Menü schließen




07.02.2022 | 05:08

Edison Lithium, Standard Lithium, Varta – Gewinner der Lithium-Knappheit!

  • Elektromobilität
  • Batterietechnologie
  • Lithium
  • Kobalt
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektromobilität steht erst am Anfang eines enormen Wachstums. Hauptprofiteure sind Unternehmen, die zwingend erforderliche Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Kupfer und Nickel produzieren bzw. sich auf dem Weg zur Produktion befinden. Die Nachfrage übersteigt das Angebot zunehmend und deutlich. In der Konsequenz steigen die Rohstoffpreise und damit die Gewinne der Produzenten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Edison Lithium – Gut aufgestellt

    Lithium ist ein entscheidender Rohstoff der Mobilitätswende. Das Leichtmetall wird zur Herstellung wiederaufladbarer Akkumulatoren mit einer sehr hohen Energiedichte benötigt, wie sie in Elektroautos zum Einsatz kommen. Experten prognostizieren eine langanhaltende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Die Auswirkungen haben sich in den letzten knapp zwei Jahren eindrucksvoll mit der Vervielfachung des Lithiumpreises gezeigt. Nutznießer sind Produzenten, aber auch Explorer oder Developer wie die kanadische Edison Lithium.

    Auf Seite der Anbieter und auch geographisch betrachtet ist der Lithiummarkt stark konzentriert. Grundsätzlich wird der Rohstoff aus Sole (Salzseen) oder aus Erz gewonnen. Experten schätzen, dass rund 60% der weltweiten Lithiumreserven in den Salzseen der südamerikanischen Staaten Chile, Argentinien und Bolivien lagern. Dabei ist Argentinien auf dem Weg die globale Nummer 1 der Lithium-Produktion, Chile, in den nächsten Jahren zu überholen.

    Edison Lithium, bis Ende 2021 unter dem Namen Battery Metals firmierend, fokussiert sich auf die Exploration und Erschließung von Kobalt-, Lithium- und anderen Energiemetallvorkommen. Dabei werden Projekte ausschließlich in Regionen mit nachgewiesenem geologischen Potenzial erworben. Im letzten Sommer akquirierte Edison die argentinische Resource Ventures S.A zu einem Preis von 1,85 Mio. USD. Damit konnten sich die Kanadier aussichtsreiche Lithium-Sole-Claims in der Provinz Catamarca, Argentinien, sichern. Das Gebiet umfasst 148.000 Hektar und ist in erster Linie in den beiden geologischen Becken Antofalla Salar und Pipanaco Salar im sogenannten „Lithium-Dreieck“ lokalisiert.

    In Kanada besitzt die Gesellschaft zudem ein Kobalt-Projekt im Nordosten von Ontario. Die Liegenschaft umfasst mehrere historische Minen und Gruben. Edison Lithium ist aktuell lediglich mit einer Marktkapitalisierung von 16 Mio. CAD bewertet.

    Standard Lithium – Short-Attacke

    Standard Lithium widmet sich innovativen Extraktionsverfahren zur Lithiumgewinnung. Das Vorzeigeprojekt auf über 150.000 Acres befindet sich im Süden des US-Bundestaats Arkansas. Im Rahmen des Projekts wollen die Kanadier den Nachweis der kommerziellen Rentabilität der Lithiumextraktion aus Sole im industriellen Maßstab erbringen. Die Demonstrationsanlage nutzt die unternehmenseigene LiSTR-Technologie zur selektiven Gewinnung von Lithium aus der Endsole von Lanxess. Das skalierbare, umweltfreundliche Verfahren macht den Einsatz von Verdunstungsteichen überflüssig, verkürzt die Verarbeitungszeit von Monaten auf Stunden und erhöht die effektive Gewinnung von Lithium damit erheblich.

    Das Unternehmen verfolgt auch die Erschließung von über 30.000 Acres separater Sole-Pachtgebiete im Südwesten von Arkansas (Lithiumprojekt South West Arkansas) sowie von etwa 45.000 Acres Mineralpachtgebieten in der Mojave-Wüste im San Bernardino County im US-Bundesstaat Kalifornien.

    Zuletzt gerieten die Anteilsscheine durch eine Short Attacke deutlich unter Druck. Hindenburg Research hatte in einem Report behauptet, dass Standard Lithium in seinen Veröffentlichungen widerrechtlich keine Angaben zum Pilotprojekt in Arkansas mache. Zudem wurde die im Januar gemeldete Absichtserklärung mit Koch Minerals & Trading LLC für den Kauf von Lithiumchemikalien und die Beschaffung von wichtigen Rohstoffen kritisiert. Koch ist Großaktionär von Standard Lithium.

    Das Management der Kanadier veröffentlichte eine umfangreiche Gegendarstellung zu den Aussagen von Hindenburg Research. Daraufhin konnte sich die Aktie deutlich erholen und die Marktkapitalisierung wieder auf 1,3 Mrd. CAD zulegen. Der Knick im Chart ist aber noch nicht ausgebügelt.

