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23.08.2023 | 04:50

Enttäuschungen und Überraschungen: Nikola, Plug Power, First Hydrogen Aktie

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzellen
  • Elektromobilität
  • Nutzfahrzeuge
Bildquelle: Nikola Corporation

Wasserstoff und Elektromobilität sind Megatrends. Doch längst nicht alle Aktien aus diesen Sektoren halten, was sie versprechen. Enttäuscht hat zuletzt Nikola. Nachdem sich die Aktie im Juni und Juli vervielfacht hat, kam im August die Halbierung. Und jetzt hat Nikola erneut Aktionäre geschockt. Auch mit Plug Power hatten Anleger in den vergangenen Monaten keine Freude. Der Wasserstoff-Spezialist bekommt seine Margen einfach nicht in den Griff. Gibt es nach den jüngsten Abverkäufen bei beiden wieder Hoffnung? Dagegen hat First Hydrogen positiv überrascht. Ein Kunde ist vom Test des Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugs begeistert. Folgt jetzt der Großauftrag und die Wiederentdeckung der Aktie?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NIKOLA CORP. | US6541101050

Inhaltsverzeichnis:


    First Hydrogen: Der Wasserstoff-Newcomer begeistert

    Wie schlecht die Stimmung im Wasserstoffsektor ist, zeigt die Reaktion auf die jüngste Erfolgsmeldung von First Hydrogen – diese blieb nämlich aus. Dabei hat das Wasserstoff-Brennstoffzellen-Nutzfahrzeug der Kanadier bei Testfahrten eines Flottenbetreibers in Großbritannien überzeugt. In normalen Zeiten hätte diese Meldung wohl für einen zweistelligen Kurssprung gesorgt. Bietet sich damit eine spannende Einstiegschance?

    Ja, sagen die Experten von researchanalyst.com. Nach den überaus erfolgreichen Testfahrten der Prototypen unter realen Straßenbedingungen dürfte bald der Eintritt in den Massenmarkt erfolgen. Damit erschließen die Kanadier ein Umsatzvolumen von rund 1 Mrd. EUR. Mit einem Börsenwert von rund 90 Mio. EUR sei First Hydrogen damit im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Sektor nicht überbewertet.

    Zuletzt hat sich Rivus begeistert von den Testfahrten im Straßenbetrieb mit den Nutzfahrzeugen von First Hydrogen geäußert. Die Reichweite sei unschlagbar – im Vergleich zu Fahrzeugen mit Elektroantrieb mehr als doppelt so groß – und die Betankung mit weniger als 5 Minuten sehr schnell. Dabei handelt es sich alles andere als um einen kleinen Flottenanbieter. So betreibt Rivus in UK rund 120.000 Fahrzeuge. Gemma Horne, Warranty Controller bei Rivus, begleitete die Tests und sagte: "Der Hauptvorteil des First Hydrogen Fahrzeugs ist, dass die Betankungszeiten kürzer sind als die Ladezeiten von batteriebetriebenen Fahrzeugen. Und natürlich verursachen Wasserstofffahrzeuge im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren keinerlei Emissionen."

    Auch First Hydrogen Automotive CEO Steve Gill zeigte sich zufrieden: "Wir freuen uns, dass Rivus beweisen konnte, dass diese Technologie für viele Flotten eine praktikable Alternative sein kann. Der Versuch hat auch gezeigt, dass das Fahrzeug mit einer einzigen Tankfüllung eine Reichweite von mehr als 500 km erreicht und damit die ersten Erwartungen an die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs im realen Betrieb übertroffen hat. Wir sind schon lange davon überzeugt, dass unser Fahrzeug für Fuhrparks von Vorteil sein wird, und dieser erste Versuch beweist genau das."

    Plug Power: Aktionäre machen sich Sorgen

    Während First Hydrogen mit Blick auf die Bewertung und das Marktpotenzial praktisch keine Vorschusslorbeeren erhält, sieht es bei Plug Power ganz anders aus. Der Wasserstoff-Spezialist aus den USA wird auch nach den jüngsten Kursrückgängen mit mehr als 5 Mrd. USD bewertet. Nach erneut schwachen Quartalszahlen mit hohen Verlusten und einer drohenden Kapitalmaßnahme schickten Anleger die Aktie unter 8 EUR und damit in die Nähe des Mehrjahrestiefs bei rund 7 EUR. Vor rund einem Jahr notierte die Aktie noch bei über 20 EUR.

    Im Geschäft ist einfach der Wurm drin. Zwar konnte Plug Power im zweiten Quartal den Umsatz um 72 % auf 260,2 Mio. USD steigern und damit die Analystenschätzungen übertreffen, aber übertroffen wurden eben auch die Verlustschätzungen. So hat Plug Power im zweiten Quartal einen Verlust von 236,4 Mio. USD erwirtschaftet. Dies wiederum lässt vermuten, dass die US-Amerikaner bis zum Erreichen des Break-even noch eine Menge Kapital benötigen werden.

    Nikola: Wandelanleihe schockt Aktionäre

    Nikola ist da schon einen Schritt weiter. Am Montag wurde eine Kapitalmaßnahme angekündigt. Daraufhin verlor die Aktie des Entwicklers von Elektro-LKWs noch mal deutlich zweistellig und schloss bei 1,51 USD. So sollen über eine Wandelanleihe insgesamt rund 325 Mio. USD eingesammelt werden. Damit kommt auf bestehende Aktionäre eine deutliche Verwässerung zu. Noch dringender als bei Plug Power wird das Kapital benötigt, um „irgendwann“ den Break-even zu erreichen. Wann steht in den Sternen. Denn zuvor erfolgte ein Verkaufsstopp der elektrischen LKWs aufgrund eines Batteriebrandes. Die bisher ausgelieferten Fahrzeuge wurden zurückgerufen, um den Batteriepack anzupassen. Vielleicht hat Nikola auch aufgrund dieser Probleme bereits angekündigt, sich auf Brennstoffzellen-LKWs zu fokussieren.

    Wie bei Plug Power ist auch bei Nikola die Marktkapitalisierung trotz des Kurssturzes nicht zu unterschätzen. So bringt Nikola immernoch über 1,4 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Bei Plug Power dürfte es erst bei Klarheit der Finanzierung nachhaltig aufwärts gehen.


    Anleger sind gut beraten, nicht nur auf die alten Pureplays wie Nel, Plug Power und Nikola zu achten. Zu den interessanten Newcomern zählt ohne Zweifel First Hydrogen.

    Das Nutzfahrzeug von Frist Hydrogen überzeugt im Praxistest Quelle: First Hydrogen

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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