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02.07.2026 | 04:41

Chancen bei Aktien: Linde und 2G Energy - A.H.T. Syngas Technology - Micro-Cap mit Potenzial!

  • Linde
  • A.H.T. Syngas
  • 2G Energy
  • Aktien
  • Doppelfeuer
  • Landwirtschaft
Bildquelle: AI

Die Märkte präsentieren sich äußerst volatil. Auch wenn der Ölpreis zuletzt deutlich zurückgekommen ist, machen nun andere Bereiche Sorgen. So warnte jüngst die Bank of America seine Kunden. Demnach sehen die Strategen der Wall Street-Bank die Zeit gekommen, um zum einen Kursgewinne mitzunehmen („take profits“) und Absicherungen für das Portfolio aufzubauen („hedge“). Damit bezog sich die Bank explizit auf den Technologiesektor und warnte vor einem schwachen dritten Quartal. Als Argumente führte die Bank zum einen die hohen Bewertungen vieler Unternehmen an. Zum anderen seien die Aktienkäufe auf Kredit in den USA ein massives Problem. Diese Kennzahl läge inzwischen bei 4 % im Vergleich zum Bruttosozialprodukt und damit auf einem Allzeithoch. In der Tat erhöhte diese Warnung sofort die Volatilität an den Börsen. Für Anleger sind das schwierige Zeiten, um strategisch zu investieren. Es lohnt sich daher auf starke Qualitätswerte zu setzen, die langfristig Performance liefern können. Wir blicken daher auf die Aktien von 2G Energy, A.H.T Syngas Technology und Linde!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82 , 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9

Inhaltsverzeichnis:


    Linde: Fels in der Brandung!

    Die Aktienmärkte zeigen sich in den vergangenen Wochen extrem volatil. Teilweise treiben Halbleiteraktien ganze Indizes wie den südkoreanischen Kospi um 8 oder 10 % am Tag in die eine oder andere Richtung. Entsprechende Folgen haben solche Bewegungen auch an der Wall Street mit ihren techlastigen Indizes. Wer nachts mit soliden Titeln besser schläft, der sollte einen Blick auf Linde werfen. Die frühere deutsche Industrieperle, die inzwischen hauptsächlich ein US-amerikanisches Unternehmen ist, ist auch in diesem Umfeld ein Fels in der Brandung.
    Das Unternehmen ist einer der stabilsten Blue Chips an den globalen Aktienmärkten, aber auch bei der operativen Entwicklung. So hat man sich in seinem Gasgeschäft einen tiefen Burggraben aufgebaut. Kunden werden oft direkt aus Anlagen beliefert, die in den gleichen Industrieparks stehen und per Pipeline miteinander verbunden sind. Das hält die Abnehmer eng bei Linde und spart zudem oft Kosten. Garniert wird diese Zusammenarbeit oft mit langen Lieferverträgen.
    Ein Blick auf die Zahlen zum ersten Quartal 2026 verdeutlicht, wie solide das Geschäft ist. So legten die Einnahmen zwischen Januar und Ende März um 8 % auf 8,78 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Operativ verdiente das Unternehmen rund 2,63 Mrd. USD, ein Wachstum von +8 %. Linde gehört zu den wenigen Industrieunternehmen weltweit, die eine bereinigte operative Marge von mehr als 30 % einfahren. Dieses Jahr will Linde einen bereinigten Gewinn je Aktie von 17,60 bis 17,90 USD erreichen.
    Die Aktie konnte trotz der vielen Unsicherheiten an den globalen Börsen auch dieses Jahr bisher solide zulegen. Das Papier gewann in USD gerechnet fast 20 % hinzu. Mit einem KGV auf Prognosebasis von rund 30 ist das Papier nicht wirklich günstig. Allerdings hat an der Börse auch Qualität ihren Preis.

    A.H.T. Syngas Technology: Micro-Cap mit Potenzial!

