Menü schließen




17.09.2026 | 05:00

KI-Blase voraus? SAP bangt, SpaceX wettet auf die Zukunft und Lahontan Gold setzt auf handfeste Werte im Boden

  • Gold
  • KI
  • Raumfahrt
  • Staatsschulden
Bildquelle: Nano Banana KI

Im Herdentrieb der Finanzmärkte geht das Wesentliche oft unter. Seit Monaten bestimmen Schlagzeilen über künstliche Intelligenz, Rechenzentren im All und weitere Visionen die Kurse. Doch während Anleger Milliarden in Trendthemen investieren, schrumpft das Aufwärtspotenzial mit jedem erfreulichen Handelstag – zu groß sind die Vorschusslorbeeren bereits. Wer nach Substanz sucht, stößt auf Sachwerte: Unerschlossene Edelmetallvorkommen in stabilen Rechtsräumen können Hebel bieten, die von der breiten Masse bisher kaum wahrgenommen wurden. Wir gehen ins Detail.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , SAP SE O.N. | DE0007164600

Inhaltsverzeichnis:


    SAP kämpft mit Zukäufen und langsamer KI-Monetarisierung

    Der deutsche Softwarekonzern SAP dient oft als Paradebeispiel für gute Umstrukturierung. Doch der Übergang zu Cloud-Abonnements birgt Risiken. Zwar kletterte der aktuelle Cloud-Auftragsbestand im zweiten Quartal 2026 währungsbereinigt um 26 % auf 22,9 Mrd. EUR, doch Analystenhäuser wie UBS und JPMorgan zogen bereits die Notbremse und stuften das Papier ab. Die UBS erhöhte jedoch trotz Downgrade das Kursziel auf 201 EUR. Der Grund: Das Auftragswachstum flachte in der zweiten Jahreshälfte ab, während die Einführung autonomer Agentensysteme deutlich mehr Zeit frisst als erhofft. Wegen der Übernahmen von Dremio und Prior Labs stutzte das Management das operative Ergebnisziel für 2026 um über 100 Mio. EUR auf 11,8 bis 12,2 Mrd. EUR. Gleichzeitig normalisierte sich der Unternehmenswert im Verhältnis zum Umsatz – die Aktie ist günstiger geworden. Zwar taucht der KI-Assistent Joule inzwischen in zahlreichen Kundenabschlüssen auf, doch die tatsächliche Ertragskraft hinkt den hohen Erwartungen hinterher. Wenn Hyperscaler weltweit 650 bis 700 Mrd. USD in IT-Infrastruktur stecken, ohne dass letztlich damit auch wirklich das große Geld verdient wird, droht ein böses Erwachen. Jim Covello, Chef des globalen Aktienresearchs von Goldman Sachs, betonte, dass generative Algorithmen zunächst hohe Summen für Strom und Spezialchips verschlingen, statt bestehende Arbeitsabläufe von Beginn an billiger zu machen. Für Aktionäre von SAP ist Perfektion jedoch längst im Kurs eingepreist. Das könnte Risiken bergen.

    SpaceX treibt die Bewertungsexzesse auf die Spitze

    Noch dramatischer zeigt sich der Bewertungsrausch bei SpaceX. Das Unternehmen baute mit seinen wiederverwendbaren Falcon-Raketen zwar ein De-facto-Monopol auf, doch das eigentliche Wachstum stammt längst aus dem Satellitennetzwerk Starlink. Über zehn Millionen Abonnenten und mehr als 9.600 Trabanten im All spülten 2025 rund 11,4 Mrd. USD in die Kassen. Doch schon vor dem Börsengang in diesem Sommer drehte der Markt durch: Nach Bewertungen von 180 Mrd. USD Ende 2023 erreichte SpaceX vor seinem IPO eine Bewertung von 800 Mrd. USD. Heute kratzt SpaceX an der Marke von 2 Bio. USD. Viele Anleger übersehen die gewaltigen operativen Risiken: Da die Satelliten im erdnahen Orbit lediglich etwa fünf Jahre funktionieren, muss SpaceX permanent gigantische Mittel in Ersatzstarts und die Hardwarefertigung pumpen, was den freien Barmittelzufluss dauerhaft belastet.

