06.03.2026 | 04:30
Mit Raketen geht es schallend in den März! Investoren schielen auf E.ON, Standard Uranium und Plug Power
Die aktuellen Kriegshandlungen im Iran waren jetzt nicht gänzlich unerwartet. Eine Ausdehnung auf den gesamten Nahen Osten hatten allerdings die wenigsten Auguren auf dem Plan. Öl und Gas testen somit mal wieder den Ausbruch, obwohl an den Weltmärkten wegen der schwachen Konjunktur ein Überschuss vorhanden sein müsste. Egal, die Spekulanten handeln die fossilen Rohstoffe einfach mal höher, mal sehen ob sie dort oben bleiben. Die globale Expansion von Atomkraftprogrammen wird durch solche Unsicherheitslagen gestützt. Ein Beispiel dafür ist Indien, das seine Kernkraftkapazität bis 2047 auf etwa 100 GW ausbauen möchte, während aktuell weniger als 10 GW installiert sind. Solche Ausbaupläne reflektieren den wachsenden Bedarf an verlässlicher Grundlastenergie in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und wirken als Hedge gegen rohstoffinduzierte Krisen. Die langfristige Nachfrageperspektive für Uran verbessert sich durch solche Tendenzen fast täglich, das lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf Unternehmen mit aussichtsreichen Projekten. Hier ein paar Vorschläge.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
STANDARD URANIUM LTD | CA85422Q8487 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Standard Uranium – Nordamerikas Versorgungskette auf dem Plan
Die weltweite Energiewende, beschleunigt durch den rasant steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren, Industrieausbau und Bevölkerungswachstum, rückt Kernenergie wieder in den Mittelpunkt langfristiger Energieplanungen. Prognosen verschiedener Branchenanalysen gehen davon aus, dass die globale Nuklearkapazität bis 2050 deutlich ausgebaut wird und damit auch der Bedarf an Uran strukturell steigt. Gleichzeitig erwarten Marktbeobachter bis zum Ende dieses Jahrzehnts einen Nachfrageanstieg von rund einem Drittel, da zahlreiche Staaten die Kernkraft als stabile und CO2-arme Grundlast zur Erreichung ihrer Klimaziele einsetzen. Dieses Nachfragewachstum trifft auf ein strukturell träges Angebot, weil neue Uranminen oft viele Jahre Entwicklungszeit benötigen. Entsprechend hat sich der Uranpreis in den vergangenen Jahren deutlich erholt und bewegt sich aktuell auf Niveaus, die neue Projekte wirtschaftlich attraktiver erscheinen lassen.
Genau hier setzt der kanadische Explorer Standard Uranium Ltd. an. Die Projekte des Unternehmens liegen im bekannten Athabasca Basin in Kanada, einer der weltweit bedeutendsten Uranregionen. Die Strategie basiert auf einem Projektgenerator-Modell. Explorationsprogramme werden gemeinsam mit Partnern entwickelt, die einen Großteil der Bohrkosten übernehmen. Dadurch kann das Unternehmen mehrere Projekte parallel vorantreiben und den eigenen Kapitalbedarf begrenzen. Gleichzeitig entstehen Einnahmen aus Managementgebühren sowie Beteiligungsoptionen an den Projekten. Insgesamt kontrolliert Standard Uranium rund 241.000 Acres an Mineralrechten, ein zentraler Fokus liegt auf dem Davidson River Uranium Project, dem Flaggschiffprojekt des Unternehmens. Das Gebiet im Südwesten liegt in einer Region, in der bereits über 400 Millionen Pfund hochgradiges Uran entdeckt wurden. Geologische Untersuchungen identifizierten dort mehr als 70 Kilometer aussichtsreiche Strukturtrends, welche potenzielle Lagerstätten beherbergen könnten. Zur Zieldefinition nutzt das Unternehmen datenbasierte Analysen und maschinelles Lernen, um geophysikalische Muster bekannter Lagerstätten mit neuen Zielzonen zu vergleichen.
Parallel laufen weitere Explorationsprogramme mit Partnern. Auf dem Corvo Uranium Project startete Anfang 2026 eine Winter-Bohrkampagne mit bis zu 3.000 Metern Bohrlänge. Ziel sind oberflächennahe Uranstrukturen entlang leitfähiger Trends. Besonders interessant ist das Manhattan-Vorkommen, bei dem sich Uranwerte von bis zu 8,10 % U₃O₈ an der Oberfläche zeigten. Die Finanzierung übernimmt Aventis Energy Inc., während Standard Uranium als Betreiber fungiert. Auch auf dem Rocas Uranium Project ist erstmals ein Bohrprogramm geplant. Mehrere Bohrlöcher sollen einen rund 7,5 Kilometer langen Strukturkorridor testen, in dem zuvor radioaktive Anomalien identifiziert wurden. Die erste Explorationsphase wird von Collective Metals Inc. finanziert, das im Rahmen einer Earn-in-Vereinbarung einen Mehrheitsanteil erwerben kann. Darüber hinaus umfasst das Portfolio weitere Liegenschaften wie das Sun Dog Uranium Project im Uranium-City-Distrikt. Oberflächenproben lieferten dort bereits Uranwerte von bis zu 3,58 % U₃O₈, während viele Strukturen bislang kaum durch Bohrungen getestet wurden. Insgesamt kombiniert Standard Uranium ein breites Projektportfolio mit technologiegestützter Exploration und einem partnerschaftlichen Finanzierungsmodell. Daraus entstehen für Investoren mehrere potenzielle Kurstreiber, die bei entsprechenden News auf die Bewertung durchschlagen. Noch schlummert die Marktkapitalisierung bei 15,5 Mio. CAD – in diesem progressiven Marktumfeld wird das nicht von Dauer sein!
