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16.07.2025 | 05:30

Nasdaq-Listing und 90 Mio. USD: So plant Almonty Industries die nächsten Schritte und sorgt für weiteres Wachstum

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Bildquelle: pixabay.com

Mit dem Sprung an die Nasdaq hat Almonty Industries seine „Amerikanisierung“ vollendet. Nach Listings in Toronto und Sydney steht der Wolfram-Spezialist nun im Schaufenster der größten Kapitalmärkte. Die Börsenglocke dürfte auch in Peking vernommen worden sein. Der Gang an die NASDAQ ist ein logischer Schritt, nachdem der Firmensitz nach Delaware verlegt und hochrangige US-Militärstrategen ins Board of Directors geholt wurden. 20 Mio. neue Aktien spülten 90 Mio. USD in die Kasse. Jetzt gilt es, das Geld in Minen, Verarbeitung und Reserven zu lenken, um die komplette Wertschöpfungskette außerhalb Chinas aufzubauen. Dieses Szenario eröffnet wachstums­orientierten Anlegern Chancen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072

Inhaltsverzeichnis:


    Die Bedeutung des NASDAQ Listings

    Das Nasdaq-Debüt markiert mehr als ein reines Börsen­event. Es signalisiert institutionellen Investoren, dass Almonty bereit ist, sich an US-Bilanz­standards und Berichtspflichten zu messen. Gleichzeitig brachte die Aufnahme in den S&P/TSX Global Mining Index frische Sichtbarkeit bei Rohstoff-ETFs. Für einen Produzenten, der kritische Metalle liefert, ist das eine Einladung an Pensionsfonds, die in geopolitisch relevante Lieferketten investieren wollen.

    Wohin fließen die 90 Mio. USD?

    Laut Unternehmensangaben wird der Löwenanteil in den Bau und die Inbetriebnahme einer Wolframoxid-Aufbereitungsanlage am südkoreanischen Standort Sangdong fließen. Ein Teil wird in die Finalisierung der Sangdong Mine fließen, der Rest stärkt die Liquiditätsreserve und ermöglicht Spielraum für weitere Projekte wie die Erweiterung von Minen in Europa, oder den Molybdänabbau. Damit ist Almonty ausreichend finanziert bis die Mine in Südkorea ihre Produktion aufnimmt und positioniert sich als vertikal integrierter Anbieter. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal außerhalb Chinas.

    Sangdong – Kapazität trifft Kostenvorteil

    Die Bauphase der Mine ist größtenteils abgeschlossen und der Produktionsstart steht bevor. Zu Beginn sollen nach dem Hochfahren der Mine rund 640.000 t Erz verarbeitet werden können. Mit Abschluss der Phase 2 Erweiterung sollen sogar 1,2 Mio. t Material möglich sein. Mittelfristig peilt das Management rund 4.750 t Wolframoxid pro Jahr an, was rund 40 % des westlichen Marktes entspricht. Entscheidender Hebel sind die geplanten Förderkosten von etwa 110 USD / mtu Wolfram, also rund halb so viel wie der chinesische Durchschnitt. Eine Lebensdauer von über 90 Jahren sichert Planungssicherheit.

    Verarbeitung vor Ort – mehr Marge, mehr Kontrolle

    Die künftige Oxidfabrik soll jährlich etwa 4.000 t hochreines Produkt liefern und damit unter anderem Südkoreas Industrie unabhängiger von chinesischen Importen machen. Parallel kann man davon ausgehen, dass das Management bereits über einen eigenen Schmelzer nachdenkt, der Wolframoxid bis zum Metall veredelt. Gelänge dieser Schritt wäre Almonty der einzige westliche Anbieter mit durchgehender Fertigungstiefe, was ein starkes Argument in Preis- und Lieferverhandlungen wäre.

