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13.07.2022 | 05:08

Lynas Rare Earths, Defense Metals, Rheinmetall – Die Rüstungsbranche haussiert

  • SelteneErden
  • Rüstungsindustrie
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Seit Ende Februar herrscht ein verbitterter Krieg in Europa, ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Nachdem in den ersten Wochen noch versucht wurde, das kriegerische Treiben mit Diplomatie zu stoppen, ist diese Strategie vom Tisch. Aufrüstung ist die Devise. Die NATO und ihre Verbündeten liefern schwere Waffen in die Ukraine, um den russischen Angreifer zu stoppen. Zudem beschlossen viele westliche Länder, allen voran Deutschland, ihren Wehretat in den nächsten Jahren anzuheben. Die Hauptprofiteure dieser Maßnahmen sind neben den Rüstungskonzernen auch die Produzenten von seltenen Erdmetallen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6

Inhaltsverzeichnis:


    Lynas Rare Earths – Riesiger Regierungsauftrag

    Ein Problem der westlichen Welt wurde durch den Angriffskrieg Russlands gegenüber der Ukraine deutlich. Die Abhängigkeit von russischem Öl oder Gas ist für Deutschland und Europa erdrückend. Deshalb wurde zwischen der EU und den USA nun beschlossen, die Versorgungssicherheit etwa bei Solartechnik, Windkraft und kritischen Rohstoffen zu stärken. So schlummern neben der Knappheit von russischen Energierohstoffen weitere Gefahren aufgrund von extremen Abhängigkeiten. So besitzt China aktuell ein Quasi-Monopol bei der Förderung und Verarbeitung von seltenen Erdmetallen. Diese werden u.a. zur Produktion von Permanentmagneten für Windturbinen oder Elektroautos benötigt.

    Neben dem Sektor der erneuerbaren Energien nimmt auch der Bedarf der Rüstungsindustrie stetig zu. Neodym-Eisen-Bor-Magneten gelten als die stärksten Dauermagneten der Welt und sind in vielen militärischen Waffensystemen verbaut, zum Beispiel in präzisionsgelenkten Waffen, Satelliten- und Tarnkappentechnologien sowie in unbemannten Fahrzeugen.

    Doch Lagerstätten außerhalb Chinas sind selten. Die Mountain Pass-Mine in Kalifornien ist zwar für 15% der globalen Produktion verantwortlich, jedoch wurden die gewonnenen Metalle zur Weiterverarbeitung in der jüngeren Vergangenheit noch ins Reich der Mitte verschifft. Daneben produzieren die australischen Minen von Lynas und Iluka Resources. Die US-Tochtergesellschaft von Lynas Rare Earths schloss jüngst einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium über die Errichtung einer kommerziellen Anlage zur Trennung schwerer Seltener Erden in den USA. Dabei besitzt der Kontrakt ein Volumen in Höhe von 120 Mio. USD und deckt die Kosten für den Bau der Separationsanlage für schwere Seltene Erden vollständig ab. Die Inbetriebnahme soll nach Unternehmensangaben spätestens 2025 erfolgen.

    Nach Höchstkursen über 8,50 USD korrigierten die Anteilsscheine der Australier bis auf den breiten Unterstützungsbereich bei 5,36 USD. Die Marktkapitalisierung von Lynas beträgt aktuell 4,8 Mrd. USD. Im Hinblick auf den hohen Bedarf an seltenen Erdmetallen dürfte sich dies als langfristige Kaufzone erweisen.

    Defense Metals – Hervorragende Metallurgie bietet Chancen

    Vom Stadium Produzent noch ein Stück entfernt, vom Potenzial her gleichwertig der Mountain Pass-Mine ist das Wicheeda-Projekt des kanadischen Explorationsunternehmens Defense Metals. Anfang des Jahres wurde die inzwischen auf 4244 ha angewachsene Lagerstätte übernommen. Im vergangenen Jahr ergab eine wirtschaftliche Berechnung (PEA) einen Wert (NPV) nach Steuern von 517 Mio. USD.

    Herausragend beim Wicheeda-Projekt ist zum einen die erstklassige Infrastruktur. Die Lagerstätte befindet sich rund 80 km nordöstlich der Stadt Prince George, einem Zentrum des Bergbaus im kanadischen British Columbia und ist strategisch günstig an einer wichtigen Forststraße gelegen, die an den Highway 97 anschließt. Neben einer großen Wasserkraftleitung und Gaspipeline befindet sich das Projekt in der Nähe einer Linie der kanadischen Eisenbahn. Per Schiene und Straße ist zudem der Hafen von Prince Rupert rund 500km westlich zu erreichen.

    Ein weiterer Pluspunkt ist die Metallurgie der Mine, die der von Mountain Pass deutlich nahe kommt. Eine wirtschaftliche Metallurgie setzt voraus, dass die Mineralien und die darin enthaltenen Seltenen Erden chemisch und physikalisch so beschaffen sind, dass sie durch günstige Aufbereitungstechniken leicht entfernt werden können. Wicheeda besitzt Bastnäsit und Monazit, welche die günstigsten zu verarbeiteten Seltenen Erden sind.

    Insgesamt plant das Management von Defense Metals diese Jahr Diamantbohrung über bis zu 5.000m. Die Kampagne startete kürzlich. Trotz Rekordmeldungen in den vergangenen Wochen konnte sich der Aktienkurs der Kanadier der allgemeinen Marktkorrektur nicht entziehen und verbilligte sich seit dem Einmarsch Russlands um fast die Hälfte auf 0,185 CAD. Langfristig dürfte der Bedarf nach seltenen Erdmetallen weiter steigen und Defense Metals mit seinem Projekt deutlich profitieren. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 33 Mio. CAD.

    Rheinmetall AG – Weitere Orders

    Die Aktie der Rheinmetall ist einer der bisherigen Outperformer des „Kriegsjahres“. Seit Beginn des Ukraine-Krieges fing der Kurs an zu laufen. Mit der Verkündung des Bundeskanzlers Olaf Scholz, den Wehretat um einmalig 100 Mrd. EUR aufzustocken und danach jedes Jahr 2% des BIP für die Verteidigung zu investieren, verdoppelte sich der Aktienkurs der Düsseldorfer binnen zwei Wochen auf ein Allzeithoch von 227,90 EUR. Seitdem findet eine Korrektur auf hohem Niveau statt. Nach einem Rückgang zurück auf 180 EUR dreht der Kurs aufgrund der guten Nachrichtenlage wieder zurück in den Bereich der 200 EUR-Marke.

    Rückenwind bekam die Aktie des MDAX-Mitgliedes von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Die Investmentbank bestätigte die Einstufung „Buy“, das Kursziel wurde nur marginal von 298 EUR auf 290 EUR reduziert. Die Analystin Olivia Charley erwartet durch das Autozuliefergeschäft ein schwaches zweites Quartal. Die Rüstungsumsätze würden erst in den nächsten Quartalen sichtbar, so die Expertin.


    Seltene Erdmetalle werden für die Klimawende aber auch für die Rüstungsindustrie dringend benötigt. Davon dürften in den nächsten Jahren Produzenten wie Lynas Rare Earths oder Defense Metals profitieren. Defense Metals sticht zudem durch den geringen Börsenwert hervor. Rheinmetall hingegen profitiert verstärkt von den Aufstockungen der Wehretats.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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