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26.01.2026 | 05:15

2026 - Das Comeback der Wasserstoffaktien: Jetzt zählt Substanz statt Story! Die versteckten Potenziale von dynaCERT, Ballard Power und VW

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Bildquelle: pixabay.com

Jahrelang galten Wasserstoffaktien als Zukunftsversprechen. Dem großen Hype folgte die Katerstimmung. Die Bewertungen sind massiv gefallen, nach der Phase überzogener Erwartungen rücken nun belastbare Geschäftsmodelle und die industrielle Skalierung in den Fokus. dynaCERT sticht durch eine innovative Brückentechnologie, welche hohe Umweltstandards erfüllt, hervor. Die sofort einsetzbaren Lösungen zur Emissionssenkung überzeugen immer mehr Kunden aus der Industrie. Ballard Power treibt als etablierter Player die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle im Schwerlastverkehr voran. Volkswagen geht andere Wege. Der Autokonzern veröffentlichte vor wenigen Tagen Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr und überraschte damit positiv.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , BALLARD PWR SYS | CA0585861085 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Brückentechnologie setzt sich zunehmend durch

    Im letzten halben Jahr haben sich die Anteilsscheine der Kanadier halbiert. Dieser Kursverlauf steht jedoch den operativen und strategischen Erfolgen der Gesellschaft diametral entgegen. Trumpf der Kanadier ist eine innovative proprietäre Brückentechnologie, die viele Vorteile mit sich bringt und sich zunehmend am Markt etabliert.
    Auf Grundlage der unternehmenseigenen HydraGEN™-Technologie werden per Elektrolyse kleine Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff „on demand“ erzeugt und der Ansaugluft von Motoren zugemischt. Verbrauch und Emissionen sinken damit deutlich. International bauen die Kanadier ihr Geschäft stetig weiter aus und strecken auch die Fühler in den chancenreichen asiatischen Markt Vietnam aus. Im letzten Jahr zeigte sich zudem große Nachfrage aus Mexiko, einem der größten Truck-Märkte der Welt. Die gute Position im nordamerikanischen Speditions- und Bergbausektor aber auch in Australien wird stetig ausgebaut. In Europa unternahm die Gesellschaft einen richtungsweisenden Schritt, in dem alle Kräne und Logistikfahrzeuge im französischen Hafen Rochefort-Tonnay-Charente mit den unternehmenseigenen Lösungen ausgestattet wurden. Dies könnte als Blaupause für die weitere Expansion dienen.
    In der forcierten Erweiterung des Geschäftsmodells liegt jedoch der eigentliche Wertsteigerungshebel für die Aktie. Neben der Hardware HydraGEN™ bietet die Gesellschaft auch die cloudbasierte Plattform HydraLytica™ zur Erfassung von Echtzeitdaten an. Die potenzielle Umwandlung von Emissionseinsparungen direkt in CO2-Zertifikate bedeutet einen zweiten stark skalierbaren Erlösstrom.
    Einen entschiedenen Meilenstein konnten die Kanadier bereits erzielen, da die dynaCERT-Methodik von der Verified Carbon Standard Association (Verra) anerkannt und zertifiziert wurde. Verra ist weltweit der größte Anbieter von CO2-Kompensationsstandards.
    Um das weitere Wachstum zu finanzieren, wurde im vergangenen Dezember eine Wandelanleihe in Höhe von 2 Mio. CAD mit zweijähriger Laufzeit und einer Verzinsung von 5 % emittiert. Momentan beträgt der Börsenwert bei Kursen von 0,09 CAD lediglich 46 Mio. CAD und spiegelt damit die Potenziale der Gesellschaft nicht wider. Das sehen auch die Analysten des Researchhauses GBC so. Die Experten formulieren für den Titel ein Kursziel von 0,75 CAD und bescheinigen der Aktie somit Vervielfachungspotenzial.

