Menü schließen




05.03.2026 | 05:10

Equinor, Lahontan Gold, Venture Global – Öl und Edelmetalle vor neuem Boom

  • Öl
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgt für Schockwellen an den Märkten. Mit der Ausweitung des Konflikts rund um den Iran wächst die Sorge vor massiven Störungen im globalen Energiemarkt. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 % des weltweiten Ölhandels laufen, steht zunehmend im Fokus.
Während Aktienmärkte nervös reagieren, profitieren klassische Krisenprofiteure wie Öl oder die als sicherer Hafen bekannten Edelmetalle, wie Gold und Silber. Investoren suchen Schutz vor geopolitischen Risiken, Inflation und möglichen Lieferengpässen. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnten Energie- und Edelmetallwerte zu den größten Gewinnern der neuen geopolitischen Realität zählen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 , EQUINOR ASA NK 2_50 | NO0010096985 , VENTURE GLOBAL INC | US92333F1012

Inhaltsverzeichnis:


    Equinor – unvorhergesehene Chance

    Der Krieg im Iran beeinträchtigt die globale Wirtschaft. Durch die vorläufige Sperrung der Straße von Hormus sind Öl- und Gasimporte nach Europa aus dieser Region vorerst auf Eis gelegt. Die EU leidet nun unter einem hohen Beschaffungsdruck, da durch den letzten sehr kalten Winter der Öl- und Gasverbrauch deutlich stieg. Zuletzt betrug der durchschnittliche Gasspeicher der EU rund 30 Prozent und somit zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

    Profiteure der Verknappung sind unter anderem die zentralen Öl- und Gaszulieferer in Europa, wie das in Norwegen niedergelassene Unternehmen Equinor. Die Aktie konnte in der letzten Woche einen Zuwachs von etwa 8 % verzeichnen. Den jüngsten Nachrichten des Konzerns zufolge, wurde zudem ein neuer Ölfund in der Nordsee bestätigt, welcher sich in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Snorre-A-Plattform befindet. So könnte vor allem die EU von diesem Fund profitieren, da Öl aus europäischem Gewässer die Reserven schneller füllen und globale Engpässe abfedern könnte.

    Nach ersten Schätzungen könnten zwischen 25 und 89 Mio. Barrel förderbarer Reserven im Feld liegen. Die Förderung wird über bestehende Unterwasseranlagen an die Plattform angebunden. Der Vorteil solcher sogenannten „Near-Field“-Entdeckungen liegt auf der Hand. Da ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden und weitgehend amortisiert ist, lassen sich die neuen Reserven besonders kosteneffizient erschließen.

    Für Europa ist Norwegen ein zentraler Energielieferant. Das Land deckt rund 20 % des europäischen Ölbedarfs und etwa 30 % des Gasverbrauchs. Equinor will deshalb die Exploration rund um bestehende Anlagen ausbauen. Ziel ist es, die Produktion auf dem norwegischen Festlandsockel langfristig stabil zu halten. Bis 2035 strebt der Konzern ein Förderniveau von rund 1,2 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag und damit in etwa das Niveau von 2020 an.

    Lahontan Gold – Nevada-Projekt mit Millionen-Unzen-Potenzial

    Geopolitische Krisen treiben mit Gold und Öl traditionell zwei Anlageklassen nach oben. Während steigende Energiepreise direkte Folgen militärischer Spannungen im Nahen Osten sind, gilt Gold als klassischer sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Investoren suchen Schutz vor geopolitischen Risiken, Inflation und Währungsunsicherheit. Das bietet perfekte Rahmenbedingungen für das Explorationsunternehmen Lahontan Gold, das daran arbeitet, die historische Santa-Fe-Mine im US-Bundesstaat Nevada wieder in Produktion zu bringen. Der Standort ist kein klassisches Greenfield-Projekt. Zwischen 1988 und 1994 wurde hier bereits Gold im Tagebau gefördert, damals bei Preisen um lediglich 350 USD pro Unze. Eine erstklassige Infrastruktur ist vorhanden. Dadurch könnte das Projekt deutlich schneller und günstiger in Produktion gehen als viele neue Minenentwicklungen.

