12.06.2026 | 04:37
Hohe Energiepreise: Wie Samsung SDI, dynaCERT und First Solar davon profitieren!
Am Mittwoch kamen die US-Inflationszahlen für den Mai herein. Mit 4,2 % lag der Wert exakt auf den Markterwartungen, und auch die einzelnen Sektoren waren in line. Dennoch kam es in der Folge erst einmal zu einem Abverkauf am Aktienmarkt. Es scheint, als hätte ein Teil der Investoren erst jetzt realisiert, dass der Krieg am Golf die Energiepreise und damit auch die Preise vieler anderer Produkte angeschoben hat. Angesichts der erneuten US-Eskalation in Nahost scheinen Öl, Gas, Kerosin oder Düngemittelpreise noch länger auf hohem Niveau zu bleiben. Für Unternehmen, deren Produkte bei höheren Energiepreisen wettbewerbsfähiger sind, sind das aber gute Zeiten. Deshalb blicken wir auf die Aktien von Samsung SDI, dynaCert und First Solar.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
SAMSUNG SDI GDR(144A)/4 | US7960542030 , FIRST SOLAR INC. D -_001 | US3364331070 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Samsung SDI: Solar, Batterien & Elektronik in einer Aktie!
Samsung SDI war einst bekannt für seine Displays. Inzwischen sind die Südkoreaner ein weltweit führender Akteur im Bereich fortschrittlicher Energiespeicher und Elektronikmaterialien. Insbesondere die Sparte Energy Solutions dürfte in diesem Wirtschaftsumfeld profitieren. Hier stellt Samsung Premium-Batterien für die Autoindustrie her. Technologisch gilt man als einer der führenden Konzerne. Zu den Kunden gehören namhafte Unternehmen wie BMW, Stellantis oder die Volkswagen-Gruppe. Derzeit baut Samsung SDI massiv die Kapazitäten in den USA aus, da der Inflation Reduction Act (IRA) der Regierung Biden für hohe Subventionen sorgt.
Daneben ist man mit dem Segment ESS aber auch bei Großspeicherlösungen für Solar- und Windparks sowie industrieller Netzinfrastrukturen engagiert. Dies ist ein ebenfalls stark wachsendes Segment, da bei grünem Strom die globalen Kapazitäten massiv ausgebaut werden. Nur ein Beispiel: Allein China hat laut Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) seine Solarkapazitäten im vergangenen Jahr um 315 Gigawatt ausgebaut. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Kraftwerkspark – also alle deutschen Energiequellen zusammengerechnet - kommt aktuell auf eine installierte Nettonennleistung von maximal 274 Gigawatt.
Samsung SDI gilt als führend bei der Entwicklung von Feststoffbatterien. Die Auslieferung erster Test-Muster an Automobilhersteller läuft bereits, mit dem klaren Ziel der kommerziellen Massenproduktion ab 2027. Im Hier und Jetzt aber prägte noch die Abkühlung bei Elektroautos das erste Quartal. So zeigten sich die Erlöse im Jahresvergleich mit 2,43 Mrd. USD leicht rückläufig. Unterm Strich schaffte das Unternehmen den Sprung zurück in die Gewinnzone und verbuchte einen Überschuss von umgerechnet rund 37 Mio. USD. Sowohl das Management als auch die großen Banken sehen das erste Quartal als die Talsohle bei den Ergebnissen. Als wesentliche Treiber für die operative Verbesserung sieht der Markt das starke Wachstum im Geschäft mit Energiespeichern, speziell für KI-Rechenzentren in den USA, sowie die anziehende Nachfrage nach E-Autos, die in diesem Ölpreisumfeld immer gefragter werden.
