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27.12.2021 | 05:47

Infineon, BrainChip, Nvidia – Der Chipmarkt bleibt heiß

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Bildquelle: pixabay.com

Allen voran litt die Automobilbranche in 2021 an fehlenden Chips. Alles allein auf Corona zu schieben ist zu kurz gegriffen. Die Pandemie ist sicherlich ein Faktor, aber die Unternehmen sind von der schnellen wirtschaftlichen Erholung überrascht worden. Hinzu kam die Digitalisierung, zum Teil auch Pandemie bedingt, die die Nachfrage nach Halbleitern stärker ankurbelte, als der ohnehin hohe strukturelle Halbleiterbedarf. Einige wetterbedingte Produktionsausfälle und gestörte Lieferketten später, war die Lage wie sie sich aktuell darstellt. Intel erwartet erst für 2023 eine Beruhigung der Lage. Grund genug sich drei Chiphersteller anzuschauen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040

Inhaltsverzeichnis:


    Infineon – Konkurrent hilft mit guten Zahlen

    Infineon muss man schon fast als Exoten der Halbleiterbranche ansehen. Die meisten Chips werden in Asien oder den USA gefertigt. Infineon hingegen operiert von Europa aus. Für das Unternehmen lief es im Jahr 2021 sehr ordentlich, auch wenn die Aktie erst Ende Oktober nach oben ausbrechen konnte. Das Unternehmen hatte auch zu Krisenzeiten stets betont, dass die Preise für die Kunden, wenn überhaupt, lediglich moderat steigen würden, wohingegen die Konkurrenz die Kunden ordentlich zur Kasse bat. Das Infineon-Management begründete das Vorgehen damit, stets langfristig mit den Kunden zusammenarbeiten zu wollen.

    Das Geschäftsjahr wurde bereits am 30. September beendet und das Unternehmen konnte ein Umsatzplus von 29% ausweisen. Die Marge liegt bei 18.7%. CEO Ploss sieht das Unternehmen auch für das kommende Jahr gut gerüstet: „Angesichts des anhaltend hohen Bedarfs an Halbleitern für die energieeffiziente und vernetzte Welt erwarten wir ein starkes Geschäftsjahr 2022.“

    Das der Halbleitermarkt gut läuft hat zuletzt Micron gezeigt, die am 21. Dezember Zahlen vorlegten und dabei die Erwartungen der Analysten übertrafen. Diese Meldung gab auch der Infineon Aktie wieder Auftrieb, die zuletzt nach dem starken Anstieg konsolidierte. So konnte die Aktie an der Supportmarke von 38,50 EUR den Rebound beginnen. Am 23. Dezember teilte das Unternehmen mit, dass Black Rock seine Position weiter ausgebaut hat. Die UBS hat das Kursziel zuletzt von 45 auf 49 EUR angehoben und stuft das Papier weiterhin als "Buy" ein.

    BrainChip – Meilenstein erreicht

    Das australische Unternehmen BrainChip hat eine besondere Art von Chip entwickelt. Der Akida Chip wird als Edge-AI, also künstlicher Intelligenz auf dem Chip selbst, ohne Cloud und Internetverbindung genutzt. Der Chip selbst benötigt keine CPU um seine Berechnungen anzustellen, sondern arbeitet autark und reagiert auf Impulse und Ereignisse. Dadurch benötigt Akida viel weniger Strom. Dieser Ansatz macht die Nutzung attraktiv für IoT-Geräte, autonomes Fahren, Sicherheitstechnik und vieles mehr. Zusätzlich ist diese Technologie deutlich sicherer und genügt auch den gehobenen Datenschutzansprüchen bei Anwendungen.

    Ende Oktober startete der Verkauf von Entwicklungskits für X86 und ARM-Systeme. Am 21. November konnte das Unternehmen dann die Kooperation mit MegaChips unterzeichnen. MegaChips wird die Akida-Technologie in ihre Produkte integrieren, was Vorteile für beide Unternehmen bringen sollte. Neben den Lizenzgebühren, die BrainChip einstreicht, könnten durch anwendungsspezifische Entwicklungen und Projekten aller Art in Zusammenarbeit der beiden Parteien zusätzliche Einnahmen winken. Für BrainChip bedeutet der Deal etwa 2 Mio. USD Umsatz im Jahr 2022 und direkten Zugang zu den Kunden von MegaChips.

    MegaChips plant die Akida-Chips an die Automobilindustrie und Unternehmen mit Roboterproduktion zu vermarkten. Der Bereich der Künstlichen Intelligenz wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Seit Anfang Oktober stieg die Aktie von 0,365 Australische Dollar (AUD) bis auf 0,75 AUD. Seitdem konsolidiert die Aktie und notiert aktuell bei 0,66 AUD. Erst ein Schlusskurs unterhalb von 0,595 AUD würde den intakten Aufwärtstrend brechen. Die Analysten von Pitt Street Research sehen 1,50 AUD als Kursziel. Von daher hätte die Aktie noch weitaus mehr Potential, als der aktuelle Preis.

    Nvidia – Omniverse im Kommen

    Ursprünglich bestand das Hauptgeschäft von Nvidia aus der Herstellung von Grafikkarten, doch im Laufe der letzten Jahre wuchs das Geschäft mit der Künstlichen Intelligenz (KI) im Data-Center immer schneller und wird in den kommenden Jahren zum Hauptumsatztreiber. Das Unternehmen gilt für viele Experten als führend im Bereich KI und so überrascht es nicht, dass Nvidia in diesem Bereich immer weiter expandiert. Anfang November stellte man seine Visionen auf dem BEYOND Event vor, die unter anderem im autonomen Fahren oder KI-gesteuerte Assistenten für Kunden von Unternehmen vorsehen.

    In einer Analyse des Forrester Research wird davon ausgegangen, dass KI dabei ist die Welt zu verändern. 74% der befragten Unternehmen gaben an, dass sich die Einführung von KI positiv ausgewirkt hat. Nvidia selbst sieht das Metaverse, vom Unternehmen als Omniverse bezeichnet, als einen kommenden wichtigen Markt an. Man geht von stark steigenden Umsätzen in den kommenden Jahren aus. 2025 sollen es bereits 400 Mrd. USD sein, laut der Krypto-Firma Grayscale. Das US Analystenhaus Needham erwartet 100 Mio. digitale Bots in der virtuellen Welt.

    Nvidia mischt also in vielen Zukunftsthemen mit. Man sollte neben den erwähnten Bereichen noch das Cloud-Gaming erwähnen, das ebenfalls ordentliches Wachstum verspricht. Die Knappheit bei den GPUs wird auf absehbare Zeiten erhalten bleiben, auch wenn China das Mining von Krytp-Währungen verboten hat. Die Aktie hat zuletzt einen kleinen Rücksetzer erlitten. Es ging von 346,47 USD bis auf 271,45 USD nach unten. Dort wurde ein doppelter Boden ausgebildet und seitdem steigt die Aktie wieder bis auf aktuell 296,40 USD.


    Die Chipknappheit bleibt vorläufig bestehen und das Thema KI wird immer wichtiger. Infineon wird im kommenden Jahr keine Probleme haben seine produzierten Chips abzusetzen. BrainChip hat einen starken Partner gefunden, um seine KI-Chips zu produzieren und zu vertreiben. Nvidia ist und bleibt der Platzhirsch der KI und ist in vielen zukunftsorientieren Bereichen hervorragend aufgestellt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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