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18.02.2026 | 05:20

Plug Power, Pure One, Daimler Truck: Ihr Turbo für die Rendite im Milliarden-Markt emissionsfreie Mobilität

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Wirtschaft steht 2026 an einem historischen Wendepunkt: Die erzwungene Abkehr von fossilen Brennstoffen katapultiert grüne Technologien in eine neue Dimension. Angetrieben von regulatorischen Hammerschlägen aus Brüssel und explodierenden Investitionen in Milliardenhöhe kollidieren die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs und der Hype um Wasserstoff zu einem perfekten Sturm für Anleger. Während batterieelektrische Lastwagen bereits die Kurzstrecke erobern, zeichnet sich im Langstreckenverkehr ein Wettlauf der Systeme ab, bei dem nur die Technologie mit der besten Infrastruktur gewinnen kann. Wie Plug Power, Pure One und Daimler Truck diesen Kampf um die Vorherrschaft gestalten, beleuchtet der folgende Artikel.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , PURE ONE CORPORATION LIMITED | AU0000442865 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power - zwischen europäischen Erfolgen und finanzieller Zerreißprobe

    Die vergangenen Wochen haben bei Plug Power für reichlich Spannung gesorgt. Das Management um den scheidenden CEO Andy Marsh kämpfte bis zuletzt um die Zustimmung der Aktionäre für eine Verdopplung der autorisierten Aktien auf 3 Mrd. Stück. Nach einer vertagten Versammlung und einer ungewöhnlichen Fragerunde auf Reddit gaben die Anteilseigner schließlich grünes Licht. Die Entscheidung ist ein klassischer Zielkonflikt. Sie verhindert zwar einen gefürchteten Reverse Stock Split, verwässert aber die Anteile der bestehenden Investoren erheblich. Für das Unternehmen bedeutet das grüne Licht jedoch erst einmal Luft zum Atmen, um dringend benötigte Liquidität zu beschaffen.

    Während die Finanzierungsfrage die Heimatfront beschäftigte, lief das operative Geschäft in Europa auf Hochtouren. In Rotterdam schloss Plug Power die erste Befüllung einer 32 km langen Wasserstoffpipeline ab. Das Projekt zeigt, dass der Konzern komplexe Infrastruktur im industriellen Maßstab stemmen kann. Parallel dazu wurden in Portugal die Arbeiten an einer 100-MW-Elektrolyseur-Anlage abgeschlossen, die jährlich bis zu 15.000 t grünen Wasserstoff produzieren soll. Diese Erfolge untermauern die Strategie, ein voll integriertes Ökosystem aufzubauen und sich als systemrelevanter Anbieter in Europa zu positionieren.

    Der Blick nach vorn bleibt für Anleger eine Mischung aus Hoffen und Bangen. Mit Jose Luis Crespo übernimmt im März ein erfahrener Mann das Ruder, der zuletzt maßgeblich die Europa-Expansion vorantrieb. Gleichzeitig lasten jedoch gleich mehrere Sammelklagen auf dem Unternehmen, die für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Plug Power den Spagat zwischen Liquiditätssicherung und operativem Wachstum meistert. Gelingt der Turnaround, könnte sich das Risiko für geduldige Investoren auszahlen. Scheitert er, droht die Bedeutungslosigkeit am Kapitalmarkt. Derzeit ist die Aktie für 1,89 USD zu haben.

    Pure One - Neuaufstellung in einem angespannten Energiemarkt

    Aus Pure Hydrogen wurde Pure One. Die Namensänderung ist Programm. Das australische Unternehmen hat sich strategisch neu positioniert und verfolgt nun einen breiteren Ansatz bei sauberen Energielösungen. Neben Wasserstoffantrieben stehen batterieelektrische Fahrzeuge, Wechselakkus und Betankungsinfrastruktur im Portfolio. Die Logik dahinter ist, dass man den Kunden maßgeschneiderte Lösungen für emissionsfreie Mobilität anbieten kann, ohne sich frühzeitig auf eine Technologie festlegen zu müssen. Zwölf Mitarbeiter steuern dieses Geschäft, das im laufenden Jahr voraussichtlich 42 Mio. AUD umsetzen wird. Das ist ein ordentlicher Sprung nach oben.

