25.03.2026 | 04:15
Ölpreise verunsichern Börsen – LifeScience rückt in den Fokus! Bayer, Vidac Pharma, Valneva, Novo Nordisk und Pfizer mit heißen News
Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten gehen weiter. Mit den ersten Gesprächen zwischen USA und dem Iran vollzogen die Börsen eine Blitz-Anpassung nach oben. So konnte der deutsche Leit-Index DAX 40 Anfang der Woche innerhalb von nur 10 Minuten ganze 1.600 Punkte zulegen. Das Niveau halten konnte er allerdings nicht, gestern ging es wieder auf 22.600 Punkte zurück. Nun stellt sich die Frage, ob die Konfliktparteien tatsächlich eine tragfähige Lösung erzielen können. Ganz unbeeindruckt von der Großwetterlage machen sich im LifeScience-Sektor einige Nachrichten breit, die für die eine oder andere Kursdynamik verantwortlich sind. Gut, wenn es gelingt, den Fokus am Tagesgeschehen vorbei auf andere ertragreiche Sektoren zu richten. Hier einige Ideen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035 , NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Novo Nordisk – Start für orales Abnehm-Medikament
Große Bewegungen macht derzeit die Aktie von Novo Nordisk durch. Obwohl die Analystenriege mit einem Durchschnitts-Kursziel von 315 DKK rechts positiv bleibt, dümpelt der Kurs nun schon seit Wochen bei ca. 235 DKK. Positiv ist, dass zumindest seit 3 Monaten kein neuer Tiefststand produziert wurde. Der CEO hatte kürzlich bekannt gegeben, dass auch das Jahr 2026 keine wesentlichen Ertragsfortschritte bringen wird.
Positiv aber die Meldung von gestern. Novo Nordisk hat eine Phase-1-Studie für einen im Lizenzbesitz befindlichen oralen Adipositas-Medikamentenkandidaten begonnen, der Rechtegeber ist Lexicon Pharmaceuticals. In der Studie werden die Sicherheit und Verträglichkeit des Medikaments mit dem Namen "LX9851" untersucht. Zudem wird analysiert, wie es sich durch den Körper bewegt und welche physiologischen und biologischen Auswirkungen es im Vergleich zu einem Placebo hat. Daran nehmen 96 Personen mit Übergewicht oder Adipositas teil. Die Studie wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Lexicon wird nach Erfüllung der anfänglichen Dosierungsanforderungen in der Studie eine zweite Meilensteinzahlung in Höhe von 10 Mio. USD für das Jahr 2026 von Novo Nordisk erhalten, weitere 10 Mio. USD folgen im nächsten Step. Für den dänischen Pharmariesen sind die Ausgaben ein Klacks, denn was in der Produkt-Sammlung fehlt, ist ein wirksames Oral-Präparat, welches Eli Lilly bereits ab Mitte 2026 auf den Weg bringt. Viele Anleger warten derzeit auf den passenden Zündfunken für Novo Nordisk. Wenn er kommt, dürfte es schnell gehen!
Vidac Pharma - Klinischer Fortschritt und IP-Schutz stärken strategische Position
Derzeit geht es hoch her bei Vidac Pharma! Mit sehr guten Meldungen explodierte der Vidac-Kurs in den ersten Wochen des Jahres auf 0,96 EUR nach oben, dann erfolgten die ersten Gewinnmitnahmen, die die Notierung aktuell wieder im Bereich von etwa 0,65 EUR zurückbringen. Strategisch verfolgt das Unternehmen einen Ansatz, der den Tumorstoffwechsel als zentrales Krankheitsprinzip adressiert. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Warburg-Effekt, ein bereits seit über 100 Jahren bekanntes Phänomen, bei dem Krebszellen ungewöhnlich große Mengen Glukose verbrauchen und damit ihre Überlebensfähigkeit sichern. Ziel der Technologie ist es, diese Fehlsteuerung zu korrigieren und die natürlichen Kontrollmechanismen der Zelle wiederherzustellen. Wissenschaftlich basiert die Plattform auf der gezielten Modulation des Enzyms Hexokinase-2, das als Schlüsselfaktor für die Energieversorgung vieler Tumoren gilt. Die jüngste Patentbestätigung in den USA stärkt dabei die langfristige Exklusivität dieses Wirkprinzips und erhöht die Attraktivität für potenzielle Industriepartner.
