12.03.2026 | 05:30
KI frisst Strom und Sie ernten die Rendite: Mit Exxon Mobil, Standard Uranium und Nordex
Die Stromnachfrage explodiert angetrieben von der Elektrifizierung und dem Kampf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz. Regierungen und Konzerne suchen händeringend nach Lösungen, um Rechenzentren rund um die Uhr zu versorgen. Das alte Dogma der Klimaneutralität weicht einer pragmatischen Neuausrichtung. Jede verfügbare Kilowattstunde zählt, ob fossil, nuklear oder erneuerbar. Aus diesem Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und Technologiewettbewerb ergeben sich derzeit drei vielversprechende Anlagemöglichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der US-Ölriese Exxon Mobil von der Rückbesinnung auf fossile Energien profitiert setzt Standard Uranium auf die nukleare Renaissance und Nordex auf die Windkraft als unverzichtbaren Baustein im künftigen Energiemix.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
EXXON MOBIL CORP. | US30231G1022 , STANDARD URANIUM LTD | CA85422Q8487 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Exxon Mobil - der Umbau zeigt Wirkung
Die Ölindustrie blickt auf ein ereignisreiches 1. Quartal zurück, und Exxon Mobil hat sich dabei als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Der Konzern präsentierte sich zuletzt in einer Form, die man so nicht mehr erwartet hätte. Trotz rückläufiger Rohölpreise und schwächelnder Chemiesparte gelang dem Energieriesen ein beachtlicher Gewinn. Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Produktion. Mit der höchsten Fördermenge seit vier Jahrzehnten gleicht das Unternehmen externe Preisschwankungen gekonnt aus. Besonders die kostengünstigen Großprojekte in Guyana und im Perm-Becken zahlen sich aus und machen Exxon unabhängiger vom täglichen Auf und Ab der Ölpreise. Trotzdem profitiert der Konzern nun vom Iran-Konflikt.
Exxon hat in den letzten Jahren vor allem eines gelernt, die Kosten zu kontrollieren. Seit 2019 wurden die Strukturausgaben massiv reduziert, und das Ziel für 2030 liegt sogar noch höher. Diese Effizienzsteigerung ist keine Worthülse, sondern messbar und sichert dem Konzern eine branchenführende Kapitalrendite. Die starken Cashflows gibt das Management direkt an die Aktionäre weiter. Die Kombination aus üppigen Aktienrückkäufen und einer Dividende, die seit über 4 Jahrzehnten kontinuierlich steigt, macht das Papier zu einem verlässlichen Baustein für jedes renditeorientierte Depot.
Die jüngsten geopolitischen Spannungen zeigen, warum Exxons Strategie aufgeht. Während viele Wettbewerber unter der Blockade wichtiger Handelsrouten leiden profitiert der Konzern von seiner Verlagerung in den amerikanischen Raum. Das Geschäft in der Westhemisphäre macht Exxon immun gegen die Turbulenzen im Nahen Osten. Zudem bringt die Inbetriebnahme des LNG-Terminals in Texas neue Kapazitäten, während die Konkurrenz aus Katar ausfällt. Der geplante Wechsel des offiziellen Firmensitzes nach Texas ist dabei mehr als eine Formalie. Er unterstreicht den Fokus auf ein stabiles, verlässliches Umfeld für das operative Geschäft. Derzeit ist die Aktie für 148,13 USD zu haben.
Standard Uranium – gute Zeiten für Uran
Die Zeiten für Uran-Explorer könnten derzeit kaum besser sein. Während die langfristigen Lieferverträge großer Produzenten mit Schwellenländern wie Indien dem Markt milliardenschwere Liquidität entziehen zeichnet sich ein strukturelles Angebotsdefizit ab, das Versorger in Nordamerika und Europa zunehmend unter Druck setzt. Genau dieses Umfeld macht Explorationsprojekte in politisch stabilen Regionen wie Kanada plötzlich wesentlich attraktiver. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft der Industrie, in die Suche nach neuen Vorkommen zu investieren. In dieses freundliche Umfeld fällt der Startschuss für ein kanadisches Unternehmen, das im Athabasca-Becken gleich mehrere heiße Eisen im Feuer hat. Standard Uranium hat in diesem Winter seine ersten Bohrprogramme gestartet und setzt damit ein klares Zeichen.