Samsung SDI befindet sich noch in einer starken Investitionsphase, dürfte damit aber den Boden für künftiges Gewinnwachstum legen. Da einige Analysten wie Goldman Sachs oder die australische Macquarie Bank sehr zurückhaltend sind, besteht im Laufe des Jahres bei operativen Verbesserungen die Chance auf Kurszielerhöhungen und Kaufempfehlungen. Daher spielen Dividenden auch derzeit nur eine untergeordnete Rolle, gleiches gilt für Aktienrückkäufe. In den vergangenen zwei Monaten erlebte das Papier einen Rückgang um rund 30 %. Zuvor hatte sich die Aktie aber auch binnen 16 Monaten in etwa vervierfacht. Dementsprechend bieten sich hier Chancen für langfristig orientierte Investoren, Stücke auf niedrigerem Niveau einzusammeln.
dynaCERT: Hohe Energiepreise als Treiber!
Für Logistikfirmen und Speditionen ist 2026 kein leichtes Jahr bisher. Die hohen Dieselpreise kosten viel Marge. Und ein dauerhafter Frieden, der die Preise kurzfristig drücken könnte, ist wohl erst einmal vom Tisch. dynaCERT hat einen Weg für betroffene Unternehmen eröffnet, der dieses Problem relativ kurzfristig und für lange Zeit lösen kann. Die Kanadier mit deutschem Top-Management wollen nicht den Verbrennungsmotor in schweren Lkw ersetzen, sondern so verbessern, dass er sauberer und effizienter arbeitet. So kann der Dieselbedarf drastisch gesenkt werden. Im Zentrum des Geschäftsmodells steht dabei die HydraGEN™-Technologie. Dabei werden Wasserstoff und Sauerstoff während des laufenden Betriebs direkt im Fahrzeug produziert und dem Verbrennungsprozess im Dieselmotor zugeführt. Die Verbrennung des Kraftstoffs wird auf diese Weise optimiert, der Verbrauch sinkt spürbar, ebenso wird der Ausstoß von Abgasen gedrosselt. Untersuchungen von Prüfgesellschaften zeigen, dass diese Technologie den Ausstoß an Klimagasen deutlich senkt. Die Investitionskosten für die HydraGEN™-Technologie könnten sich laut Unternehmen in weniger als zwei Jahren amortisieren – natürlich ist dies immer abhängig von den zurückgelegten Kilometern.
Dabei ist die patentierte Technik einfach zu handhaben. Es wird kein separater Wasserstofftank benötigt. Die potenzielle Kundschaft kann direkt von dieser Nachrüstung profitieren. Und der globale Markt ist riesig. Laut Schätzungen sind weltweit rund 75 Mio. Lastwagen und andere schwere Nutzfahrzeuge mit Diesel unterwegs.
Auf dem International Investment Forum erklärten President Bernd Krüper und CEO Kevin Unrath die außerordentliche Positionierung des Unternehmens im Transportmarkt.
https://www.youtube.com/watch?v=hE7EHsgouoE
Laut den Analysten von GBC Research wird dynaCERT seinen Umsatz dieses Jahr um 75 % auf rund 21 Mio. CAD steigern. Zudem soll das Unternehmen erstmals Gewinne einfahren, und zwar 0,01 CAD je Aktie. Daraus ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12. Für ein stark wachsendes Unternehmen ist dies eine attraktive Bewertung. Die aktuell hohen Preise für Diesel lassen Raum für Überraschungen nach oben.
Neben dem Verkauf der reisekoffergroßen Elektrolyse-Einheiten für die Nachrüstung plant dynaCERT ein Abonnement-Modell (SaaS – Software as a Service). Damit könnten Kunden für die Auswertung ihrer Einsparungen und die Überwachung ihrer Flotte eine laufende Gebühr zahlen. Die starken Einsparungen an Emissionen ermöglichen zudem den Einstieg in den Markt für Emissionszertifikate. Die Einsparungen kann dynaCERT bündeln und als CO2-Zertifikate am internationalen Markt verkaufen. Das macht auch das Abo-Modell für die Kunden attraktiver. Denn dynaCERT hält ein Splitting-Modell bei den Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikate für machbar, wodurch sowohl die Kunden als auch dynaCERT selbst profitieren würden.