    Lahontan Gold hebt Goldschatz in Nevada

    Wer auf reale Vermögenswerte setzen will, findet im Edelmetallsektor eine völlig andere Situation vor. Während die US-Staatsschulden die Marke von 40 Bio. USD übersteigen und die täglichen Zinskosten der weltgrößten Volkswirtschaft bei rund 3 Mrd. USD liegen, kletterte der Goldpreis merklich. Notenbanken kauften 2025 laut Erhebungen des World Gold Council 863 t Gold. Doch während physisches Gold Rekorde bricht, werden selbst aussichtsreiche Explorationswerte vom Markt nur unzureichend wahrgenommen. Das kanadische Unternehmen Lahontan Gold kontrolliert im bergbaufreundlichen Walker-Lane-Trend im US-Bundesstaat Nevada das Brownfield-Projekt Santa Fe. Wo die frühere Betreiberin Corona Gold zwischen 1988 und 1995 bereits über 359.000 Unzen Gold sowie 700.000 Unzen Silber im Tagebau förderte, schlummert nach wie vor Erz im Gestein. Im August steigerte Lahontan Gold die grubenbegrenzten Ressourcen gemäß Bergbaustandard NI 43-101 um 22 % auf insgesamt 2.385.000 Unzen Goldäquivalent, aufgeteilt in 1,195 Mio. Unzen in der Kategorie indicated und 1,190 Mio. Unzen in der Kategorie inferred.

    Dynamische Gold-Aktie: Lahontan Gold.

    Wirtschaftlichkeit im Tagebau und weitere Eckdaten

    Dass das Santa-Fe-Projekt auch ökonomisch tragfähig sein dürfte, untermauerte Lahontan bereits mit einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) aus dem Dezember 2024, die noch auf der kleineren Vorgänger-Ressource basiert. Eine aktualisierte Studie auf Basis der neuen, größeren Ressource lässt das Unternehmen derzeit erarbeiten. Das Vorhaben besticht durch ein äußerst günstiges Abraumverhältnis von 1,54 bis 1,60 t Gesteins je Tonne Nutzerz, was umfassende Erdbewegungen unnötig macht. Zudem dürften bestehende Straßen, Wasserrechte und Stromtrassen die anfänglichen Erschließungskosten mit 135,1 Mio. USD inklusive eines 20%igen Puffers im moderaten Bereich halten. Die Mine soll über eine Laufzeit von acht bis neun Jahren jährlich rund 50.000 Unzen Goldäquivalent liefern. Weiteres Potenzial bieten die historischen Haufenlaugungsflächen: Bei Pad 2 wiesen Bohrungen Restgehalte von 0,54 g/t AuEq nach, die sich ohne teure Neugrabungen direkt verwerten lassen.

    Bei einem Goldpreis von 4.000 USD je Unze steigt der abgezinste Projekt-Nettobarwert nach Steuern auf 471,6 Mio. USD bei einer internen Zinsfußrendite von 66,6 % und 1,8 Jahren Amortisationszeit. Selbst im konservativen Basisszenario bei 2.025 USD Gold erzielt die Anlage noch 56,5 Mio. USD Nettobarwert. Der enorme operative Hebel schlägt bei steigenden Notierungen voll durch, weil die festen Förderkosten die Rendite überproportional steigen lassen. Aktuell ist Lahontan Gold, dessen Heimatbörse die TSX Venture Exchange in Kanada ist, mit rund 117 Mio. USD bewertet. Spekulativ denkende Anleger sollten sich den Titel vormerken – während Tech-Aktien wie SAP und vor allem SpaceX ambitioniert bepreist sind, scheint die Bewertung von Lahontan fundamental stärker unterfüttert zu sein.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 17.09.2026 | 05:30

