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26.06.2026 | 04:00

Batterie-Boom 3.0: Die Zukunft fährt 100 % elektrisch! VW, BYD, Stellantis und HPQ Silicon im Zentrum des Sturms

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Bildquelle: Pixabay

Etwas holprig geht es derzeit an der Börse zu. Während die HighTech-Bewegung mittlerweile deutliche Bremsspuren zu verzeichnen hat, geben die Chipwerte allen voran Micron und AMD nochmal richtig Gas. Im Raum stehen die massiven Investitionen in Rechenzentren und neuen KI-Infrastrukturen. Damit rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die mit innovativen Ideen Disruptions-Potenzial für einen ganzen Sektor schaffen. Ein Beispiel bietet HPQ Silicon, das an mehreren neuralgischen Punkten der künftigen Energie- und Industriewertschöpfung ansetzt. Auch bei VW, BYD und Stellantis geht es längst nicht mehr nur um Marktanteile, sondern um die Vorherrschaft im globalen Batterierennen. Für die Automobil-Industrie könnten die Herausforderungen der Zeit aktuell gar nicht größer sein. Denn sie benötigen Rohstoff-Verfügbarkeit und gute Absatzmärkte. Doch letztlich entscheidet der launische Konsument über den Erfolg. Auch Börsianer neigen von je her zur starken Selektion. Wir verraten ein paar Auswahlkriterien!

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , STELLANTIS NV | NL00150001Q9 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Schwierigkeiten in China, aber Vollgas in der EU

    Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen Konzerne heute ihre eigenen Absatzmärkte schaffen. Dies geschieht durch Innovation einerseits, aber auch das Konsumenten-Erlebnis wird zur tragenden Komponente des Erfolgs. Die chinesische Automarke BYD hat sich sehr früh technologisch an die Spitze der E-Fahrzeugtechnik geschoben und stellte hierzu schon vor rund 12 Jahren die richtigen Weichen. Gestützt durch hohe Investitionen von Warren Buffet über seine Holding Berkshire Hathaway, gelang bis heute ein unvergleichlicher Aufstieg an die Spitze der weltweiten E-Mobilitäts-Welle. Sogar der Pionier Tesla wurde im letzten Jahr in Sachen Verkäufe überrundet. Für die Marke spricht anspruchsvolles Design, verlässliche Software und günstige Preise. In Europa zeigt sich dieser strategische Erfolg bereits in harten Zahlen: BYD übertraf 2025 erstmals die Marke von rund 1,5 % Marktanteil und steigerte die Neuzulassungen weiter. Rekordverdächtig beliefen sich die Registrierungen in Deutschland bis Mai 2026 auf nahezu 20.000 Fahrzeuge. Der Exporterfolg wird gestützt durch ein in Ungarn eröffnetes Werk, somit entfallen künftig auch die Einfuhrzölle in die EU. Anders in China: Dort ist unter den über 100 Anbietern von E-Fahrzeugen ein brachialer Preiskampf ausgebrochen. Trotz steigendem internationalem Erfolg ist die BYD-Aktie nach Erreichen eines 10-Jahreshochs bei rund 17,5 EUR seit 2025 auf dem Abstiegspfad. Knapp 8,50 EUR standen gestern an der Tafel: Ein KGV 2026e von 11 – selten gab es den Titel so günstig!

    VW und Stellantis – Restrukturierung und brachialer Preiskampf in Europa

    VW und Stellantis stehen in Europa nicht nur wegen der chinesischen Konkurrenz unter enormem Druck. Nach Jahren von Anpassungsschwierigkeiten und offensichtlichen Management-Fehlern, droht ihnen im harten Wettbewerb nun eine harte Restrukturierung. So gehen bei VW bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze verloren, bei Stellantis sind es weltweit 30.000. Für Investoren ist das kein kurzfristiges Rauschen, sondern ein struktureller Umbau eines Marktes, der seine alten Margenmodelle verliert. VW reagiert mit einem harten Sparkurs, der auf niedrigere Kosten, schlankere Strukturen und eine bessere Auslastung der Werke zielt. Der Konzern meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 75,7 Mrd. EUR und ein operatives Ergebnis von 2,5 Mrd. EUR. Gleichzeitig senkte Volkswagen die Gemeinkosten in diesem Zeitraum um eine Milliarde. Nun ist es das große Ziel, die laufenden Fabrikkosten um 20 % zu senken. Das zeigt, wie ernst die Lage ist, aber auch, wie entschlossen VW die europäische Kostenbasis neu ordnen will.

