15.07.2026 | 05:00
Auf Sand gebaut? Barrick Mining unter Druck, Rio Tinto mit Gegenwind und North Arrow Minerals mit guter Ausgangslage
Der Hunger nach strategischen Metallen, das herausfordernde geopolitische Umfeld und neue Explorationsmethoden - etablierte Konzerne und kleinere Explorationsunternehmen passen im Zuge der mannigfaltigen Herausforderungen ihre Geschäftsmodelle an. Während die großen Produzenten ihre über die Jahre gewachsenen und mitunter komplexen Portfolios bereinigen, zeigen sich kleinere Unternehmen agil, verkaufen Randprojekte und setzen auf vielversprechende Lagerstätten in politisch stabilen Regionen. Wir beleuchten die Entwicklung und stellen spannende Unternehmen vor.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
NORTH ARROW MINERALS | CA6572805092 | TSXV: NAR , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Barrick Mining treibt den Umbau voran
Barrick Mining geht neue Wege mit dem Ziel, den Bewertungsabschlag gegenüber ihren engsten Konkurrenten zu verringern. Trotz der hervorragenden Finanzkraft und rekordverdächtigen operativen Cashflows ist die Bewertung aufgrund des Risikoabschlags für Projekte in geopolitisch eher instabilen Regionen wie Mali und Pakistan dürftig. Um die nordamerikanischen Projekte unabhängig von diesen Risiken vom Markt bewerten zu lassen, plant das Management bis Ende 2026 die neue Tochtergesellschaft North American Barrick an die Börse zu bringen. Dieses ambitionierte Vorhaben stößt jedoch auf den Widerstand des Joint-Venture-Partners Newmont, der Barrick den unrechtmäßigen Abzug von Personal und schwerer Ausrüstung vorwirft. Rund um die Abspaltung der nordamerikanischen Assets von Barrick dürfte es in den kommenden Monaten noch weitere Schlagzeilen geben. Anleger sollten den Prozess von der Seitenlinie aus beobachten.
Rio Tinto mit radikalem Schnitt - Aus für Diamantengeschäft
Unter der Leitung des neuen CEO Simon Trott vollzieht Rio Tinto eine Neuausrichtung. Die Kernpunkte umfassen den vollständigen Rückzug aus der Diamantenindustrie, Einsparungen im Eisenerzgeschäft sowie den massiven Ausbau von Kupfer- und Lithiumprojekten. Ende März dieses Jahres stellte die Diavik-Diamantenmine in den kanadischen Northwest Territories nach vollständiger Erschöpfung der Reserven den Betrieb ein. Damit endete für Rio Tinto eine Ära. Angesichts der Marktlage bei Eisenerz unterzeichnete Rio Tinto zwei unverbindliche Absichtserklärungen mit BHP, um nebeneinander liegende Lagerstätten gemeinschaftlich abzubauen und die bestehende Infrastruktur besser auszulasten.
Im Lithiumsektor positioniert sich der Konzern über die Sparte Rio Tinto Lithium als angehender Marktführer. Beim Rincon-Projekt in Argentinien vereinbarte man im März ein Finanzierungspaket über 1,175 Mrd. USD mit verschiedenen Kreditgebern, um die Produktion von 60.000 t Lithium jährlich bis 2028 vorzubereiten. Trotz dieser Expansion sieht sich Rio Tinto erheblicher Kritik von Umweltaktivisten und indigenen Gruppen ausgesetzt. Ein zentraler Streitpunkt ist das geplante Kupferprojekt Oak Flat in Arizona, bei dem die Zerstörung einer den amerikanischen Ureinwohnern heiligen Stätte droht. Auch bei Rio Tinto dürfte es weiter Gegenwind geben.
North Arrow hebt Wüstenschatz in Botswana
North Arrow ist das Paradebeispiel eines Junior-Explorers, der sich immer wieder neuen Bedingungen anpasst. Das Management um CEO Eira Thomas und den im Februar ernannten President John P. Armstrong hat erkannt, dass der gezielte Verkauf von Randprojekten gerade jetzt Kapital in die Kassen spült und so die Verwässerung bestehender Aktionäre reduziert. Flaggschiff von North Arrow Minerals ist das Kraaipan-Goldprojekt in Botswana, welches drei Mineralkonzessionen über eine Fläche von 724 km² umfasst und im Norden an den bekannten Kraaipan-Grünsteingürtel angrenzt. Der südafrikanische Teil des Gürtels beherbergt die Kalgold-Mine von Harmony Gold, die seit über 30 Jahren in Produktion ist. North Arrow hat mit Rockman Resources ein Earn-In-Abkommen geschlossen, wonach sich das Unternehmen durch Explorationsausgaben in Höhe von 5 Mio. USD eine Beteiligung von 60 % am Projekt sichern kann.
Die größte geologische Herausforderung bei der Erkundung des Gürtels ist die flächendeckende Überlagerung mit Sand. Das Geologen-Team begegnet dem mit einem innovativen Ansatz: Über 85 % der Projektfläche wurden bereits mit hochauflösenden UAV-Magnetsensoren überflogen, während eine hochmobile RC-Bohrplattform die kostengünstige Niederbringung von drei bis fünf flachen Bohrungen pro Tag ermöglicht. Im März dieses Jahres bestätigte man so eine durchgehende Goldmineralisierung. Unter anderem lieferte die Exploration im Grundgestein 7 m mit 1,99 g/t Au sowie 9 m mit 1,23 g/t Au. Zudem lieferten Mischproben aus der Sandüberdeckung spektakuläre Gehalte von bis zu 29 g/t Au über 2 m. Eine Oberflächenprobe aus der 2025er-Kampagne erbrachte zudem 3,28 g/t Au.
Starke Partner und gute Ausgangslage
Für ein Junior-Unternehmen hat North Arrow Minerals prominente Aktionäre: Der bekannte Bergbau-Investor Ross Beaty sowie Lukas Lundin (über Zebra Holdings) und Thomas Kaplan (über die Electrum Group) zählen zu den bedeutendsten Ankerinvestoren des Unternehmens. Um die Handelbarkeit der Aktien zu steigern und bekannter zu werden gab das Management zuletzt das Uplisting der Aktien an den OTCQB Venture Market in den USA bekannt. Die Aktie von North Arrow Minerals ist aufgrund dieser Unterstützung, des vielversprechenden Projekts und des allgemein unterstützenden Umfelds für Gold-Unternehmen eine spannende Wette für wagemutige Investoren.

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