Menü schließen




17.07.2025 | 06:00

Bayer, NetraMark, Evotec: Wie KI-Forschung jetzt Renditen beschleunigt und Ihr Depot optimieren könnte

  • Bayer
  • NetraMark
  • Evotec
  • Pharma
  • Biotech
  • Künstliche Intelligenz
  • Wirkstoffforschung
  • klinische Studien
  • Datenanalyse
Bildquelle: pixabay.com

Die Gesundheitsbranche wird 2025 von KI und Technologien radikal umgekrempelt. Während Pharmariesen unter Kostendruck und regulatorischen Stürmen ächzen revolutionieren Algorithmen die Arzneimittelentwicklung: Sie entschlüsseln klinische Daten in Rekordzeit und ermöglichen maßgeschneiderte Therapien. In diesem Umbruch entscheidet Innovationskraft über Sieg oder Niedergang. Drei Unternehmen zeigen, wie sie die Zukunft gestalten wollen. Bayer mit seinem breiten Portfolio, NetraMark durch KI-gestützte Datenanalyse und Evotec mit disruptiven Forschungspartnerschaften. Erfahren Sie, was diese Titel aktuell bewegt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer - Rechtsfrieden in Sicht? Pharma-Pipeline sprudelt!

    Der US-Supreme Court hat die Regierung um eine Stellungnahme im Fall Durnell gebeten, einem zentralen Glyphosat-Rechtsstreit von Bayers Tochter Monsanto. Es geht um den grundsätzlichen Vorrang von Bundesrecht gegenüber einzelstaatlichen Klagen. Das ist eine Frage mit großer Tragweite für die gesamte Industrie. Ein klares Urteil des Höchstgerichts, möglicherweise bis Mitte 2026, könnte den langjährigen Rechtsdruck signifikant mindern. Parallel treibt Bayer den Einsatz Künstlicher Intelligenz voran. In der Wirkstoffforschung beschleunigt KI die Entdeckung neuer Kandidaten, in der Landwirtschaft liefert ein KI-Berater Echtzeit-Empfehlungen für Landwirte, und in der Radiologie optimieren Algorithmen Diagnoseverfahren. Diese Digitalisierungsoffensive soll Effizienz und Innovation steigern.

    Positiv überrascht die Pharmasparte mit regulatorischen Meilensteinen. Die EU erweiterte die Zulassung von Eylea® 8 mg. Für Menschen mit bestimmten Netzhauterkrankungen gibt es jetzt eine deutliche Erleichterung. Dank der länger anhaltenden Wirkung sind Injektionen künftig nur noch etwa alle 6 Monate nötig. Für die Betroffenen ist das ein Segen und auch die Ärzte werden entlastet. Auch bei Darolutamid (Nubeqa®) für metastasierten hormonsensitiven Prostatakrebs gab es Fortschritte. Die europäische Zulassungsbehörde hat die Zulassung empfohlen. Grund dafür ist eine Studie, die eine Risikosenkung um 46 % für das Fortschreiten der Erkrankung oder einen tödlichen Verlauf belegt. Dies festigt Nubeqas Position als wichtiger Wachstumstreiber in Bayers Onkologie-Portfolio.

    Die US-Zulassungsbehörde FDA gab grünes Licht für Finerenon (Kerendia®) zur Behandlung einer bestimmten Form der Herzschwäche. Als erstes Medikament seiner Klasse zeigte es hier klare kardiovaskuläre Vorteile und adressiert einen großen ungedeckten Bedarf bei Millionen Patienten. Die erste weltweite Zulassung erhielt Elinzanetant (Lynkuet®) in Großbritannien zur Linderung starker Hitzewallungen in den Wechseljahren. Als erste gezielte duale Neurokinin-Therapie bietet es eine nicht-hormonelle Alternative. Anträge für beide Präparate laufen in weiteren Schlüsselmärkten, was zusätzliches Umsatzpotenzial erschließt. Diese Erfolge unterstreichen die Produktivität von Bayers Pharma-Forschung. Die Aktie ist derzeit für 27,37 EUR zu haben.

    NetraMark - wenn KI klinische Studien endlich verlässlich macht

    Stellen Sie sich vor, Milliarden versickern in Pharma-Studien, nur weil falsche Patienten teilnehmen. Genau dieses Problem packt NetraMark an. Statt wie andere KI-Firmen auf Wirkstoffsuche oder Massendaten zu setzen, konzentriert sich das Unternehmen auf einen kritischen Hebel, nämlich die Analyse nach Studienphasen. Ihre Spezial-KI durchleuchtet kleine, begrenzte, komplexe klinische Datensätze, um versteckte Patientengruppen zu identifizieren, die Ergebnisse verzerren – etwa Non-Responder oder Placebo-Anfällige. Dieser mathematisch hochanspruchsvolle Ansatz ist ihr Alleinstellungsmerkmal in einem Markt voller Blackbox-Lösungen.

