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05.10.2026 | 04:33

Gegen den Markttrend: Chancen bei Mercedes, First Hydrogen und Barrick Mining!

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Bildquelle: Gemini

Der Nasdaq 100 hat in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch markiert. Getrieben wird der Technologie-Index vor allem von Aktien aus dem KI-Sektor. Dabei kommt es zu erstaunlichen Bewertungen. So liegt derzeit der Wert aller börsennotierten, deutschen Aktien zusammen bei rund 52 % der Marktkapitalisierung von KI-Champion Nvidia, wie ein Analyst ausrechnete. Am Markt gibt es aber auch Sektoren, die derzeit schwächeln. Für Investoren, die gerne konträr zum Markt investieren, bietet dies Chancen, beispielsweise im Auto- und Goldsektor oder bei Wasserstofftiteln. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Mercedes, First Hydrogen und Barrick Mining.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX

Inhaltsverzeichnis:


    Mercedes: Die nächste Abwärtskorrektur!

    Wer bei der deutschen Premiummarke Mercedes investiert ist, dürfte sich in den vergangenen Wochen die Augen gerieben haben. Die Aktie wurde ab Anfang September noch einmal stark abverkauft und fiel jüngst unter die Marke von 40 EUR. Damit hat das Papier ein neues Fünfjahrestief markiert. Analysten verweisen hierbei vor allem auf die Verkaufsschwäche in China, dem größten Automarkt der Welt, sowie dem Margendruck, der auf die Kauflust drückt.
    Hilfreich dürften dabei aber auch die derzeitigen Medienberichte nicht sein. So steht bei den Stuttgartern aktuell vor allem das Restrukturierungs- und Personalabbau-Programm im öffentlichen Fokus. Der Konzern will den Prozess aber sozialverträglich gestalten und setzt hauptsächlich auf freiwillige Vereinbarungen. Hierzu zählt beispielsweise ein Abfindungsprogramm, wobei der Fokus außerhalb der Produktion bei Verwaltung, IT und der Entwicklung liegt.
    Das Management versucht zudem mit einem fortlaufenden Aktienrückkäufen gegen den Kursrutsch anzukämpfen. Dies könnte sich mittel- und langfristig bezahlt machen. Denn Aktienrückkäufe sind dann am sinnvollsten, wenn die Bewertung niedrig ist und nicht hoch. Jüngst wies beispielsweise die Deutsche Bank in einem Kommentar darauf hin, dass sich hier nun Chancen für konträre Investoren ergeben. Die Aktie werde mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet und weise eine hohe Dividendenrendite auf. Tatsächlich geht der Analysten-Konsens davon aus, dass für dieses Jahr rückwirkend 3,50 EUR je Aktie ausgeschüttet werden. Die Dividendenrendite liegt damit deutlich über 8 %. Das gibt es bei einem etablierten und immer noch profitablen Autobauer nicht alle Tage. Allerdings dauert es noch viele Monate bis zum nächsten Ausschüttungstermin. Immerhin kann Mercedes bei Elektroautos zuletzt ebenso wie die Konkurrenz punkten. Laut CEO Ola Källenius sei der Absatz der batteriebetriebenen Fahrzeuge im Q2 um 51 % gestiegen.
    Wer hier eine Chance für ein Investment gegen den Markttrend sieht, sollte allerdings eine Bodenbildung abwarten. Charttechnisch ist die Lage des DAX-Konzerns noch nicht stabil. Vielmehr sieht es noch so aus, als würde man hier in ein fallendes Messer greifen. Es empfiehlt sich ohnehin, in solchen Situationen sukzessive über mehrere Tranchen einzusteigen, wenn man gegen den Markttrend investieren will.

    First Hydrogen: Seitwärtsphase als Einstiegschance?

