30.01.2026 | 05:00
Jagd auf die Krebs-Pille von BioNTech & Co.: Warum Eli Lillys Milliarden-Wette ein Weckruf für Vidac Pharma ist
Es ist eine der ältesten Regeln im Biotech-Sektor: Wenn die großen Pharmakonzerne nicht mehr aus eigener Kraft wachsen können, öffnen sie die Schatullen. Der jüngste Milliarden-Deal zwischen dem US-Giganten Eli Lilly und dem Dresdner Startup Seamless Therapeutics ist mehr als nur eine Schlagzeile - er ist ein Weckruf für die gesamte Branche. Eli Lilly, mittlerweile eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, sucht händeringend nach Innovationen, um seine Pipeline jenseits der boomenden Abnehmspritzen zu sichern. Dieser Hunger nach neuen Wirkmechanismen richtet den Fokus unweigerlich auf kleine, spezialisierte Gesellschaften, die an revolutionären Ansätzen forschen. In diesem Umfeld rückt Vidac Pharma ins Zentrum strategischer Investoren. Das Unternehmen arbeitet an einem Ansatz, der so elegant wie radikal ist: Es will den Krebs nicht vergiften, sondern aushungern, indem es seinen Stoffwechsel manipuliert. Während Eli Lilly und BioNTech ihre Milliarden in die Breite streuen, liefert Vidac genau jene spezialisierte „Deep Science“, die in den Pipelines der Großen oft fehlt.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
ELI LILLY | US5324571083 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Vidac Pharma: Der Angriff auf den Warburg-Effekt
Um zu verstehen, warum Vidac Pharma für Konzerne wie Eli Lilly oder auch BioNTech so attraktiv sein könnte, muss man tief in die Zellbiologie blicken. Die meisten Krebsmedikamente attackieren die DNA der Zelle oder nutzen das Immunsystem. Vidac geht einen anderen Weg und zielt auf den sogenannten Warburg-Effekt. Krebszellen haben einen fundamental anderen Stoffwechsel als gesunde Zellen. Sie verbrennen Zucker in einem Turbo-Modus, selbst wenn genug Sauerstoff vorhanden ist. Vidac hat Moleküle entwickelt, die genau diesen Krebs-Turbo abschalten.
Das Herzstück der Pipeline ist der Wirkstoffkandidat VDA-1275. Wie aktuelle Daten zeigen, wirkt dieses Molekül nicht nur direkt gegen Tumorzellen, sondern löst auch eine immunologische Kettenreaktion aus. In präklinischen Studien führte die Kombination von VDA-1275 mit etablierten Chemotherapien zu einer synergistischen Wirkung, die die Überlebensraten signifikant steigerte. Besonders brisant: Vidac hat kürzlich in den USA ein Patent erhalten, das diesen Wirkmechanismus bis weit in die 2030er Jahre schützt. Damit besitzt das Unternehmen ein Monopol auf einen völlig neuen therapeutischen Angriffspunkt.
Anschlussfähigkeit: Wer braucht Vidac?
Die Frage ist nun: Wer sind die potenziellen Partner? Eli Lilly hat mit seinem Einstieg bei Seamless Therapeutics in Dresden gezeigt, dass man bereit ist, frühphasige Risiken einzugehen, wenn die technologische Plattform stimmt. Die Technologie des Dresdner Startups zielt auf Hörverlust ab, könnte aber auch in anderen Bereichen einsetzbar sein. Da Lilly massiv in die Onkologie expandiert und Diversifizierung jenseits von Diabetes sucht, wäre Vidacs metabolischer Ansatz eine perfekte Ergänzung, die keine interne Konkurrenz zu bestehenden Produkten darstellt.
Noch naheliegender könnte jedoch eine Partnerschaft mit BioNTech sein. Die Mainzer transformieren sich gerade mit ihren Milliarden-Gewinnen aus der Covid-Zeit zum globalen Krebs-Spezialisten. BioNTech fokussiert sich stark auf Immuntherapien wie CAR-T oder mRNA, doch diese Therapien scheitern oft an der feindlichen Umgebung im Tumor, dem sogenannten Tumor Microenvironment. Genau hier könnte Vidac Türöffner sein: Indem VDA-1275 den Stoffwechsel des Tumors normalisiert, macht es die Krebszellen wieder angreifbar für das Immunsystem. Diese Synergie wäre wissenschaftlich extrem elegant und kommerziell hochattraktiv.
Der Faktor Validierung
Ein entscheidendes Argument für Investoren ist die externe Validierung, die Vidac bereits erfahren hat. Das Analysehaus Sphene Capital hat erst kürzlich seine Kaufempfehlung erneuert, nachdem Vidac die Genehmigung für eine Phase-2-Studie in Deutschland erhalten hatte. Dass eine kleine Biotech-Firma die strengen Hürden der deutschen Regulierungsbehörden nimmt, gilt in der Branche als Qualitätssiegel.

Zudem zeigen die klinischen Daten von Vidacs Salbe gegen aktinische Keratose (eine Vorstufe von Hautkrebs), dass die Plattform prinzipiell im Menschen funktioniert und sicher ist. Dieser „Proof of Concept“ reduziert das technologische Risiko erheblich, da er beweist, dass der Eingriff in den Zellstoffwechsel keine toxischen Nebenwirkungen auf gesunde Organe hat.
Vidac-Aktie als spekulative Beimischung
Für Anleger ist die Situation bei Vidac Pharma äußerst spannend: Die Marktkapitalisierung ist im Vergleich zu den Milliarden-Bewertungen der potenziellen Partner wie BioNTech oder auch Eli Lilly extrem niedrig. Der Markt preist derzeit offenbar primär die dermatologischen Projekte ein, ignoriert aber weitgehend das Blockbuster-Potenzial der systemischen Krebsmedikamente.
Natürlich ist Vidac Pharma als Unternehmen in der klinischen Entwicklung nichts für konservative Anleger, da das Risiko von Rückschlägen in Studien im Biotech-Sektor immer präsent ist. Doch für spekulativ denkende Investoren bietet die Aktie eine seltene Chance: Den Einstieg in eine validierte Technologieplattform, kurz bevor die großen Wirksamkeitsdaten der Phase 2 vorliegen. Sollten diese Daten positiv ausfallen, dürfte Vidac schnell im Fokus großer Konzerne sein, die genau solche innovativen Puzzlestücke für ihre Pipelines suchen. Vidac ist mit seiner Technologie, die fundiert und zu anderen Ansätzen anschlussfähig ist, prädestiniert dafür, der nächste Junior-Partner der Pharma-Riesen zu werden, der für Schlagzeilen und Kursgewinne sorgt.
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