    Der eigentliche Clou liegt allerdings in der Bilanz. Über die Tochter Eastern Gas hält Pure One vielversprechende Förderrechte im Cooper Basin, Australiens produktivstem Onshore-Gebiet. Das Windorah-Projekt verfügt über Ressourcen, die denen erfolgreicher Wettbewerber ähneln, nur dass der Markt sie bisher ignoriert hat. Das ändert sich jetzt. Eastern Gas geht an die Börse, und Pure One-Aktionäre erhalten Anteile. Die Nachfrage war bereits so stark, dass der IPO deutlich überzeichnet war. Ein cleverer Schachzug, denn als eigenständiger Gaswert lässt sich das Asset völlig anders bewerten als im Schatten des Kerngeschäfts.

    Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein. Australiens Ostküste steuert auf eine strukturelle Gaslücke zu, die bereits 2028 akut werden könnte. Die Förderung aus alten Feldern sinkt schneller als erwartet, der Kohleausstieg treibt den Bedarf an flexiblen Gaskraftwerken. Gas wird damit vom Übergangsbrennstoff zum strategischen Asset für Netzstabilität. Während Wettbewerber mit ähnlichen Ressourcen längst dreistellige Millionenbewertungen erreicht haben, notiert Pure One bei umgerechnet rund 16,7 Mio. EUR (28 Mio. AUD). Wer hier einsteigt, bekommt das operative Geschäft rechnerisch nahezu kostenlos dazu. Diese klassische Bewertungslücke wird der Spin-off wohl schließen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,073 AUD.

    Daimler Truck - sortiert sich neu

    Die Trennung von der ehemaligen Mutter wird konkreter. Mercedes-Benz kündigte an, noch in diesem Jahr einen Teil seiner verbliebenen Anteile an Daimler Truck zu veräußern. Das Paket, das direkt über einen Pensionsfonds gehalten wird, hat einen Wert von rund 12 Mrd. EUR. Für Daimler Truck bedeutet der Schritt mehr Eigenständigkeit und eine Rückkehr an den freien Kapitalmarkt. Die psychologische Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Viereinhalb Jahre nach der Abspaltung löst sich das letzte finanzielle Band zur Stuttgarter Luxussparte. Analysten bewerten dies als Chance, auch wenn kurzfristig mit Kursdruck durch das zusätzliche Angebot zu rechnen ist.

    Parallel zur Neuaufstellung im Aktionariat macht der Konzern technologisch ernst. Der eActros 600 soll bei Großkunden wie IKEA ab Herbst im täglichen Hafen- und Filialverkehr emissionsfrei laufen. Ergänzt wird die Elektro-Offensive durch den schlankeren eActros 400, der mit LFP-Batterie und 480 km Reichweite vor allem preissensible Kunden adressiert. Zeitgleich treibt Daimler Truck die Wasserstoff-Strategie voran. Der NextGenH2 Truck mit Flüssigwasserstoff-Tanks soll ab Ende des Jahres bei ersten Kunden testen. Dank 1.000 km Reichweite und kurzer Tankstopps zielt er auf die extreme Langstrecke ab, eine klare Differenzierung im eigenen Portfolio.

    Das Umfeld bleibt anspruchsvoll. Die Verkäufe in Nordamerika litten 2025 unter schwierigen Marktbedingungen, während Mercedes-Benz Trucks und das Asiengeschäft stabil blieben. Die Auslieferungen batterieelektrischer Fahrzeuge stiegen um zwei Drittel. Dieser Rekord zeigt, dass die Nachfrage langsam anzieht. Die Analysten sind gespalten. Während Bernstein die Gefahr durch neue Wettbewerber wie Tesla betont, sehen J.P. Morgan und RBC Aufholpotenzial durch die alternde Flotte in Europa und die neue Maut. Die entscheidenden Fragen für Investoren werden am 12. März beantwortet, wenn das Unternehmen seine Jahreszahlen vorlegt und den Ausblick für 2026 gibt. Momentan kostet eine Aktie 42,27 EUR.


