15.07.2026 | 05:00
Gold-Giganten formieren sich: Newmont hebt Dividende, Orla Mining fusioniert, Lahontan Gold macht sich hübsch
Bei Gold geht es in den vergangenen Monaten hoch her. Unternehmen aus der Branche profitieren einerseits von der unsicheren Gemengelage, leiden aber auch unter operativen Herausforderungen. Nach einem Allzeithoch von über 5.600 USD je Unze zu Beginn des Jahres korrigierte das Edelmetall spürbar und notiert aktuell bei rund 4.000–4.150 USD, nachdem Nahost-bedingte Ölpreissprünge und Zinssorgen den Kurs zeitweise unter 4.000 USD gedrückt hatten. Zentralbanken greifen weltweit beherzt zu und stützen Gold mit prognostizierten Nettokäufen von bis zu 850 t für das Gesamtjahr. Doch während die Gewinnmargen der Produzenten im ersten Quartal mit durchschnittlich 35 % überzeugen, schrumpfen die nachgewiesenen Reserven der Branche immer weiter. Weil neue Entdeckungen auf der grünen Wiese Seltenheitswert haben, rücken bekannte Bergbaudistrikte in politisch stabilen Regionen wie dem US-Bundesstaat Nevada oder Kanada ins Zentrum. Wir beleuchten den Trend und gehen auf spannende Unternehmen ein.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , ORLA MINING (NEW) | CA68634K1066 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Newmont setzt auf Portfolio-Optimierung und Top-Projekte
Bei Branchenprimus Newmont lautet das Credo unter der seit Jahresbeginn amtierenden CEO Natascha Viljoen maximale Kostendisziplin und strikter Fokus auf langlebige Projekte. Im Zuge eines Deinvestitionsprogramms trennte sich der Konzern von etlichen Nicht-Kernprojekten in Nordamerika, Ghana und Australien, was zu Nettoerlösen nach Steuern von über 4,6 Mrd. USD führte. Dass diese Strategie Früchte trägt, zeigen die jüngsten Quartalszahlen: Angetrieben von einem realisierten Goldpreis von durchschnittlich 4.900 USD je Unze schoss der Umsatz auf 7,31 Mrd. USD nach oben und übertraf die Analystenschätzungen locker. Mit einem bereinigten EBITDA von 5,15 Mrd. USD und einem Rekord-Free-Cashflow von 3,14 Mrd. USD im Rücken bestätigte das Management die zuvor bereits auf 0,26 USD je Aktie angehobene Quartalsdividende und genehmigte nach vollständiger Ausschöpfung des Vorgängerprogramms ein neues Aktienrückkaufprogramm über 6 Mrd. USD. Dass Newmont für das Gesamtjahr 2026 mit 5,3 Mio. Unzen Gold ein planmäßig produktionsschwächeres Übergangsjahr bestätigt und mit steigenden All-In Sustaining Costs von durchschnittlich 1.680 USD pro Unze kämpft, lässt sich angesichts der prall gefüllten Kriegskasse verschmerzen.
Orla Mining drückt aufs Tempo und fusioniert mit Equinox
Eine vollkommen andere Dynamik entfaltet Orla Mining, das sich gerade vom reinen Mexiko-Play zum geografisch diversifizierten nordamerikanischen Schwergewicht wandelt. Ein echter Paukenschlag gelang Orla im Mai: Equinox Gold übernimmt das Unternehmen in einer All-Share-Transaktion, aus der ein neuer Produzent mit rund 18,5 Mrd. USD Marktkapitalisierung entsteht – Equinox-Aktionäre halten künftig rund 67 %, Orla-Aktionäre 33 %. Equinox-CEO Darren Hall bleibt CEO, Orla-Chef Jason Simpson wird Präsident der fusionierten Gesellschaft. Zuvor hatte sich Orla bereits die traditionsreiche kanadische Musselwhite-Mine von Newmont für bis zu 850 Mio. USD einverleibt. Operativ läuft die Maschine wie geschmiert: Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen bereinigt hervorragende 134,7 Mio. USD bei einem Umsatz von 378,9 Mio. USD. Auch ein temporärer, illegaler Streik im mexikanischen Flaggschiff Camino Rojo im Juni brachte keine großen Probleme, da der Konflikt nach intensiven Verhandlungen binnen weniger Wochen beigelegt wurde und die Jahresprognose von bis zu 360.000 Unzen Gold weiter Bestand hat. Man darf gespannt sein, wie es für das neue Unternehmen künftig weitergeht.
Lahontan Gold: Santa Fe als vielversprechendes Projekt
Inmitten des Fusions- und Konsolidierungskarussells zieht Lahontan Gold die Blicke der Analysten auf sich, indem es das historische Walker-Lane-Tagebauprojekt Santa Fe in Nevada zu neuem Leben erweckt. Die Fakten sprechen eine klare Sprache und versprechen eine furiose Projektökonomie: Die NI-43-101-konforme Ressourcenschätzung untermauert eine Basis von 1,539 Mio. Unzen Goldäquivalent in der Kategorie Indicated, wobei der oberflächennahe, oxidische Anteil von 640.000 Unzen extrem niedrige Förderkosten mittels Haufenlaugung bieten soll. Das Management-Team um Gründerin und CEO Kimberly Ann drückt beim Genehmigungsverfahren aufs Gas: Nachdem der Explorations-Betriebsplan die Umweltfreigabe erhielt, schloss man im ersten Halbjahr geotechnische Bohrungen über 2.569 m erfolgreich ab. Damit wiesen die Ingenieure nach, dass die Tagebauten lokale Grundwasserleiter nicht berühren – ein Meilenstein für die finalen Konstruktionsgenehmigungen, die bis Ende 2027 vorliegen sollen.

Lahontan: Satelliten-Projekte und institutionelle Rückendeckung
Die Wachstumsstory von Lahontan ist nicht auf das Hauptprojekt Santa Fe begrenzt, sondern gewinnt durch kluge Exploration im direkten Umfeld des Projekts an Substanz. Metallurgische Testergebnisse für das nur 13 km entfernte Satellitenprojekt West Santa Fe dokumentieren exzellente Zyanidlaugungs-Gewinnungsraten von 81 % für Gold und prädestinieren die Liegenschaft als idealen Zulieferer für ein regionales Hub-and-Spoke-Konzept. Im ersten Halbjahr 2026 absolvierte das Geologenteam ein Bohrprogramm über 87 Löcher, bei dem in der Zone Slab West positive Ergebnisse zeigte.
Dass Lahontan Gold kein klassischer, finanzschwacher Pennystock ist, beweist die für ein Explorationsunternehmen außergewöhnlich tiefe institutionelle Verankerung: Renommierte Branchenfonds wie ASA Gold and Precious Metals Limited oder Equity Management Associates kontrollieren zusammen mit weiteren Institutionen stolze 41,1 % der Aktien. Die Kasse von Lahontan ist dank Zuflüssen durch Warrants gefüllt und das Unternehmen zudem vollkommen schuldenfrei. Die Aktie des fortgeschrittenen Unternehmens ist für spekulativ denkende Investoren eine spannende Option für die kommenden Jahre.
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