03.08.2026 | 05:05
Nachhaltig investieren und Dividenden kassieren mit Iberdrola, RE Royalties und Enel!
Die aktuellen Schaukelbörsen mit teils extremen Schwankungen wie im Chipsektor machen derzeit das Leben vieler Börsianer schwer. Wenn Aktien an einem Tag ohne neue Nachrichten prozentual zweistellig gewinnen oder verlieren, liegt es häufig an der Markttechnik. Wer ruhig schlafen will, kann alternativ auf Unternehmen setzen, die nachhaltig hohe Ausschüttungen vornehmen. Dies gilt insbesondere im Sektor der erneuerbaren Energien. Ob Wind, Sonne oder Wasser: Derzeit boomen diese Bereiche und leisten ihren Beitrag zur dynamisch wachsenden Energienachfrage. Wir blicken heute deshalb auf drei solide Zahler, die hohe Dividendenrenditen mit nachhaltigem Wirtschaften kombinieren: Iberdrola, RE Royalties und Enel.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ENEL S.P.A. ADR EO 1 | US29265W2070 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , IBERDROLA INH. EO -_75 | ES0144580Y14
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Iberdrola: Wie an der Schnur gezogen!
Wie an der Schnur gezogen steigt die Aktie von Iberdrola nun schon seit drei Jahren kontinuierlich. Die Papiere des spanischen Energieriesen haben sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Der jüngste Rücksetzer ist dabei nicht operativ begründet, sondern wohl eher dem Marktumfeld geschuldet und bietet eine Chance für langfristig orientierte Anleger, die nachhaltig Dividenden kassieren möchten.
Dabei gehört Iberdrola inzwischen zu den weltweit größten Betreibern von erneuerbaren Energien und setzt nicht nur auf Spaniens Sonnenkraft. Neben Solar wurde auch massiv in Offshore- und Onshore-Windkraftparks investiert. In Letzteren gilt der Konzern als absolute Weltspitze. Geografisch hat man sich schon lange vom Mutterland weiterentwickelt. Neben der iberischen Halbinsel ist Iberdrola in ganz Europa aktiv sowie in Lateinamerika und den USA. Diese breite Aufstellung macht das Unternehmen so krisenfest. Langfristig kommt natürlich die steigende Nachfrage nach Strom als Treiber hinzu.
Im ersten Halbjahr setzten die Spanier 22,47 Mrd. EUR um, der Gewinn je Aktie kletterte um knapp 15 % auf 0,62 EUR. Das Management bekräftigte die Jahresziele und will das bereinigte Nettoergebnis um 8 % steigern. Für die Aktionäre gibt es eine solide, seit Jahren steigende Dividende, die aktuell bei 0,685 EUR je Aktie liegt. Auf dem momentanen Kursniveau gibt es also mehr als 3 % an Ausschüttungsrendite. Eine Besonderheit gibt es: Aktionäre können zwischen einer Barauszahlung und Gratisaktien wählen.
RE Royalties: 10 % Dividendenrendite fürs Depot!
Wer nach noch höheren Dividendenrenditen sucht, liegt bei RE Royalties richtig. Das kanadische Unternehmen zahlt 0,04 CAD je Aktie im Jahr aus und kommt derzeit auf eine Dividendenrendite von mehr als 10 %. Dabei ist das Geschäftsmodell extrem effizient. Das Unternehmen hat das Prinzip der Royalties aus dem Öl- und Bergbausektor auf die erneuerbaren Energien übertragen. RE Royalties hat so inzwischen in mehr als 130 Einzelprojekte investiert und ist an den Erträgen beteiligt.
Dabei setzt man voll auf grüne Lösungen. Die Beteiligungen befinden sich im Bereich von Solar- und Windparks, Batteriespeichern, erneuerbarem Erdgas und Wasserkraft sowie Infrastrukturprojekten, die die Energieeffizienz steigern. Wie üblich in der Energiebranche wird über lange Zeiträume investiert, viele Projekte laufen über 20 Jahre und mehr. Dies macht das Geschäftsmodell unglaublich gut planbar.