    Plug Power meistert operative Erfolge in Europa, kämpft aber an der Heimatfront gegen Liquiditätsdruck und Klagen. Pure One nutzt die kluge Entbündelung seiner Gasförderrechte, um eine krasse Bewertungslücke zu schließen. Daimler Truck gewinnt durch den finalen Schritt in die Eigenständigkeit und setzt auf eine klare Zwei-Wege-Strategie aus Batterie und Wasserstoff. Der Milliarden-Markt emissionsfreie Mobilität bleibt ein Rennen der Systeme. Wer hier gewinnt, entscheidet sich weniger in Laboren, als vielmehr an den Kapitalmärkten und im Infrastrukturausbau.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 10.03.2026 | 05:20

    Plug Power, dynaCERT, Nel ASA: So profitieren Sie 2026 vom neuen Milliarden-Run auf Wasserstoff

    • Plug Power
    • dynaCERT
    • Nel ASA
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrolyseure
    • CO2-Gutschriften
    • CO2-Zertifikate
    • Dekarbonisierung
    • Dieselmotoren
    • alkalische Elektrolyse

    Die Börse hat 2026 den Wasserstoff als Spekulationsobjekt abgehakt und entdeckt ihn gerade als soliden Industriewert neu. Während die erste Euphorie verflogen ist fließen jetzt Rekordsummen in konkrete Infrastruktur und Produktion. Allen voran treiben drei Technologieführer die Entwicklung mit ihren unterschiedlichen Ansätzen entscheidend voran. Plug Power setzt auf die Kommerzialisierung von Wasserstoff-Ökosystemen, dynaCERT optimiert mit seinen HydraGEN-Systemen den Verbrennungsprozess für sauberere Dieselmotoren, und Nel ASA skaliert mit seinen Elektrolyseuren die grüne Erzeugung.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:30

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    • Kritische Rohstoffe
    • Erneuerbare Energien
    • Klimawende
    • Strategische Metalle
    • Uran
    • Wasserstoff

    Die aktuellen Kriegshandlungen im Iran waren jetzt nicht gänzlich unerwartet. Eine Ausdehnung auf den gesamten Nahen Osten hatten allerdings die wenigsten Auguren auf dem Plan. Öl und Gas testen somit mal wieder den Ausbruch, obwohl an den Weltmärkten wegen der schwachen Konjunktur ein Überschuss vorhanden sein müsste. Egal, die Spekulanten handeln die fossilen Rohstoffe einfach mal höher, mal sehen ob sie dort oben bleiben. Die globale Expansion von Atomkraftprogrammen wird durch solche Unsicherheitslagen gestützt. Ein Beispiel dafür ist Indien, das seine Kernkraftkapazität bis 2047 auf etwa 100 GW ausbauen möchte, während aktuell weniger als 10 GW installiert sind. Solche Ausbaupläne reflektieren den wachsenden Bedarf an verlässlicher Grundlastenergie in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und wirken als Hedge gegen rohstoffinduzierte Krisen. Die langfristige Nachfrageperspektive für Uran verbessert sich durch solche Tendenzen fast täglich, das lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf Unternehmen mit aussichtsreichen Projekten. Hier ein paar Vorschläge.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:00

    Krieg – Knappheit – Kapitulation! Nel ASA, American Atomics, Oklo und Siemens Energy im Fokus

    • Nuklearenergie
    • Uran
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    • Fossile Energie
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    In einem Umfeld mit eh schon sehr angespannten Kapitalmärkten gesellt sich Anfang März der nächste Nahost-Kriegskonflikt, diesmal zwischen Israel, USA und dem Iran. Natürlich ist auch die Hisbollah im Libanon Gewehr bei Fuß, die Finanziers des persischen Staates zu unterstützen. Alles Tropfen auf den heißen Stein, der wegen globaler Knappheiten in Energie, Waffen und Rohstoffen eh nicht mehr abkühlen kann. Für Börsianer birgt dieses Umfeld Chancen und Risiken, denn wo Verlierer stecken, gibt es auch immer Gewinner. Bei 15 % höheren Öl- und Gaspreisen rücken schnell wieder die alternativen Energiequellen in den Fokus. Aktien wie Nel ASA, die schon in Vergessenheit geraten waren, bekommen so wieder Flügel. Ein spezielles Licht fällt auf die Atom-Industrie, denn sie ist jetzt wichtiger denn je! Risikobewusste Anleger sollten noch auf den fahrenden Zug aufspringen!

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