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29.01.2026 | 04:00

Iran-Konflikt und der Ölpreis bei 100 USD? Achtung bei Nel ASA, A.H.T. Syngas und Plug Power

  • Energiewende
  • Wasserstoff
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  • GreenTech
  • Dekarbonisierung
Bildquelle: pixabay.com

Die Börsen befinden sich im absoluten Stress-Modus! Seit Tagen wertet der US-Dollar ab, Silber, Gold und Kupfer gehen durch die Decke und gestern machte sich auch Öl auf den Weg nach oben. An den Drohgebärden aus Washington wird langsam klar, dass sich die Anzahl geopolitischer Konflikte auf kurze Sicht sogar noch um den Iran erweitern könnte. Denn das Pentagon hat eine Armada an Schiffen in die Nähe des Persischen Golfs entsendet. Nur eine weitere Donald-Show? Könnte sein, könnte aber auch nicht sein! Auf der Plattform X macht er unmissverständlich klar, dass ein Eingriff in die Souveränität des Iran jederzeit bevorstehen könnte. Das bedeutet für die Rohstoffmärkte absoluter „Panikmodus“, denn der Iran produziert über 4 Mio. Barrel Öl pro Tag und die westlichen Industrien bangen um ihre Lieferketten. Wir betrachten ein paar Schauplätze, die mit dieser Situation im verlängerten Modus zu tun haben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – Aus dem Schatten ins Licht

    Beim US-Wasserstoff-Experten Plug Power bewegt sich das Orderbuch an der Börse wie auch im operativen Geschäft. Plug Power steht dabei sinnbildlich für die extremen Zyklen der Branche. Auf einen euphorischen Höhenflug in 2021 folgte eine massive Neubewertung in 2025, ausgelöst durch Kapitalbedarf, operative Rückschläge und ein rauer werdendes Förderumfeld in den USA. Das Bild hellt sich aktuell aber auf. Denn Plug Power hat Ende letzter Woche das Erreichen eines weiteren Meilensteins verkündet. In der Raffinerie Sines des portugiesischen Energiekonzerns Galp hat der Wasserstoff-Spezialist die Installation von Elektrolyseuren mit einer Gesamtleistung von 100 MW vermeldet. Bereits im Oktober hatte Plug Power die erstmalige Auslieferung der neuen 10-MW-Moduls angekündigt, nun ist die Installation erfolgt. Das US-Unternehmen schafft es also, einen weiteren Großauftrag in der EU zu vollenden, ein bedeutender Meilenstein für weitere Großprojekte in Europa. Nach mehreren Finanzierungsrunden auf niedrigem Kursniveau scheint sich die Lage nun auch technisch zu stabilisieren. Auch wenn der Weg zur nachhaltigen Profitabilität noch weit ist, deuten erste operative und charttechnische Signale auf eine Bodenbildung hin, was Plug Power vor allem für sehr risikobewusste Investoren wieder auf den Radar bringt. Technisch wichtig ist die Zone 1,95 bis 2,55 USD. Investoren sollten die Kursbewegungen wieder mit der Lesebrille studieren!

    A.H.T. Syngas Technology - Vom Anlagenbauer zum integrierten Clean-Energy-Anbieter

    Ein weiterer GreenTech-Anbieter macht in Deutschland von sich reden. Die A.H.T. Syngas Technology NV ist zwar eine niederländische Gesellschaft, die Börsennotiz ist aber in Deutschland. Positioniert hat sich das Unternehmen als spezialisierter Anbieter für dezentrale, klimafreundliche Energieerzeugung auf Basis von Biomasse und Syngas. Der europäische Markt für Syngas gilt als dynamischer Wachstumsmarkt, der laut Branchenstudien bis 2035 deutlich schneller expandieren dürfte, als die klassische Gasnachfrage. Technologisch setzt A.H.T. auf ein patentiertes Doppelfeuer-Gasifikations-System, das unterschiedliche biogene Einsatzstoffe flexibel verarbeiten kann. Diese Technologie ermöglicht kombinierte Strom-, Wärme- und Heißgasanwendungen und ist besonders für dezentrale Industrieprojekte geeignet. Durch die konsequente Standardisierung der Anlagen konnte die Gesellschaft ihre Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen und gleichzeitig Kosten senken.