Die Aktie von dynaCERT war in den vergangenen Wochen um rund ein Viertel zurückgekommen. Zuvor hatte sie sich binnen kurzer Zeit in etwa verdoppelt. Die Gewinnmitnahmen bieten eine Chance für mutige Anleger, jetzt beherzt zuzugreifen, um mittel- und langfristig vom Wachstum zu profitieren.
First Solar: Der Sonnenchampion in den USA
In den USA ist es nicht nur der Inflation Reduction Act (IRA), der die Investitionen für nachhaltige Produkte antreibt. Im Solarbereich schiebt derzeit vor allem der Ausbau von KI-Rechenzentren die Nachfrage an. Machen wir uns nichts vor: Die Strominfrastruktur in der größten Wirtschaftsmacht der Welt ist veraltet und ineffizient. Für den derzeitigen Ausbau an Rechenzentren sehen etliche Branchenvertreter die Frage der Energie als Flaschenhals. Einer der Profiteure ist dabei First Solar. Der Konzern ist mit einem Börsenwert von umgerechnet rund 24 Mrd. EUR einer der größten Player im Business und der Platzhirsch in den Vereinigten Staaten. Ein jüngeres Beispiel ist der Bau eines Cloud-Rechenzentrum von Microsoft in Arizona. Microsoft kooperiert hier eng mit dem Projektentwickler SRP. Der Strom für die Rechenzentren wird maßgeblich aus dem gigantischen Solarpark "Sun Streams 2" bezogen. Dieser Solarpark wurde flächendeckend mit den Dünnschicht-Modulen von First Solar ausgestattet.
Dabei profitiert man auch von einigen Besonderheiten. So setzt das Unternehmen auf eine proprietäre Dünnschicht-Technologie. Statt herkömmlicher Silizium-Zellen setzt man auf Cadmium-Tellurid-Module, die physikalische Effizienzvorteile in heißen, feuchten oder staubigen Regionen wie Wüsten haben, denn ihr Wirkungsgrad bricht bei sehr hohen Temperaturen weniger stark ein. Zudem ist man als US-Konzern gut geschützt vor der meist günstigeren und oft gleichwertigen Konkurrenz aus China und Südostasien. Man selbst ist aber neben den Werken im Heimatland auch in Malaysia, Vietnam und Indien vertreten.
Ende April legte First Solar starke Zahlen für das erste Quartal vor. Demnach nahm man 1,04 Mrd. USD ein und damit 24 % mehr als im Vorjahresquartal. Ein wichtiger Treiber war das gestiegene Absatzvolumen (+31 %). Zudem fuhr man einen Gewinn von 347 Mio. USD bzw. 3,22 USD pro Aktie ein. Das entspricht einem Plus von 65 %. Stark kam auch die Bruttomarge herein, die sich auf 47 % ausweitete. Mit einem Auftragsbestand von 47,9 Gigawatt (GW) im Wert von rund 14,4 Mrd. USD werden die Einnahmen bis weit in die kommenden Jahre gesichert. Es gibt aber auch zwei klare Risiken für das Geschäft und die Aktie von First Solar. Die US-Subventionen (IRA) stützen die Geschäfte, können aber mit Blick auf die erratische Politik der Regierung auch schnell ausbleiben. Zudem bleibt die US-Bürokratie ein Thema: Derzeit stauen sich die Anträge für den Bau von Rechenzentren bzw. der Energieinfrastruktur dahinter. Da kann es schon mal zu Verschiebungen bei den Aufträgen kommen.
Fazit: Samsung SDI befindet sich noch in einer starken Investitionsphase. Im Laufe dieses Jahres wird diese sukzessive enden, so dass die Gewinne zulegen sollten. dynaCERT soll die Einnahmen laut Analysten dieses Jahr allein um 75 % steigern. Die hohen Dieselpreise machen die Technologie äußerst attraktiv für Flottenbetreiber. First Solar ist der US-Sonnenchampion, der stark vom Ausbau der Energieinfrastruktur für Rechenzentren profitiert. Ein Risiko bleibt die ablehnende Haltung der US-Regierung gegenüber nicht fossilen Energiequellen.
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