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02.02.2022 | 06:00

Gazprom, Saturn Oil + Gas, Shell – profitieren von steigenden Energiekosten

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Bildquelle: pixabay.com

Im vergangenen Jahr sind die Energiekosten nach oben geschossen und ein Ende scheint - außer bei den Stromkosten - nicht in Sicht. Die Ampel-Regierung will bereits im Sommer die EEG-Umlage abschaffen und sorgt so für einen fallenden Strompreis. Bei Öl und Gas sieht es weit weniger gut aus. Seitdem die EU Gas als klimafreundlich eingestuft hat, wird der Bedarf dort weiter steigen. 630 Gasversorger haben Anfang des Jahres ihre Preise im Schnitt um 53% angehoben. Auch der Ölpreis klettert weiter, obwohl die OPEC zuletzt sagte, dass sie keinen Preis von 100 USD haben möchte. Dagegen wehren wird man sich aber voraussichtlich nicht. Wir sehen uns heute drei Öl- und Gas-Unternehmen an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , Shell PLC | GB00BP6MXD84

Inhaltsverzeichnis:


    Gazprom – Ukraine Konflikt belastet

    Operativ läuft es bei Gazprom hervorragend. Öl- und Gaspreise steigen, und da die Gaspreise oftmals an den Ölpreis gekoppelt sind, laufen die Geschäfte hervorragend. Sie könnten sogar noch besser laufen, würde das Unternehmen die Genehmigungen für Nord Stream 2 erhalten. Die EU hat Gas als klimafreundlich eingestuft und die Erdgasspeicher in Europa sind nicht so gefüllt wie man es für einen Winter annehmen würde. Doch das Unternehmen ist ein Spielball des Ukraine-Konfliktes geworden. Schon im vergangenen Jahr machten sich amerikanische Tanker auf, um Erdgas nach Europa zu liefern.

    Eskaliert der Ukraine-Konflikt, wird dies Folgen für Gazprom haben, auch wenn Deutschland 55% seines Erdgases aus Russland erhält. Es bleibt die Frage, wie unabhängig sich Deutschland von Russland machen kann? Laut Studien verschiedener Institutionen dürfte das schwer werden. Bei Energieimporten steht Russland fast überall auf Platz 1. Die USA und Katar beraten laut Handelsblatt darüber, wie man Europa unabhängiger von Russland machen kann. Demnächst wird der Emir von Katar zu Gesprächen mit Joe Biden in den USA erwartet. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Lage rund um die Ukraine entwickelt.

    Fundamental sieht es bei Gazprom genauso gut aus wie operativ. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei unter 4 und die Dividendenrendite dürfte bei deutlich über 10% liegen, sofern das Unternehmen 60% seines Gewinnes auszahlt. Die Aktie ist im vergangenen Jahr von April bis Oktober wie an der Schnur gezogen nach oben gelaufen bis auf 9,44 EUR. Danach setzte aufgrund der Ukraine-Krise eine Konsolidierung ein, die die Aktie bis auf 6,28 EUR drückte. Aktuell notiert sie bei 7,65 EUR.

    Saturn Oil & Gas – warten auf die nächsten Quartalszahlen

    Vom hohen Ölpreis profitiert auch Saturn Oil & Gas. Das kanadische Unternehmen hat 2021 eine Transformation durchgemacht, indem man die Übernahme einer 6.700 Barrel Leichtöl-Produktion stemmte. Der Kaufpreis betrug in etwa 93 Mio. Kanadische Dollar (CAD). Ein Schnäppchen, wenn man die Transaktion mit anderen Übernahmen vergleicht. Im dritten Quartal 2021 hat das Unternehmen rund 48,5 Mio. CAD eingenommen und das bei operativen Ausgaben von rund 19 Mio. CAD. Die Schulden will das Unternehmen schnellstmöglich zurückzahlen. Spätestens 2023 soll es soweit sein. Da das Unternehmen Teile der Produktion abgesichert hat, um den Schuldenabbau zu garantieren, sind die Einnahmen noch nicht so hoch wie sie sein könnten.

