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09.09.2025 | 05:10

Enphase, dynaCERT, Siemens Energy – Erneuerbare Energien vor dem Turnaround

  • erneuerbare Energien
  • Wasserstoff
  • Solartechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Trotz teils massiver Kursverluste bleiben erneuerbare Energien ein Zukunftsthema. Der weltweite Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserstoff-Infrastruktur wird durch geopolitische Krisen, Klimaziele und milliardenschwere Förderprogramme weiter vorangetrieben. Während viele Anleger zuletzt ausgestiegen sind, könnten sinkende Zinsen, steigende Energiepreise und politische Rückenwinde jetzt den Boden für einen Rebound bereiten. Wer antizyklisch denkt, sollte jetzt genau hinsehen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , ENPHASE ENERGY INC.DL-_01 | US29355A1079 , DYNACERT INC. | CA26780A1084

Inhaltsverzeichnis:


    Enphase Energy - Rebound-Kandidat mit Value-Faktor

    Enphase Energy zählt zu den wenigen Solarausrüstern, die trotz Marktkorrektur profitabel geblieben sind. Der kalifornische Konzern liefert Mikroinverter, Speicher und Wallboxen in über 140 Länder und hat bereits 29 Gigawatt an Wechselrichterleistung installiert. Mit Produktionsstandorten in den USA profitiert Enphase zusätzlich von Zollvorteilen.

    Zwar spiegeln die Geschäftszahlen den Absturz der Solarbranche wider, der Umsatz sank von 2,33 Mrd. USD im Jahr 2022 auf 1,48 Mrd. USD, der Gewinn brach von 438 Mio. auf 174 Mio. USD ein. Doch die Talsohle scheint, wie die jüngsten Quartalszahlen zeigen, durchschritten. Diese übertrafen die Erwartungen, der Ausblick stimmt vorsichtig optimistisch.

    Im Gegensatz zu Konkurrenten wie SMA Solar oder SolarEdge ist Enphase nach wie vor profitabel. Die Bewertung ist mit einem KGV von 14,4 und einem EV/EBITDA von 10,7 inzwischen eine der günstigsten im Sektor.

    Auch charttechnisch zeigen sich erste Hoffnungsschimmer: Die Aktie konnte die 50-Tage-Linie durchbrechen und könnte mit einem nachhaltigen Sprung über die 40 USD-Marke aus dem Abwärtstrend ausbrechen. Rückenwind liefert die hohe Short-Quote von 23 %, was einen Short Squeeze nach dem besagten Ausbruch nicht ausschließt.

    dynaCERT – Vertrieb läuft an

    Große Chancen auf einen Turnaround bieten sich auch beim Wasserstoffinnovator dynaCERT. Mit einer Marktkapitalisierung von 66,29 Mio. CAD, umgerechnet 40,90 Mio. EUR, könnte die dynaCERT-Aktie nach einer monatelangen Seitwärtsbewegung einen neuen Anlauf in Richtung Norden starten. Der Grund liegt in der der kürzlich gestarteten Vertriebsoffensive, die erste Früchte trägt.

    Der kanadische Anbieter von wasserstoffbasierten Nachrüstlösungen für Dieselmotoren meldet seinen bislang größten Einzelauftrag. Das texanische Unternehmen Hydrofuel Technologies bestellte 100 Geräte mit der patentierten HydraGEN™-Technologie. Eine Anzahlung wurde bereits geleistet, die ersten 25 Einheiten sind auf dem Weg nach Mexiko.

    Zudem wird Hydrofuel wird offizieller Vertriebspartner in Texas und Mexiko, einem der weltweit größten Märkte für Diesel-LKW. Das nordamerikanische Land rangiert weltweit auf Platz 7 bei der LKW-Nutzung und Platz 9 bei der Diesel-LKW-Produktion. Dadurch könnte sich hier für dynaCERT ein Milliardenmarkt öffnen.

    Die HydraGEN™-Technologie sorgt für effizientere Dieselverbrennung, spart Kraftstoff, reduziert Emissionen und ermöglicht Kunden, CO2-Zertifikate zu generieren. Unterstützt wird dies durch eine eigene Telematik-Software, die Verbrauch und Einsparungen dokumentiert. Besonders für schwere Maschinen, bei denen Verbrauch und Laufzeiten hoch sind, rechnet sich der Einsatz besonders schnell.

    Die Tatsache, dass Hydrofuel erstmals auf Vorrat kauft, spricht für das Vertrauen in die Technologie und bietet dynaCERT erstmals echte Planungssicherheit. Gelingt der Rollout, könnte die Aktie vor einer fundamentalen Neubewertung stehen.

    Siemens Energy – Positive Nachrichtenlage

    Die positiven Meldungen zur zweiten Hälfte der vergangenen Handelswoche sorgten auch aus charttechnischer Sicht für Aufhellung. Denn nach der Korrektur seit August dieses Jahres verlor die Siemens Energy-Aktie bis zum Tief bei 83,32 über 20 % an Wert, der markante Widerstandsbereich genau auf diesem Level konnte jedoch erfolgreich verteidigt werden.

    Dabei stand das DAX-Unternehmen gleich doppelt im Fokus der Anleger. Zum einen sicherte sich der Energietechnikkonzern einen Großauftrag beim milliardenschweren Ostsee-Projekt Bornholm Energy Island, zum anderen steht der bevorstehende Aufstieg in den EuroStoxx 50 bevor. Beides zusammen sorgt für starke Impulse bei der Aktie.

    Mit Wirkung zum 22. September wird Siemens Energy in den EuroStoxx 50 aufgenommen. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Fonds und ETFs, die den Index real abbilden, ihre Portfolios anpassen müssen, was frische Nachfrage nach der Aktie erzeugen dürfte.

    Noch bedeutender ist der Zuschlag beim BEI-Projekt, einem dänisch-deutschen Gemeinschaftsvorhaben, das von den Übertragungsnetzbetreibern Energinet (Dänemark) und 50Hertz (Deutschland) umgesetzt wird. Siemens Energy wird vier Konverter-Anlagen sowie weitere technische Komponenten liefern. Der Auftragswert liegt hier bei über 1 Mrd. EUR. Auch die Politik unterstützt das Projekt. So hat die EU einen Förderbescheid über 645 Mio. EUR ausgestellt.


    Der Solarausrüster Enphase könnte nach den horrenden Kursverlusten die Talsohle durchschritten haben. Siemens Energy erfreute die Anleger mit zwei positiven Nachrichten, wodurch sich das Chartbild aufhellen könnte. Der Wasserstoffspezialist dynaCERT vermeldet den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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