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27.08.2025 | 06:00

Profitieren vom Wasserstoff-Boom: Die vielversprechendsten Entwicklungen bei Nel ASA, dynaCERT und Daimler Truck

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Bildquelle: pixabay.com

Der Wasserstoffmarkt brodelt! Ein bahnbrechender Effizienzrekord bei der Elektrolyse revolutioniert die Produktionskosten. Parallel startet die weltweit erste kommerzielle Wasserstoff-Flugverbindung und beweist die Alltagstauglichkeit der Technologie. Bestätigt wird dieser Boom durch eine europäische Wasserstoff-Auktion, die mit Rekord-Ergebnissen die immense Wettbewerbsfähigkeit von Grünem Wasserstoff unterstreicht. Diese drei kraftvollen Impulse treiben nun auch die etablierten Player an. Besonders im Fokus stehen dabei die Entwicklungen von Nel ASA, dynaCERT und Daimler Truck.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA - Krise mit Perspektive?

    Der norwegische Wasserstofftechnologie-Spezialist Nel ASA durchlebt eine turbulente Phase. Die jüngsten Quartalszahlen offenbaren massive Probleme. Der Auftragseingang brach um 74 % ein, der Umsatz halbierte sich nahezu. Besonders das Geschäft mit alkalischen Elektrolyseuren wurde von ausbleibenden Großaufträgen getroffen, was zur vorübergehenden Stilllegung der Produktion in Herøya führte. Diese Zahlen sind mehr als nur eine Delle. Nel ASA schafft es derzeit nicht, die Kunden von der Wirtschaftlichkeit seiner Projekte zu überzeugen.

    Trotz der operativen Schwierigkeiten verfügt Nel über beachtliche finanzielle Reserven von rund 1,9 Milliarden NOK. Diese solide Liquidität verschafft dem Management Luft, den eingeleiteten Sparkurs fortzusetzen und strategische Prioritäten zu setzen. Technologisch zählt das Unternehmen weiterhin zur Weltspitze. Die parallele Entwicklung von alkalischen und PEM-Elektrolyseuren sowie strategische Partnerschaften mit Größen wie GM oder Reliance unterstreichen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Fortschritte bei der nächsten Gerätegeneration könnten den entscheidenden Durchbruch bringen.

    Nels Zukunft hängt weniger an der nächsten Quartalszahl als am großen Gesamtbild. Getrieben von globalen Dekarbonisierungszielen und milliardenschweren Förderprogrammen in der EU und den USA wird dem Wasserstoffmarkt langfristiges Wachstum prognostiziert. Nel hat seine Strukturen verschlankt und ist technologisch gut aufgestellt. Entscheidend wird sein, wann die politischen Anreize endlich in konkrete Investitionsentscheidungen und Großaufträge münden. Bis dahin ist Geduld gefragt. Für risikobewusste Anleger könnte sich das Warten am Ende lohnen. Die Aktie notiert momentan bei 0,204 EUR.

    dynaCERT - Praxistest im Hafen bestanden

    Während viele Cleantech-Firmen noch im Labor stecken liefert dynaCERT konkrete Ergebnisse. Das kanadische Unternehmen hat seine Wasserstoff-Technologie nun im französischen Hafen Rochefort-Tonnet in den Regelbetrieb gebracht. Die anderen 4 Kräne sollen bis Jahresende ebenfalls mit HydroGEN Geräten ausgerüstet werden. Dieser Schritt markiert den Einstieg in die industrielle Dekarbonisierung schwerer Geräte. In diesem Umfeld, wo Emissionsreduzierung ein drängendes operatives und regulatorisches Erfordernis ist, ist das ein Muss. Die Skalierbarkeit der Technologie zeigt sich nun in industriellen Maßstäben.

    Bekannt wurde dynaCERT durch Nachrüstsysteme für LKW-Flotten. Die Installation an einem Hafenkran erweitert den adressierbaren Markt strategisch. Es geht nicht mehr nur um Transport, sondern um die gesamte Intralogistik von Gabelstaplern, über Bergbaufahrzeuge bis zur Hafeninfrastruktur. Entscheidend ist, dass der Hafen kein Pilotprojekt ist. Vor der Installation fanden umfangreiche Vergleichsmessungen statt, die die Einsparungen unter Realbedingungen zeigten und so die Kaufentscheidung auslösten. Diese Diversifizierung über verschiedene Branchen reduziert das klassische Klumpenrisiko einer Nischenlösung erheblich.