    Die Aktie von First Hydrogen war zu Zeiten des Wasserstoff-Booms mal mehr als 5 CAD wert und damit mehr als zehnmal so viel wie heute. Der Boom bei den Wasserstoff-Firmen ist zumindest an der Börse erst einmal vorbei. Doch die Technologie wird weiterentwickelt und für Contrarion-Investoren, die gerne entgegen dem Zeitgeist investieren, bieten sich daher entsprechende Chancen bei First Hydrogen.
    Dabei kommt das Unternehmen aktuell gerade einmal auf einen Börsenwert von rund 33 Mio. CAD, also etwa 21 Mio. EUR. Für Spekulationen könnte also der richtige Zeitpunkt gekommen sein. So kommt das Unternehmen in immer mehr Bereichen voran. Selbst im Rüstungssektor wollen sich die Kanadier nun ein Standbein mit ihrer Technologie aufbauen. Dazu meldete man jüngst den Abschluss einer Absichtserklärung mit Exodus Actuation Solutions Inc. Zusammen wollen die Unternehmen im Bereich der Robotertechnologie und unbemannter Landfahrzeuge mit ihrem Antrieb punkten. Mit dem geplanten Fahrzeug will man Einsätze in schwierigem Terrain durchführen.
    Das potenzielle neue Geschäftsfeld passt zur breiten und ganzheitlichen Aufstellung von First Hydrogen im Bereich der Brennstoffzellentechnologie. Priorisiert wurden von Anfang an Nutzfahrzeuge, wobei First Hydrogen statt teurer Eigenentwicklungen auf bestehende Fahrzeugplattformen setzt und diese mit den eigenen Brennstoffzellensystemen ausrüstet. Mit der Lieferung von grünem Wasserstoff an Nutzfahrzeug-Flotten erhofft sich das Management zudem langfristig wiederkehrende Erträge. Testreihen gibt es mit Unternehmen wie Amazon, SSE oder auch Wales & West Utilities in Großbritannien. Hierbei geht es darum, die Prototyp-Transporter im regulären Lieferbetrieb zu testen. Konkret geht es dabei um Reichweitentests unter Volllast, Betankungszeiten oder auch die Nutzlaststabilität. Rückenwind gibt es dabei aus der Regulierungssicht, schließlich sollen strenge ESG-Vorgaben dafür sorgen, dass Flottenbetreiber ihre Fahrzeuge dekarbonisieren.
    Entsprechende positive Meldungen könnten die Aktie schnell wieder aus der Seitwärtsphase ausbrechen lassen, wie es bereits zu Jahresanfang geschah. Klassische Contrarian-Investoren finden also aktuell die Gelegenheit bei First Hydrogen auf niedrigem Niveau ein paar Stücke einzusammeln.

    Barrick Mining: Viel Gegenwind für die Aktie!

    Auch die Aktie von Barrick Mining musste zuletzt kräftig Federn lassen. Hierfür war wesentlich ein Cocktail aus makroökonomischen sowie operativen Faktoren verantwortlich. Zum einen machte sich selbstverständlich die Korrektur beim Goldpreis bei den Kanadiern bemerkbar. Der Top-Produzent verdient mit jedem USD je Unze weniger schließlich auch weniger Geld. Immerhin hält sich der Kupferpreis auf einem hohen Niveau nahe des Allzeithochs. Allerdings macht das rote Metall derzeit weniger als ein Fünftel des Geschäfts von Barrick aus.
    Dabei müsste in einem inflationären Umfeld wie dem aktuellen der Goldpreis steigen. Aktuell halten vor allem ein wieder erstarkender US-Dollar sowie die anziehenden Renditen bei US-Staatsanleihen, aber auch bei anderen Staatsbonds, dagegen. Hier sucht der Markt wohl noch sein Gleichgewicht.
    Dazu kommt das massive Investitionsprogramm bei Barrick. So stammt der größte Teil des im ersten Halbjahr erwirtschafteten Free Cashflows (1,351 Mrd. USD) aus dem Q1. Im zweiten Quartal dagegen hat Barrick weiter in seine Zukunft investiert. Im Fokus steht dabei die Erweiterung und Modernisierung des Minenportfolios. Mit einem niedrigeren Cashflow nehmen aber viele ertragsorientierte Anleger Abstand von einer Aktie.
    Für Investoren, die mittel- und langfristig von einem steigenden Goldpreis ausgehen, bietet sich daher nun eine Chance. So hat die Aktie seit dem August-Hoch etwa ein Siebtel ihres Werts eingebüßt. Als möglicher Treiber der Barrick-Papiere gilt neben höheren Goldnotierungen vor allem der geplante Börsengang des nordamerikanischen Goldgeschäfts, mit dem aber nicht vor Jahresende gerechnet wird.


    Fazit: Contrarian-Investoren finden in Mercedes derzeit eine starke Automarke unter Druck. Aktienrückkäufe und die hohe Dividendenrendite könnten bald wieder Anleger anlocken. Bei First Hydrogen geht es operativ voran. Bei dem Micro-Cap reichen wahrscheinlich schon positive Nachrichten aus den laufenden Programmen, um die Aktie wieder kräftig anzuschieben. Barrick Mining leidet unter der Goldpreis-Korrektur, aber auch den kräftigen Investitionen ins Geschäft.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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