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07.10.2022 | 05:10

First Majestic Silver, Manuka Resources, Barrick Gold – Ist der Boden erreicht?

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Bildquelle: pixabay.com

Inflationsbekämpfung um jeden Preis, so lautet im Augenblick das Motto der verschiedenen Notenbankmitglieder in den USA. Trotz Rezessionssorgen an den Finanzmärkten ist die US-Notenbank FED fest entschlossen, die Inflation mit einem straffen Zinskurs einzudämmen. Dass diese bereits ausgeufert ist und durch weitere Zinsschritte schwer einzudämmen ist, ohne die Wirtschaft in den Ruin zu treiben, dürfte nicht nur für Ökonomen ersichtlich sein. Erste Stimmen, die das Ende der Zinserhöhungen fordern, werden bereits laut. Dies könnte den Startschuss für eine nachhaltige Aufwärtswelle der Edelmetalle bedeuten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , Manuka Resources Limited | AU0000090292 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031

Inhaltsverzeichnis:


    Gold – Aufhellendes Chartbild

    Der Chairman der FED, Jerome Powell, ist fest entschlossen, die bereits ausgeuferte Inflation mit allen Mitteln zu bekämpfen. Zwar wünsche er sich, dies ohne Schmerzen für die Weltwirtschaft zu tun, „aber diesen Weg gibt es nicht“, so Powell. Neben der FED setzen auch die Mehrheit der weltweit agierenden Zentralbanken auf eine strikte Geldpolitik mit höheren Zinsniveaus. Bis vor kurzen konnte sich die Europäische Zentralbank dem munteren Zinstreiben entziehen, folgte nun jedoch der Strategie des großen Bruders. Die Gefahren für dieses Handeln sind jedoch enorm. Zum einen ist die europäische Wirtschaft auch aufgrund des eskalierten Ukraine-Konflikts bereits angeschlagen und läuft Gefahr, geradewegs in eine Rezession zu rutschen. Zum anderen sind viele Euro-Länder, vor allem die südlichen Staaten des Kontinents, hoch verschuldet und würden durch weitere Zinserhöhungen in eine dramatische Schieflage geraten. In den USA stehen im November die Midterm-Wahlen an, bei denen die Demokraten von Präsident Joe Biden ihre knappen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und Senat unbedingt verteidigen müssen. Der Vorwurf der republikanischen Gegenseite gegen den amtierenden Präsidenten lag darin, die hohe Inflation in den USA zu ignorieren.

    Somit dürfte die aktuelle Regierung bis zu den Zwischenwahlen gewillt sein, die straffe Geldpolitik beizubehalten. Danach dürfte sich ein Ende der Zinsspirale abzeichnen. Bereits jetzt kommen erste Signale, die einen baldigen Richtungswechsel andeuten. Der Notenbanker Charles Evans aus dem FED-Bezirk von Chicago äußerte sich gegenüber dem TV-Sender CNBC. „Es sei Zeit, dass die US-Notenbank Federal Reserve das Tempo der Zinserhöhungen verlangsamt. Geldpolitik funktioniert mit Verzögerung und wir haben uns zuletzt sehr schnell bewegt.“

    Sollten weitere Signale in Hinblick auf ein Ende des Zinszyklus kommen, dürfte dies für Edelmetalle nach einer seit August 2020 andauernden Korrektur den Startschuss für eine starke Aufwärtsbewegung bedeuten. Aus charttechnischer Sicht konnte sich durch die Rückeroberung der wichtigen Marke von 1.680 USD je Unze das Chartbild bereits deutlich aufhellen. Wichtig wäre nun als Nächstes ein Überschreiten des seit Mai 2021 existierenden Aufwärtstrends bei rund 1.797,00 USD.

    Manuka Resources – Dreifaches Potenzial

    Noch ist das negative Chartbild trotz der jüngsten Erfolge noch nicht gänzlich bereinigt. Ein nochmaliges Abtauchen würde jedoch langfristig antizyklische Einstiegschancen bei Goldproduzenten sowie Explorationsunternehmen bieten. Diese wirken bei längerfristigen Trendbewegungen des Basispreises wie ein Hebel, sowohl nach oben als auch nach unten und eignen sich für jedes Edelmetall-Portfolio zu Diversifikation.