Den Auftakt macht das Corvo-Projekt, wo erstmals seit über 4 Jahrzehnten die Bohrgeräte ansetzen werden. Die Partnerfirma Aventis Energy finanziert die Kampagne, mit der das Team um Präsident Sean Hillacre spektakuläre Oberflächenfunde aus dem Vorjahr in der Tiefe überprüft. Fast zeitgleich folgt das Rocas-Projekt, finanziert von Collective Metals. Beide Areale wurden noch nie zuvor angebohrt. Das ist ein klassischer Fall von risikogestreuter Exploration, bei der Partner die Kosten tragen, während Standard Uranium als Operator die operative Kontrolle behält und sich eine prozentuale Beteiligung an der Förderung sichert. Bei Corvo erhält das Unternehmen 25 %.
Das eigentliche Kronjuwel bleibt jedoch das unternehmenseigene Flaggschiff Davidson River. Hier hat man die Pause seit 2022 genutzt, um mit modernsten Gravitationsmessungen ein präzises Bild des Untergrunds zu zeichnen. Im Sommer soll nun die 4. Bohrkampagne seit der Entdeckung folgen. Das Programm ist aus eigener Kasse finanziert und hat das klare Ziel, an die erfolgreichen Nachbarentdeckungen in der Region anzuknüpfen. Für Anleger bietet dieses Modell eine seltene Kombination aus fremdfinanzierten Joint-Venture-Programmen, die für einen kontinuierlichen Newsflow sorgen, während der Fokus auf dem eigenen Vorzeigeprojekt die Chance auf den großen Wurf offenhält. Aktuell notiert die Aktie bei 0,11 CAD.
Nordex - profitiert vom Boom bei erneuerbaren Energien
Die Energiewende ist kein Kurz-Hype mehr. Sie ist zum echten Wachstumstreiber geworden. Denn mit der fortschreitenden Elektrifizierung, ob in der Industrie oder bei der Mobilität, klettert der Strombedarf stetig nach oben. Dementsprechend zieht die Nachfrage nach neuen Windrädern an. Nordex profitiert von zwei Seiten. Einerseits treiben politische Vorgaben den Ausbau voran, andererseits wird grüner Strom für Unternehmen zunehmend zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Mit einem Rekord-Auftragsbestand von 16,1 Mrd. EUR zeigt sich, dass Nordex von diesem Trend überproportional profitiert. Die Auftragsbücher sind nicht nur gut gefüllt, sie enthalten mit 10,1 Mrd. EUR im Projektgeschäft und 6 Mrd. EUR im Servicebereich auch eine solide Basis für die kommenden Jahre.
Die vorgelegten Jahreszahlen 2025 sprechen eine klare Sprache. Der Umsatz kletterte im Schlussquartal auf 2,5 Mrd. EUR, die operative Marge verbesserte sich auf beachtliche 12,1 %. Das Konzernergebnis vervielfachte sich auf 274 Mio. EUR, während der freie Cashflow auf 863 Mio. EUR anschwoll. Diese Verbesserungen sind nicht das Ergebnis von Einmaleffekten, sondern Ausdruck einer nachhaltig gestiegenen Profitabilität. Die Prognose für 2026 liegt mit einer erwarteten EBITDA-Marge von 8-11 % über den bisherigen Zielen. Das Management traut sich nun auch mittelfristig mehr zu und visiert 10-12 % Marge an.
Die Marktdynamik zeigt sich auch in den jüngsten Auftragseingängen. Allein im März 2026 konnte Nordex zwei bedeutende Bestellungen aus Deutschland vermelden. Der langjährige Partner wpd orderte 40 Turbinen für neun Projekte mit einer Gesamtleistung von 279 MW. Kurz zuvor hatte bereits Qualitas Energy einen Auftrag über 56 MW für den Windpark Wippershainer Höhe erteilt. Beide Deals umfassen neben der Lieferung auch langfristige Serviceverträge über 15 beziehungsweise 20 Jahre. Momentan kostet eine Aktie 43,80 EUR.
Die Energiewelt sortiert sich neu. Der Hunger nach Strom für KI und Elektrifizierung zwingt zu pragmatischen Lösungen jenseits alter Dogmen. Exxon Mobil nutzt ihre Effizienz und stabile Förderung in Amerika, um von der anhaltenden Nachfrage nach fossilen Energien zu profitieren. Standard Uranium positioniert sich mit chancenreichen Explorationsprojekten im Athabasca-Becken für eine nukleare Renaissance. Nordex hingegen steht für die grüne Säule im Mix und glänzt mit vollen Auftragsbüchern sowie steigender Profitabilität im Windkraftgeschäft. Drei konträre Pfade, die alle vom gleichen Megatrend zehren, dem unstillbaren Energiehunger der Zukunft.
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