    Unter den deutschen Nebenwerten sind derzeit vor allem Zulieferer der Halbleiterindustrie besonders gefragt. Sie dominieren derzeit die Ranglisten für die beste Performance in diesem Jahr. Der Haken: Viele dieser Firmen sind bereits sportlich bewertet. Mit der A.H.T. Syngas Technology gibt es allerdings auch einen Cleantech-Wert, der bewertungstechnisch ordentlich Potenzial bietet. Mit einem Börsenwert von aktuell rund 7 Mio. EUR zählt er wahrlich zu den kleinen, aber feinen Aktien auf dem deutschen Kurszettel.
    Die Firma mit operativem Sitz in Overath bei Köln und rechtlichem Sitz in den Niederlanden lässt sich vereinfacht als „Waste-to-Value“-Modell für dezentrale Energiesysteme beschreiben. A.H.T. Syngas hat sich darauf spezialisiert, aus biogenen Rest- und Abfallstoffen ein sauberes Synthesegas (Syngas) zu erzeugen, das direkt vor Ort zur Erzeugung von Strom, Wärme, Prozessenergie oder Wasserstoff genutzt werden kann. Im Mittelpunkt der Technologie steht das sogenannte Doppelfeuer-Verfahren. Dabei werden die eingesetzten Feststoffe wie Abfälle aus der Landwirtschaft thermisch zerlegt. Ein Teil des Inputs wird verbrannt, um die notwendige Prozesswärme zu erzeugen. Das Ergebnis ist ein besonders reines Produktgas, das hauptsächlich aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff besteht. Aufgrund dieser hohen Reinheit kann das Gas dann beispielsweise direkt in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.
    Das Verfahren hat gegenüber herkömmlichen Methoden zudem einen riesigen Vorteil: Während andere auf hochwertige, standardisierte Holzhackschnitzel angewiesen sind, können mit der Technologie von A.H.T. alle möglichen Eingangsstoffe genutzt werden, sogar brikettierte Agrarabfälle wie Gülle und Klärschlamm. Die Kunden sparen sich so Entsorgungskosten und erzeugen gleichzeitig günstige Energie.
    Mit diesem Ansatz expandiert A.H.T. besonders in der Nische der kleinen und mittelgroßen Abnehmer wie Mittelständler, Kommunen oder auch lokale Energieversorger, die dezentrale Lösungen wollen. Aktuell wagen die Rheinländer den Sprung vom reinen Projektierer zum Energie- und Technologiepartner. Dadurch sollen nicht nur einmalige, sondern wiederkehrende Erträge generiert werden.
    Cosmin Filker von GBC Research gefällt der Ansatz von A.H.T. Der Analyst hat für die Aktie ein Kursziel von 8,50 EUR ausgegeben. Er sieht drei Faktoren für steiles Wachstum: Der Wechsel zum Betreiber-Modell, die jüngste Expansion nach Polen sowie die Wasserstoff-Fantasie. Für dieses Jahr erwartet GBC einen Umsatz von 9 Mio. EUR. Bis 2028 soll sich dieser auf 23 Mio. EUR mehr als verdoppeln.

    2G Energy: Der KI-Profiteur aus dem Münsterland!

    Im Mai meldete die nordamerikanische Tochtergesellschaft der deutschen 2G Energy AG den schon lange kolportierten Großauftrag zur Ausstattung von KI-Rechenzentren in den USA. Demnach werden die Münsterländer die Ausstattung mit eigenständigen containerisierten Energieversorgungsanlagen vornehmen. Das Volumen des Auftrags liegt bei über 100 Mio. EUR. Die Versorgung mit Energie ist beim Ausbau der Rechenzentren in den Vereinigten Staaten ein großes Problem und gilt als Flaschenhals der Branche. Nun meldete 2G Energy, dass man weitere Aufträge aus der Boombranche erhalten habe, die ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich liegen.
    Zudem erwartet das Management sowohl für den US-Markt als auch für Europa eine nochmalige Beschleunigung der Nachfrage. Dies gelte sowohl bei Kraftwerken mit und ohne Auskopplung sowie bei Wärmepumpen. Nicht zuletzt gab es zudem aus der Bergbaubranche neue Orders im mittleren zweistelligen Megawattbereich.
    Für das zweite Halbjahr erwartet 2G Energy ein starkes Wachstum, 2027 wird sogar mit einem Umsatz von 570 bis 620 Mio. EUR im Konzern gerechnet. Zudem soll auch die Gewinnmarge zulegen. Die Börsianer nahmen die Meldung über den nächsten Großauftrag aus der KI-Branche positiv auf. Auf dem Parkett gibt es auch Spekulationen über weitere Aufträge in den kommenden Monaten. Die Aktie von 2G Energy hat sich seit Jahresanfang mehr als verdreifacht und setzt derzeit den Aufwärtstrend stabil fort.


    Fazit: Linde ist ein Langfrist-Play. Der tiefe Burggraben schützt vor Margenverfall und bietet eine solide Dividende. Mit A.H.T. Syngas investieren Anleger in ein wachstumsstarkes Unternehmen aus dem Cleantech-Bereich. 2G Energy profitiert von der Nachfrage nach dezentralen Energielösungen, derzeit auch durch den Ausbau der KI-Infrastruktur.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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    • Zefiro Methane

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