    Varta – Ohne Impulse

    Die Varta-Aktie hat 2022 den Abwärtstrend weiter fortgesetzt und ist unter die charttechnische Marke von 100 EUR gefallen. Damit ist die Gesellschaft mit knapp 3,9 Mrd. EUR bewertet. An der Nachrichtenfront ist es schon länger still geworden. Greifbares wurde zuletzt im November berichtet. Nachdem die Börse zuvor verhaltene Wachstumsaussichten der Süddeutschen abgestraft hatte, bestätigte der Batteriehersteller den Ausblick für 2021. Danach soll das bereinigte EBITDA steigen und sich die operative Marge auf rund 30% verbessern.

    Angesichts der deutlich nachlassenden Gewinndynamik – die Konkurrenz aus Asien bei Mikrobatterien nimmt zu – und den noch wenig belastbaren Plänen zum Einstieg in das Geschäft mit Großbatterien für E-Autos - ist die Aktie in den Augen der meisten Analysten wenig aussichtsreich geworden. Am 31. März wird der Konzern die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren. Anleger dürften die Aussagen und Prognosen der Gesellschaft bei diesem Anlass gespannt verfolgen.


    (Angehende) Produzenten von Batteriemetallen werden in den nächsten Jahren zu den Profiteuren des Nachfragebooms zählen. Wer abseits der etablierten Player wie Standard Lithium auf die Riege der Explorer setzen will, für den ist Edison Lithium eine Überlegung wert. Die Kanadier verfügen über zwei chancenreiche Projekte und sind Nutznießer höherer Lithium- oder Kobalt-Preise. Bei Varta überwiegen die Risiken.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 16.07.2026 | 05:00

    Jeder muss zahlen - verdienen Sie mit! Das Maut-Geheimnis von InterDigital und Abbvie – Globex Mining mit 272 Rohstoff-Projekten im Bestand

    • Lizenzen
    • Patente
    • Rohstoffe
    • Liegenschaften

    Die Weltwirtschaft ist ein Dschungel, an jedem Pfad warten Mautstellen - wer passieren will, muss zahlen. Das zeigt auch der Namenswechsel von Siemens Energy zu Omterra – selbst eine Ausgliederung aus dem Siemens-Konzern muss für den Namen der Mutter bezahlen. Dieses Maut-Prinzip gibt es in vielen Branchen. Wer hat, was alle brauchen, kann damit gutes Geld verdienen. Wir beleuchten drei spannende Geschäftsmodelle und zeigen Investoren spannende Chancen auf, die sich vor allem in einer Zeit des Wandels bezahlt machen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 16.07.2026 | 05:00

    Daten zu Rendite – die Tricks von Palantir und S&P Global, Aspermont kombiniert Daten und Rohstoffe

    • Daten
    • Rohstoffe
    • Investitionen

    Die Digitalisierung sorgt für eine wahre Daten-Flut. Doch Rohdaten im unstrukturierten Zustand besitzen keinen wirtschaftlichen Wert. Sie gleichen einem Rohstoff, der erst durch tiefgehende Branchenexpertise veredelt und kontextualisiert werden muss. Wer heute im Wettbewerb bestehen will, muss seine Entscheidungen auf Basis hochwertig aufbereiteter Daten treffen. Branchenschätzungen erwähnen immer wieder, dass Datenanalysten und Datenwissenschaftler im Schnitt mehr als 50 % ihrer täglichen Arbeitszeit mit Suchen und Formatieren von Datensätzen verbringen. Kein Wunder, dass der weltweite Markt für die Monetarisierung von Daten bis zum Jahr 2034 laut Marktforschern auf bis zu 25 Mrd. USD wachsen soll. Wer in diesem rasanten Umfeld die Nase vorn hat und welche innovativen Ansätze es gibt, beleuchten wir in unserem Artikel.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.07.2026 | 04:45

    Der Wettlauf verschärft sich: Rock Tech Lithium auf der Überholspur, geht Volkswagen unter? Nutzt BYD die Chance?

    • Lithium
    • Batteriemetalle
    • Elektromobilität
    • Automobilindustrie
    • Investments

    Der Wettbewerb in der Automobilbranche verschärft sich. Laut den neuesten Daten des Center of Automotive Management (CAM) verbuchten die deutschen Autobauer, gemessen am Durchschnitt der TOP 20 der Branche, überdurchschnittlich hohe Absatzrückgänge in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Das Fazit der Experten ist glasklar. Es wird ein neues Kapitel in Sachen Marktbereinigung aufgeschlagen und denjenigen, die zu langsam auf die Veränderungen des Marktes und der Technologie reagieren, droht längerfristig das Aus. Kann sich Volkswagen schnell genug gesundschrumpfen? Welche Antworten hat BYD auf den harten inländischen Wettbewerb und wie massiv können die Chinesen in Europa angesichts der schwächelnden heimischen Unternehmen expandieren? Ein Player, auf den beide Unternehmen zunehmend angewiesen sein könnten, ist Rock Tech Lithium. Die Kanadier wollen die komplette Wertschöpfungskette im Bereich Lithium aufbauen und so die dringend benötigten sicheren Lieferketten für die westlichen Industrienationen sicherstellen. Wer hat die Nase in dieser entscheidenden Phase vorn?

    Zum Kommentar