16.07.2026 | 05:30
Antimon als „unsichtbarer Klebstoff“ der Industrie und Rüstung: Antimony Resources, BASF und Lockheed Martin
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.
Ein relativ unbekanntes Halbmetall, das jahrzehntelang im Schatten der Rohstoffriesen stand, avanciert plötzlich zum strategischen Nervenzentrum der westlichen Industrie. Antimon ist essenziell für Flammschutzmittel in Elektronik, hitzebeständige Kabel von Kampfjets und moderne Batteriesysteme, ohne diesen Stoff können Schlüsseltechnologien nicht produziert werden. Als China im Dezember 2024 den Export faktisch stoppte, katapultierte dies den Antimonpreis innerhalb kürzester Zeit nach oben und offenbarte eine fatale Abhängigkeit. Während der Westen nach alternativen Lieferketten sucht, geraten etablierte Konzerne unter Druck. Daher sehen wir uns heute den kommenden Antimonproduzenten Antimony Resources, den Industriekonzern BASF und das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin genauer an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 | CSE: ATMY , OTCQB: ATMYF , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Antimony Resources - der Rohstoff, der gebraucht wird
Die Abhängigkeit von chinesischem Antimon ist für westliche Militärs ein wachsendes Problem. Antimony Resources hat nun mit John M. Melkon einen Mann an Bord geholt, der die Türen zum US-Militär öffnen könnte. Der ehemalige Special-Forces-Offizier und heutige Professor an der US-Militärakademie West Point bringt exzellente Kontakte mit. Seine Aufgabe besteht darin, die strategische Bedeutung des Bald Hill Projekts für die nationale Sicherheit zu unterstreichen und Finanzierungsmöglichkeiten über die Export-Import Bank zu erschließen.
Die aktuellen Ergebnisse der Main-Zone lesen sich vielversprechend. 13,14 % Antimon in Bohrloch BH-26-20, 16,65 % und sogar 33,4 % in Loch BH-26-25, bei Mächtigkeiten von durchschnittlich 4,5 m. Die Bohrarbeiten zielen darauf ab, die Mineralisation nach Süden und Norden zu erweitern und die Datenlücken für die im Herbst geplante Ressourcenschätzung zu schließen. Parallel laufen die Erkundungen in den neu entdeckten Zonen. Auf der Central-Zone wurden bei ersten Grab-Proben Durchschnitte von 4,5 % Antimon über eine Streichlänge von 170 m gemessen, mit Spitzenwerten von 20,5 %. Die South-Zone lieferte sogar 19,5 % im Schnitt bei Werten bis zu 44,2 %.
Die systematische Auswertung der Bohrdaten hat eine zusätzliche Entdeckung zutage gefördert: Gold. In über 45 Bohrlöchern der Main-Zone wurden durchschnittlich 1,14 g/t über 2,56 m nachgewiesen, inklusive Höchstwerten von 1,88 g/t über knapp 5 m. Die Goldmineralisation tritt sowohl gemeinsam mit Antimon als auch eigenständig auf. Der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Datenanalyse zahlt sich hier offenbar aus. In den kommenden Monaten stehen 15.000-18.000 m Bohrungen an, die erste Ressourcenschätzung wird für den Herbst erwartet. SRK begleitet den Prozess. Die Rahmenbedingungen bleiben günstig, denn der Antimonpreis hat sich binnen zwei Jahren vervierfacht. Die Analysten von GBC sehen ein Kursziel von 3,00 CAD. Aktuell notiert die Aktie bei lediglich 0,48 CAD.
BASF - zwischen Rohstoffrisiko und Milliarden-Transformation
Wer BASF verstehen will, muss auch die versteckten Abhängigkeiten kennen. Ein Halbmetall namens Antimon ist für den Konzern überraschend relevant geworden. Das Material wird in der Kunststoffproduktion als Flammschutzmittel-Synergist eingesetzt, vor allem bei den Hochleistungspolymeren Ultramid und Ultradur für die E-Mobility und Elektronik. Das Problem ist, dass China die Raffinationskapazitäten größtenteils kontrolliert. Zwar arbeitet BASF an antimonfreien Alternativen, doch kurzfristig bleibt der Konzern von einem Rohstoff abhängig, dessen Lieferketten als zunehmend fragil gelten. Ein Engpass könnte die Margen in der Kunststoffsparte empfindlich treffen.