    Barrick Mining, DRC Gold und B2Gold: Drei Goldhebel, mit denen Anleger jetzt vom nächsten Preisanstieg profitieren könnten

    • Barrick Mining
    • DRC Gold
    • B2Gold
    • Gold
    • Goldpreis
    • Spin-Off
    • Joint-Venture
    • DR Kongo
    • Eckhof
    • Mali
    • Afrika
    • Kosten

    Gold ist längst mehr als ein Krisenschutz. Die Notenbanken kaufen weiter zu, während neue Minen Jahre brauchen, bis sie überhaupt etwas liefern. Dieses Missverhältnis spielt dem Goldpreis in die Karten. Doch wie profitiert man am besten davon? Wer physisches Gold hält, ist direkt am Preis beteiligt. Minenaktien können je nach Entwicklungsstufe deutlich stärker ausschlagen. Ob eine große laufende Produktion, neue Ressourcen oder eine ausbaufähige Förderung der bessere Weg ist, hängt vom einzelnen Unternehmen ab. Wir sehen uns daher an, wie unterschiedlich dieser Hebel bei Barrick Mining, DRC Gold und B2Gold ausfällt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Jens Castner vom 15.09.2026 | 04:30

    Chronisch unterbewertet: Wann platzt der Knoten bei Mountain Alliance, Lahontan Gold und Mercedes-Benz?

    • Beteiligungen
    • Gold
    • Silber
    • Automobile
    • Rüstung
    • Edelmetalle
    • Bergbau
    • China
    • US-Zölle
    • Mountain Alliance
    • Lahontan Gold
    • Mercedes-Benz
    • Unterbewertung
    • Drohnen
    • Substanzwerte

    Manche Unternehmen strotzen vor Substanz – und trotzdem bewegt sich der Kurs kaum. Drei aktuelle Beispiele zeigen unterschiedliche Spielarten dieses Phänomens: Mountain Alliance ist eine Beteiligungsgesellschaft, deren Portfolio deutlich mehr wert ist als der Aktienkurs aussagt; Lahontan Gold ein Explorer, dessen frei zugängliches Edelmetall den Börsenwert bei Weitem übersteigt; Mercedes-Benz ein Klassiker, den Anleger wegen politischer und konjunktureller Bedenken derzeit links liegen lassen. Unterbewertung ist selten Zufall, sondern hat handfeste Ursachen. Aber es gibt ebenso handfeste Argumente für eine Neubewertung.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 14.09.2026 | 05:30

    Power Metallic Mines, Volkswagen und RWE: Rohstoff, Zelle, Netz – profitieren vom Deutschland-Kanada-Pakt

    • Power Metallic Mines
    • Volkswagen
    • RWE
    • Kupfer
    • Platin
    • Palladium
    • Gold
    • Silber
    • Nickel
    • Elektromobilität
    • Batterieproduktion
    • Elektrofahrzeuge
    • Energiespeicher
    • Netzausbau

    Im Jahr 2026 will Europa die Batteriefertigung ausbauen, doch ohne Rohstoffe, Zellen und Strom bleibt jedes Ziel fragil. Regeln zur CO2-Bilanz und zum Batteriepass erhöhen den Druck. Europa ist auf die Lieferketten aus Asien angewiesen. Wer die Abhängigkeit senken will, braucht eine Rohstoffversorgung, Gigafabriken und Energiespeicher. Aktuell laufen formelle Gespräche zwischen Deutschland und Kanada über ein umfassendes Canada-Germany Strategic Partnership Agreement, das auch Rohstoffe, Energie und Investitionen abdecken soll. So will man die Rohstoffsicherheit verbessern. Grund genug, sich Power Metallic Mines, Volkswagen und RWE genauer anzusehen.

    Zum Kommentar