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03.03.2022 | 05:10

Palantir, Perimeter Medical Imaging AI, Steinhoff – Das Szenario der Zukunft

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  • Medizintechnik
Bildquelle: pixabay.com

Roboter und Algorithmen übernehmen zusehends die Arbeit, die aktuell noch von Menschenhand erledigt wird. Internet der Dinge, Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind Themen, mit denen wir immer häufiger in Berührung kommen. Die Möglichkeiten in einer digital vernetzten Welt sind nahezu unbegrenzt und dies branchenübergreifend. In der Medizin kann künstliche Intelligenz eine wesentliche Entscheidungshilfe für Ärzte darstellen. Doch auch im Militärbereich nimmt diese eine immer bedeutendere Stellung ein, wie während der kürzlich stattgefundenen Münchner Sicherheitskonferenz aufgezeigt wurde.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: PERIMETER MED.IMAG.AI | CA71385D1078 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


    Palantir – Puzzleteil in der modernen Kriegsführung

    Der Krieg in der Ukraine tobt weiter, die Sanktionen gegen Russland werden täglich härter und die Staaten erhöhen die Rüstungsausgaben drastisch. Themen, von denen zumindest die westeuropäische Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten verschont war, treten nun in den Mittelpunkt unseres Tagesgeschehens. So makaber es auch klingt: es gibt, wie am Beispiel der Corona-Pandemie gesehen, nicht nur Verlierer, sondern auch Unternehmen, die von Krisensituationen profitieren können. Im Falle der modernen Kriegsführung könnte dies die US-Datenanalysefirma Palantir Technologies sein. So setzte sich anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz Palantir-CEO Alex Karp dafür ein, KI-Technologie auch im europäischen Militär zu verwenden. Dies wäre der Faktor, um die Grundwerte der Staaten zukünftig verteidigen zu können.

    Palantir, das mehr als die Hälfte seines Umsatzes aus Aufträgen der US-Regierung, Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden generiert, rät Europa zur KI-Dominanz im Militärbereich. In den USA ist man von der Zuverlässigkeit der Datenanalyse-Plattform überzeugt. So erhielt das in Denver niedergelassene Unternehmen einen Beschaffungsauftrag mit einem Volumen von 34 Mio. USD von der US-Army, um die Weiterentwicklung der Army Intelligence Data Platform (AIDP), ein auf KI-gestütztes Gefechtsführungs-Analysesystem, zu unterstützen. Das US-Militär setzt die Plattform ein, um Vorhersagen zu treffen, wo Milizen oder gegnerische Armeen zum Beispiel Bodenminen platzieren, um die Wagenkonvois der US-Streitkräfte anzugreifen.

    Die Aktie von Palantir musste in den vergangenen Monaten herbe Verluste hinnehmen und fiel vom Höchststand bei 45 USD auf aktuell 12,18 USD zurück. Charttechnisch wurde der Widerstandsbereich bei 9,75 USD verteidigt, so dass hier eine Trendwende einsetzen könnte. Der Titel ist jedoch spekulativ, das Potenzial in den nächsten Jahren eines der bedeutendsten Technologieunternehmen zu werden, ist dennoch vorhanden.

    Perimeter – Die Medizintechnik der Zukunft

    Ob die Technologie von Palantir ethisch korrekt ist, sei einmal dahingestellt. Dagegen ist die Entwicklung des Medizintechnikunternehmens Perimeter Medical Imaging KI bahnbrechend und dient mit Sicherheit dem Wohle der Menschheit. Das Unternehmen besitzt neben seinem Hauptsitz in Dallas in den USA eine Niederlassung in Ontario, Kanada und hat sich zum Ziel gesetzt, die Krebschirurgie mit ultrahochauflösenden, fortschrittlichen Bildgebungsinstrumenten in Echtzeit zu verändern, um ungedeckte medizinische Bedürfnisse zu erfüllen. Die eigene Technologie ermöglicht es Chirurgen, Radiologen und Pathologen, mikroskopische Gewebestrukturen an den Operationsrändern während und nach dem klinischen Eingriff zu visualisieren.

