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04.05.2022 | 05:10

BYD, Nevada Copper, XPeng – Neue Chancen bei Kupferaktien

  • Kupfer
  • Elektromobilität
  • Erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Nach einem fulminanten Börsenjahr 2021 und dem Erreichen von neuen Zehn-Jahreshochs erreichte der Kupferpreis Anfang März nach dem Beginn des Ukraine-Konfliktes noch einmal neue Höchststände. Seitdem korrigiert der Basispreis auf hohem Niveau. Durch den Plan der Politik, einen noch schnelleren Umstieg zu Erneuerbaren Energien zu praktizieren, steigt jedoch die Nachfrage nach dem elementaren roten Metall erheblich. Für die nächsten Jahre prognostizieren Experten einen neuen Superzyklus. Von diesem Trend profitieren in erster Linie Produzenten des knappen Gutes.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008 , XPeng Inc ADR | US98422D1054 , NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039

Inhaltsverzeichnis:


    XPeng – Steigende Absatzzahlen befeuern Nachfrage

    Dass die Nachfrage nach dem roten Metall in naher Zukunft abflachen könnte, scheint ausgeschlossen. Auf dem Weg zur Dekarbonisierung und dem Erreichen der Klimaziele hat Kupfer als kostengünstiges leitfähiges Material eine entscheidende Bedeutung. Laut Experten stehen die Erneuerbaren Energien aktuell für rund 5% der globalen Kupfernachfrage. Bis 2025 soll der Anteil auf rund 10% steigen, bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts dürfte dieser mehr als 16% ausmachen. Auf einen derartigen Nachfrageüberhang scheint der Kupfermarkt jedoch bei weitem nicht vorbereitet. Ein für lange Zeit niedriger Kupferpreis und Zurückhaltung bei den Genehmigungen neuer Projekte haben die Investitionen in künftiges Angebotswachstum in den zurückliegenden Jahren stark eingeschränkt. Somit dürften die wenigen Produzenten von dem stark wachsenden Bedarf deutlich profitieren.

    Einer der Haupttreiber ist dabei der Wandel des Verkehrs von Verbrennern zu mit Batterie betriebenen Fahrzeugen. Für eine Elektroauto benötigt man zum Beispiel viermal mehr Kupfer als für einen Wagen mit Verbrennungsmotor. Die steigende Nachfrage nach Elektroautomobilen und damit Kupfer lässt sich an den Absatzzahlen beim chinesischen Elektroauto-Produzent XPeng ablesen. Bis zum 30. April 2022 wurden insgesamt kumuliert 43.563 Fahrzeuge ausgeliefert, was einer Steigerung von 136% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zwar lieferte XPeng im Vergleich zum März mit 9.000 Enheiten rund 40% weniger aus. Dies ist jedoch hauptsächlich auf die gestiegenen Infektionszahlen und den verhängten Lockdowns zurückzuführen.

    Nevada Copper – Die Restrukturierung greift deutlich

    Trotz eines Bullenmarktes, der Kupfer seit den Tiefstständen im März 2020 mehr als verdoppeln ließ, gibt es aufgrund von Sondersituationen noch Nachzügler und Chancen, am boomenden Rohstofftrend teilhaben zu können. Eine spekulative Chance auf einen heftigen Turnaround bietet der Kupferproduzent Nevada Copper, der im US-Bundesstaat Nevada das zu 100% im Besitz befindliche Pumpkin Hollow-Projekt lenkt. War Nevada Coppers Weg in der Vergangenheit von Verzögerungen und ständigen Strategieänderungen geprägt, die viele Mio. USD im Sande verlaufen ließen, stehen seit dem letzten Führungswechsel die Zeichen auf Rebound.

    Nachdem der aktuelle Chief Executive Officer Randy Buffington das Ruder übernahm, wurden zunächst die Finanzen auf Vordermann gebracht. Mit KFW wurde die Kreditlinie gestreckt und erweitert, Pala Investment sicherte eine zusätzliche Finanzierung zu und bleibt weiterhin mit 38% der Ankeraktionär. Zudem wurden mit Solway als auch Mercuria mit einer Einlage von je 30,0 Mio. USD zwei institutionelle Adressen gewonnen, die mit je 10,4% an das hochgradige Projekt, das neben Kupfer auch beträchtliche Ressourcen an Gold und Silber aufweist, unterstützen. Operativ konnte Nevada Copper eine stetige Optimierung der Arbeitsabläufe und im März einen neuen Höchststand vermelden.

    Das Unternehmen teilte mit, dass im März eine Rekordkupferproduktion erzielt wurde, wobei in den letzten 30 Tagen 1.300 dt Kupferkonzentrate aus mehreren Abbaustellen, einschließlich der hochgradigen Sugar Cube-Zone, produziert wurden, während das Unternehmen die Abbruchraten weiter verbesserte.

    "Wir freuen uns über die Fortschritte, die bei Pumpkin Hollow in der Untertagemine, im Tagebauprojekt und bei den Explorationsinitiativen erzielt werden", sagte Randy Buffington, CEO von Nevada Copper. "Das Team hat bemerkenswerte Arbeit geleistet, um den Hochlauf in den Schlüsselbereichen der Erschließung, des Abbaus und der Verarbeitung sicher voranzutreiben. Wir freuen uns darauf, diese Fortschritte auf dem Weg zu einer stabilen Produktion planmäßig im Laufe dieses Jahres fortzusetzen."

    Aktuell notiert Nevada Copper bei 0,56 CAD und in Frankfurt umgerechnet mit 0,41 EUR. Der Höchstkurs des Turnaround-Kandidaten lag im April 2011 bei 64,20 CAD, rund 47,50 EUR. Die Chancen auf eine positive Trendwende sind in jedem Fall durch das Einleiten der oben erwähnten Maßnahmen gegeben.

    BYD – Stark im Branchenvergleich

    Während ein Großteil der Peer-Group in den vergangenen Monaten stark Federn lassen musste, glänzt das „Build your dream“-Unternehmen mit relativer Stärke. Nachdem im März eine stärkere Abverkaufs-Welle bis zu einem Zwischentief bei 21,42 USD lief, wurde dies als Chance zum Aufbau neuer Positionen genutzt, die den Kurs wieder erfolgreich zurück in Richtung der 30 USD-Marke bugsierte. Bei 31,55 USD befindet sich ein markanter Widerstand. Sollte dieser überwunden werden, rückt das Kursziel von 35,91 USD in greifbare Nähe.

    Auch fundamental kann das chinesische Vorzeigeunternehmen glänzen. So wuchs BYD in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres dynamisch. Der Umsatz legte um mehr als 60% zu und der Gewinn konnte sich mit mehr als 240% vervielfachen.


    Die Korrektur beim Kupferpreis könnte langfristig eine gute Chance bieten, in zurückgebliebene Kupferproduzenten wie Nevada Copper zu investieren, da die steigende Nachfrage der Elektroautobauer wie BYD weiter anhalten dürfte. Während BYD relative Stärke aufweist, ist bei XPeng noch Vorsicht geboten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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