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02.10.2023 | 05:10

Rheinmetall AG, Almonty Industries, Commerzbank – Mit Anlauf zum Jahresendspurt

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Bildquelle: pixabay.com

Nach einem starken ersten Halbjahr korrigierten die Börsen im dritten Quartal, angetrieben durch die weiterhin existierenden Risiken wie hohe Inflation, steigende Zinsen und der schwächelnden Konjunktur mit bestehenden Rezessionsszenarien. Davon konnten sich auch die Rohstoffmärkte nicht entkoppeln. Für das Schlussquartal sind dennoch Chancen auf eine Jahresendrally gegeben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall AG – Am seidenen Faden

    Es bleibt eine Hängepartie in Bezug auf die charttechnische Situation der Rheinmetall-Aktie. Nachdem der Kurs in der vergangenen Woche den Bruch des seit April etablierten kurzfristigen Abwärtstrend bei 269,00 EUR verpasste, ging es seither unter steigenden Volumina abwärts. Insgesamt belief sich das Minus seither auf rund 9 % bei einer Notierung von 243,90 EUR. Gefährlich wird es beim Unterschreiten des aktuellen Niveaus, auf dem auch die noch steigende 200-Tagelinie verläuft. Dann droht ein erster Rückschlag bis zum Juni-Tief bei 232,80 EUR.

    Positiv für den integrierten Technologiekonzern sind weiterhin die Analysten gestimmt. So wiederholte die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kaufrating sowie das Kursziel von 319 EUR. So sei der Ausblick für das zweite Halbjahr optimistisch, wobei das Management bei einer Konferenz von Goldman Sachs ein Margenpotenzial im mittleren Zehnerbereich für die Gruppe sehe. Auf „Kaufen“ votiert auch die Privatbank Berenberg, die nach einem Meeting mit CEO Armin Papperger auch das Kursziel von 300 EUR bestätigte.

    Dabei gab sich der Konzernchef optimistisch in Bezug auf die mittelfristigen Chancen des DAX-Mitglieds. Ungarn zähle in den nächsten Jahren als wichtiger Wachstumsmotor im Militärbereich. Aufgrund der Auflegung des Sonderfonds für Rüstungsausgaben wäre außerdem ein Auftragsrekord denkbar.

    Almonty Industries – Alternativlose Chance

    Auch die kritischen Rohstoffe befinden sich aktuell aufgrund weiterer Rezessionsängste in der Korrektur. Das für die Batterietechnologie wichtige Lithium verbilligte sich seit Jahresanfang um rund 70 %, Nickel gab im gleichen Zeitraum um knapp 40 % nach. Lediglich der Preis von Wolfram, 1 metrische Tonneneinheit Wolfram entspricht 10 kg, befindet sich seit rund 2 Jahren stabil in einer Range zwischen 300 USD und 350 USD. Der globale Wolframmarkt wird hauptsächlich von China bestimmt, das auch weiterhin sowohl das Angebot als auch den Verbrauch dominieren wird.

    Die verschärften Vorschriften und Beschränkungen der chinesischen Regierung für die Ausfuhr von Wolframerz und die gestiegene Inlandsnachfrage durch die Herstellung von Wolframprodukten haben China zu einem Nettoimporteur von Wolframkonzentrat gemacht. Diese Faktoren sowie Chinas hohes Wachstum in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Bergbau- und Elektronikbranche sind ebenfalls ein wichtiger Grund für seine dominante Marktposition.

    Für die Aktionäre von Almonty Industries, einem kanadischen Unternehmen mit einem Börsenwert von 113,93 Mio. CAD, könnte sich aufgrund dessen, langfristig eine einzigartige Möglichkeit ergeben. Während Produktionsstätten bei Seltenen Erden in der westlichen Welt rar gesät sind und die Politik krampfhaft versucht, Alternativen durch hohe Subventionen zu fördern, entsteht in Südkorea, getrieben von Almonty Korea, der 100%igen Tochter von Almonty Industries, eine Wolframproduktion, die sich bei Vollauslastung für rund 30 % der weltweiten Wolframversorgung ex-China verantwortlich zeigen will.

    Bis Ende 2024 soll die Inbetriebnahme komplett abgeschlossen sein. Die Sangdong-Lagerstätte hat eine potenzielle Lebensdauer von 90 Jahren und wird in zwei Phasen, mit einer jährlichen Produktion von 2,3 Mio. t bis 4,8 Mio. t Wolframoxid, expandieren. Die Schätzungen zeigen, dass die Lagerstätte über erhebliche Ressourcen verfügt, die eine wichtige Rolle in der globalen Versorgung spielen. Die staatliche deutsche KfW-IPEX-Bank unterstützt das Projekt mit einer Finanzierung in Höhe von 75 Mio. USD, von denen bereits 40,2 Mio. USD abgerufen wurden.

    Commerzbank AG – Mit Schwung über die 200 Tagelinie

    Deutlich besser als beim Rüstungskonzern Rheinmetall sieht die charttechnische Verfassung bei der Commerzbank-Aktie aus. Mit einer Aufwärtslücke schoss das Papier der Frankfurter Universalbank zu Wochenschluss um knapp 12 % auf 10,79 EUR unter großem Handelsvolumen in die Höhe. Die Gründe waren dabei vielschichtig. So wurden die Schätzungen für die Pre-Sanierungszeit nach 2024 erhöht. Die Eigenkapitalrenditen sollen dabei stärker wachsen, zudem soll für die Aktionäre eine deutlich vorteilhaftere Dividendenpolitik gefahren werden. Anstatt der Hälfte sollen dann mindestens 70 % der Gewinne an die Anteilseigner gehen.

    Geplant sei, für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024 insgesamt 3 Mrd. EUR über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre auszuschütten. Zudem ist das erklärte Ziel der Frankfurter, in den folgenden Jahren 2025 bis 2027 mehr als 50 % ihres nach Zinszahlungen für bestimmte Anleihen und Minderheitsanteilen bereinigten Gewinns auszuschütten. Die Bank verfolgt zudem ambitionierte Rentabilitätsziele. Bis zum Jahr 2027 soll die Eigenkapitalrendite nach Steuern mehr als 11 % erreichen.

    Aufgrund der Neuigkeiten hob die DZ Bank ihr Kursziel bei einem Kaufurteil von 13,20 EUR auf 13,50 EUR an. So hätte Commerzbank die „Ausschüttungsrakete gezündet". Zudem dürfte auch das angehobene Profitabilitätsziel. „Nun muss das Geldhaus im bevorstehenden Strategie-Update glaubwürdig darlegen, wie der Zinsüberschuss nachhaltig von der Zinswende profitiert", so Analyst Timo Dums.


    Die Commerzbank AG zündet die Dividendenrakete. Rheinmetall kann trotz weiterer Aufträge ihr Kursniveau nicht halten. Die Entwicklungsarbeiten auf dem Hauptprojekt von Almonty Industries in Südkorea verlaufen weiterhin planmäßig.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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