    Bereits im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen, das an der Toronto Stock Exchange, an der NASDAQ und in Frankfurt mit dem Kürzel PINK gelistet ist und einen aktuellen Börsenwert von 120,06 Mio. EUR aufweist, eine starke Entwicklung nehmen. Eine der wichtigsten Errungenschaften war die 510(k)-Zulassung von der Food and Drug Administration, was die kommerzielle Einführung der Flaggschiff-OCT-Plattform der Perimeter S-Serie ermöglicht. Zudem wurde eine multizentrische, randomisierte, zweiarmige klinische Studie mit der OCT-Plattform der Perimeter B-Serie in Kombination mit ImgAssist AI begonnen, in die weiterhin Patienten aufgenommen werden und die voraussichtlich im Laufe dieses Jahres abgeschlossen wird.

    Finanziell wurde mit dem Einwerben von 48,7 Mio. USD das weitere Wachstum gesichert. Beschleunigt werden sollen dadurch auch die Vertriebs- und Marketingbemühungen, das Hauptprodukt der Perimeter S-Serie OCT in führende Krankenhäuser zu platzieren, wo wichtige Meinungsführer als Verfechter dieser Technologie auftreten können. Parallel dazu wird sich das klinische Team von Perimeter auf die fortgesetzte Rekrutierung von Patienten und die Einbindung von Gesundheitseinrichtungen in die laufende Zulassungsstudie konzentrieren, in der die nächste Generation des Perimeter B-Series OCT mit ImgAssist AI bei der Brust-Lumpektomie untersucht wird. Ziel ist es, Daten von etwa 300 Patienten an acht Standorten zu sammeln und die Studie 2022 abzuschließen.

    Steinhoff – Unter die Räder gekommen

    Weniger um den Umstieg auf künstliche Intelligenz geht es beim global tätigen Handelskonzern Steinhoff mit Sitz in Amsterdam. Vielmehr kämpft das Management weiterhin um die Aufarbeitung der Vergangenheit. Nun befindet man sich in der letzten Phase der dreistufigen Sanierungsstrategie, die sich auf die Reduzierung der Verschuldung und die Nachhaltigkeit der Bilanz des Unternehmens konzentriert.

    Kürzlich wurden die Zahlen zum vierten Quartal des vergangenen Jahres vorgelegt. Bei den Erlösen wies die Gruppe einen 10%-igen Anstieg auf 2,827 Mrd. EUR aus. Für Steinhoffs US-Beteiligung Mattress Firm wird ein Anstieg des Quartalsumsatzes von 785 Mio. EURauf 987 Mio. EUR gemeldet. "Der Hauptfokus der Gruppe liegt nun auf der Umsetzung von Schritt drei des dreistufigen Strategieplans - der Bewältigung der hohen Verschuldung", so Steinhoff in einer Erklärung.

    Der Aktienkurs musste nach der starken Performance und dem Abprallen an der Marke von 0,30 EUR wieder deutlich federn lassen und fiel zeitweilig unter die Marke von 0,20 EUR. Nächster Test ist der Unterstützungsbereich bei 0,18 EUR. In Hinblick auf die extremen Schulden in einer vermuteten Größenordnung in Höhe von knapp 10 Mrd. EUR gleicht ein Investment weiterhin einem Roulette-Spiel.


    Die künstliche Intelligenz schreitet immer weiter voran und ist in annähernd jeder Branche zu finden. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation könnte Palantir mit seinem KI-gestützten Gefechtsführungsanalysesystem und folgenden Regierungsaufträgen der westlichen Länder profitieren.Perimeter leistet Pionierarbeit bei der Brustkrebsbekämpfung und könnte bei der Veröffentlichung weiterer Studienergebnisse positiv überraschen. Steinhoff bleibt weiterhin hochspekulativ.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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