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10.03.2022 | 05:08

Nordex, Phoenix Copper, E.ON – Unter Strom

  • Rohstoffe
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  • Kupfer
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Der Ukraine-Krieg macht die Börsen nervös. Einmal mehr merken wir, dass die Normalität über Nacht enden kann. Massive Sanktionen treffen Russland. Andererseits wird die Abhängigkeit von Energie und Rohstoffen von unserem östlichen Nachbarn überaus deutlich. Die Preise von Öl und Gas haussieren. Damit verstärkt sich erneut der Wunsch auf Erneuerbare Energien zu setzen. Das Wachstum der Elektromobilität sollte durch die aktuellen Entwicklungen nochmals an Fahrt gewinnen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: PHOENIX COPPER LTD. | VGG7060R1139 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Theoretisch ein Gewinner

    Die Amerikaner setzen den Import von russischem Gas und Öl aus, Russland droht den Gashahn bei Nord Stream 1 abzudrehen. Eine Branche, die klar davon profitieren sollte, ist die Windenergie. Also auch der Hamburger Nordex-Konzern, der zu den Top-Drei-Anbietern bei Onshore-Windanlagen zählt. Trotzdem ging es für die Aktie nach Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen abwärts, und das, obwohl die Hanseaten sowohl den Umsatz als auch den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich steigern und sogar die eigenen Prognosen übertreffen konnten.

    Denn es gibt Probleme bei der Profitabilität. Das EBITDA hat sich von 90 Mio. EUR auf 50 Mio. EUR fast halbiert. Weitere Angaben sind der vorläufigen Mitteilung von Nordex nicht zu entlocken. Aber auch das ist ja schon eine Nachricht. Klar ist, dass auch 2022 wieder mit einem Verlust abgeschlossen werden wird. Der Konzern versucht daher mit Hochdruck, die Kosten in den Griff zu bekommen.

    So gab man vor Kurzem die Schließung der Rotorenfertigung in Rostock im Juni 2022 bekannt, da sich die Kundennachfrage hin zu größeren Rotorblättern verschoben hätte, die man am Standort im Mecklenburg-Vorpommern nicht fertigen könne. Für die rund 600 Mitarbeiter soll mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgearbeitet werden.

    Phoenix Copper – Angehender Kupferproduzent

    Phoenix Copper ist ein angehender Produzent von Basis- und Edelmetallen. Die Hauptaktivitäten der Gesellschaft befinden sich im US-Bundesstaat Idaho im Bergbaurevier Alder Creek. Das Empire-Kupferoxid-Tagebauprojekt ist der wichtigste Vermögenswert des Unternehmens. 2013 wurden 80% des Projekts erworben und die ursprüngliche Fläche in den Folgejahren durch Zukäufe deutlich auf rund 32qkm vergrößert.

    Ziel ist in der ersten Jahreshälfte 2023 die Produktion zu starten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen 836 Mio. USD erlöst werden. Die erforderlichen Investitionskosten in Höhe von 52 Mio. USD sollen sich innerhalb von zwei Jahren amortisieren. Da bislang weniger als 1% des potenziellen Erzsystems bei Empire erkundet wurden, bestehen gute Chancen, die Ressource durch weitere Explorationsarbeiten stark zu erhöhen.

    Darüber hinaus besitzt Phoenix Copper die historischen Minen Horseshoe, White Knob und Blue Bird Minen, die alle in der Vergangenheit Kupfer, Gold, Silber, Zink, Blei und Wolfram aus Untertageminen produzierten. Die neue Entdeckung bei Red Star, 330m nordwestlich der Empire Mine, zeigte hochgradiges Silber-/Blei-Sulfiderz.

    Im laufenden Jahr plant die Gesellschaft ein Bohrprogramm über 3.000m, um dieses System weiter zu erforschen. Die Analysten von SISM Research trauen der Aktie einiges zu und formulieren ein Kursziel, welches fast 3mal so hoch ist wie die aktuelle Notiz. Der Börsenwert beträgt aktuell 72 Mio. USD.

    E.ON – Nervosität

    Um den politischen Druck auf Putin zu erhöhen, hat die Welt ein hartes Sanktionsbündel geschnürt. Nicht vergessen werden sollte, dass Russland ein sehr wichtiger Gaslieferant ist. Nachdem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 nun gestoppt wurde, fordern auch immer mehr Politiker aus Europa auch Nord Stream 1, an der E.ON 15% hält, zu kappen. Auch Russland denkt laut darüber nach, die Versorgung zu stoppen.

    Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat jüngst eindringlich vor einem Embargo russischer Energielieferungen gewarnt. Der Wegfall von Liefermengen aus Russland hätte „massive negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und auch auf die Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Denn Deutschland kann nicht über Nacht den wichtigsten Handelspartner für Gas ersetzen.

    Die dringend benötigte Diversifikation wird lange Zeit in Anspruch nehmen. Die nach oben geschossenen Preise werden in Kürze nochmals die Inflation anheizen. Nach einem starken Kursverfall in den vergangenen Tagen, konnten sich die Anteilsscheine zuletzt wieder etwas erholen, auch im Zuge positiver Analystenkommentare.


    Durch den Ukraine-Krieg steht das Thema Versorgungssicherheit ganz oben auf der Tagesordnung. Die Diversifikation der Energiequellen und der Ausbau erneuerbarer Energiequellen wird langfristig positiv für Nordex und E.ON sein. Mit dem Wachstum der Elektromobilität werden Kupferproduzenten massiv profitieren. Hier ist Phoenix Copper eine gute Wahl.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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