18.09.2026 | 05:20
Was, wenn der Diesel länger bleibt, als die Börse denkt? Ist die Brückentechnologie von dynaCERT die Antwort und wie positionieren sich Deutz und Renk?
Die Börse liebt klare Zukunftsbilder. Batterie statt Verbrenner, grüner Wasserstoff statt fossiler Energie, Elektromotor statt Dieselmaschine. Diese Zielbilder in die Realität zu überführen dauert und ist herausfordernder als oft gedacht. Investitionen, Nutzungsdauern, Wirtschaftlichkeit und Infrastruktur machen den Entscheidungsprozess komplexer. Damit steigt die Bedeutung von Brückentechnologien, denn Millionen von Lkws oder Baumaschinen werden nicht über Nacht verschwinden. Hier kommt dynaCERT ins Spiel. Die Kanadier wollen Diesel nicht ersetzen, sondern seinen Betrieb effizienter machen. Die proprietäre Lösung HydraGEN erzeugt On-Demand Wasserstoff und Sauerstoff und führt die Gase dem Ansaugtrakt eines Dieselmotors zu. Dies resultiert in einem geringeren Kraftstoffverbrauch und niedrigeren Emissionen. Wie positioniert sich die Automobil- und Rüstungsindustrie angesichts dieser Entwicklungen? Was können Anleger für Rückschlüsse auf Deutz, Renk und dynaCERT ziehen und wo entstehen die besten Chancen?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006 , RENK AG O.N. | DE000RENK730
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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dynaCERT – Effizienzvorteile als Trumpf
Die Kanadier haben mit HydraGEN eine smarte Nachrüstlösung für bestehende Dieselflotten an den Markt gebracht. Diese ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. Zunächst stehen Einsparungen bei Kraftstoff und Emissionen auf der Positivliste. Ein weiterer Vorteil ist, dass Anwender weder Motor noch Fahrzeug austauschen müssen. Damit sind Investitionskosten sehr überschaubar.
Das Unternehmen konzentriert sich auf Schwerlastverkehr, Bergbau und Bau, Öl und Gas, Hafenbetrieb sowie stationäre Stromerzeugung. Gerade Anwendungen mit hohen Betriebsstunden und hohem Dieselverbrauch sind für die Strategie interessant. Perspektivisch ergeben sich spannende und potenziell sehr hoch sklierbare Erweiterungden des Geschäftsmodells mit der Verbindung von Hardware und Daten. Mit HydraLytica können Verbrauch und Emissionen gemesssen und dokumentiert werden. Zudem könnte die messbare CO₂-Einsparung in die Vermarktung von Emissionszertifikaten münden.
dynaCERT selbst hat für 2026 den Schwerpunkt auf die Umwandlung kommerzieller Gespräche in konkrete Vereinbarungen und auf vertraglich vereinbarte Installationen gelegt. Im Juni meldete das Unternehmen seinen ersten Serienauftrag eines vietnamesischen Trucking- und Logistikunternehmens nach einer erfolgreichen Pilotinstallation. Gleichzeitig wurden mehrere HydraGEN-Systeme bei einem großen Hafenbetreiber in Vietnam auf Trucks und Container-Liftern installiert.
Zudem soll durch die forcierte Präsenz auf Messen und den geführten Gespräche mit potenziellen Kunden, bestehenden Kontakten und Industriepartnern, das Geschäft an Dynamik gewinnen. Mit der im Juni durchgeführten Platzierung einer Wandelanleihe über 5 Mio. CAD mit zweijähriger Laufzeit und einer Verzinsung von 6 % verfügen die Kanadier über einen ausreichenden finanziellen Spielraum während die Kommerzialisierung hochgefahren wird.
Deutz - Mit frischem Kapital voran
Der Kölner Motorenbauer zeigt, dass die alte und die neue Antriebswelt nicht zwangsläufig Gegensätze sind. Deutz entwickelt sein Geschäft in Richtung Service, Energy und Defense weiter und verfolgt gleichzeitig unterschiedliche Antriebstechnologien. Neben klassischen Dieselaggregaten entwickelt der Konzern Lösungen für Wasserstoff, alternative Kraftstoffe und elektrifizierte Antriebe.
Mit der Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft, FFG, im Volumen von rund 1,6 Mrd. EUR macht Deutz den Verteidigungsbereich zu einer weiteren tragenden Säule des Konzerns. Dazu zapfte die Gesellschaft jüngst den Kapitalmarkt an und nahm via einer 10-prozentigen Kapitalerhöhung zu 11,70 EUR je Aktie rund 179 Mio. EUR brutto ein. Charakteristisch führte das zu einem kleinen Kursdämpfer, die Aktie hat aber bereits wieder die 12-Euro-Marke zurückerobert.
Zudem zeigen sich Analysten durchweg positiv und bescheinigen den Anteilscheinen weiteres Upside. Die Halbjahreszahlen zeigten eine Steigerung des Auftragseingangs um 28,7 % auf 1,33 Mrd. EUR. Der Umsatz legte um 10,7 % auf 1,12 Mrd. EUR zu, während das bereinigte EBIT überproportional um 43,1 % auf 79,7 Mio. EUR kletterte.
Renk – 60 % Upside
Der Konzern liefert Hochleistungsantriebe und Getriebe für militärische und zivile Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen Systeme, bei denen Leistungsdichte, Zuverlässigkeit und Lebensdauer entscheidend sind. Neben konventionellen Lösungen entwickelt der Spezialist auch Hybrid- und elektrische Antriebssysteme. Aber die Realität zeigt, nur weil neue Technologien Einzug halten, die bestehende Antriebstechnik nicht automatisch verschwindet.
Das Verteidigungsgeschäft ist der Wachstumsmotor, welcher auf vollen Touren läuft. Im ersten Halbjahr legte der Auftragseingang um 29,7 % auf 1,2 Mrd. EUR zu. Dadurch markierte der Auftragsbestand mit 7,4 Mrd. EUR einen neuen Höchststand. Der Umsatz kletterte um 2,7 % auf 637,2 Mio. EUR, das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) wuchs mit 10,1 % auf 98,2 Mio. EUR wesentlich stärker. Für das Gesamtjahr bestätigte Renk die Prognose von mehr als 1,5 Mrd. EUR Umsatz und einem bereinigten EBIT zwischen 255 und 285 Mio. EUR.
Aktuell notiert die Aktie bei rund 40 EUR, womit der Konzern eine Marktkapitalisierung von 4 Mrd. EUR aufweist. Das 2027er von 21,3 entspricht einem für die Branche moderaten Wert. Analysten machen vom momentanen Niveau aus ein Aufwärtspotenzial von knapp 60 % aus.
Fazit
dynaCERT setzt mit seiner Brückentechnologie beim Millionenbestand bestehender Dieselmotoren an. Jetzt steht die forcierte Kommerzialisierung der innovativen Brückentechnologie im Fokus. Deutz erweitert sich um einen entscheidenden Wachstumsbereich, die Börse ist positiv gestimmt. Der Spezialist Renk verfügt nach Meinung von Analysten über ein Aufwärtspotenzial von rund 60 %.
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