    Um die Produktion weiter hochzufahren, will plant das Unternehmen in diesem Jahr 200 Bohrlöcher zu reaktivieren. Ziel ist es, Ende 2022 mindestens 8.000 Barrel am Tag zu fördern. Dabei behält Saturn stets die ESG-Kriterien im Blick. Sollten Bohrlöcher unlukrativ und damit inaktiv werden, wird das Unternehmen den Platz rekultivieren.

    Auch im sozialen Bereich ist das Unternehmen aktiv, wie aus der Meldung vom 26. Januar hervorgeht. Saturn sponsert ein ATP-Tennisturnier in Troisdorf, bei dem der ehemalige Davis-Cup-Sieger Marc-Kevin Goellner als Co-Turnierdirektor fungiert. Das Turnier ergänzt sich ideal mit dem Engagement des Unternehmens für KidSport Canada. Während dem Turnier werden zudem Spenden für Jugendsporteinrichtungen im Ahrtal gesammelt. Wer Spitzentennis sehen möchte, sollte vom 22. bis 29. Mai in Troisdorf vorbeischauen.

    Vorher sollten sich interessierte Anleger den 17. Februar freihalten, denn da präsentiert CEO John Jeffrey das Unternehmen auf dem International Investment Forum. Mit etwas Glück liegen bis dahin die Zahlen für das vierte Quartal vor und man kann etwaige Fragen direkt an den CEO richten. Die Kursziele der Analysten reichen von 10,15 CAD bis zu 12,17 CAD. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 2, was im Vergleich mit der Konkurrenz sehr günstig ist. Die Aktie notiert aktuell bei lediglich 3,47 CAD. Mit den kommenden Quartals- / Jahreszahlen werden Fortschritte beim Schuldenabbau erkennbar sein. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Aktie neue Hochs erreicht.

    Shell – neuer Name und Hauptsitz

    2021 war kein einfaches Jahr für Shell nach dem Amsterdamer Urteil und der Aufgabe, seinen CO2-Ausstoß bis 2030 deutlich zu verringern. Das Unternehmen hat sich nicht nur von seinem alten Namen Royal Dutch Shell getrennt, sondern auch direkt den Hauptsitz nach London verlegt, um den Querelen mit den niederländischen Behörden aus dem Weg zu gehen. Mit den steigenden Rohstoffpreisen begann es auch operativ immer besser zu laufen.

    Nachdem das Unternehmen sein Permian-Geschäft für 9,5 Mrd. USD verkauft hatte, kündigte man an, 5,5 Mrd. USD in ein Aktienrückkaufprogramm, das ein Gesamtvolumen von etwa 12 Mrd. USD hat, zu stecken. Hinzu kommt Geld für Aktienrückkäufe aus dem freien Cashflow. Allerdings gab es auch einen Hinweis darauf, dass die Zahlen für das vierte Quartal schlechter als erwartet ausfallen könnten, da es Probleme durch Omikron gegeben habe.

    Aus diesem Grund sollten die Anleger auf den 3. Februar achten, wenn Shell die Ergebnisse des vierten Quartals vorstellen will und in diesem Atemzug auch die Dividende bekannt gibt. Erwartet wird ein Ergebnis von 0,69 EUR je Aktie für das Quartal. Aktuell notiert der Wert bei 22,85 EUR und hat einen schönen Aufwärtstrend ausgebildet. Die Analysten von Berenberg sehen das Kursziel bei 28,20 EUR. Die Dividende liegt beim aktuellen Kurs bei etwa 3,8%.


    Momentan sieht es so aus, als wenn die Nachfrage nach Öl- und Gas das Angebot übersteigt. Hinzu kommen die politischen Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt. Gazprom könnte von Sanktionen betroffen sein, doch auch so wird der Konzern Abnehmer in Asien finden. Saturn Oil & Gas ist extrem unterbewertet. Sobald die Schulden abgetragen sind, können Aktionäre mit Dividenden oder einem Aktienrückkaufprogramm rechnen. Shell hat sich sozusagen aus Europa verabschiedet, arbeitet aber immer noch an der Transformation zu einem nachhaltigen Konzern.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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