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06.10.2026 | 05:12

Aktien vs. Bonds: Blick auf die Aktien von Franco-Nevada, RE Royalties und Brookfield Renewable Partners!

  • Brookfield Renewable
  • RE Royalties
  • Franco-Nevada
  • Dividende
  • Gold
Bildquelle: Gemini

So langsam werden Anleihen wieder richtig attraktiv für professionelle Anleger. Und auch so mancher Privatanleger dürfte gespannt auf Kurse und Renditen schauen. US-Bonds jedenfalls rentieren mit mehr als 5 %. Das belastet teilweise den Aktienmarkt. Allerdings haben diese Anleihen auch ihre Tücken. Sollte der US-Dollar wie im vergangenen Jahr wieder schwächeln, drohen Währungsverluste. Zudem hat Donald Trump zumindest mal durchblicken lassen, dass man den Schuldenberg der Vereinigten Staaten von inzwischen mehr als 40 Billionen USD „einfach weginflationieren“ könne. Sowas drückt natürlich auf die Netto-Rendite von Anleihen und sorgt nicht gerade für großes Vertrauen in den Schuldner USA. Für Anleger erscheinen unter diesem Blickwinkel hochrentierliche Dividendenzahler attraktiver. Doch es kommt dann auch auf die Solidität an. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von Franco-Nevada, RE Royalties und Brookfield Renewable Partners.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: BROOKFIELD RENEWABLE PARTNERS LP | BMG162581083 | NYSE: BEP , TSX: BEP.UN , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , FRANCO-NEVADA CORP. | CA3518581051

Inhaltsverzeichnis:


    Franco-Nevada: Stabilität in unsicheren Zeiten!

    Wenig Risiko, viele Chancen! Das beschreibt das Geschäftsmodell der großen Royalty-Firmen im Bergbausektor wohl treffend. Denn im aktuellen Umfeld ziehen die Kosten vieler Produzenten an. Die Royalty-Geber, die in der Vergangenheit Kapital bereitstellen, sind hiervon jedoch im Regelfall nicht betroffen. Denn sie sicherten sich einen Teil der Goldproduktion, die sich am Umsatz und nicht am Gewinn orientiert.
    Franco-Nevada hat das Geschäftsmodell 1983 erfunden. Mit einem Börsenwert von aktuell rund 46 Mrd. CAD zählt man zu den drei Größten der Royalty-Firmen im Bergbau. Wie erfolgreich das Modell funktioniert, zeigen die Halbjahreszahlen. Das Unternehmen konnte den Umsatz auf 1,23 Mrd. USD erhöhen – ein Plus von 66,9 %. Verkauft wurden dafür insgesamt rund 265.000 Unzen GEOs, also sogenannte Gold-Äquivalent-Unzen. Der Gewinn je Aktie legte überproportional um 81,4 % auf 4,19 USD zu. Diese Zahlen gelangen übrigens mit lediglich 44 festangestellten Mitarbeitern. Das zeigt, wie effizient das Royalty-Modell über lange Jahre betrieben werden kann.
    Ohne Schulden und mit 900 Mio. USD an liquiden Mitteln in der Hinterhand kann Franco-Nevada auch in diesem Marktumfeld aus einer Position der Stärke heraus agieren. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf Gold-Royalties: Insgesamt ist man an mehr als 400 Assets auf der ganzen Welt beteiligt, davon die Hälfte in Edelmetallen. 35 stammen zudem aus dem Energie-Sektor. Insofern ist Franco-Nevada vor allem eine Gold-Story.
    Die Aktie von Franco-Nevada kam zuletzt um etwa 15 % vom August-Hoch zurück. Langfristig orientierte Anleger können diesen Rücksetzer als Einstiegschance sehen. Allerdings muss dann auch der Goldpreis wieder mitspielen.

