Menü schließen




22.01.2026 | 04:30

Batterien als entscheidende Schlüsseltechnologie: VW, NEO Battery Materials und Hensoldt im technologischen Schulterschluss

  • Batterietechnologie
  • Batterien
  • Lieferketten
  • Innovation
Bildquelle: pixabay.com

Der globale Wettlauf um Batterietechnologien und technologische Souveränität gewinnt deutlich an Schärfe. NEO Battery Materials rückt dabei mit marktreifen und überlegenen Silizium-Anoden und dem bevorstehenden Hochlauf der Massenfertigung in den Fokus. Die Kanadier präsentieren sich mit einem überlegenen Ansatz und Kostenvorteilen als westliche Alternative zu chinesisch dominierten Lieferketten. Gleichzeitig steht VW unter Druck seine E-Mobilitäts-Strategie in einem zunehmend fragmentierten Markt zu beschleunigen. Hensoldt wiederum profitiert vom Boom von Drohnen und sicherheitsrelevanten Zukunftstechnologien. Drei Unternehmen, die exemplarisch zeigen, wie eng Börse, Geopolitik und industrielle Innovation heute miteinander verflochten sind.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005

Inhaltsverzeichnis:


    NEO Battery Materials – Frisches Kapital für die dynamische Expansion

    Der Institutsleiter der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB warnte vor wenigen Monaten bereits eindringlich vor den Folgen der Handelspolitik Chinas und den damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf Lithium-Ionen-Batteriezellen und deren Produktionsketten. Seiner Einschätzung nach könnte es bei weiteren Verschärfungen innerhalb kürzester Zeit zu vollständigen Exportbeschränkungen kommen. Die Aussagen verdeutlichen die große Abhängigkeit des Westens von der Volksrepublik. Die Gesamtsituation spielt NEO in die Karten.
    Die Kanadier bieten Herstellern von Drohnen, Robotern und Elektrofahrzeugen individualisierbare Hochleistungsbatterien an. Dabei basiert die Technologie auf selbst entwickelten und patentierten Silizium-Anoden. Diese sind Graphit-Anoden durch eine bis zu zehnmal höhere Kapazität überlegen und gleichzeitig wesentlich günstiger.
    Silizium-Anoden gelten als eine der entscheidendsten Innovationen in der Lithium-Ionen-Technologie. Experten prognostizieren bis 2030 ein Marktwachstum auf über 10 Mrd. USD. Wachstumstreiber sind Elektrifizierung, höhere Energiedichteanforderungen und geopolitische Neuausrichtung der Lieferketten.
    Die Liste der von der Gesellschaft vermeldeten Erfolgen in den letzten 12 Monaten ist lang. Insbesondere die Erfolge in Asien stechen hervor. So gewann NEO einen Auftrag in Millionenhöhe von einem asiatischen Drohnenhersteller, welcher die Batterien für Lastdrohnen einsetzen will. Für einen südkoreanischen Anbieter von Industrierobotik-Lösungen werden die Kanadier Lithium-Silizium-Zellen und -Packs im Rahmen einer Entwicklungsvereinbarung an liefern.
    Zudem wird ein Batterieproduzent, der leistungsintensive Spezialanwendungen u. a. Drohnen, UAS sowie verteidigungsnahe mobile Systemen anbietet über vier Jahre insgesamt 50 t Siliziumanodenmaterial beziehen. Zusätzlich stammt aus der Automobilbranche zunehmend Nachfrage. Den Anfang machten ein südkoreanischer Fortune-500-Zulieferer und ein nordamerikanischer Fortune-500 Automobilhersteller.
    Als Richtungsweisend stufen wir die Kooperation mit dem Korea Institute for Defense Industry (KOIDI) ein, einer dem südkoreanischen Verteidigungsministerium nahe stehenden Organisation zur Stärkung des nationalen Verteidigungssektors. Dieser Schritt könnte der Türöffner in das große Verteidigungsindustrie-Ökosystem Südkoreas sein. Die Partner beabsichtigen eine Task Force zu etablieren, welche den Einsatz der siliziumverstärkten Batterien in Verteidigungsdrohnen und unbemannten Systemen technisch evaluiert und deren Integration forciert.
    Um die weitere Expansion zu finanzieren schloss NEO vor wenigen Tagen eine Kapitalerhöhung von rund 7 Mio. CAD erfolgreich ab. Insgesamt wurden 11,67 Mio. Anteilsscheine zu einem Ausgabepreis von 0,60 CAD platziert. Zudem erhielten Zeichner je Aktie einen Warrant mit einem Ausübungspreis von 0,85 CAD und dreijähriger Laufzeit.
    Aktuell notiert die Aktie bei 0,74 CAD, womit die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von rund 100 Mio. CAD aufweist. Angesichts der operativen Fortschritte, der strategischen Aufstellung und dem starken Anstieg der Nachfrage verfügen die Anteilsscheine weiterhin über deutliches Kurspotenzial.