    Ein zunehmend wichtiger Hebel sind CO2-Zertifikate. dynaCERT arbeitet hier mit VERRA zusammen. Kunden profitieren so nicht nur direkt von geringeren Kraftstoffkosten, sondern generieren potenziell zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf der Zertifikate. Dies macht die Investition finanziell noch attraktiver und könnte die Adaption weiter beschleunigen. Der wachsende Markt für CO2-Zertifikate bietet hier einen zusätzlichen, langfristigen Ertragsstrom, der unabhängig von der Kraftstoffpreisvolatilität ist. Die nahtlose Integration in den laufenden Betrieb ohne lange Ausfallzeiten ist dabei ein entscheidender operativer Faktor für die Kundenakzeptanz. Die Analysten von GBC haben eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 0,75 CAD herausgeben. Aktuell notiert die Aktie bei lediglich 0,125 CAD.

    Interview von Lyndsay Malchuk mit Kevin Unrath, COO von dynaCERT

    Daimler Truck - robust im Gegenwind, mit Fokus auf Zukunftstechnologien

    Daimler Truck verfolgt bei Zero-Emission eine pragmatische Doppelstrategie. Parallel zur Markteinführung des batterieelektrischen eActros 600 treibt der Konzern die Entwicklung des Brennstoffzellen-Lkw GenH2 voran. Erste Prototypen absolvieren bereits anspruchsvolle Tests, und mit Fördermitteln von über 200 Mio. EUR wird die Kleinserie vorbereitet. Allerdings wurde der ursprünglich geplante Serienstart in die frühen 2030er Jahre verschoben. Der Fokus liegt aktuell auf der Kostenoptimierung und der Skalierung der Batterie-Elektrik, die für viele Anwendungen bereits wirtschaftlicher ist. Langfristig bleibt Wasserstoff jedoch ein unverzichtbarer Baustein, insbesondere für den schweren Fernverkehr.

    Die jüngsten Quartalszahlen zeigen eine Schwäche in Nordamerika und Stärke in Asien. Der Gruppenumsatz ging zwar um 6 % zurück, die bereinigte EBIT-Marge hielt sich jedoch bemerkenswert stabil bei 9,3 %. Diese Widerstandsfähigkeit ist vor allem der disziplinierten Preisstrategie und einem profitableren Kundenmix zu verdanken. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten in Nordamerika wurde die Absatzprognose für die Region nach unten korrigiert. Für die Gesamtgruppe wird jedoch weiterhin eine bereinigte Umsatzrendite von 7 - 9 % erwartet, gestützt durch eine stark erwartete Cash-Generierung im zweiten Halbjahr.

    Neben den Marktherausforderungen muss sich Daimler Truck auch mit regulatorischen Widrigkeiten auseinandersetzen. Gemeinsam mit anderen Herstellern hat das Unternehmen Klage gegen den US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht. Der Vorwurf: Der Staat schaffe durch eigene Emissionsvorschriften rechtliche Unsicherheit und behindere so die langfristige Produktionsplanung. Trotz dieser Makro- und Regulierungsrisiken zeigen sich viele Analysten weiterhin überzeugt von der fundamentalen Stärke des Unternehmens. Die Einschätzungen reichen von „Outperform“ bis „Kaufen“, mit Kurszielen, die sich zwischen 41 - 56 EUR bewegen und damit Potenzial erkennen lassen. Derzeit kostet eine Aktie 40,71 EUR.


    Der Wasserstoffmarkt zeigt dynamische Fortschritte, doch die Unternehmen navigieren unterschiedliche Phasen. Nel ASA steckt in einer operativen Krise, bleibt mit seiner Technologieführerschaft und soliden Bilanz aber ein langfristiger Hoffnungsträger für den Aufbau der Produktionsinfrastruktur. dynaCERT demonstriert erfolgreich die praktische Anwendbarkeit und Skalierbarkeit seiner Nachrüstlösungen und erschließt sich damit neue, industrielle Märkte jenseits des Transports. Daimler Truck verfolgt unter Beweisstellung seiner finanziellen Robustheit eine pragmatische Doppelstrategie und treibt die Brennstoffzelle für den Schwerlastverkehr trotz Serienverzögerungen konsequent voran. Die Reise bleibt spannend.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Jahrelang galten Wasserstoffaktien als Zukunftsversprechen. Dem großen Hype folgte die Katerstimmung. Die Bewertungen sind massiv gefallen, nach der Phase überzogener Erwartungen rücken nun belastbare Geschäftsmodelle und die industrielle Skalierung in den Fokus. dynaCERT sticht durch eine innovative Brückentechnologie, welche hohe Umweltstandards erfüllt, hervor. Die sofort einsetzbaren Lösungen zur Emissionssenkung überzeugen immer mehr Kunden aus der Industrie. Ballard Power treibt als etablierter Player die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle im Schwerlastverkehr voran. Volkswagen geht andere Wege. Der Autokonzern veröffentlichte vor wenigen Tagen Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr und überraschte damit positiv.

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