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30.03.2022 | 05:08

Nordex, Altech Advanced Materials, Varta – Gewinner der Energiewende!

  • Batterietechnologie
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  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Regenerative Energieerzeugung und Energiespeicherung nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Auch die Herausforderungen an die Infrastruktur mit dezentralen Energiequellen nehmen zu. Angesichts der explosionsartig steigenden Preise von Lithium, welches für die Herstellung von Batterien essenziell ist, gewinnen Innovationen an Bedeutung. Einige Lösungen besitzen das Potenzial, die Branche mächtig aufzumischen. Langfristig orientierte Anleger können auf verschiedene Arten von den Megatrends profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Ausblick beflügelt

    Der Krieg in der Ukraine führt Deutschland schmerzhaft vor Augen wie groß die Abhängigkeit von Energie- und Rohstofflieferungen aus dem Ausland ist. Der nun angestrebte schnellere Ausbau der Erneuerbaren Energien spielt mittelfristig auch dem Onshore-Windenergieanlagen-Hersteller Nordex in die Karten. Allerdings drückten im vergangenen Geschäftsjahr stark gestiegene Rohstoffpreise und Lieferkettenprobleme kräftig auf die Margen, was die Aktie mit einem Kursrückgang von 40% in den letzten 12 Monaten quittierte.

    Mit Veröffentlichung der endgültigen Zahlen und eines positiven Ausblicks für das laufende Geschäftsjahr sowie der Bestätigung der Mittelfristziele, die eine EBITDA-Marge von 8% in Aussicht stellen, sprang der Titel zuletzt wieder an. Im abgelaufenen Jahr halbierte sich die operative Marge von einem ohnehin niedrigen Niveau auf 1%. Eine Umsatzsteigerung um 17% auf 5,4 Mrd. EUR reichte trotzdem nicht, um die Gewinnzone zu erreichen.

    Der Konzernverlust weitete sich um rund 100 Mio. EUR auf 230,2 Mio. EUR aus. Dass der Verlust je Aktie von 1,21 EUR „lediglich“ auf 1,68 EUR nachgab, lag an der im letzten Jahr durchgeführten Kapitalerhöhung. Diese verbesserte auch die Eigenkapitalquote (25,9% vs. 17,5%) und ermöglichte den Aufbau einer Netto-Cash-Position in Höhe von 423,7 Mio. EUR (Vj: Nettoverschuldung von 40,9 Mio. EUR). Positiv sind Auftragseingang und die Steigerung der installierten Leistung zu werten.

    Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr stimmte die Börsianer optimistischer, auch wenn Risiken die Unternehmensprognose verhageln könnten. So rechnen die Norddeutschen 2022 mit einem Konzernumsatz von 5,4 bis 6,0 Mrd. EUR. Es solle eine EBITDA-Marge in der Bandbreite von 1 bis 3,5% erreicht werden. Allerdings sind hier „etwaige Kosten für organisatorische Umstrukturierungen und geopolitische Ereignisse“ nicht berücksichtigt. Zudem ist unklar, ob Kostensteigerungen auch an die Kunden weitergeben werden können.

    Damit ist ein erneutes Verlustjahr sehr wahrscheinlich. Analysten erwarten erst wieder 2023 schwarze Zahlen. Indes sind die Experten positiv für die Aktie gestimmt und formulieren im Durchschnitt Kursziele von knapp 20 EUR. Am 12. Mai wird Nordex die Ergebnisse des ersten Quartals veröffentlichen.

    Altech Advanced Materials – Revolution

    Für den schnellen Ausbau der Elektromobilität sind leistungsstarke Akkumulatoren notwendig. Hier setzen die Heidelberger mit innovativen Verfahren an. Anhand der Nanobeschichtung von Batteriematerialien mit hochreinem Aluminiumoxid (High Purity Aluminum, HPA) und einer Anreicherung von Silizium kann die Ablagerung von Lithiumteilchen an den Elektroden verhindert werden.

    Das Problem gängiger Verfahren, die schon nach dem ersten Laden zu einem Kapazitätsverlust führen, wird somit adressiert. Durch die Altech-Lösung kann die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus um rund 10% gesteigert und die Lebensdauer um bis 30% verlängert werden. Weitere Forschungsanstrengungen unternimmt die Gesellschaft, um den Silizium-Anteil an der Anode zu erhöhen. Sollte das gelingen, könnte sich die Leistungsfähigkeit um rasante 50 bis 100% steigern lassen und neidische Wettbewerber zurücklassen.

    Für die Produktion des Anodenmaterials wurde im ersten Schritt ein Grundstück in Schwarze Pumpe südlich von Cottbus erworben. Aktuell laufen Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Versuchsanlage. In der höchsten Ausbaustufe soll das Werk einmal 150 Mitarbeiter beschäftigen und rund 10.000t jährlich produzieren.

    Mit der Standortwahl sucht Altech die Nähe zur zukünftigen Kundschaft. Mehrere Batterieproduzenten befinden sich in der Umgebung, so auch Teslas Gigafactory. Das hoch gesteckte Unternehmensziel ist die Weltmarktführerschaft in der Nanobeschichtung von Batteriematerialien. Die Börse hat dies mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 6 Mio. EUR bislang nicht eingepreist.

    Varta – Countdown

    Die Aktie der Süddeutschen hat in den letzten 12 Monaten rund 30% verloren. Ein neuer Impuls könnte mit der anstehenden Veröffentlichung der Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres und einem Ausblick entstehen. Für 2021 hatte der Konzern einen Umsatz von 900 Mio. EUR und eine bereinigte EBITDA-Marge von 30% in Aussicht gestellt.

    Angesichts der nicht günstigen Bewertung mit einem 2022er KGV von 26 bei moderaten Wachstumsdaten, sollte den Anteilsscheinen eine Konkretisierung der Wachstumspläne in Bezug auf die neu entwickelten V4Drive-Zellen guttun. Varta hatte im letzten Jahr den Einstieg in das E-Mobility-Geschäft mit der Produktion von hochleistungsfähigen Batterien angekündigt. Analysten veranschlagen das Aufwärtspotenzial der Aktie derzeit im Bereich von 25%.


    Erneuerbare Energien und E-Mobilität sind Megatrends, an denen man als Anleger kaum vorbeikommt. Mit der Bestätigung der Mittelfristprognose können Anleger wieder langsam Nordex ins Auge fassen. Richtungsweisend für Varta ist die Konkretisierung der Wachstumspläne. Altech besitzt mit seinen innovativen Lösungen das Potenzial, die Batterietechnologie zu revolutionieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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