    Das Management treibt vor allem die Bürokratie voran, für das Kerngebiet liegen bereits wichtige Umweltgenehmigungen vor. Der aktuelle Plan sieht einen möglichen Baubeginn im Jahr 2027 vor. Die Investitionskosten werden derzeit auf rund 100 Mio. USD geschätzt. Interne Modellrechnungen deuten auf eine Amortisationszeit von etwa 18 Monaten hin.

    Parallel wächst die Ressourcengrundlage weiter. Aktuell verfügt Santa Fe über eine Ressource von knapp 2 Mio. Unzen Gold, eine Aktualisierung steht kurz bevor. Neue Bohrungen sowie zusätzliche Claims nahe der historischen York-Grube könnten die Ressource deutlich erhöhen.

    Ein weiterer Wachstumstreiber ist das Projekt West Santa Fe, rund 13 Kilometer entfernt. Dort traf das Unternehmen in jüngsten Bohrungen auf Abschnitte von bis zu 36,6 m mit 3,11 g/t Goldäquivalent ab Oberfläche. Die Mineralisierung erlaubt kostengünstige Tagebaumethoden. Erste Schätzungen sehen hier ein zusätzliches Potenzial von bis zu 1 Mio. Unzen Gold.

    In einem Umfeld steigender Goldpreise wird diese Strategie zunehmend attraktiv. Große Produzenten stehen unter Druck, neue Reserven zu sichern. Projekte mit vorhandener Infrastruktur und oberflächennaher Mineralisierung sind daher im Ziel der Major.

    Venture Global - LNG-Exporteur rückt ins Zentrum

    Venture Global LNG gehört zu den am schnellsten wachsenden Exporteuren von Flüssigerdgas in den USA. Das Unternehmen mit Sitz in Arlington, Virginia, betreibt LNG-Exportanlagen an der US-Golfküste, darunter die Projekte Calcasieu Pass und Plaquemines in Louisiana, und liefert verflüssigtes Erdgas an Kunden weltweit.

    Durch die Eskalation im Nahen Osten rückt der Konzern nun stärker in den Fokus der Märkte. Nach Angriffen auf Anlagen im katarischen Gaszentrum Ras Laffan stoppte Katar vorübergehend seine LNG-Produktion, massive Turbulenzen an den Energiemärkten waren die Folge. Europäische Gaspreise sprangen zeitweise um bis zu 50 % nach oben, auch US-Gas Futures legten deutlich zu.

    Besonders stark reagierte die Aktie von Venture Global. Die Titel schossen seit Kriegsbeginn um rund 40 % nach oben. Der Markt beginnt damit zu erkennen, welche Rolle flexible LNG-Lieferanten in geopolitischen Krisen spielen können.

    Für Europa kommt die Entwicklung zur Unzeit. Die Gasspeicher liegen aktuell deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt, während gleichzeitig asiatische Abnehmer wie China oder Südkorea um verfügbare LNG-Lieferungen konkurrieren. Fällt Katar als wichtiger Lieferant länger aus, könnte sich dieser Wettbewerb weiter verschärfen, was Venture Global einen strategischen Vorteil verschafft.

    Ein großer Teil der LNG-Mengen ist nicht langfristig gebunden und kann kurzfristig zu Marktpreisen verkauft werden. Steigende Gaspreise wirken dadurch direkt auf Umsatz und Gewinn. Bereits 2025 kletterte der Nettogewinn auf 2,26 Mrd. USD nach 1,48 Mrd. USD im Vorjahr. Sollte die Krise im Golf anhalten, könnte der US-Exporteur zu einem der größten Profiteure der neuen Energierealität werden.


    Equinor, Venture Global und Lahontan Gold stehen exemplarisch für mögliche Krisenprofiteure. Während Equinor mit neuen Nordsee-Funden Europas Energieversorgung stärken könnte, profitiert Venture Global von steigender LNG-Nachfrage. Lahontan Gold wiederum bietet mit seinem Nevada-Projekt Hebel auf steigende Goldpreise und könnte zusätzlich Übernahmefantasie in der Branche wecken.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 05.03.2026 | 05:30

    Krieg im Fokus, Silber im Depot: Warum Newmont, Silver Viper Minerals und First Majestic Silver jetzt alternativlos sind

    • Newmont
    • Silver Viper Minerals
    • First Majestic Silver
    • Silber
    • Gold
    • Goldpreis
    • Silberpreis
    • Angebotsdefizit
    • Iran
    • Edelmetalle