    Eine aktuelle Studie vom Juni lieferte handfeste Belege. NetraMarks NetraAI Plattform wurde mit etablierten KI-Größen wie ChatGPT oder Deepseek und klassischen Methoden an echten klinischen Daten (Schizophrenie, Depression, Krebs) verglichen. Während die Konkurrenz versagte, generische KI lieferte nur Rauschen, Standard-Modelle unklare Ergebnisse, identifizierte NetraMarks NetraAI präzise, interpretierbare Patientensubgruppen und steigerte Vorhersagegenauigkeiten signifikant. Das zeigt, dass ihre speziell für klinische Daten entwickelte Technologie funktioniert, und zwar dort, wo Generalisten scheitern, und verwertbare Einsichten für das kommende Studiendesign liefert.

    Der Bedarf ist riesig. Die Pharma Forschungsabteilungen verschlingen jährlich über 240 Mrd. USD, doch die Erfolgsquoten sind niedrig. NetraMark setzt auf strategische Allianzen zur Skalierung. Die globale Partnerschaft mit dem Auftragsforschungsinstitut-Giganten Worldwide Clinical Trials (WCT) bietet den Kunden von WCT die Möglichkeit, NetraMarks KI direkt in ihre Studienabläufe zu integrieren, zunächst in Neurowissenschaften und Onkologie. Gleichzeitig arbeitet man mit einem der 5 größten Pharmakonzernen zusammen – ein starkes Validierungssignal. Diese Kooperationen ebnen den Weg, um die Technologie breit zu implementieren und das enorme Effizienzpotenzial für die Branche zu heben. Seit Jahresanfang konnte die Aktie in der Spitze rund 75 % zulegen und konsolidiert derzeit. Aktuell notiert die Aktie bei 1,39 CAD.

    Evotec - Zwischenbilanz nach strategischer Neuaufstellung

    Das 1. Quartal zeigte bei Evotec divergierende Tendenzen. Der Gesamtumsatz sank um 4 % auf 200 Mio. EUR, getrieben von Schwächen im Shared-R&D-Segment mit einem Minus von 9 %. Hier lasten rückläufige Aufträge im transaktionalen Geschäft und nachlassendes Volumen bei Großpartnern. Positiv sticht dagegen die Biologics-Sparte hervor. Mit 59,4 Mio. EUR übertraf sie Erwartungen dank neuer Kundenverträge und skalierter Kooperationen. Das Unternehmen demonstriert Kostendisziplin. Die F&E-Ausgaben wurden um ein Drittel gesenkt, was den operativen Cashflow stärkte.

    Evotecs Fokus auf technologische Kernkompetenzen trägt Früchte. Die Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb im Proteinabbau unterstreicht die Führungsrolle in präklinischer Forschung. Gleichzeitig erhält das Unternehmen staatliche Förderung für Antikörpertherapien gegen Lungenfibrose – ein Beleg für wissenschaftliches Vertrauen. Die Biologics-Einheit profitiert von ihrer Plattformtechnologie, die Generika- und Pharmaunternehmen gleichermaßen anzieht. Jüngst stieß Evotec zudem zum NURTuRE-AKI-Forschungskonsortium, um mit KI-gestützten Analysen neue Nieren-Therapien zu entwickeln. Solche Initiativen festigen das Fundament für langfristige Partnerschaften.

    Der Druck im Shared-R&D-Markt bleibt spürbar, besonders bei frühen Forschungsdienstleistungen. Doch die aktuelle Branchenkonsolidierung birgt Chancen. Biotech-Restrukturierungen könnten die Nachfrage nach externen Dienstleistern wie Evotec befeuern. Das Unternehmen hält trotzdem an ambitionierten Zielen fest. Bis 2028 strebt es jährliche Umsatzsteigerungen von 8-12 % an und will die EBITDA-Marge über 20 % treiben. Entscheidend wird sein, ob die Kosteneffizienz und technologische Agilität ausreichen, um die schwächeren Segmente zu kompensieren. Für Investoren bleibt Evotec ein Play auf Forschungsexzellenz – mit klaren Stärken, aber auch Risiken. Eine Aktie kostet momentan 7,294 EUR.