    Politischer Rückenwind

    Seit 2027 dürfen US-Verteidigungs­aufträge kein China-Wolfram mehr enthalten. Almonty hat bereits einen 15-jährigen Liefervertrag mit einem nicht genannten Rüstungskonzern abgeschlossen. Ein Schreiben des US-Kongresses hob jüngst die strategische Bedeutung von Sangdong für die nationale Sicherheit hervor. Auch Südkoreas Regierung unterstützt Projekte, die Abhängigkeiten reduzieren. Dieser politische Rahmen senkt Nachfragerisiken, erhöht aber den Erwartungsdruck pünktlich zu liefern.

    Laufender Cashflow aus Portugal

    Bis die Großanlage hochfährt generiert die Panasqueira-Mine in Portugal stabile Erträge. Das Betreiber-Know-how aus fünf Generationen Bergbauern stärkt die operativen Prozesse und bietet einen realen Prüfstein für Kosten- und Förderpläne in Asien. Parallel prüfen Geologen, ob spanische Lagerstätten reaktiviert werden können, was zusätzliche Upside-Optionen eröffnet.

    Finanzen ohne operative Delle

    Operativ schrieb die die Panasqueira-Mine schwarze Zahlen. Analysten erwarten in den kommenden drei Jahren im Schnitt ein Umsatzplus von 45 % pro Jahr. Diese Prognosen setzen allerdings voraus, dass Sangdong wie geplant anläuft und die geplanten Erweiterungen umgesetzt werden. Langfristige Mindestpreise in Lieferverträgen für Wolfram und Molybdän federn Marktschwankungen ab und sorgen für Planungssicherheit. Bei 80–95 % chinesischem Weltmarktanteil bei Wolfram bleibt jede nicht-chinesische Quelle begehrt.

    Die Einzigartigkeit

    Die Kombination aus niedrigen Kosten, vertikaler Integration und politischem Rückenwind ist selten. Steigt Sangdong wie geplant in die Produktion ein könnte Almonty schon 2027 mehr als 40 % des westlichen Angebots liefern. Dazu kommen Skalierungs­effekte: Je mehr Erz über die eigenen Anlagen läuft, desto stärker sinken Kosten – ein bedeutender Hebel für Margen.

    Blick nach vorn

    Nach der Oxidfabrik wird der Fokus auf die Schmelzer-Entscheidung und mögliche Molybdän-Projekte am gleichen Standort rücken. Zudem könnten Förderprogramme der EU für kritische Rohstoffe die Reaktivierung spanischer Minen erleichtern. Jede erfolgreiche Etappe erweitert die Wertschöpfung und erhöht den strategischen Wert des Portfolios, ein Schneeballeffekt, der Anleger anzieht, aber diszipliniertes Projektmanagement verlangt.
    Das sehen auch die Analysten so, die vor dem Aktien-Reverse-Split Kursziele von 5,40 – 5,50 CAD herausgegeben. Das sind nach dem Split 8,10 – 8,25 CAD. Nach dem NASDAQ Listing sollte man besser in USD rechnen. Das wären 5,91 – 6,02 USD. Die Analysten müssen jetzt aber sicherlich ihre Analysen nach dem NASDAQ Listing anpassen.

    Aktuell notiert die Aktie an der NASDAQ bei 5,07 USD. Im Hoch erreichte die Aktie nach Börsenstart in New York sogar 5,50 USD.

    Chart Almonty Industries, Stand 15.07.2025, Quelle: LSEG

    Almonty Industries hat mit dem Nasdaq-Listing den Grundstein für den nächsten Entwicklungssprung gelegt. Die 90 Mio. USD ermöglichen es Sangdong und die Oxidfabrik fertigzustellen und damit den Sprung vom Konzentrat Lieferanten zum integrierten Wolframanbieter zu vollziehen. Dabei winken niedrige Kosten, langfristige Lieferverträge und politische Rückendeckung – eine attraktive Mischung in einem Markt, der weiterhin von China dominiert wird. Wer an die strategische Relevanz kritischer Metalle glaubt, findet hier eine Story mit Hebelwirkung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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