    https://youtu.be/w4wv-LqCFIs

    Volkswagen – Starkes Absatzplus bei E-Autos und Plug-in Hybriden

    Der Wolfsburger Konzern konnte mit der Auslieferung von rund 9 Mio. Fahrzeugen im vergangenen Jahr fast das Vorjahresniveau halten. Geografisch zeigten sich gegenläufige Entwicklungen. Während Europa und Südamerika wuchsen, mussten Einbußen in China und Nordamerika hingenommen werden.
    Besonders überraschend fielen die Zuwächse von batterieelektrischen Autos mit knapp 1 Mio. Einheiten aus, ein Zuwachs von 32% gegenüber Vorjahr. Noch dynamischer zeigte sich die Entwicklung von Plug-in Hybriden mit einem Plus von 58%. Es wurden über 400.000 Fahrzeuge mit dieser Antriebsart ausgeliefert.
    Auf Sicht von einem Jahr haben VW-Aktionäre kaum etwas verdient. Der Ausblick auf eine Dividendenrendite von über 6 % kann vielleicht als Trostpflaster dienen. Zuletzt lieferten die guten Zahlen der Tochter Traton positive Impulse für die Aktie. Optisch sind die Anteilsscheine mit einem 2026er KGV von 4,4 günstig. Analysten formulieren im Durchschnitt ein Kursziel von 115 EUR, was einem Aufwärtspotenzial von rund 15% entspricht.

    Hensoldt – Technologieführerschaft als Trumpf

    Der deutsche Konzern gilt als europäischer Technologieführer in mehreren Schlüsselbereichen der Sensorik und ist in manchen Bereichen sogar weltweit die Nummer 1. Hensoldt fokussiert sich auf Radar-, Optronik- und elektronische Luft-/Boden-Systeme für Nachfrager aus den Bereichen Sicherheit und Militär.
    Hauptabnehmer sind staatliche Kunden wie Verteidigungsministerien oder Beschaffungsbehörden. Hensoldt liefert seine Schlüsseltechnologien ebenso an Systemintegratoren und Rüstungskonzerne wie Airbus, Rheinmetall, BAE Systems oder Lockheed Martin. Im Bereich der inneren Sicherheit fragen u.a. Grenzschutz, Küstenwache, Polizei und die zivile Luftüberwachung die Produkte nach.
    Im laufenden Jahr prognostizieren Analysten einen Umsatzanstieg auf 2,8 Mrd. EUR und einen Gewinn von 176 Mio. EUR. Damit wird die Aktie mit einem Börsenwert von 10,4 Mrd. EUR zu einem 2026er KGV von sportlichen 59 gehandelt. Analysten stufen den Titel momentan bei einem Kurs von 88 EUR als angemessen bewertet ein.