    Stellantis geht den Umbau nicht weniger konsequent an, allerdings mit einem anderen Tonfall. Der Konzern zeigte für Q1-2026 einen Umsatz von 38,1 Mrd. EUR, einen Nettogewinn von 0,4 Mrd. EUR und ein bereinigtes Betriebsergebnis von 1,0 Mrd. EUR. Die konzernweite Liquidität lag bei 44,1 Mrd EUR, was dem Konzern trotz der Belastungen zunächst einmal Stabilität verschafft. Gleichzeitig drückt Stellantis mit Sonderlasten von rund 22 Mrd. EUR die Bilanz, eine Größenordnung, die man nur einmal in der Firmengeschichte buchen sollte. Der brisante Charakter des Strategiewechsels wird damit aber verdeutlicht. Im Kern geht es um ein neues Gleichgewicht zwischen Produktmix, Kapazitäten und Preisdisziplin. Gerade in Europa, wo die Nachfrage sensibel und der Wettbewerb aggressiv ist, wird jeder Rabatt zur direkten Belastung für die Marge.

    VW und Stellantis versuchen deshalb nicht nur intern zu sparen, sondern auch politisch Rückenwind für die innereuropäische Produktion zu erzeugen. Beide Konzerne werben für eine stärkere „Made in Europe“-Logik, die lokal gefertigte Fahrzeuge und Batterien begünstigen soll. Für Investoren ist das ein wichtiges Signal, weil sich daraus erkennen lässt, dass die Unternehmen den Standort Europa trotz aller Schwächen nicht aufgeben. Mit 5,19 und 77,7 EUR sind die Aktien der Protagonisten nicht weit vom 3-Jahrestief entfernt und für Turnaround-Spekulanten bieten sich die Titel zu einem Bruchteil ihres Buchwerts sowie einstelligen KGVs von 7,2 bzw. 4,2 auf Basis 2026. Interessant!

    HPQ Silicon - Zwischen Drohnenboom, Batterierevolution und Wasserstoff

    Wer in Sachen E-Mobilität denkt, sollte die Batterie-Industrie nicht vergessen, denn sie ermöglicht den effizienten Umgang mit Energie in einer strom-armen Zeit. Das Unternehmen HPQ Silicon stellt sich dieser Herausforderung und bietet innovative Ansätze. Strategisch entwickeln sich die Kanadier von einem klassischen Siliziumunternehmen zu einem Technologieanbieter an mehreren wichtigen Schnittstellen der globalen Energiewende. Im Fokus steht die Kombination fortschrittlicher Batteriematerialien, innovative Verfahren zur Herstellung von pyrogenem Siliziumdioxid sowie der Einsatz von Wasserstoff- und Energieumwandlungstechnologien. Das Ganze in einem Geschäftsmodell, das wichtige Megatrends der Elektrifizierung beliefert.

    Besonders im Bereich siliziumbasierter Batterien gewinnt die Gesellschaft an Profil. Gemeinsam mit dem französischen Technologiepartner Novacium wurden jüngst Batteriezellen mit Kapazitäten von mehr als 7.000 mAh entwickelt, während spezielle Drohnenbatterien Energiedichten von bis zu 395 Wh/kg erreichten. Damit bewegt sich HPQ in einem Technologiefeld, das nach Einschätzung verschiedener Marktstudien bis zum Ende des Jahrzehnts jährliche Wachstumsraten von über 15 % verzeichnen könnte. Mit den aktuellen geopolitischen Brennpunkten sind hier die Schätzungen wohl sehr konservativ angesetzt. Siliziumanoden gelten dabei als einer der aussichtsreichsten Lösungen, um die Leistungsgrenzen heutiger Lithium-Ionen-Batterien deutlich zu verschieben.

