im zweiten Quartal 2026 spülte das Kerngeschäft mit fossiler Energie einen operativen Cashflow von über 9,8 Mrd. USD in die Kasse des französischen Konzerns. Dank einer moderaten Ausschüttungsquote von unter 50 % winken Investoren Dividenden von 3,60 EUR, was einer Rendite von fast 5 % entspricht. Doch die eigentlich solide Dividende hat eine Kehrseite: TotalEnergies kämpft mit rechtlichen Herausforderungen, darunter eine Verurteilung wegen irreführender Klima-Werbung vor einem Pariser Gericht. Das umstrittene EACOP-Projekt in Uganda entwickelt sich zum Reputationsfiasko. Konkrete Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zwingen Akteure wie Union Investment bereits dazu, den Konzern rigoros aus Nachhaltigkeitsportfolios zu streichen. Das zeigt: ESG-Risiken können handfeste Nachteile bringen.

    RE Royalties und die Lizenz für sauberen Strom

    Wer die Energiewende im Depot abbilden und zugleich unnötige Risiken ausblenden möchte, findet in Kanada einen spannenden Kandidaten: RE Royalties überträgt das lukrative Lizenzgebühren-Prinzip (Royalties) aus dem Bergbau auf Solarparks. Jungen Entwicklern von Projekten im Bereich regenerative Energie fehlt oft Startkapital. Genau hier springt RE Royalties als Finanzierungspartner ein. Das Unternehmen vergibt durch Anlagen besicherte Kredite mit kurzen Laufzeiten und kassiert dafür Zinsen, die oft zweistellig sind. Als Gegenleistung sichert man sich anteilige Royalties auf künftige Bruttoumsätze der Kraftwerke für die nächsten 15 bis 25 Jahre.

    Die Aktie von RE Royalties stabilisiert sich.

    Da diese Abgaben auf den reinen Umsatz erhoben werden, prallen beispielsweise viele Kosten, die Betreiber belasten, an RE Royalties ab. Verbleibende Risiken sind jedoch Zahlungsausfälle und Insolvenzen. Das Portfolio von RE Royalties umfasst mehr als 130 Anlagen. 2024 vergab RE Royalties 3,0 Mio. CAD an ein Batteriespeicherprojekt der SolarBank Corporation, was dem Finanzierer bei 11 % Zinsen eine feste Lizenzgebühr für zwei Jahrzehnte garantiert. Ein üppiger Kreditrahmen über 10 Mio. CAD für Abraxas Power soll auf den Malediven Dieselgeneratoren überflüssig machen und bietet RE Royalties 13 % Zinsen sowie 2,0 % vom Bruttoumsatz über 15 Jahre. Auch indigene Solarprojekte in Alberta unterstützt das Unternehmen. In der Vergangenheit sorgte das Geschäftsmodell nach eigenen Angaben bereits für interne Renditen von bis zu 34 %.

    Weitere Optionen für RE Royalties

    Trotz operativer Erfolge ist RE Royalties an der Börse wenig bekannt. Mit einer Marktkapitalisierung von lediglich rund 16 Mio. CAD handelt die Smallcap-Aktie für viele professionelle Investoren „im toten Winkel“. Dennoch fließt seit vielen Jahren kontinuierlich Bares auf die Konten von RE-Royalties-Aktionären. Zuletzt lag die Dividendenrendite gar bei über 10 %. Künftig will man statt quartalsweise jährlich ausschütten und greift dazu auch auf Kapital aus grünen Anleihen zurück, die das Unternehmen ebenfalls emittiert. Das Management, das selbst rund ein Viertel der eigenen Aktien kontrolliert, sagt der Unterbewertung seit einiger Zeit den Kampf an. Um die Bewertung zu steigern, beauftragte man PricewaterhouseCoopers, um strategische Optionen zu sondieren.

    Die Aktie von RE Royalties hat zuletzt eine positive Entwicklung genommen. Im Vergleich zu Unternehmen wie der Allianz oder auch TotalEnergies ist RE Royalties ein spekulatives Smallcap, was Chancen, aber auch Risiken mit sich bringt. Während große Konzerne Gegenwind besser aushalten können, was etwa TotalEnergies mit seinen juristischen Auseinandersetzungen zeigt, ist ein Unternehmen wie RE Royalties anfälliger. Das gilt etwa für Zahlungsausfälle. Mit einem Portfolio aus rund 130 Projekten ist RE Royalties zwar breit aufgestellt, muss aber als spekulativer gelten als die genannten Konzerne. Im Umkehrschluss ergibt sich aus der aktuellen Bewertung und dem Dasein der Aktie in einer Nische auch eine Chance – sollten sich potente Partner finden, die Projekte oder Kapital beisteuern, könnte RE Royalties schnell ein noch viel größeres Rad drehen. Anleger sollten die weitere Entwicklung beim Spezialisten für nachhaltige Finanzierungslösungen im Blick haben. Das Unternehmen ist in einer spannenden Situation.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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