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03.01.2023 | 04:40

Wachsender Optimismus bei Deutsche Bank, Alerio Gold, Sartorius

  • Markt
  • Gold
  • Rebound
Bildquelle: pixabay.com

Das volatile und schwache Börsenjahr 2022 ist Geschichte, die Themen mit einer steigenden Inflation verbunden mit Rezessionsängsten sowie der Unsicherheiten in der Geopolitik mit bestehenden und drohenden Konflikten in der Ukraine und Taiwan bleiben. Somit dürfte zumindest die hohe Schwankungsbreite anhalten. Trotz aller Unwägbarkeiten sehen viele Experten Chancen auf ein durchaus positives Börsenjahr. Auch im Goldsektor werden bereits neue Kursziele jenseits der 2000 herumgereicht. Viele Aktien aus diesem Bereich bieten deshalb auf verbilligtem Niveau langfristig attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Alerio Gold Corp. | CA01450V1040 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , SARTORIUS AG VZO O.N. | DE0007165631

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank - noch Luft nach oben

    Trotz eher negativer Neuigkeiten haussiert die Aktie des nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größten Kreditinstitut Deutschlands weiter. Seit den Tiefstständen von Anfang Oktober beträgt die Performance stattliche 50% auf nunmehr 10,95 EUR. Luft nach oben ist weiterhin gegeben. So liegt der nächste kurzfristige Widerstandsbereich bei 11,51 EUR. Sollte dieser überwunden werden, warten bereits Kursziele im Bereich von 12,15 EUR. Nach unten sollte der Kurs den seit Oktober ausgebildeten Aufwärtstrend bei aktuell 10,13 EUR nicht mehr unterschreiten. Die Analysten der kanadischen Bank RBC hoben in ihrer jüngsten Studie das Kursziel für die Deutsche Bank von 14 EUR auf 15 EUR an, das Anlageurteil wurde auf „outperform“ belassen.

    Kaum überraschend kam dagegen die Forderung der EZB nach einem höheren Kapitalpuffer, das heißt der Unterlegung der Geschäfte mit mehr Eigenkapital. Die Kapitalanforderungen steigen nach dem Überprüfungs- und Bewertungsprozesses der EZB-Bankenaufsicht (SREP) um 20 Basispunkte auf 2,70%, wie die Deutsche Bank mitteilte. „Der Anstieg ist auf die von der EZB neu eingeführte separate Bewertung der Risiken aus sogenannten Leveraged-Finance-Geschäften zurückzuführen", heißt es in der Unternehmensmitteilung. Strengere Vorgaben der EZB-Bankenaufsicht für Private-Equity-Finanzierungen hatten sich in deren Äußerungen aus den vergangenen Monaten bereits abgezeichnet. Die Anforderungen der Aufseher an das harte Kernkapital (CET1) belaufen sich nach der jüngsten Überprüfung auf mindestens 10,55% - verglichen mit 10,43% per September 2022. Die Deutsche Bank muss hier wahrscheinlich nicht nachjustieren: Per Ende September hatte sie 13,33% für die harte Kernkapitalquote ausgewiesen.

    Alerio Gold – Deutliches Potenzial

    Im Gegensatz zum kriselnden Aktienmarkt blieb der Goldpreis trotz einer hohen Schwankungsbreite im Jahresvergleich nahezu unverändert. Trotzdem sehen viele Experten im neu gestarteten Börsenjahr aufgrund Unsicherheiten im Finanzsystem und der weiter hohen Inflation Kurse jenseits des bisherigen Allzeithochs bei 2.074,70 USD je Feinunze. Von einem nachhaltig steigenden Goldpreis würden hierbei kleinere Explorationsunternehmen besonders profitieren, die sowohl nach oben als auch nach unten wie ein Hebel performen.

    Eine äußerst attraktive Anlagechance bietet sich in Guyana. Der Staat im Norden Südamerikas besitzt einen Reichtum an Bodenschätzen wie Bauxit, Diamanten oder Gold. In der Vergangenheit zeichnete sich der Goldexport für rund 35% des gesamten Exportvolumens verantwortlich. Dabei gleichen die geologischen Strukturen denen des westafrikanischen Kontinents, weshalb globale Branchengrößen wie Reunion Gold, Troy, Omai Gold oder G2 Goldfields ihre Zelte in Guyana aufgeschlagen haben.