    President, Chairman und CEO Bernard Tourillon erklärte seine Strategie auf dem 19. International Investment Forum. Hier geht´s zum Video…

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI

    Jüngst geht es nun in die Kommerzialisierung. Erste Aufträge aus dem europäischen Drohnensektor zeigen, dass die Entwicklungen nicht mehr nur auf Laborebene stattfinden. Zusätzliche Dynamik brachte zuletzt eine auf der Eurosatory 2026 unterzeichnete Absichtserklärung zwischen HPQ, Novacium und dem französischen Antriebsspezialisten LN Innov. Ziel ist die Prüfung einer kanadischen Produktionsplattform für elektrische Drohnenantriebe, welche Batterien, Elektromotoren und komplette Antriebssysteme für den nordamerikanischen Drohnen-, Robotik- und Verteidigungsmarkt integrieren soll. Damit adressiert HPQ einen Markt, dessen strategische Bedeutung in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen ist und laut Branchen-Analysten bis 2030 im Volumen über 100 Mrd. USD klettern sollte. Die Initiative trifft damit genau den Nerv einer Zeit, in der westliche Staaten zunehmend versuchen, kritische Lieferketten aus der starken asiatischen Abhängigkeit herauszulösen. LN Innov konnte seine Antriebssysteme bereits bei mehr als 20 Kunden aus den Bereichen Drohnen, Robotik und Verteidigung testen und daraus über ein Dutzend kommerzielle Aufträge generieren. Gleichzeitig wird die Produktionskapazität in Frankreich auf bis zu 20.000 Drohnenmotoren pro Monat ausgebaut.

    HPQ profitiert dabei doppelt: Einerseits hält das Unternehmen 36,8 % an Novacium, andererseits besitzt es die exklusiven Vermarktungsrechte für zahlreiche Technologien in Nordamerika. Dadurch entsteht die Möglichkeit, nicht nur Komponenten zu liefern, sondern langfristig an einer vollständigen Wertschöpfungskette für autonome Systeme zu partizipieren. Parallel dazu arbeitet HPQ mit Unterstützung von PyroGenesis an einem plasmabasierten Verfahren zur Herstellung von pyrogenem Siliziumdioxid. Sollte die Technologie wie geplant skalieren, könnten Energieverbrauch, Investitionskosten und Prozessschritte gegenüber konventionellen Produktionsmethoden erheblich reduziert werden. Da Fumed Silica in zahlreichen Industrien von Batterien über Elektronik bis hin zu Spezialchemikalien eingesetzt wird, eröffnet sich hier ein weiterer milliardenschwerer Zielmarkt. Ergänzt wird die HPQ-Wachstumsstrategie durch Wasserstoff- und „Waste-to-Energy“-Technologien für netzferne Industrie- und Bergbauanwendungen. Ein eleganter Ringschluss für das zukunftsträchtige Technologie-Portfolio.

    Mit einer aktuellen Börsenbewertung von lediglich rund 78 Mio. CAD und 471 Mio. ausstehenden Aktien bewertet der Kapitalmarkt HPQ bislang noch überwiegend als Entwicklungsunternehmen. Der Investmentcase basiert daher weniger auf heutigen Umsätzen als auf der erfolgreichen Industrialisierung mehrerer Plattformtechnologien gleichzeitig. Die aktuell gezeigte operative Dynamik verspricht aber schnellen Erfolg. Höchst spannend!

    Im Zuge der aktuellen Korrektur im Automotive-Sektor kann sich Batterie-Spezialist HPQ Silicon mit 3 % Abschlag noch gut behaupten. Richtig erwischt hat es VW, BYD und Stellantis mit Verlusten von 8 bis 35 % in nur 12 Monaten. Doch es mehren sich technische Kaufsignale für Turnaround-Investoren. Quelle: LSEG vom 25.06.2026

    Die Aktienmärkte sind in eine sehr volatile Phase aufgebrochen, die sich oft in den Sommermonaten nach der großen Dividenden-Saison zeigt. Nach wie vor dominiert das Momentum im Chip- und KI-Infrastruktur-Sektor, wobei andere Segmente wie z.B. der Automotive-Bereich eine harte Zeit der Restrukturierung durchmachen. HPQ Silicon kann mit seinen innovativen Batterien einem ganzen Sektor technologisch Beine machen, denn die Zeichen bei den Kanadiern stehen auf Sturm!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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