17.07.2026 | 05:00
Rüstungs-Elite zittert vor Hausfrauen-Drohnen: Rheinmetall und AeroVironment unter Druck – Volatus Aerospace eliminiert Risiken in der Lieferkette
Die Defence-Branche boomt und entwickelt sich rasant. Während etablierte Rüstungskonzerne von Rekordaufträgen für konventionelle Waffensysteme profitieren, profitieren zunehmend auch autonome Systeme und KI-gestützte Netzwerke. Der Markt für militärische Drohnen wächst im zweistelligen Prozentbereich und soll laut aktuellen Marktprognosen bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 80 bis 100 Mrd. USD erreichen. Doch diese Milliarden sind noch längst nicht verteilt. Auch wenn ukrainische Fabrikate noch vor einiger Zeit als Hausfrauen-Drohnen verunglimpft wurden, zeigt die Realität: Die Ukraine ist bei Neuentwicklungen äußerst agil. Nicht selten landen Prototypen binnen Tagen im Einsatz. Auch bei den Kosten sind die Ukrainer Spitze. Billige und in Masse eingesetzte Einwegsysteme verdrängen zunehmend konventionelle Rüstungsprodukte. Wir beleuchten die Entwicklung und gehen auf drei spannende Unternehmen ein.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088 , RHEINMETALL AG | DE0007030009
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Rheinmetall setzt auf Aufklärung und internationale Kooperationen
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall reagiert auf den globalen Drohnenboom mit einer Mischung aus hochleistungsfähigen Eigenentwicklungen und internationalen Allianzen. Für das Geschäftsjahr 2026 visiert die Konzernführung einen deutlichen Umsatzsprung auf 14,0 bis 14,5 Mrd. EUR bei einer operativen Marge von rund 19 % an. Das wichtigste luftgestützte Aufklärungssystem im Portfolio ist das taktische UAS LUNA NG, welches bei der Bundeswehr unter dem Namen HUSAR eingeführt wird und eine Flugdauer von über 12 Stunden bei einer Reichweite von mehr als 100 km erzielt. Um die wachsende europäische Nachfrage nach präziser Loitering-Munition zeitnah zu bedienen, kooperiert Rheinmetall eng mit dem israelischen Spezialisten UVision.
Die HERO-Drohnenserie wird von der Tochtergesellschaft RWM Italia in Serie produziert. Diese strategische Partnerschaft bescherte Rheinmetall Ende 2025 einen Großauftrag eines NATO-Kunden zur Lieferung mehrerer hundert HERO-Systeme im Wert von über 100 Mio. EUR. Dennoch stehen auch europäische Systemintegratoren unter Druck, da sie mit ihren komplexen, traditionellen Beschaffungszyklen und teuren Plattformen oft keine Antwort auf die agile Billigkonkurrenz aus der Ukraine finden. Das kriegsgebeutelte Land verfügt inzwischen über eine bedeutende Rüstungsindustrie und geht äußerst agil vor.
AeroVironment: Kostenvorteile dank "Attack + Defense"
Der US-amerikanische Rüstungshersteller AeroVironment ist seit jeher im Bereich der taktischen Aufklärung positioniert, sieht sich jedoch im Ukraine-Konflikt mit Herausforderungen konfrontiert. Die hochpreisigen Loitering-Systeme der ersten Switchblade-Generationen erwiesen sich angesichts elektronischer Kampfführung als anfällig. Als Reaktion treibt das Management die Weiterentwicklung zur Switchblade 300 Block 20 und Switchblade 600 Block 2 voran, um durch redundante Navigation und verschlüsselte Kommunikation auch ohne GPS zuverlässig sein zu können. Die Nachfrage bleibt trotz der Probleme robust: Im Rahmen eines separaten IDIQ-Rahmenvertrags der US-Army für lethal unmanned systems (LUS) sicherte sich AeroVironment ein Auftragsvolumen von bis zu 990 Mio. USD. Zusätzlich wurde das Unternehmen 2026 für das LASSO-Programm mit einem Prototypenauftrag für die Switchblade 400 bedacht. Für das Geschäftsjahr 2026 erzielte AeroVironment einen neuen Rekordumsatz von rund 1,98 Mrd. USD. Um der gravierenden wirtschaftlichen Hebelwirkung billiger Angriffsdrohnen zu begegnen, setzt das Unternehmen mit der Akquisition des Rüstungsspezialisten BlueHalo auf eine duale „Attack + Defense“-Strategie. Das dort entwickelte hochenergetische Lasersystem LOCUST bekämpft anfliegende Drohnenschwärme mit reiner elektrischer Energie. Das System kostet lediglich 1 bis 5 USD pro Schuss und soll für AeroVironment der Befreiungsschlag sein.
Volatus Aerospace zündet am Mirabel Innovation Hub die nächste Stufe
Während die etablierten Branchenriesen zunehmend unter Druck geraten, vollzieht der kanadische Drohnenspezialist Volatus Aerospace die Transformation hin zum vertikal integrierten Erstausrüster für NATO-Staaten. Produktionsstätte von Volatus ist das neu eröffnete, 53.000 Quadratfuß große Werk am Flughafen Montreal-Mirabel. Hier fertigt Volatus künftig seine V-Serie mit den Modellen V100 Viscount, V200 Vantage und der schweren V300 Vigil, die eine lange Flugzeit von bis zu 7 Tagen bei einer Einsatzreichweite von bis zu 18.000 km bietet. Volatus setzt bei seinen Plattformen auf den KI-Flugregler V-Cortex, der eine vollautonome Missionsplanung selbst unter intensiver elektromagnetischer Störstrahlung ermöglicht. Für maximale Flexibilität im Einsatz sorgt zudem die modulare ReKam, die dank eines Klick-Ring-Interfaces an der Nase innerhalb weniger Minuten vom ISR-Aufklärer zum Loitering-Strike-System umgerüstet werden kann.

Volatus: Ein lückenloses Portfolio für die Frontlinien der NATO
Doch Volatus Aerospace belässt es nicht bei strategischen Langstreckensystemen, sondern deckt die gesamte militärische Bandbreite ab. Für die automatisierte Frontlinien-Versorgung liefert Volatus Aerospace das schwere Lasten-UAS Condor XL mit bis zu 180 kg Nutzlast sowie die hybrid-elektrische Kippflügeldrohne Aero-200. Hinzu kommen Spezialsysteme wie die handgestartete Peremoha, die ultrakompakte Nanodrohne Helius sowie das kabelgeführte System Khronos, das in nur 2 Minuten auf 60 m Höhe aufsteigt und eine permanente Überwachung garantiert. Dieses umfassende Angebot ist nahezu ohne Lieferkettenrisiken und sichert Volatus einen entscheidenden Vorteil, wenn es um neue Aufträge geht. Der Grund: Lieferketten und Autarkie werden heute mitgedacht. Nach Monaten der Seitwärtsbewegung könnte die Aktie von Volatus bald wieder interessant werden. Katalysatoren für den Kurs sind handfeste Aufträge oder Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Staaten. Volatus Aerospace ist ein spannendes Unternehmen mit vielversprechenden Produkten.**
Interessenskonflikt
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