Plug Power – Die Hoffnung stirbt zuletzt
Der US-amerikanische Marktführer im Elektrolyseur-Geschäft macht eine lange Phase der Anpassung durch. Nach einer Haussebewegung bis auf 60 USD im Jahr 2021 fiel der Kurs bis 2025 um dramatische 98,5 % auf 0,75 USD. In der Zone 0,75 bis 2,50 USD kam es zu Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe, die die treue Gefolgschaft immer noch bereit war, nachzuschießen. Ob CEO Andy Marsh nun endlich auch liefern kann, ist immer noch nicht sicher. Mittlerweile hat sich das Unternehmen von einer offiziellen Guidance verabschiedet, zu unstet und volatil waren zuletzt die Auftragseingänge. Nach wie vor mangelt es an öffentlichen Aufträgen, die während der Administration von Joe Biden noch sporadisch eintrafen, nun unter Trump aber dem Leitspruch „Drill Baby Drill“ unterworfen sind. Der neue US-Präsident ist ein Fan fossiler Energieträger und will die Kernkraft stark machen, Aussagen zu Wasserstoff hört man nur selten. Für die Jahre 2026 bis 2028 erwarten Analysten auf der Plattform LSEG einen Erlösanstieg von 710 Mio. USD und in 2025 bis 1,2 Mrd. USD. Gegenüber früheren Kurs-Umsatz-Verhältnissen von über 15 hat sich diese Ratio nun auf 3 zurückgebildet. Ein positives EBIT wird immerhin für 2030 berechnet. Da heißt es nur etwas „Geduld“!
E.ON – Robustes Ergebnis, aber Analysten bleiben skeptisch
Der europäische Energieversorger E.ON SE gehört zu den wichtigsten Infrastrukturakteuren der Energiewende. Mit dem wachsenden Strombedarf durch Elektrifizierung, erneuerbare Energien und KI-Rechenzentren steigt die Bedeutung moderner Stromnetze deutlich. Als einer der größten Betreiber von Verteilnetzen in Europa profitiert E.ON direkt von diesem strukturellen Trend. Strategisch konzentriert sich der Konzern vor allem auf regulierte Netzinfrastruktur sowie kundennahe Energielösungen und hat sich damit bewusst stärker als Infrastrukturbetreiber positioniert. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen eine solide operative Entwicklung, das bereinigte EBITDA stieg auf 9,8 Mrd. EUR und lag damit am oberen Ende der eigenen Prognose. Das lieferte einen Konzernüberschuss von rund 3 Mrd. EUR. Wichtigster Ergebnistreiber war erneut das Netzgeschäft, dessen operatives Ergebnis zweistellig zulegte. Gleichzeitig investierte E.ON rund 8,5 Mrd. EUR in den Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur. In den kommenden Jahren will der Konzern seine Investitionen weiter deutlich ausweiten. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 sind insgesamt rund 48 Mrd. EUR – das ist eine Hausnummer!
Erklärtes Ziel des Managements ist es, die Stromnetze für den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien sowie für neue Stromverbraucher wie Rechenzentren und Elektromobilität fit zu machen. Ein wachsender Teil der Finanzierung erfolgt über grüne Anleihen, was die strategische Ausrichtung auf nachhaltige Infrastruktur unterstreicht. Die Analystenbewertungen fallen unterschiedlich aus. Goldman Sachs bleibt optimistisch und bestätigt eine Kaufempfehlung mit Kursziel 19 EUR, hier sieht man stabile Wachstumsperspektiven im Netzgeschäft. Bernstein Research bewertet die Aktie neutral und sieht mit Ziel 17 EUR eine Entwicklung ohne kurzfristig großen Kurstreiber. Skeptischer ist die DZ Bank, die argumentiert, dass viele positive Erwartungen bereits im Aktienkurs berücksichtigt sein könnten und sieht 17,50 EUR in den nächsten 12 Monaten. Überragend sind die Voten insgesamt nicht, LSEG steht im Konsens bei unspektakulären 18,52 EUR. Für Fans der Aktie gibt es Mitte April immerhin gut 3 % Ausschüttung.

Die Börsen müssen derzeit viele Eindrücke verarbeiten. Da ist einerseits die absolute Rohstoffknappheit, die sich seit dem Umschwenken der chinesischen Export-Strategie auf den Westen negativ auswirkt. Gleichzeitig erhalten Werte aus dem Energiebereich erhöhte Aufmerksamkeit. Sie müssen den enormen Sog in der KI-Nutzung energetisch auffangen. Keine leichte Aufgabe! Anleger mischen Standardwerte wie E.ON mit Risikopapieren wie Standard Uranium oder Plug Power, das lieferte zumindest in den letzten 12 Monaten einen Cocktail Royale.
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