    Der eskalierende Iran-Krieg hat Edelmetalle schlagartig ins Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit katapultiert. Während Gold als klassischer Krisenschutz neue Höhen erklomm, erfährt Silber eine beispiellose Neubewertung. Es verbindet die Sicherheit eines Edelmetalls mit der unersetzlichen Rolle als High-Tech-Rohstoff für Photovoltaik, E-Mobilität und KI-Infrastruktur. Die geopolitischen Lieferkettenrisiken verschärfen ein bereits bestehendes Angebotsdefizit, während die industrielle Nachfrage Rekordniveaus erreicht. Anleger fragen sich nun, welche Unternehmen in diesem Umfeld am besten positioniert sind. Wir werfen daher einen Blick auf die Strategien von Newmont, Silver Viper Minerals und First Majestic Silver.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 27.02.2026 | 04:45

    SILBER - Steht jetzt die 150 USD-Marke im Raum? Silver Viper auf dem Sprung!

    • Silber
    • Edelmetalle
    • Mexiko
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle

    Rauf und runter – immer munter! Der Silberpreis gleicht derzeit einem Jo-Jo, Kinder würden sich daran erfreuen. Doch so lustig ist es für beteiligte Banken, Händler und vor allem den Terminbörsen nicht. Denn Silber erweist sich seit einiger Zeit als äußerst wichtiges Metall für die Trend-Themen Rüstung, Medizin und Hightech. Just in dem Moment, als die physischen Angebotsmärkte stotterten und China neue Exportbeschränkungen verhängte, stürzten sich Investoren auf die Lagerbestände von COMEX und LME, Handelsplätze, die ursprünglich für Forward-Verkäufe von Produzenten eingerichtet wurden. Mit Spotpreisen bis 122 USD ist mittlerweile ein Kampf um physische Bestände ausgebrochen, denn nicht nur die Industrie hortet ordentliche Mengen, sondern auch Spekulanten sehen in der überbordenden Knappheit ihre Jahrhundertchance für die Kursentwicklung. Im Vergleich zu Gold hat Silber in nur 12 Monaten eine dreifache Performance gezeigt, das Gold-Silber-Ratio steht jetzt nach knapp 100 wieder bei 55. Auguren erwarten, dass zum März-Settlement ein neuer Sturm in Richtung 150 USD ausbricht. Es lohnt sich daher, sich bei zukünftigen Produzenten wie Silver Viper zu engagieren. Die Zeit drängt!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 24.02.2026 | 05:00

    Silver North Resources: Die High-Grade-Wette im Windschatten der Giganten Hecla Mining und Silvercorp Metals

    • Silber
    • Edelmetalle
    • Ressourcen
    • Produktion
    • Hightech

    Der Silbermarkt durchläuft aktuell eine grundlegende Transformation, die weit über die traditionelle Rolle des Edelmetalls als Ersatzwährung hinausgeht. Diese Zeitenwende ist geprägt von der Divergenz zwischen der robusten industriellen Nachfrage und einer geologischen Verknappung hochgradiger Ressourcen. Neuentdeckungen in Weltklasse-Distrikten werden so zu seltenen und gefragten Ereignissen für Investoren. Diese Marktdynamik geht mit technologischen Entwicklungen einher: Moderne Architektur für Künstliche Intelligenz, wie die Rubin- und Blackwell-Chipsätze von Nvidia, weisen eine Leistungsaufnahme von über 1.000 Watt auf und generieren eine enorme Nachfrage nach silberbasierten thermischen Materialien. Da dieses Silber dauerhaft dem Markt entzogen wird und der Übergang in der Photovoltaik-Industrie zu neuen N-Type-Zellen den Verbrauch zusätzlich anheizt, verzeichnet die Branche das sechste aufeinanderfolgende Jahr mit einem deutlichen Angebotsdefizit. Nach einer Phase der Übertreibung mit Spitzen von über 120 USD pro Unze hat sich der Markt aktuell bei 70 bis 80 USD konsolidiert. Ausgehend von diesem Niveau werden profitable Produzenten und vielversprechende Explorations-Wetten in Nordamerika für Investoren wieder interessant.

    Zum Kommentar