    Fazit

    NEO Battery Materials bietet einen technologisch überlegenen Ansatz und verfügt über das große Potenzial den Markt der Batterietechnologie zu verändern. Die Liste der Erfolge der letzten Monate ist lang. Der Aktienkurs spiegelt die Chancen der Gesellschaft bislang nicht wider. Volkswagen hat überaus erfolgreich bei E-Autos und Plug-in Hybriden im letzten Jahr abgeschnitten, jedoch bleibt die Situation in China und Nordamerika kompliziert. Analysten trauen der Aktie lediglich ein bescheidenes Aufwärtspotenzial zu. Hensoldt verfügt technologisch für eine hervorragende Marktposition, allerdings ist die Aktie recht teuer.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 24.04.2026 | 05:20

    Rüstungsaktien nach Rücksetzern: neue Einstiegschancen bei Rheimetall und Renk, Antimony Resources als stiller Profiteur mit mehr als 200 % Kurspotenzial!

    • Antimon
    • Kritische Rohstoffe
    • Verteidigungsindustrie
    • Rüstung
    • Lieferketten
    • Geopolitik
    • Investments

    Nach einer scharfen Korrektur bieten Rüstungsaktien wieder ein attraktives Einstiegsniveau. Die strukturellen Treiber wie steigende Verteidigungsbudgets, geopolitische Spannungen und volle Auftragsbücher bleiben intakt. In diesem Zusammenhang steigt auch die Nachfrage nach dem strategischen Schlüsselrohstoff für Munition, Elektronik und Rüstung - Antimon - bei gleichzeitig knapper globaler Verfügbarkeit und fragilen Lieferketten. So rückt Antimony Resources mit dem größten Antimon-Vorkommen Nordamerikas zunehmend in den Fokus. Analysten trauen der Aktie in den nächsten 12 Monaten ein Wertsteigerungspotenzial von über 200 % zu.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Jens Castner vom 23.04.2026 | 05:20

    Der Pennystock, der Bäcker und der Mehllieferant: HPQ Silicon, IBU-tec und AMG Critical Materials mischen den Batteriemarkt auf

    • Elektromobilität
    • Batterietechnologie
    • Wasserstoff
    • HPQ Silicon
    • IBU-tec
    • AMG Critical Materials
    • Drohnen

    Chinas Dominanz bei Batterien für Elektromobilität ist westlichen Politikern unheimlich. In Sonntagsreden versprechen sie regelmäßig, die Abhängigkeit von Peking zu verringern. Passiert ist bislang wenig. Doch langsam wendet sich das Blatt – wobei die Regierenden aber eher Statistenrollen einnehmen. Die handelnden Personen arbeiten für börsennotierte Unternehmen wie HPQ Silicon, IBU-tec und AMG Critical Materials. Wie das Trio Europas Batterieindustrie wettbewerbsfähig machen will.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 10.04.2026 | 04:45

    Aufgepasst! Riesiges Marktpotenzial im größten Teilbereich der Pharmabranche nutzen: mit Innovator Vidac Pharma, Platzhirsch Bayer oder Turnaround-Kandidat Evotec?

    • Onkologie
    • Krebsforschung
    • Krebstherapie
    • Biotechnologie
    • Pharma
    • Innovation

    Die Onkologie ist der strategisch wichtigste Wachstumsmarkt der Pharmaindustrie und gleichzeitig einer der entscheidenden Hebel zur Verbesserung der globalen Gesundheit. Aktuell erkranken weltweit rund 20 Mio. Menschen pro Jahr an Krebs, die Zahl soll bis 2040 auf über 30 Mio. jährlich ansteigen. Der Markt für Krebsmedikamente ist bereits heute über 200 Mrd. USD groß und wächst rasant. Bayer will 2030 zu den größten Onkologie-Playern der Welt gehören und bestätigte zuletzt die Mittelfristziele. Durch den Beteiligungsverkauf an einem Krebsspezialisten können sich die gebeutelten Aktionäre von Evotec schon bald über einen willkommenen Mittelzufluss freuen. Vidac Pharma geht dagegen ganz neue Wege bei der Bekämpfung von Hautkrebs. Hier schlummert ein enormes Potenzial.

    Zum Kommentar