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21.11.2025 | 05:30

BYDs Batterie-Revolution, Pasinex' verborgene Schätze, Rio Tintos grüne Metalle: So knacken Sie den Profit-Code der Energiewende

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Getrieben durch die globale Energietransformation entstehen historische Chancen. An vorderster Front agieren Pioniere, die nicht nur Technologien, sondern ganze Märkte neu definieren. Sie kontrollieren die kritischen Hebel für die Zukunft, von der revolutionären Energiespeicherung über die Erschließung hochgradiger Rohstoffquellen bis hin zur nachhaltigen Massenproduktion der Schlüsselmetalle. Diese Unternehmen sind die stillen Architekten des Wandels und bieten das wohl überzeugendste Wachstumspotenzial der kommenden Jahre. Drei Akteure, angeführt vom Technologieführer BYD, gefolgt vom Rohstoffspezialisten Pasinex Resources und dem Bergbauriesen Rio Tinto, zeigen, wie Anleger partizipieren können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , PASINEX RESOURCES LTD. | CA70260R1082 , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1

Inhaltsverzeichnis:


    BYD - im strategischen Umbruch

    BYD stellt sein internes Finanzsystem für Lieferanten auf den Prüfstand. Statt hauseigener Wechsel will das Unternehmen künftig auf standardisierte Bankpapiere setzen, um Rechnungen zu begleichen. Das bisherige Modell bot BYD zwar Kostenvorteile, ließ Zulieferer jedoch auf Zahlungen bis zu 127 Tage warten, deutlich länger als der Branchendurchschnitt. Diese Transition wird aktuell mit ausgewählten Partnern getestet. Der Schritt erfolgt nicht ohne Grund, denn neue Regulierungen fordern von Automobilherstellern kürzere Zahlungsziele und mehr Transparenz. Für BYD bedeutet dies, die Vorteile straffer Lieferkettenfinanzierung mit gestiegenen Compliance-Anforderungen in Einklang zu bringen.

    Die Neuausrichtung kommt zu einer herausfordernden Zeit. Die Verkaufszahlen zeigen erste Risse. Im Oktober legten zwar rein batterieelektrische Modelle um 17 % zu, doch die Gesamtverkäufe brachen um 12 % ein. Verantwortlich dafür ist der Einbruch im Plug-in-Hybridsegment, das etwa ein Drittel weniger absetzte. Parallel rutschte der Quartalsgewinn um 33 % ab. Das ist ein deutliches Signal, wie sehr der Preiskampf im Heimatmarkt die Margen belastet. Diese Entwicklung ist keine Eintagsfliege; es war bereits der zweite monatliche Rückgang in Folge. Die Dynamik zeigt, dass BYDs dominante Position im umkämpften chinesischen Markt kein Selbstläufer mehr ist.

    Trotz kurzfristiger Turbulenzen arbeitet BYD an langfristigen Stellhebeln. Die globale Expansion schreitet voran, insbesondere in Europa gewinnt das Unternehmen Marktanteile. Zudem investiert BYD in Zukunftstechnologien wie Energiespeicher, autonomes Fahren und Robotik. Diese Bereiche sind aktuell kaum in der Bewertung enthalten. Die Herausforderung wird sein, die expansive Strategie mit einer konsolidierenden Marktphase in China zu vereinbaren. Das ist kein einfaches Unterfangen. Für Investoren bleibt BYD ein Unternehmen im Wandel. Kurzfristig steht es unter Druck, aber mit dem Potenzial, gestärkt aus der aktuellen Marktbereinigung hervorzugehen. Derzeit ist die Aktie für 10,535 EUR zu haben.

    Pasinex Resources - Zink-Fokus und operative Schritte unter der Lupe

    Für Investoren im Basismetall-Sektor bietet Pasinex Resources ein interessantes Profil. Das kanadische Bergbauunternehmen setzt konsequent auf Zink und treibt seine Projekte in der Türkei mit spürbarem Tempo voran. Zink ist für die Energiewende sowohl als Energiespeicher- als auch als Wasserstoffproduktionsmaterial von Bedeutung. Der strategische Fokus liegt darauf, hochgradige Vorkommen zu erschließen und direkt zu verwerten, was die betriebliche Komplexität und die Kapitalkosten niedrig halten kann. Dieses klare Zielbild wird durch jüngste operative Meilensteine untermauert, die das Unternehmen näher an eine gesteigerte Produktionsfähigkeit heranführen.

