22.06.2026 | 05:10
Rheinmetall, HPQ Silicon, DroneShield - Auf der Eurosatory entstehen die Gewinner von morgen
Die Eurosatory in Paris zählt zu den wichtigsten Verteidigungs- und Technologiemessen weltweit. Hier werden nicht nur neue Systeme präsentiert, sondern auch strategische Partnerschaften geschlossen, die über zukünftige Marktanteile und Milliardenaufträge entscheiden können. Angesichts steigender Verteidigungsbudgets rücken vor allem Drohnentechnologie, Drohnenabwehr, Präzisionswaffen und KI-gestützte Aufklärung in den Fokus. Mehrere Unternehmen nutzten die diesjährige Messe, um mit wegweisenden Kooperationen ihre Position in diesen wachstumsstarken Zukunftsmärkten auszubauen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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HPQ Silicon betritt Milliardenmarkt
HPQ Silicon hat auf Eurosatory 2026 einen wichtigen strategischen Schritt bekannt gegeben. Gemeinsam mit dem französischen Antriebsspezialisten LN Innov und der Beteiligungsgesellschaft Novacium wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, um den Aufbau einer nordamerikanischen Plattform für Drohnen-, Robotik- und Verteidigungsanwendungen zu prüfen. Ziel ist die Kombination von Hochleistungsbatterien, Elektromotoren und Antriebssystemen in einer integrierten Lösung. Mehr als 20 Kunden haben die Antriebssysteme von LN Innov bereits getestet, über ein Dutzend davon haben anschließend kommerzielle Bestellungen aufgegeben. Gleichzeitig erweitert LN Innov seine Produktionskapazität auf bis zu 20.000 Drohnenmotoren pro Monat. Für HPQ eröffnet sich damit der Zugang zu einem dynamisch wachsenden Milliardenmarkt.
Über die auf 36,8 % erhöhte Beteiligung an Novacium sowie die exklusiven Vermarktungsrechte für Nordamerika ist HPQ direkt an den Batterietechnologien beteiligt. Diese werden bereits von französischen Drohnenherstellern für zukünftige Plattformen evaluiert. Der Hintergrund könnte kaum attraktiver sein, denn künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Rechenzentren und moderne Verteidigungstechnologien treiben den Bedarf an leistungsfähigen Energiespeichern weltweit nach oben.
Dabei liefert Novacium zunehmend überzeugende technische Ergebnisse. Die GEN4-Technologie erreichte in industriellen 21700-Zellen Kapazitäten von über 7.000 mAh. Gleichzeitig wurden Energiedichten von bis zu 319,9 Wh/kg und 906,2 Wh/Liter erzielt. Ein neuer Drohnen-Batteriepack erreichte sogar 395 Wh/kg bei einer Kapazität von 15.900 mAh. Nach Unternehmensangaben entspricht dies einem Vorsprung von 23 bis 36 % gegenüber vielen heutigen Lithium-Ionen- und LiPo-Systemen. Dabei lassen sich die siliziumbasierten Anodenmaterialien in bestehende Lithium-Ionen-Produktionslinien integrieren und bieten damit einen klaren Skalierungsvorteil.
Auch die Kommerzialisierung gewinnt an Fahrt. HPQ verfügt bereits über ausreichend GEN4-Feedstock-Material für rund 1,5 Mio. Batterien. Parallel werden Produktionskapazitäten von zunächst 2 t pro Jahr aufgebaut, während eine 50-t-Linie vorbereitet wird. Hinzu kommt ein erster kommerzieller Auftrag eines europäischen Drohnenherstellers für GEN4-Batteriepacks.
Neben Batteriematerialien erschließt HPQ weitere Zukunftsmärkte. Das Unternehmen entwickelt Technologien für pyrogene Kieselsäure, Wasserstoff sowie Energiegewinnung aus Abfallstoffen. Mit einer Marktkapitalisierung von lediglich rund 75 Mio. CAD vereint HPQ damit gleich mehrere Zukunftstrends aus den Bereichen Energiespeicherung, Verteidigung, Wasserstoff und Spezialmaterialien in einer einzigen Hightech-Story.
DroneShield mit Meilenstein in Europa
Die Bedrohung durch Drohnen nimmt weltweit rasant zu. Aktuelle Konflikte zeigen, dass unbemannte Fluggeräte längst zu einem zentralen Bestandteil moderner Kriegsführung geworden sind. Entsprechend stark wächst der Markt für Drohnenabwehrsysteme. Mit seinen KI-gestützten Lösungen zur Erkennung, Verfolgung und Neutralisierung von Drohnen hat sich DroneShield in diesem Zukunftsmarkt eine starke Position erarbeitet.