Die klinische Entwicklung gewinnt parallel an Tempo. In Europa wurde kürzlich der erste Patient in eine fortgeschrittene Studie bei aktinischer Keratose aufgenommen, während weitere Programme komplexere Indikationen wie Hirntumoren adressieren. Aufmerksamkeit erregte insbesondere ein individueller Behandlungsfall bei einem 4-jährigen Kind mit wiederkehrendem Gehirntumor, bei dem stabile Stoffwechselparameter gemessen und Wirkstoffspuren im Tumorgewebe nachgewiesen werden konnten. Das Kind ist heute 6 Jahre alt und weist Berichten zufolge eine deutlich verbesserte Lebensqualität auf. Auch wenn solche Einzelfälle keine belastbare klinische Evidenz darstellen, liefern sie wichtige Hinweise auf die biologische Aktivität des Ansatzes und unterstützen die weitere Entwicklung.
Finanziell setzt das Unternehmen auf zusätzliche Flexibilität durch interne Unterstützung und Kapitalmaßnahmen. Führungskräfte und Großaktionäre signalisierten Vertrauen in die Strategie, indem sie eigene Aktien veräußerten und den Nettoerlös zur Finanzierung des Geschäftsjahres 2026 bereitstellen wollen. Insgesamt positioniert sich das Unternehmen damit als technologiegetriebener Nischenanbieter mit skalierbarer Plattform, wachsender klinischer Sichtbarkeit und potenzieller Relevanz für größere Pharmakonzerne, die angesichts auslaufender Patente verstärkt nach neuen Innovationsquellen suchen. Hochinteressant!
Valneva und Pfizer – Borreliose setzt Kurs unter Druck
Das ging leicht schief. Der Pharmariese Pfizer und der österreichisch-französische Partner Valneva haben in ihrer klinischen Phase-3-Studie für den Borreliose-Impfstoffkandidaten PF-07307405 nur eine Wirksamkeit von 73,2 % im Vergleich zum Placebo nachweisen können. Eine sekundäre Analyse ergab eine Wirksamkeit von 74,8 % ab einem Tag nach der vierten Dosis. Die Studie erreichte damit ihr vorab festgelegtes statistisches Kriterium nicht, da die untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls in der Analyse des primären Endpunkts unter 20 fiel. Die Unternehmen führten dies darauf zurück, dass während des Studienzeitraums weniger Borreliose-Fälle auftraten als erwartet. Der Impfstoffkandidat war zwar gut verträglich, daher kündigte Pfizer an, auf Grundlage der Ergebnisse Zulassungsanträge bei den Regulierungsbehörden zu planen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) schätzt, dass in den USA jährlich etwa 476.000 Menschen mit Borreliose diagnostiziert und behandelt werden. Der Kurs der Valneva-Aktie stürzte um über 30 % ab und notierte gestern bei 2,85 EUR, das Hoch aus 2025 datiert bei 5,31 EUR. Die Pfizer-Aktie hat von dem Erdbeben nichts zu spüren bekommen und notiert mit 26,90 USD auf Jahreshoch. Der Blockbuster-Titel schüttet laufend knapp 7 % Dividende aus und notiert derzeit gut 50 % unter seinem Corona-Hoch.
Bayer – Fondsmanager steigt überraschend aus
Kurs-Trouble in Leverkusen! Überraschend sinkt der Bayer-Aktienkurs in dieser Woche von 40 auf 37 EUR, der Ausstieg von Inclusive Capital macht der Notierung wohl zu schaffen. Der Fonds des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben hatte ohne große Vorankündigung seine restlichen 8,5 Mio. Aktien zu einem Preis von je 37,45 EUR bei anderen institutionellen Aktionären platziert. Inclusive Capital erlöst damit 318 Mio. EUR, die Position bestand seit 2023. Einen Namen machte sich das Fondsmanagement mit der Beteiligung an der Absetzung des damaligen CEO Werner Baumann. Vermutlich hält Fondsmanager Ubben die Aktie nun für gut gelaufen, der Titel konnte sich seit Anfang 2025 in der Spitze mehr als verdoppeln. Die Analysten auf der Plattform LSEG sehen noch gut 20 % Potenzial auf aktuell 44,15 EUR mit Sicht auf 12 Monate. Am 24. April ist Hauptversammlung – spannend!

Hohe Volatilität, aber auch Chancen. Bei Bayer und Novo Nordisk sind Fondsmanager und Analysten noch indifferent, ob die Reise wieder schnell nach oben gehen kann. Pfizer und Valneva mussten einen Misserfolg im Bereich Borreliose-Impfstoff hinnehmen. Bei Vidac Pharma läuft es bestens, hier ist der Kursrückgang auf Stop-Loss-Bewegungen im aktuellen Umfeld zurückzuführen. Gute News sollten bald wieder die Runde machen.
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