    RE Royalties: Die Dividendenrendite steigt, aber …

    Einen Schreck dürften Anteilseigner von RE Royalties Ende September bekommen haben. Mit einem Schlag verlor der Small Cap rund ein Fünftel seines Börsenwerts, konnte sich in der Folge aber wieder erholen und machte einen Teil der Verluste wett. Über die Gründe lässt sich trefflich spekulieren. So könnte ein Investor eine größere Position liquidiert haben. Oder aber jemand wollte generell seine Position bei Small Caps in diesem Marktumfeld abbauen und hat so für den Kursrückgang gesorgt. Generell aber scheint das Geschäftsmodell von RE Royalties zu funktionieren. Die Kanadier zahlten im Januar eine Jahres-Dividende von 0,04 CAD je Aktie aus, was auf dem aktuellen Kursniveau einer Rendite von satten 11,8 % entspricht.
    RE Royalties hat das Prinzip der Royalties aus dem Öl- und Bergbausektor auf das Gebiet der Erneuerbaren Energien übertragen. Man investiert massiv in Solar- und Windparks, Batteriespeicher oder auch Wasserkraft. In der Unternehmenshistorie wurden bislang mehr als 130 Einzelprojekte finanziert. Im Gegenzug erhält das Unternehmen Royalties, also eine Beteiligung an den künftigen Umsätzen des einzelnen Projekts. Und diese Einnahmen können über Jahre und Jahrzehnte fließen.
    Mit der Entwicklung des Aktienkurses ist das Management aber nicht zufrieden. Diese Insider halten rund ein Viertel der Aktien. Deshalb wurden die Experten von PricewaterhouseCoopers eingeschaltet, um die Strategie zu überprüfen. RE Royalties ließ bisher dazu verlauten, dass alle Optionen wie strategische Partnerschaften, Co-Investments oder die Optimierung der Kapitalstruktur möglich sind. Selbst der Verkauf des gesamten Unternehmens wird nicht ausgeschlossen.
    Für Anleger ist wichtig, dass hier im Prinzip zwei Optionen bestehen. Entweder man kassiert die hohe Dividende oder setzt auf einen Verkauf und damit auch auf eine Übernahme des Unternehmens. Allerdings muss auch klar sein: RE Royalties ist mit einem Börsenwert von lediglich 15 Mio. CAD ein echter Micro-Cap und daher spekulativ.

    Brookfield Renewable Partners:

    Die Aktie von Brookfield Renewable Partners kam zuletzt ebenfalls kräftig unter die Räder. Das lässt sich sehr gut aus dem Marktumfeld erklären, denn das Unternehmen ist wahrscheinlich der weltweit größten Anbieter für erneuerbare Energien. Das Portfolio umfasst inzwischen Wasserkraftwerke, Windparks, Solaranlagen und große Batteriespeicher über mehrere Kontinente hinweg. Dieses sehr kapitalintensive Geschäft hat im aktuellen Marktumfeld aber durchaus seine Nachteile. So werden viele Projekte in der Erneuerbare-Energien-Infrastruktur über Fremdkapital finanziert. Wenn die Federal Reserve die Zinsen anhebt, verteuern sich dementsprechend auch die Refinanzierungen bei solchen Konzernen wie Brookfield Renewable Partners. Das wiederum reduziert die Projektrenditen.
    Noch dazu kriegt der Dividendenwert Brookfield mit den US-Staatsanleihen einen echten Konkurrenten um Anleger. Diese bieten rund 5 %, ebenso wie die Dividende des Unternehmens. Allerdings werden Staatsanleihen mit hoher Bonität am Markt als risikoärmer eingestuft als Unternehmen. Nicht zuletzt trifft derzeit auch die Inflation Brookfield. So steigen die Kosten für Material und den Bau von Anlagen. Das sehr dynamische Zollumfeld kommt als belastender Faktor hinzu.
    Zahlentechnisch läuft bisher aber alles rund bei den Kanadiern. So stiegen die Funds from Operations (FFO) im zweiten Quartal um 13 % auf 421 Mio. USD. Die Nachfragesituation bleibt erfreulich. So sorgt der Boom bei KI-Rechenzentren für langfristige Verträge und recht sichere Cashflows. Mutige Investoren können daher die Korrektur bei der Aktie als willkommene Gelegenheit sehen, ein paar Stücke einzusammeln. Klar ist aber: Bleiben wir für eine längere Zeit im Zinserhöhungszyklus könnte der Kurs noch stärker fallen.


    Fazit: Zinsen bewegen nicht nur die Märkte, sondern auch die Refinanzierungskosten von Brookfield Renewable Partners. Mutige Anleger schauen aber nun genau hin. RE Royalties bietet mehr als 11 % Dividendenrendite. Trotz der Korrektur beim Goldpreis ist Franco-Nevada als Gold-Royalty-Gesellschaft eine starke und vor allem hoch profitable Bank.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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