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21.04.2023 | 04:45

Elektromobilität vor Zeitenwende - Freyr Battery, First Phosphate, Nio

  • Elektromobilität
  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

In den letzten Jahren hat die Elektromobilität immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies ist auf die gestiegene Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen und den Fortschritt in der Batterietechnologie zurückzuführen, die eine höhere Reichweite und kürzere Ladezeiten ermöglicht. Die Entwicklung von neuen Batterietechnologien bleibt ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Branche. Noch existenzieller ist jedoch der Zugang zu den benötigten Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Nickel oder Phosphat.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Freyr Battery | LU2360697374 , FIRST PHOSPHATE CORP | CA33611D1033 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Freyr Battery – Mehr als 100 % Kurspotenzial

    Das in Luxemburg ansässige Unternehmen ist auf die Produktion von Materialien für die Herstellung von Batteriezellen spezialisiert. Außerdem verkauft es Batterien und Batteriezellen auf Märkten, die Elektromobilität, Energiespeichersysteme sowie Marine- und Luftfahrtanwendungen umfassen. Anlässlich der gerade stattfindenden Hannover Messe wurde eine strategische Partnerschaft mit Siemens verkündet. So wird das DAX-Unternehmen Freyrs bevorzugter Lieferant für Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologie, um die Produktion zu skalieren und die Anlagen- und Energieeffizienz zu maximieren.

    Siemens hat die Batterietechnologie als eines der wichtigsten Anwendungsfelder für seine „XCelerator"-Plattform, die Hardware und Software in der Industrieautomatisierung verbindet, identifiziert. Laut dem für die Digital Industries-Sparte zuständigen Vorstand Cedrik Neike ist die Plattform bei Freyr so umfassend wie bei keinem anderen Hersteller im Einsatz. Siemens strebt danach, der „wichtigste Partner für Batteriehersteller weltweit" zu werden. Angesichts des steigenden Bedarfs an Energiespeichern boome die Branche, und „von allen Branchen, die wir sehen, ist der Produktionsprozess bei Batterien bisher am wenigsten ausgereift, weil die Branche noch so jung ist. Die Möglichkeiten, sie zu optimieren, seien dabei riesig“.

    Die Investmentbank TD Cowen erhöhte ihr Kursziel für Freyr Battery von vormals 14 USD auf jetzt 16 USD, das Urteil wurde bei „kaufen" belassen. Aktuell notiert der Kurs bei 7,58 USD.

    First Phosphate – Die Batterien der Zukunft

    Ein Hindernis für die erfolgreiche Transformation der Autoindustrie vom Verbrenner zum Elektroautomobil könnten die fehlenden Rohstoffe werden, die unter anderem für die Entwicklung neuartiger Batterien benötigt werden. First Phosphate, ein Unternehmen, das im Februar 2023 das Börsenparkett betrat, setzt auf die Gewinnung und Reinigung von Phosphat für die Herstellung von aktivem Kathodenmaterial für die Lithium-Eisen-Phosphat-Batterieindustrie. Dabei ist das Marktvolumen gigantisch. Laut Fortune Business Insights wird der globale Markt für Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien von 10,12 Mrd. USD im Jahr 2021 auf 49,96 Mrd. USD im Jahr 2028 mit einem jährlichen Wachstum von 25,6 % ansteigen.

    Durch die enormen Vorteile kündigten große EV-Hersteller bereits an, ihre Batterieproduktion von anderen Technologien auf Lithium-Eisenphosphat umzustellen. So wird weder Nickel, Mangan noch Kobalt benötigt. Außerdem haben diese eine deutlich längere Lebensdauer und können aufgrund ihrer Feuerfestigkeit besser recycelt werden. Vorreiter war hier einmal mehr Tesla. Beim US-Unternehmen enthielten bereits im ersten Quartal 2022 fast die Hälfte aller Fahrzeuge ein LFP-Paket. Ford, Rivian oder VW planen den Switch, auch Mercedes-Benz will 2024 LFP-betriebene BEVs auf den Markt bringen.

    First Phosphate besitzt in der Region Saguenay-Lac-St-Jean in Quebec über 1.500 qkm an Landrechten, die mit einer erstklassigen Infrastruktur ausgestattet sind und nach und nach erschlossen werden. Die Grundstücke enthalten seltenes Anorthosit-Eruptivphosphatgestein, das hochreines Phosphatmaterial ohne hohe Konzentrationen schädlicher Elemente liefert. Hieraus kann in mehreren Verarbeitungsschritten gereinigte Phosphorsäure in Batteriequalität hergestellt werden.

    In Sachen News Flow geht es beim Börsenneuling, der eine Marktkapitalisierung in Höhe von 31,41 Mio. CAD aufweist, Schlag auf Schlag. So wollen die Kanadier bereits in den kommenden Monaten die Pilotproduktion starten. Mit der Integral Power Ltd. aus Großbritannien konnte ein Lizenzabkommen abgeschlossen werden, durch das sich First Phosphate den langfristigen Zugang zu einer fortschrittlichen Methode zur Formulierung des aktiven LFP-Kathodenmaterials sichert. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, sich bis zu 2 Mio. CAD am Kapitalmarkt für weitere Explorationsausgaben zu besorgen.

    Die Aktie von First Phosphate, die neben Toronto auch in Frankfurt gehandelt wird, notiert nach einem starken Rücksetzer bei 0,38 EUR. Sollte die Nachfrage nach Lithium-Eisen-Phosphat- Batterien weiter ansteigen, dürfte die Nachfrage nach Produzenten vor allem aus Nordamerika deutlich wachsen.

    Nio – Weiteres Abrutschen droht

    Verheerend sieht die charttechnische Situation beim chinesischen Autobauer Nio aus. Seit Januar 2021 verlor der Titel knapp 88 % seines Börsenwertes und steht mit 8,56 USD knapp vor seinem Jahrestief bei 8,07 USD. Ein Durchbuch würde weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um 5,65 USD generieren.

    Vor allem die enttäuschenden Ergebnisse des Konkurrenten Tesla belasten die Kurse der Peer Group weiter. Tesla kündigte eine weitere Preissenkungsrunde an und gab bekannt, dass sie einen Teil des Gewinns opfern würden, um mehr Autos zu verkaufen, was auf einen verstärkten Wettbewerb für konkurrierende Elektrofahrzeughersteller hindeutet. Somit dürfte der Preiskampf weiter ausufern, der auf die Margen der jeweiligen Produzenten drückt.


    Nio leidet unter dem ausgerufenen Preiskampf in China. Freyr Battery dagegen vermeldete eine richtungsweisende Kooperation mit Siemens. Von der steigenden Nachfrage nach Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien dürfte First Phosphate zukünftig deutlich profitieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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