Konkret stellt RE Royalties dabei Kapital bereit, um Projekte zu realisieren und erhält vom Partner im Gegenzug einen Anteil an den künftigen Erträgen. Daneben agiert man auch kurzfristig als Geber von Brückenfinanzierungen. RE Royalties setzt dabei voll auf die Nische, um dem intensiven Wettbewerb durch andere Geldgeber wie Banken oder Private Equity aus dem Weg zu gehen. So agiert man als Finanzierer bei Projekten mit einem Volumen von im Regelfall 10 bis 20 Mio. CAD. Seit dem Jahr 2016 hat man laut Unternehmensangaben mehr als 80 Mio. CAD investiert. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital bewegt sich bei durchschnittlich mehr als 19 %. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa den Renditen vom Cloud-Geschäft großer Tech-Riesen.
Das Management, das etwa ein Viertel der Anteile hält, sieht allerdings ein Dilemma im Aktienkurs. Zusammen mit den Beratern von PricewaterhouseCoopers wurde ein Prozess eingeleitet, um die Strategie zu optimieren. Laut Unternehmen liegen Optionen wie strategische Partnerschaften, Co-Investments oder die Optimierung der Kapitalstruktur durch Eigen- oder Fremdkapital auf dem Tisch. Selbst einen Verkauf an einen größeren Player schließt man nicht aus. Investoren können bei der Aktie von RE Royalties erst einmal auf die hohe Ausschüttung setzen: 10 % gibt es heute nicht überall. Zum anderen bietet ein Verkauf, sprich eine Übernahme die Möglichkeit, auf eine Prämie zu hoffen.
Enel: Italiens Champion auf Wachstumskurs!
Auch Italien hat sich im erneuerbaren Sektor einen nationalen Champion aufgebaut. Enel gehört über seine Sparte Enel Green Power zu den größten Entwicklern und Betreibern grüner Energieinfrastruktur weltweit. Dabei wird breit in Wind, Solar, Wasserkraft und Batteriespeicher investiert. Der regulierte Netzbereich mit Millionen von Abnehmern in Haushalten und Industrie gewährleistet dabei eine hohe Stabilität für den Cashflow.
Ende Juni hat Enel seine Halbjahresergebnisse präsentiert und die Guidance für 2026 bestätigt. Der Umsatz stieg auf rund 43 Mrd. EUR, das operative Ergebnis (EBITDA) blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Haupttreiber waren die stabilen Geschäfte in Italien und Spanien. Mit dem Gewinn je Aktie lag man über den Analystenerwartungen. CEO Flavio Cattaneo will den Konzern gezielt ausbauen. Der größte Anteil des Investitionsprogramms fließt in den Ausbau, die Digitalisierung und die Modernisierung der Stromnetze, vor allem in Europa. Im Bereich der Erzeugung erneuerbarer Energien setzt man gezielt auf renditestarke Projekte anstatt auf reines Mengenwachstum. Dafür hat man unter anderem Assets in Südamerika und in kleineren Märkten verkauft. Bis 2028 sollen so die Gewinne um 6 % pro Jahr wachsen.
Auch an die Aktionäre wird gedacht. Die Aktie von Enel kommt derzeit auf eine Dividendenrendite von etwa 4,3 %. Für das Gesamtjahr wurde eine Ausschüttung von 0,49 EUR je Aktie festgelegt (+4 %). Zudem führen die Italiener derzeit ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 1,5 Mrd. EUR durch. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen. Die Enel-Titel gingen nach einer starken Performance 2025 seit Kriegsbeginn am Persischen Golf in eine Seitwärtsbewegung über, halten sich aber nahe des Jahreshochs. Rücksetzer dürften für Dividendenjäger interessant sein.
Fazit: Mit Iberdrola und Enel setzen Anleger auf die nationalen Energie-Champions aus Italien und Spanien. Sie bieten solide Dividenden und überzeugen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen. Wer gerne noch etwas mehr Drive hätte, findet eine Ausschüttungsrendite von stolzen 10 % bei RE Royalties. Und auch hier ist das Business langfristig ausgerichtet und bietet planbare Erträge.
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