    Zu einem herausragenden Player könnte in Zukunft Alerio Gold aufsteigen, das drei zu 100% im Besitz befindliche Liegenschaften unterhält. Dabei sticht das Tassawini-Goldprojekt deutlich hervor. Hier wurden in der Vergangenheit bereits 34 Mio. CAD für den Bau eines Camps, einer Landebahn und einem Schiffsanleger aufgewendet sowie in 47.509 Bohrmeter in 1.279 Löcher investiert. Außerdem wurden bereits alle notwendigen Bergbaulizenzen für das nach einer 2010 von SRK durchgeführten Studie über Ressourcen von rund 499.000 Unzen Gold, angezeigt und abgeleitet, eingeholt. Bei diesem Projekt ist die Mineralisierung in mehreren Richtungen offen, weshalb bereits die Fläche auf 1.381 Hektar erweitert wurde.

    Der neue CEO von Alerio Gold, Allan Fabbro, treibt nun nach der erfolgreichen topographischen Vermessung, bei der mehrere zusätzliche hochrangige Ziele auf dem Grundstück lokalisiert wurden, die Feldarbeiten voran. Die von Auracle Geospatial Science Inc. durchgeführten Fernerkundungsarbeiten konzentrierten sich auf die Lokalisierung und Identifizierung von unter der Oberfläche liegenden Merkmalen innerhalb des Projekts Tassawini sowie auf die Fertigstellung einer aktualisierten topografischen Oberfläche mit der Erstellung eines neuen digitalen Höhenmodells (DEM). Das DEM ist eine wichtige Komponente für die erwartete aktualisierte Mineralressourcenschätzung und für zukünftige Explorations- und Bohrprogramme.

    Mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von lediglich 5,13 Mio. CAD dürfte das Unternehmen aufgrund der bereits durchgeführten Arbeiten auf dem Tassawini-Projekt bei einem nachhaltig steigenden Goldpreis das Potenzial zu einem Outperformer-Kandidaten besitzen.

    Sartorius – Weiteres anorganisches Wachstum

    Post-Corona trifft nicht nur die Impfstoffhersteller mit aller Wucht, auch die Labor- und Diagnostikbranche bewegt sich seit den Höchstständen Anfang des Jahres 2022 in einer scharfen Korrektur. So verlor die Aktie des DAX-Unternehmens Sartorius im Jahresvergleich über 40% an Wert. Auch die Ankündigung des CEOs, Joachim Kreuzberg, weitere Übernahmen zu tätigen, quittierten die Anleger mit Verlusten von über 5%.

    Wie dieser der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll die Strategie mit durchschnittlich zwei Akquisitionen pro Jahr weiter fortgesetzt werden, um weiter Know-how dazuzugewinnen. „Wir kaufen ja nicht große Unternehmen, um Marktanteile zu kaufen, sondern wir zielen darauf, Technologien hinzuzunehmen, die unser Angebot verbreitern und uns damit noch relevanter für unsere Kunden machen."

    Wie Kreuzberg im weiteren Interview mit der dpa verriet, will Sartorius 2025 die Schwelle von 5 Mrd. EUR Umsatz erreichen. Sorgen bereite dagegen der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, was das zukünftige Wachstum begrenzen könnte. Die Automatisierung sei daher ein wichtiger Faktor bei der Wertschöpfung. Ein Engagement in die Sartorius-Aktie drängt sich im Moment nicht auf. So dürfte der Aufwärtstrend, der aktuell bei 334,30 EUR verläuft, nach unten wichtig werden. Sollte dieser durchbrochen werden, droht ein weiterer Abverkauf.


    Trotz eher negativer Meldung besitzt die Aktie der Deutschen Bank laut der RBC noch deutlich Luft nach oben. Dagegen ist die charttechnische Situation bei Sartorius VZ angespannt. Bei einem Comeback des Goldpreises ist Alerio Gold mit drei Projekten bestens positioniert.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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