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28.04.2022 | 05:10

Plug Power, Altech Advanced Materials, Nel Asa – Ambitionierte Bewertungen

  • grüner Wasserstoff
  • Elektromobilität
Bildquelle: Plug Power Inc.

Es spricht alles für die Transformation von fossilen Brennstoffen zu Erneuerbaren Energien. Jetzt, nachdem sich die westliche Welt vom russischen Aggressor losgesagt hat, soll der Ausbau der „Friedensenergien“ noch schneller vonstatten gehen. Der Ausstieg aus der Abhängigkeit vom osteuropäischen Nachbarn wurde von Baerbock, Habeck und Co. bereits verkündet. Spannend dürfte nun werden, wie in naher Zukunft die Umsetzung funktioniert. Die börsennotierten Unternehmen der jeweiligen Branchen wie Brennstoffzellen, Wasserstoff oder Photovoltaik haben trotz einer seit Monaten laufenden Korrektur bereits horrende Bewertungen aufgebaut. Somit ist bei einigen Aktien Vorsicht vor einem weiteren Rutsch geboten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – Auftrag aus Ungarn

    Der Pionier der Brennstoffzellentechnologie errichtet ein umfassendes Ökosystem für grünen Wasserstoff, von der Produktion über die Speicherung und Lieferung bis hin zur Energieerzeugung, um seine Kunden bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele und der Dekarbonisierung der Wirtschaft zu unterstützen. Mit der Schaffung des ersten kommerziell nutzbaren Marktes für die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie hat das Unternehmen mehr als 50.000 Brennstoffzellensysteme und über 165 Tankstellen installiert, mehr als jeder andere Anbieter weltweit. Er ist der größte Abnehmer von flüssigem Wasserstoff.

    Um die Wertschöpfungskette zu komplettieren, plant das US-Unternehmen den Bau und Betrieb eines grünen Wasserstoff-Highways durch Nordamerika und Europa und den Bau einer Gigafactory zur Herstellung von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen sowie mehrere Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff, die bis 2025 täglich 500t flüssigen grünen Wasserstoff erzeugen werden. Das Umsatzziel für 2023 liegt dann bei 3 Mrd. USD, einer Bruttomarge von 30% und einem Betriebsergebnis von mindestens 17%.

    Vor allem die neuen Segmente, die aktuell noch keine nennenswerten Erlöse beisteuern, sollen laut CEO Andy Marsh zu den Hauptumsatzträgern werden. Während man im Jahr 2021 mit „Material Handling“ fast 90% des Umsatzes in Höhe von rund 500 Mio. generiert, soll dieser Bereich bis 2025 mit dem Aufbau neuer Kundengruppen auf rund 1 Mrd. USD steigen. Der Bereich „New Markets“, bei dem das Unternehmen 2021 lediglich 10 Mio. USD an Erlösen generieren will, ist mit einem Umsatz in Höhe von 0,5 Mrd. USD für 2025 eingeplant. Explodieren soll dagegen das „Green Hydrogen Market“- Segment, das die Hälfte des Gesamtumsatzes von geschätzten 1,5 Mrd. USD einspielen soll.

    Einen Auftrag erhielt Plug Power nun vom ungarischen Öl- und Erdgasunternehmen MOL zur Lieferung einer Elektrolyse-Einheit mit einer Leistung von zehn Megawatt für die Donau-Raffinerie in Százhalombatta. Dadurch können insgesamt 1.600t Wasserstoff pro Jahr produziert werden. Der Start ist im nächsten Jahr geplant.

    Trotz eines weiteren Auftrages neben Walmart ist bei Plug Power ein erhebliches Rückschlagpotenzial geboten, wie in einem Update berichtet.

    Altech Advanced Materials – Studie zeigt deutliches Potenzial

    Mit einem Börsenwert von 6,21 Mio. EUR ist die Aktie des Heidelberger Unternehmens im Gegensatz zu Plug Power noch am Beginn ihrer Entwicklung. Auch auf unternehmerischer Seite ist mit dem Marktführer der Brennstoffzellentechnologie noch kein Vergleich anzustellen. Mit der kürzlich vorbereitenden Wirtschaftlichkeitsstudie konnte jedoch das deutliche Potential für Altechs Batteriematerial Silumina AnodesTM aufgezeigt werden. Altech verwendet eine Anodenbeschichtung mit hochreinem Aluminiumoxid (HPA) und einer Anreicherung von Silizium.

    So kann die Leistungsfähigkeit von Batterien um mehr als 15% gesteigert und die Lebensdauer sogar um bis zu 30% erhöht werden. Aktuell forscht das Unternehmen daran, den Silizium-Anteil an der Anode zu erhöhen, was Performance-Steigerungen zwischen 50% und 100% zur Folge hätte.
    Der Bau des Produktionswerkes im Industriepark Schwarze Pumpe in der Gemeinde Spreewald in Sachsen ist aktuell in Planung. Zukünftig sollen dort bei voller Produktionsauslastung rund 10.000t Anodenverbundmaterial jährlich produziert werden. Der jährliche Umsatz bei voller Auslastung läge dann bei 153 Mio. EUR, das EBITDA wird auf 52 Mio. EUR geschätzt. Dies entspricht einer EBITDA-Marge auf Basis der vorliegenden Berechnungen von etwa 34%.

    "Unsere bisherigen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, zusammen mit den Ergebnissen der Vormachbarkeitsstudie, zeigen das enorme technologische und wirtschaftliche Potential unseres neuartigen Anodenverbundmaterials und der angestrebten Produktion in Schwarze Pumpe. Wir sind davon überzeugt, dass dies eine bahnbrechende Technologie für die Zukunft der Lithium-Ionen-Batterien ist und der europäischen Batterietechnologie einen enormen Schub geben kann. Silumina AnodesTM hat das Potential zum Game Changer in Sachen Batterieleistung", sagt Uwe Ahrens, CTO der Altech Advanced Materials.

    In der Tat könnte Altech in Zukunft mit seiner innovativen Technologie den Batteriemarkt revolutionieren. Zu bedenken ist trotzdem, dass das Unternehmen noch am Beginn der Entwicklung steht und dadurch für spekulative Investoren geeignet ist. Seit der Meldung konnte der Kurs von 1,00 EUR auf 1,35 EUR zulegen, das bisherige Allzeit-Hoch lag bei 3,60 EUR.

    Goldman liebt Nel Asa

    Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Nel ASA vor den anstehenden Zahlen zum ersten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 22 NOK, umgerechnet 2,23 EUR, belassen. Saisonbedingt geringere Gesamterlöse und sonstige Erträge im Quartalsvergleich sowie fortgesetzter Druck auf die Bruttomargen belasteten zwar. Hohe positive Veränderung des fairen Wertes von Finanzinstrumenten dagegen stützten die ausgewiesenen Ergebnisse von Nel, so die Analystin Zoe Clarke.

    Zudem wurde vermeldet, dass das norwegische Unternehmen über seine Tochter Nel Hydrogen Fueling zwei Aufträge für H2StationT-Betankungssysteme von einem europäischen Kunden über ein Gesamtvolumen von 3 Mio. EUR erhalten hat. Ähnlich Plug Power ist das Chartbild angeschlagen. Der nächste Unterstützungsbereich liegt demnach bei 1,30 EUR.


    Erneuerbaren Energien und dem Umstieg von fossilen Energien zu alternativen Energieträgern gehören die Zukunft. Altech Advanced Materials könnte beim Batteriematerial eine Revolution gelingen. Plug Power und Nel Asa droht aktuell aus technischer Sicht Ungemach.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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