    Die jüngsten Unternehmensmeldungen zeichnen ein Bild von konsolidierten Besitzverhältnissen und gestärkten Finanzen. Ein zentraler Schritt war die nun erteilte behördliche Genehmigung (MAPEG) für den vollständigen Erwerb des Sarikaya-Projekts. Damit kontrolliert Pasinex zu 100 % dieses vielversprechende Asset, das für seinen hohen Zinkgehalt von bis zu 50 % bekannt ist. Parallel dazu schloss Pasinex eine Privatplatzierung ohne Brokerbeteiligung ab, die rund 2,3 Mio. CAD einbrachte. Bemerkenswert ist, dass sich auch Insider signifikant beteiligten. Sie zeichneten 2 Mio. Aktien und investierten selbst 150.000 CAD. Das ist ein Zeichen, das von Anlegern als Vertrauensbeweis gewertet werden kann.

    Aktuell konzentriert sich die Arbeit auf die zügige Entwicklung von Sarikaya. Mit der behördlichen Freigabe in der Tasche kann die erste Phase der Exploration und Minenentwicklung nun offiziell starten. Die Pläne sehen vor, bereits im 1. Halbjahr 2026 mit Untertagebohrungen zu beginnen, um das volle Potenzial der Lagerstätte zu erkunden. Diese operativen Fortschritte weisen den Weg für greifbares Produktionswachstum und legt den Grundstein für eine positive finanzielle Entwicklung. Die konsequente Umsetzung unterstreicht die Fähigkeit des Managements, ambitionierte Ziele auch tatsächlich zu realisieren. Aktuell notiert die Aktie bei 0,105 CAD.

    Rio Tinto - strategische Weichenstellungen

    Die jüngsten Produktionszahlen von Rio Tinto zeigen ein robustes Bild. Im 3. Quartal legte die Förderung bei den meisten Bodenschätzen im Jahresvergleich zu, während die Kostenprognosen stabil blieben. Allerdings zeichnet sich unter der Oberfläche ein gemischtes Bild ab. Trotz höherer Produktionsmengen blieben die operativen Cashflows nahezu unverändert, und die freien Cashflows gerieten unter Druck. Grund hierfür sind deutlich gestiegene Investitionsausgaben, die sich aus mehreren Großprojekten wie der Eisenerzmine Simandou oder der Kupfermine Oyu Tolgoi verteilen. Diese Investitionen in die zukünftige Kapazität haben auch die Nettoverschuldung des Konzerns spürbar ansteigen lassen.

    Strategisch bewegt sich der Konzern in einem dynamischen Feld. Einerseits treibt er Partnerschaften voran, wie die Erweiterung der Eisenerzmine West Angelas mit japanischen Partnern. Andererseits stehen Projekte wie Oyu Tolgoi immer wieder im Fokus rechtlicher und compliance-bezogener Prüfungen. Ebenfalls bemerkenswert ist die Überlegung, einen Teil der Beteiligung an Chinalco im Tausch gegen Assets abzugeben. Das ist ein Schritt, der finanzielle Flexibilität für Aktienrückkäufe oder Zukäufe schaffen könnte. Gleichzeitig passt Rio Tinto sein Portfolio an, indem es nicht wettbewerbsfähige Anlagen, wie etwa die Verringerung der Kapazität an der Yarwun-Aluminium-Raffinerie, herunterfährt.

    Das makroökonomische Umfeld bleibt eine große Unbekannte. Rio Tinto ist nach wie vor stark von der Konjunktur in China abhängig, wo sich die verarbeitende Industrie weiterhin schwertut, auch wenn die Regierung an ihren Wachstumszielen festhält. In den USA könnten verzögerte Zinssenkungen der Fed und anhaltende Handelskonflikte die Nachfrage belasten. Positiv könnte sich langfristig der Einstieg in den Lithium-Markt durch die Akquisition von Arcadium Lithium auswirken, da die Nachfrage nach dem Batteriemetall voraussichtlich steigen wird. Kurzfristig dürften die Aktie jedoch weiterhin von Nachrichten zu Handelsstreitigkeiten, Energiepreisen und geopolitischen Spannungen bewegt werden. Momentan kostet eine Aktie 60,83 EUR.


    Die Energiewende bietet historische Chancen, erfordert jedoch die richtigen Akteure. BYD steht als Technologieführer unter kurzfristigem Margendruck, treibt aber seine globale Expansion und Innovation unvermindert voran. Pasinex Resources punktet mit seinem Fokus auf hochgradige Zinkvorkommen und operativer Schlagkraft, die in absehbarer Zeit die Produktion wachsen lassen könnte. Der Bergbauriese Rio Tinto hingegen setzt mit massiven Investitionen in Zukunftsmaterialien wie Kupfer und Lithium die strategischen Hebel für langfristiges Wachstum, auch wenn dies die Bilanz aktuell belastet. Zusammen bilden sie ein starkes Portfolio entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Transformation.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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