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07.02.2022 | 05:10

Steinhoff, Meta Materials, QuantumScape – Meilensteine in der Entwicklung

  • Märkte
  • Metamaterialien
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Schafft der internationale Handelskonzern Steinhoff den Turnaround? Nach dem positiv abgeschlossenen Vergleich und der Zustimmung der Gerichte in Südafrika keimt Hoffnung auf. Jetzt geht es um die Reduzierung der enormen Schuldenlast und den möglichen Verkauf des Tafelsilbers. Während Steinhoff noch mit dem Aufräumen der Vergangenheit beschäftigt ist, gibt es in Sachen Mobilitätswende sowie Metamaterialen ständig neue Innovationen. Den noch jungen Unternehmen steht dabei eine blendende Zukunft bevor. Am Kapitalmarkt wurde diese bisher jedoch kaum wahrgenommen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , Meta Materials Inc. | US59134N1046 , QuantumScape Corp. | US74767V1098

Inhaltsverzeichnis:


    Meta Materials – Vorsprung durch Patente

    Metamaterialien lenken Licht und Wärme um Objekte herum. Dünne Gitter schlucken Schall wie meterdicke Platten. Nein, wir befinden uns nicht in einem neuen Science-Fiction-Film aus fernen Galaxien, die Technologie ist bereits erforscht und bereit für die Kommerzialisierung. Das in Darthmouth in Kanada ansässige Unternehmen Meta Materials spielt bei der Forschung und Produktion von nachhaltigen, hochfunktionalen Materialien eine führende Rolle. Die umfassende Technologie-Plattform ermöglicht es globalen Marken, ihren Kunden bahnbrechende Produkte in den Bereichen Unterhaltungselektronik, 5G-Kommunikation, Gesundheit und Wellness, Luft- und Raumfahrt, Automobil und saubere Energie zu liefern. Zudem bietet die nanooptische Technologie von dem im vergangenen Jahr übernommenen Unternehmen Nanotech Security Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen für staatliche Dokumente und Währungen sowie zur Authentifizierung von Marken.

    Durch den Ausbau seines Patentportfolios konnte Meta Materials, das zum „Lux Research Innovator of the Year 2021" gekürt wurde, seinen Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen. Insgesamt besitzen die Kanadier 247 Patente in 65 Patentfamilien. Die Gesamtzahl der Patente hat sich gegenüber 93 im Jahr 2020 um 166% erweitert. Auch die Anzahl der Patentfamilien verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Kürzlich wurde der Beitritt zur Laser Scanning for Augmented Reality Alliance bekannt gegeben, einem Mitgliedsprogramm des Institute of Electrical and Electronics Engineers Industry Standards and Technology Organization. IEEE ist die weltweit größte technische Fachorganisation, die sich für den Fortschritt der Technologie zum Wohle der Menschheit einsetzt.

    Mit einer Marktkapitalisierung von 415,67 Mio. EUR ist das Unternehmen in einem innovativen Wachstumsmarkt tätig und dürfte aufgrund der steigenden Nachfrage nach neuen Materialien deutlich profitieren. Am 17. Februar nimmt CEO George Palikaras am International Investment Forum (IIF) teil und gibt nähere Einblicke zum Unternehmen. Interessierte können sich hier anmelden.

    QuantumScape – Entwicklung kommt voran

    Sie gelten als die nächste Generation von Akkus und sollen die Lithium-Ionen-Batterie in der Mobilität ablösen: Feststoffbatterien sollen schnelle Ladevorgänge ermöglichen und die Reichweiten von E-Autos verdoppeln. Heute schon gelten diese als noch sicherer, langlebiger und zuverlässiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Die Forschung an der Feststoffbatterie ist in vollem Gange, so erhöhte Volkswagen bereits im vergangenen Jahr sein Investment am US-amerikanischen Batteriespezialisten QuantumScape um weitere 200 Mio. USD.

    Der Aktienkurs der US-Amerikaner erlebte im vergangenen Jahr eine Berg- und Talfahrt. Nach Höchstständen von 132,73 USD und einer Marktkapitalisierung von annähernd 50 Mrd. USD kam es innerhalb weniger Tage zu einem Kursrutsch von 40%, nachdem Apple Gerüchte dementierte, wonach beim Projekt Titan, einem selbstfahrenden Elektroauto, auf die Expertise von QuantumScape gesetzt würde. Aktuell notiert der Wert bei 16,42 USD, ein weiterer Rücksetzer in den Bereich 11,50 USD wäre nicht unwahrscheinlich, mittelfristig dürfte die Aktie jedoch interessant werden.

    So vermeldeten die US-Amerikaner kürzlich Daten, wonach seine Lithium-Metall-Festkörperbatteriezellen nach 400 Zyklen 15-minütiger Schnellladungen noch mehr als 80% ihrer Anfangsenergie behielten. Zu Vergleichszwecken habe man „Batteriezellen eines handelsüblichen Elektrofahrzeugs eines Drittanbieters“ nach demselben Protokoll getestet. Diese Zellen hätten sich „nach nur wenigen Dutzend Ladezyklen schnell verschlechtert“.

    Steinhoff International – Weiter, immer weiter!

    Der erzielte Vergleich mit den Gläubigern gehört bereits der Vergangenheit an, es geht einzig und allein um das nackte Überleben und die Entschuldung des immer noch hochverschuldeten Handelskonzerns. Fast wöchentlich flackern neue Mitteilungen über die Ticker, die zur Verringerung des horrenden Schuldenstands von rund 9,8 Mrd. EUR beitragen sollen. "Wir müssen den absoluten Wert der Schulden senken, also werden wir weitere Vermögenswerte verkaufen müssen", sagte Finanzvorstand Theodore de Klerk in einem Interview. "Der Betrag ist einfach zu hoch, um ihn in der jetzigen Form zu restrukturieren."

    Die aktuellste Nachricht betrifft die Tochter Pepkor Holding, die an der Johannesburg Stock Exchange in Südafrika gelistet ist. Diese übernimmt den brasilianischen Einzelhändler Avenida zum 4. Februar 2022. Damit expandiert der Einzelhandels-Konzern nach Lateinamerika. Ein konkreter Kaufpreis für die Avenida-Anteile wurde nicht genannt. Die Transaktion mache weniger als 4% der Marktkapitalisierung von Pepkor aus, heißt es von Seiten der Gesellschaft. Ein Investment in Steinhoff gleicht auch nach dem abgeschlossenen Vergleich einem Glücksspiel.


    Die Entwicklung von Metamaterialen könnte neue Maßstäbe im Bereich der Materialwirtschaft setzen. Mit einem breit gefächerten Produktportfolio besitzt Meta Materials einen Forschungsvorsprung und dürfte von der steigenden Nachfrage profitieren. Steinhoff kämpft gegen die hohe Schulden- und Zinslast an und bleibt weiterhin ein hochriskantes Investment. QuantumScape ist langfristig vielversprechend und sollte auf keiner Watch-List fehlen.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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