    Parallel dazu befindet sich A.H.T. in einem strategischen Wandel vom reinen Anlagenbauer hin zu einem Betreiber eigener Energieanlagen. Dieses Contracting-Modell verlängert die Wertschöpfungskette und schafft planbare, wiederkehrende Erträge. Nach projektbedingten Rückschlägen in Asien liegt der operative Schwerpunkt nun klar auf Europa, wo mehrere Projekte vorbereitet oder bereits begleitet werden. Die Unternehmenswebsite unterstreicht dabei den Anspruch, ganzheitliche Energielösungen inklusive Betrieb, Wartung und Optimierung anzubieten. Mit der Kombination aus Technologiekompetenz, Marktstandardisierung und Betreiberansatz adressiert A.H.T. zentrale Anforderungen der industriellen Dekarbonisierung.

    Das Unternehmen ist mit einer vollständig platzierten Wandelanleihe über 2 Mio. EUR finanziell gestärkt in das Geschäftsjahr 2026 gestartet und verfügt damit über Spielraum für laufende Projekte und strategische Weiterentwicklung. Der Fokus liegt auf Lösungen zur Substitution von Erdgas sowie auf treibhausarmer Energie direkt am industriellen Verbrauchsort. Trotz der aktuell niedrigen Unternehmensbewertung von etwa 7 Mio. EUR sieht der Kapitalmarkt erhebliches Aufholpotenzial. Der Kurs schwankt momentan noch zwischen 3,70 und 4,50 EUR, das ist aber nicht zu viel, wie aus dem jüngsten Research des Hauses GBC hervorgeht. Sie setzen ein 12-Monats-Kursziel von 8,50 EUR. Na dann, ran an die Minna!

    Nel ASA – Das könnte neue Dimensionen eröffnen

    Nel ASA verfolgt derzeit einen vergleichsweise stringenten Kurs und profitiert perspektivisch von der langfristigen Wasserstoffagenda Europas. Dank einer noch immer komfortablen Liquiditätsposition und zurückhaltender Investitionen kann das Unternehmen Innovation und Wachstum besser aufeinander abstimmen. Im Mittelpunkt steht eine neue Elektrolyseur-Generation auf Basis druckbetriebener alkalischer Technik, welche klar auf Kostensenkung und Effizienz zielt. Der Ausbau der Fertigung in Herøya mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt soll Skalenvorteile schaffen und grünen Wasserstoff wirtschaftlich attraktiver machen. Damit würden Projekte wirtschaftlich, die bisher auf massive Subventionen angewiesen waren. Diese neue Technologie könnte Nel den entscheidenden Wettbewerbsvorteil im H2-Markt verschaffen.

    Gleichzeitig befindet sich Nel operativ und börsentechnisch immer noch in einer signifikanten Schwächephase mit sinkenden Umsätzen, hohen operativen Verlusten und einer Aktie, die unter Buchwert notiert. Der Wasserstoffmarkt entwickelt sich langsamer als erhofft, doch die strukturellen Voraussetzungen für künftiges Wachstum bleiben intakt. Rückenwind kommt durch die Förderung des EU-Innovationsfonds und die Industrialisierung der neuen Technologie. Gelingt hier der Durchbruch, könnte Nel mittelfristig wieder an Relevanz gewinnen und für geduldige, risikobewusste Investoren zur positiven Überraschung werden. Die Analysten auf der Plattform LSEG sind weiter gespalten. Die Kursziele reichen von 1,20 bis 4,20 NOK. Diese breite Spanne zeigt die Unsicherheit, aber auch die Chance für mutige Anleger. Achten sie auf die 0,21 EUR-Linie, aktuell notieren die Norweger noch bei 0,195 EUR. Das aber gefühlt schon seit Wochen.