    https://youtu.be/XNhZCEduRwE

    Ballard Power Systems – Zeit zu liefern

    Der kanadische Pionier entwickelt seit Jahrzehnten PEM-Brennstoffzellen und hat sich bereits früh auf die Bereiche Busse, LKW, Züge und Schiffe fokussiert. Technologisch gelten die Kanadier als einer der führenden Gesellschaften der Branche im Hinblick auf Effizienz und lange Lebensdauer. Ballard Power verfügt zudem über einen starken internationalen Fußabdruck bei Pilotprojekten.
    Das laufende Jahr könnte eine entscheidende Phase markieren. Nach einer langen Phase hoher Erwartungen, staatlich geförderter Demonstrationsprojekte und schwankender Auftragseingänge muss Ballard Power nun liefern und den Übergang von der Entwicklungs- zur Skalierungsphase unter Beweis stellen.
    Strategisch setzen die Kanadier auf Partnerschaften mit Fahrzeugherstellern und Verkehrsunternehmen, insbesondere in Europa, Nordamerika und China. Dennoch steht und fällt die Marktdurchdringung mit politischen Rahmenbedingungen, was Förderprogramme, CO2-Regulierung und den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur einschließt.
    Ballard ist aktuell bei Kursen um 3,60 CAD mit 1,1 Mrd. CAD bewertet. Im laufenden Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Umsatz in Höhe von 161 Mio. CAD nach 134 Mio. CAD im Vorjahr. Unter dem Strich soll eine Reduktion des Verlusts auf 101 Mio. CAD nach zuvor 134 Mio. CAD gelingen. Aufgrund der hohen Bewertungskennziffern stufen Analysten die Aktie mehrheitlich als zu teuer ein.
    Somit trauen die Experten anscheinend nicht der Aussagekraft der zuletzt veröffentlichten Quartalsdaten. Für das dritte Quartal hatten die Kanadier im November einen wesentlich stärkeren Umsatz- und Auftragseingangszuwachs sowie eine größere Reduktion des Quartalsverlusts als von Marktteilnehmern erwartet veröffentlicht. Zugleich räumte die Gesellschaft jedoch ein, dass sich Aufträge kurzfristig verzögern könnten.

    Volkswagen – 100-Euro-Marke übersprungen, höhere Dividende?

    Zuletzt tendierten Autowerte nach Trumps Entschärfung im Grönland-Streit fester. Dennoch herrscht weiterhin große Unsicherheit über die Positionen des US-Präsidenten. Aufgrund der hohen Zölle erteilte Konzern-Chef Oliver Blume laut Handelsblatt jüngst der erwogenen Errichtung eines Audi-Werks in den USA eine klare Absage.
    Ende der Handelswoche begeisterten Marktteilnehmer zudem einzelne vorläufige Eckdaten des abgelaufenen Geschäftsjahres. VW steigerte den Netto-Cashflow überraschend stark auf einen Wert von 6 Mrd. EUR. Der Konzern hatte selbst einen Wert von Null in Aussicht gestellt, Marktschätzungen lagen bei knapp 1 Mrd. EUR. Der besser als erwartete Netto-Cashflow hat im Wesentlichen zwei positive Auswirkungen. Zum einen verbesserte sich die Nettoliquidität per Ende Dezember 2025 auf 34 Mrd. EUR, zum anderen könnte die im Sommer fällige Dividende nun ein Stück höher ausfallen.
    Die Aktie übersprang die Marke von 100 Euro. Die jüngsten Einstufungen zeigen jedoch ein gemischtes Bild. Während die US-Investmentbank Goldman Sachs den Titel mit einem Kursziel von 106 EUR neutral einstuft, stufen die Experten von RBC und Jefferies die VW-Aktie mit einem Kursziel von 135 bzw. 140 EUR als „Kauf“ ein. Zuletzt konnte der Konzern mit den veröffentlichten Absatzmengen seine starke Position in Europa unter Beweis stellen. Insbesondere bei E-Autos und Plug-In Hybriden wuchs VW stark.

    Fazit

    dynaCERT ist Profiteur der globalen Übergangsphase hin zu emissionsärmeren Transport- und Industrieprozessen. Die Kanadier punkten mit ihrer innovativen Brückentechnologie. In der Erweiterung des Geschäftsmodells liegt perspektivisch ein enormer Hebel. Analysten bescheinigen der Aktie Vervielfachungspotenzial. Ballard ist auf dem richtigen Weg, das zeigten die zuletzt veröffentlichten Quartalsdaten. VW konnte den Netto-Cashflow überraschend stark steigern, was die finanzielle Flexibilität erhöht und Raum für Dividendenanhebungen lässt.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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