    Der KI-Getriebene Umbruch in der Gesundheitsbranche ist bei vielen Unternehmen ersichtlich. Bayer demonstriert mit regulatorischen Erfolgen bei Eylea®, Nubeqa® oder Kerendia® und KI-Integration in Forschung, Landwirtschaft und Diagnostik, wie ein Konzern trotz Rechtsrisiken Innovationskraft mobilisiert. NetraMark adressiert mit seiner präzisen KI zur Identifikation verzerrender Patientensubgruppen in klinischen Studien ein milliardenschweres Effizienzproblem. Das ist validiert durch Partnerschaften wie der mit Worldwide Clinical Trials. Evotec stemmt sich gegen Marktdruck durch Fokussierung auf profitables Biologics-Wachstum, Kostendisziplin und strategische Allianzen, bleibt aber in der Transformationsphase.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.05.2026 | 04:00

    Die Sieger des Defense-Sektors: Volatus Aerospace und DroneShield, da bleiben Rheinmetall, Renk und TKMS auf der Strecke

    • Defense
    • Drohnen
    • Rüstungsindustrie
    • Big Data
    • Künstliche Intelligenz
    • HighTech

    Nach dem explosionsartigen Kursanstieg vieler klassischer Rüstungswerte mehren sich im Defense-Sektor die technischen Warnsignale. Aktien wie Rheinmetall, Renk oder TKMS handeln inzwischen teils deutlich unter ihren langfristigen Trendlinien, während Momentum-Indikatoren wie MACD, RSI und Stochastik weiterhin Korrekturbedarf indizieren. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus institutioneller Investoren zunehmend von schwerer Rüstung hin zu technologiebasierten Verteidigungslösungen rund um Drohnenabwehr, Aufklärung und autonome Systeme. Genau hier setzen Volatus Aerospace und DroneShield an, die mit skalierbaren Plattformen, KI-gestützter Sensorik und wachsender Nachfrage aus Militär- und Sicherheitskreisen in einen strukturellen Wachstumsmarkt hineinlaufen. Auf Drei-Monats-Sicht liegen beide Titel noch satt im Plus, während traditionelle Defense-Titel inzwischen an den hohen Erwartungen der Investoren scheitern und sich den fundamentalen Gegebenheiten stellen müssen. Der Kapitalmarkt beginnt also zunehmend zwischen zyklischer Rüstungsfantasie und langfristig disruptiver autonomer Systeme sowie intelligenter Verteidigungstechnologien zu unterscheiden, mit klaren Vorteilen für die Spezialisten der nächsten Sicherheitsgeneration.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 12.05.2026 | 05:00

    Biotech und die Effizienz-Revolution: Warum für Novartis, BioNTech und BioNxt die letzte Meile entscheidet

    • Biotech
    • Darreichungsform
    • Innovation
    • Pharma

    Während für Biotech-Investoren über Jahrzehnte hinweg das Dogma galt, dass nur die Entdeckung eines völlig neuen Moleküls den Weg zu einem Milliarden-Exit ebnen kann, zeigt die Realität des Marktes aktuell ein weitaus differenzierteres Bild. Kluge Anleger und Branchenanalysten erkennen zunehmend, dass der wahre Flaschenhals der modernen Medizin nicht der Mangel an neuen Wirkstoffen ist. Vielmehr verschiebt sich der strategische Fokus hin zur Bioverfügbarkeit, zur Präzision der Verabreichung und zur konsequenten Steigerung der Patienten-Compliance. Diesen Wandel treibt das Patent Cliff, also das nahende Auslaufen von Patenten, das bis 2030 Medikamente mit einem jährlichen Spitzenumsatz von insgesamt mehreren hundert Milliarden USD bedroht. Wir beleuchten den Markt und zeigen Chancen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 08.05.2026 | 05:20

    Verdienen Sie an der Kupfer-Knappheit: BYD, Power Metallic Mines und Intel im Fokus der Versorgungskrise

    • BYD
    • Power Metallic Mines
    • Intel
    • Elektromobilität
    • Internationalisierung
    • Kupfer
    • NISK
    • Elektrifizierung
    • Kupferknappheit
    • Chips
    • Künstliche Intelligenz

    Die jüngste Kupferhausse ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein fundamentaler Wandel. Autobauer, Rohstofffirmen und Chipkonzerne stecken plötzlich im selben Sog. Denn die Energiewende und der KI-Boom verschlingen Unmengen des roten Metalls. Während BYD als Elektroautoriese riesige Kupfermengen verbaut sichert Power Metallic Mines als Rohstofflieferant polymetallische Vorkommen. Intel wiederum benötigt das Metall für die Kühlinfrastruktur seiner KI-Datenzentren. Versorgungsknappheit und geopolitische Risiken verschärfen den Wettlauf. In diesem Spannungsfeld rücken wir drei Unternehmen in den Fokus: BYD, Power Metallic Mines und Intel.

    Zum Kommentar