    Im 3-Monatsrückblick können sich die drei Protagonisten schon recht sichtbar nach oben arbeiten. Freilich ist noch ein Stück Wegstrecke zu bewältigen, bis Anleger auf ihre Kosten kommen. Technisch sind aber die ersten Widerstände gefallen. Quelle: LSEG vom 28.01.2026

    Das Jahr 2026 birgt doch einige Überraschungen. Während Rohstoffwerte weiter haussieren, kommt es bei den beliebten Technologie-Titeln teilweise zu heftigen Abwärtsbewegungen. Immer wieder im Fokus stehen die ungeklärten Energiefragen, mit denen vor allem die EU zu kämpfen hat. Der aktuelle Stand der Energiepolitik des alten Kontinents zeigt nämlich mehr Twist als Einigkeit. In diesem Umfeld könnten A.H.T. Syngas Technology, Plug Power und Nel ASA ungeahnt zu neuer Stärke kommen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Plug Power, dynaCERT, Nel ASA: So profitieren Sie 2026 vom neuen Milliarden-Run auf Wasserstoff

    • Plug Power
    • dynaCERT
    • Nel ASA
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrolyseure
    • CO2-Gutschriften
    • CO2-Zertifikate
    • Dekarbonisierung
    • Dieselmotoren
    • alkalische Elektrolyse

    Die Börse hat 2026 den Wasserstoff als Spekulationsobjekt abgehakt und entdeckt ihn gerade als soliden Industriewert neu. Während die erste Euphorie verflogen ist fließen jetzt Rekordsummen in konkrete Infrastruktur und Produktion. Allen voran treiben drei Technologieführer die Entwicklung mit ihren unterschiedlichen Ansätzen entscheidend voran. Plug Power setzt auf die Kommerzialisierung von Wasserstoff-Ökosystemen, dynaCERT optimiert mit seinen HydraGEN-Systemen den Verbrennungsprozess für sauberere Dieselmotoren, und Nel ASA skaliert mit seinen Elektrolyseuren die grüne Erzeugung.

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    Iran und das verflixte Öl – Alternativen auf dem Vormarsch! CHAR Technologies, Nordex und Siemens Energy im Fokus

    • GreenTech
    • Alternative Energien
    • Energiewende
    • Biogas
    • Iran-Konflikt

    Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten hat die Rohstoffmärkte mit voller Wucht erfasst. Der Ölpreis ist Anfang der Woche infolge der Iran-Krise über 115 USD je Barrel gesprungen, fiel aber schnell wieder auf rund 105 USD zurück. Trotzdem ist es ein Niveau, das zuletzt vor mehreren Jahren erreicht wurde. Auslöser sind massive Störungen der Lieferketten rund um den Persischen Golf und der Straße von Hormus, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Damit ist Öl erneut zum Symbol eines klassischen geopolitischen Schocks geworden: Physische Knappheit trifft auf panische Absicherung an den Terminmärkten. Für dynamische Anleger drängen sich Alternativen in den Vordergrund. Was kann Öl langfristig substituieren oder zumindest in Teilen ersetzen? Char Technologies, Nordex und Siemens Energy liefern geeignete Antworten.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:30

    Mit Raketen geht es schallend in den März! Investoren schielen auf E.ON, Standard Uranium und Plug Power

    • Kritische Rohstoffe
    • Erneuerbare Energien
    • Klimawende
    • Strategische Metalle
    • Uran
    • Wasserstoff

    Die aktuellen Kriegshandlungen im Iran waren jetzt nicht gänzlich unerwartet. Eine Ausdehnung auf den gesamten Nahen Osten hatten allerdings die wenigsten Auguren auf dem Plan. Öl und Gas testen somit mal wieder den Ausbruch, obwohl an den Weltmärkten wegen der schwachen Konjunktur ein Überschuss vorhanden sein müsste. Egal, die Spekulanten handeln die fossilen Rohstoffe einfach mal höher, mal sehen ob sie dort oben bleiben. Die globale Expansion von Atomkraftprogrammen wird durch solche Unsicherheitslagen gestützt. Ein Beispiel dafür ist Indien, das seine Kernkraftkapazität bis 2047 auf etwa 100 GW ausbauen möchte, während aktuell weniger als 10 GW installiert sind. Solche Ausbaupläne reflektieren den wachsenden Bedarf an verlässlicher Grundlastenergie in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und wirken als Hedge gegen rohstoffinduzierte Krisen. Die langfristige Nachfrageperspektive für Uran verbessert sich durch solche Tendenzen fast täglich, das lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf Unternehmen mit aussichtsreichen Projekten. Hier ein paar Vorschläge.

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