    Ein interessanter Player ist der jüngste Edelmetallproduzent Australiens, Manuka Resources. Dieser besitzt im Cobar-Basin-Becken zwei aussichtsreiche Bergbauprojekte mit einer Explorationszone von insgesamt 1.150 qkm. Mit dem Mt. Bobby-Goldprojekt besitzen die Australier eine der historisch reichsten Goldminen des Kontinents, in der in früherer Produktion 500.000 Unzen Gold mit einem durchschnittlichen Gehalt von einer halben Unze pro Tonne Erz abgebaut wurde. Nach dem Börsengang von Manuka Resources 2020 wurde diese wieder in Produktion genommen, mit dem Ziel, 24.000 Unzen Gold zu fördern. Dieses Ziel wurde bereits um das Zweifache übertroffen. Zudem konnten weitere Erkenntnisse über das Explorationspotenzial des Projekts gewonnen werden. Von Seiten des erfahrenen Managements wird erwartet, dass die Ressource in der Tiefe deutliches Potenzial besitzt. Im vierten Quartal erwartet das Unternehmen einen neuen Minenplan, um dann die Produktion Anfang 2023 erneut starten zu können.

    Beim zweiten Projekt handelt es sich um das vollständig genehmigte Wonawinta-Silber-Projekt, das zudem auch Gold beinhaltet. Mit einer Mineralressourcenschätzung von 51 Mio. Unzen zählt die Liegenschaft zu einem der größten Silberproduzenten Australiens. Zudem wurden 200.000t vorhandenes Blei geschätzt. Ein weiteres Asset ist die auf der Lagerstätte vorhandene Verarbeitungsanlage, mit der beide Edelmetalle behandelt werden können. Das Projekt befindet sich aktuell in Produktion und verarbeitet die 515.000 t Halde, die sich auf dem ROM-Pad neben der Anlage befindet. Der Abbau von Silber soll demnach wieder aufgenommen werden so bald sich der Kurs des Basispreises wieder nach oben bewegt.

    Mit dem Erwerb des South-Taranaki-Bight-Projekts (STB) konnte sich das australische Unternehmen in eine neue Ebene bugsieren. Das STB-Projekt, das vor der Westküste Neuseelands liegt, ist ein VTM-Eisensandprojekt mit Vanadium-Titan und Magnetit. Dabei wurden in der Vergangenheit durch die früheren Eigner mehr als 50 Mio. USD investiert und bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Projekt verfügt über eine erteilte Bergbaulizenz und eine außerordentlich große JORC-Ressource von 3,8 Mrd.t. Mit einem Vanadium-Gehalt von 0,5%/t basierend auf ersten Schätzungen der jährlichen Abbauraten für das STB-Projekt würde die geschätzte Jahresproduktion von Vanadium etwa 55 Mio. GBP betragen. Damit wäre Manuka Resources nach China und Russland der drittgrößte Vanadium-Förderer und könnte jährlich 15% des weltweiten Angebots produzieren.

    Die Marktkapitalisierung des aussichtsreichen Produzenten, der bereits laufenden Cash-Flow erzielt, liegt bei 41,47 Mio. AUD. Ein ausführliches Interview mit dem CEO von Manuka Resources, Dennis Karp, können Sie hier nachlesen.

    Barrick Gold, First Majestics – Ist der Boden drin?

    Deutlich aufgehellt nach dem letzten Ausverkauf hat sich das Chartbild des zweitgrößten Goldproduzenten der Welt, Barrick Gold. Nach den Tiefstständen Ende September bei 13,97 USD konnte sich der Kurs vom seit Mitte August existierenden kurzfristigen Abwärtstrend entfernen. Die Bodenbildungsformation abschließen würde der Kurs bei einem nachhaltigen Überschreiten der Marke von 16,68 USD. Nächstes Ziel wäre dann kurzfristig die 200-Tagelinie, die aktuell bei 19,52 USD verläuft. Nach unten wäre die positive Formation mit dem Bruch des seit 2015 gebildeten Trends bei 14,40 USD gebrochen.

    Ein Ende der Bodenbildung könnte sich auch beim Silberproduzenten First Majestics Silver abzeichnen. Nach der Bildung eines doppelten Bodens im Bereich von 6,31 USD konnte sich der Kurs erfolgreich absetzen und könnte bei einem Überschreiten des Widerstandes bei 9,28 USD ein frisches Kaufsignal generieren. Ein nachhaltiges Überwinden des Abwärtstrends vom Januar bei 11,10 USD würde ein Anschlusspotenzial bis 14 USD bieten. Positiv zeigt sich der Trendfolgeindikator, der kürzlich auf Wochenbasis ein Kaufsignal generierte.


    Die Edelmetallmärkte litten in den vergangenen Monaten unter der Änderung der Zinspolitik durch die Notenbanken. Jedoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich diese spätestens nach den Zwischenwahlen in den USA im November ändert. Dies dürfte sowohl die Gold- als auch Silbermärkte stark beflügeln. Barrick Gold und First Majestic Silver könnten ihren Boden bereits gefunden haben. Manuka Resources bietet mit seinen drei aussichtsreichen Projekten langfristiges Potenzial.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    • Westafrika
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