Für neue Wachstumsimpulse sorgt nun eine auf der Eurosatory 2026 vorgestellte Partnerschaft mit dem niederländischen Spezialfahrzeughersteller Defenture. Gemeinsam wollen die Unternehmen mobile Anti-Drohnen-Lösungen entwickeln, die direkt in taktische Fahrzeuge integriert werden. Dabei werden die Sensorik-, Software- und Führungsfähigkeiten von DroneShield mit den Fahrzeugplattformen „Mammoth“ und „GRF“ von Defenture kombiniert.
Parallel dazu hat DroneShield einen weiteren strategisch wichtigen Meilenstein erreicht. Erstmals wurde ein in Europa gefertigtes Counter-UAS-System ausgeliefert. Die neue Produktion basiert überwiegend auf einer europäischen Lieferkette und soll NATO-Staaten sowie europäischen Sicherheitsbehörden eine höhere Versorgungssicherheit bieten.
Gleichzeitig profitiert DroneShield von einer starken operativen Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 121 % auf rund 74 Mio. AUD. Zudem verfügt das Unternehmen über mehr als 200 Mio. AUD an liquiden Mitteln und weist seit vier Quartalen einen positiven operativen Cashflow aus. Bereits heute sind Aufträge im Umfang von 171 Mio. AUD für das laufende Jahr gesichert.
Rheinmetall – es wird immer digitaler
Rheinmetall baut seine Position als einer der wichtigsten europäischen Verteidigungskonzerne weiter aus. Während viele Investoren das Unternehmen vor allem mit Panzern, Munition und Militärfahrzeugen verbinden, entwickelt sich der Düsseldorfer Konzern zunehmend zu einem Anbieter hochmoderner Verteidigungs- und Aufklärungstechnologien. Zwei neue Partnerschaften zeigen, wie Rheinmetall seine Wertschöpfungskette entlang zukünftiger Schlüsseltechnologien erweitert und damit zusätzliche Wachstumsmärkte erschließt.
Ebenfalls auf der Pariser Rüstungsmesse unterzeichnete Rheinmetall gemeinsam mit General Atomics Electromagnetic Systems eine Absichtserklärung zur möglichen Produktion der Präzisionsmunition Vektrex. Das 155-mm-Geschoss soll die Reichweite herkömmlicher Artilleriesysteme um das Zwei- bis Dreifache erhöhen und gleichzeitig auch in GPS-gestörten Umgebungen präzise Ziele bekämpfen können. Da die Munition in bestehende NATO-Artilleriesysteme integriert werden kann, entfällt der Bedarf an neuer Infrastruktur.
Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau seiner Fähigkeiten im Bereich digitaler Gefechtsführung voran. Gemeinsam mit dem US-Spezialisten Vantor plant Rheinmetall die Gründung eines Joint Ventures in Deutschland für sogenannte Spatial Intelligence. Dabei werden Satellitenbilder, Drohnendaten und weitere Sensordaten zu einem digitalen Echtzeit-Lagebild zusammengeführt. Die Plattform soll Streitkräften künftig ermöglichen, Ziele schneller zu identifizieren, Missionen effizienter zu planen und Entscheidungen auf Basis KI-gestützter Analysen zu treffen.
Die Lösung soll vollständig unter europäischer Kontrolle betrieben werden und damit den wachsenden Wunsch nach technologischer Souveränität erfüllen. Daten aus Weltraum, Luft und Boden werden in einer zentralen Architektur zusammengeführt und bereits wenige Minuten nach der Erfassung verfügbar gemacht.
Die auf der Eurosatory 2026 vorgestellten Entwicklungen verdeutlichen, wie stark sich die Verteidigungsindustrie derzeit verändert. Während HPQ Silicon über seine Beteiligung an Novacium den Zugang zu innovativen Batterie- und Antriebstechnologien für Drohnen und Robotik ausbaut, profitiert DroneShield von der weltweit steigenden Nachfrage nach mobilen Drohnenabwehrsystemen und einer stärkeren europäischen Präsenz. Rheinmetall wiederum erweitert sein Geschäft um zukunftsträchtige Bereiche wie Präzisionsmunition, Satellitenaufklärung und KI-gestützte Gefechtsführung. Alle drei Unternehmen adressieren damit Märkte, die durch steigende Verteidigungsausgaben, technologische Innovationen und den zunehmenden Einsatz autonomer Systeme langfristig erhebliches Wachstumspotenzial bieten.
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