Die große Portfolio-Operation nimmt Form an. Der Verkauf der Coating-Sparte an Carlyle für 7,7 Mrd. EUR steht kurz vor dem Abschluss, die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben. BASF erwartet einen Barmittelzufluss von rund 5,8 Mrd. EUR. Das Geld wird dringend benötigt, da der Konzern sich verpflichtet hat, bis 2028 mindestens 12 Mrd. EUR an die Aktionäre zurückzugeben. Die jährliche Dividende von mindestens 2,25 EUR bietet einen verlässlichen Boden. Doch die eigentliche Frage ist, ob der Konzern mit dem Erlös sein Effizienzprogramm "CoreShift" vorantreiben kann, das die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um 20 % senken soll.
Das ambitionierteste Projekt steht noch bevor. Der Teil-Börsengang der Agrarsparte soll kommen, für den Bewertungen von 20-30 Mrd. EUR gehandelt werden, laut dem Handelsblatt. Derzeit kommt der gesamte BASF-Konzern auf rund 42 Mrd. EUR Börsenwert. Sollte sich diese Bewertung des Agrarbereichs durchsetzen, stünde der Markt vor einer grundlegenden Neubewertung des verbleibenden Industriegeschäfts. Doch der Zeitplan ist unsicher. Die gespaltenen Analystenstimmen, von "Outperform" bis "Underweight", zeigen, wie uneins die Fachwelt über den Wert des Umbaus ist. Derzeit ist die Aktie für 48,57 EUR zu haben.
Lockheed Martin - Auftragsrekorde und operative Baustellen
Für Lockheed Martin ist Antimon weit mehr als ein exotischer Rohstoff. Es ist das unsichtbare Rückgrat zahlreicher Schlüsseltechnologien, von hitzebeständigen Kabelisolierungen in der F-35 über panzerbrechende Munitionslegierungen bis hin zu Infrarotsensoren in Lenksystemen. Das Halbmetall durchzieht praktisch alle relevanten Produktlinien des Rüstungskonzerns. Lockheed Martin reagiert mit der Suche nach alternativen Bezugsquellen und Recyclinglösungen, doch die technischen Hürden sind beträchtlich.
Der Sommer 2026 bescherte Lockheed Martin einen beispiellosen Auftragsschub. Das Pentagon erteilte Ende Juni einen Vertrag über bis zu 35 Mrd. USD zur Vervierfachung der THAAD-Produktion auf 400 Abfangraketen jährlich, gefolgt von einem 3 Mrd. USD Deal für das Sentinel A4-Radarsystem. Der NATO-Gipfel in Ankara brachte zusätzliche Dynamik. Gemeinsam mit Rheinmetall wird der Konzern erstmals ATACMS-Raketen in Deutschland fertigen, während eine Patriot-Instandhaltungseinrichtung in Europa entsteht. Die Übernahme von Ultra Maritime für 3,45 Mrd. USD stärkt zudem das Unterwasser-Geschäftsfeld. Zusammengenommen sicherte sich Lockheed Martin binnen weniger Wochen Aufträge im Volumen von weit über 38 Mrd. USD.
Im 1. Quartal 2026 verfehlte der Gewinn pro Aktie mit 6,44 USD die Erwartungen deutlich, während der operative Segmentgewinn auf 10,1 % schrumpfte. Belastungen aus dem F-16-Programm, Lieferengpässe bei der C-130 und Verzögerungen bei Sikorsky-Hubschraubern schlugen mit 240 Mio. USD zu Buche. Der freie Cashflow kippte aufgrund einer ERP-Systemumstellung auf minus 291 Mio. USD. Die Analysten sind daher gespalten. Citi erhöhte ihr Kursziel auf 582 USD, Jefferies senkte es auf 575 USD. Der 23. Juli rückt nun in den Fokus, wenn Lockheed Martin die Halbjahreszahlen vorlegt. Der Konzern selbst bekräftigt bisher trotz aller Widrigkeiten seinen Jahresausblick. Momentan kostet die Aktie 514,99 USD.
Die Antimon-Krise entpuppt sich als Weckruf für den Westen. Während Antimony Resources mit vielversprechenden Bohrergebnissen zum Hoffnungsträger für eine nordamerikanische Versorgung avanciert kämpft BASF zwischen Rohstoffrisiko in der Kunststoffsparte und milliardenschwerem Umbau um operative Stabilität. Lockheed Martin wiederum verbucht Auftragsrekorde, leidet jedoch unter Lieferengpässen und operativen Pannen. Der Rohstoff offenbart eine systemische Verwundbarkeit, die mittelfristig nur durch neue Minenprojekte und technologische Alternativen aufgelöst werden kann. Bis dahin bleibt die Abhängigkeit ein strategisches Damoklesschwert.
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