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30.12.2025 | 06:00

Short-Squeeze-Alarm im Silbermarkt: First Majestic Silver, Silver Viper und Pan American Silver im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Silber erlebt eine beispiellose Rally. Getrieben von einer strukturellen Marktknappheit und einer massiven industriellen Nachfrage scheinen die alten Preisgrenzen obsolet. Zumal ein Short-Squeeze drohen könnte, da einige Banken Short-Positionen aufgebaut haben. Doch wo liegt das nachhaltige Potenzial? Diese Entwicklung rückt drei Akteure besonders in den Fokus, den etablierten Produzenten First Majestic Silver, den vielversprechenden Explorer Silver Viper und den Industrieriesen Pan American Silver.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283344098 , PAN AMER. SILVER CORP. | CA6979001089

Inhaltsverzeichnis:


    First Majestic Silver – der Dezember brachte eine klare Strategie

    Der Dezember war ein bewegter Monat für First Majestic Silver. Das Unternehmen hat Mitte des Monats einen bedeutenden Portfolio-Schritt bekannt gegeben: Der Verkauf der stillgelegten Del Toro Mine in Mexiko an Sierra Madre Gold & Silver. Das Deal-Volumen beträgt bis zu 60 Mio. USD, wovon die Hälfte sofort bei Abschluss in Bar und Aktien fließt. Die andere Hälfte ist an künftige Meilensteine geknüpft, wie das Vorweisen von Ressourcen oder die Wiederaufnahme der Produktion. Für First Majestic bedeutet dies, sich von einem nicht-produzierenden Asset zu trennen und gleichzeitig an der potenziellen Upside zu partizipieren.

    Parallel demonstriert das Unternehmen weiterhin operativen Erfolg in seinem Kerngebiet. Die umfangreichen Bohrprogramme in der Santa Elena Mine haben die neu entdeckten Vorkommen Santo Niño und Navidad deutlich vergrößert. Die Metallurgie der Erze passt hervorragend zur bestehenden Aufbereitungsanlage. Zudem laufen interne Machbarkeitsstudien für potenzielle Untertage-Abbauszenarien. In der benachbarten Luna Zone geht es derweil darum, bereits bekannte Ressourcenkategorien von "abgeleitet" in die höherwertige "angezeigte"-Klasse zu überführen. Das ist eine wichtige Grundlage für die zukünftige Minenplanung.

    Im Hintergrund arbeitet das Unternehmen an seiner finanziellen Flexibilität. Kurz vor den anderen Meldungen schloss First Majestic erfolgreich eine umfangreiche Finanzierung über wandelbare Anleihen ab. Das Volumen betrug insgesamt 350 Mio. USD. Ein Teil der Mittel dient zur vorzeitigen Rückzahlung älterer, teurerer Anleihen, die 2027 fällig geworden wären. Der verbleibende Nettoerlös stärkt die Kriegskasse für allgemeine Unternehmenszwecke und strategische Opportunitäten. Diese Refinanzierung zu niedrigeren Zinsen entlastet die Bilanz und schafft Handlungsspielraum. Derzeit ist die Aktie für 17,42 USD zu haben.

    Silver Viper - frisches Kapital für den nächsten Schritt

    Silver Viper hat seine im November bekanntgegebene Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und insgesamt 17 Mio. CAD eingeworben. Die finale Tranche brachte nochmals knapp 2,75 Mio. CAD ein. Dieses deutliche Investoreninteresse unterstreicht die wachsende Aufmerksamkeit für den Explorer. Das frische Kapital gibt dem Unternehmen nun den nötigen finanziellen Spielraum, um seine ehrgeizigen Explorationspläne ohne Verzögerung voranzutreiben. Das ist ein entscheidender Vorteil in einem Geschäft, in dem Timing alles ist. Die solide finanzierte Bilanz schützt zudem vor dem Druck, in ungünstigen Marktphasen handeln zu müssen.

    Ein wesentlicher Teil der Mittel ist für das Flaggschiffprojekt La Virginia in Mexiko bestimmt. Dort soll die bereits bekannte Ressource durch systematische Oberflächenerkundung, Kartierung und Beprobung für eine umfangreiche Bohrkampagne vorbereitet werden. Spannend ist auch der strategische Hintergrund. Mit dem weltgrößten Primärsilberproduzenten Fresnillo plc ist ein mächtiger Partner als Großaktionär mit 17 % an Bord. Orex hält nun rund 11 %. Durch die Übernahme des Coneto Silber-Gold-Projekts für rund 21 Mio. CAD, die rein in Aktien gezahlt wurde, kam diese Konstellation zustande. Diese Allianz bietet nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern auch potenziellen Zugang zu operativer Expertise und tieferem Regionalwissen. Sie positioniert Silver Viper deutlich vorteilhafter als viele reine Greenfield-Explorer.

    Die Finanzierungsstruktur selbst ist bemerkenswert. Jede ausgegebene Unit besteht aus einer Stammaktie und einem Warrant, der zum Bezug einer weiteren Aktie zu 1,20 CAD binnen 24 Monaten berechtigt. Diese Warrants können bei dem derzeit starken Kursanstieg vorzeitig fällig gestellt werden, was dem Unternehmen zusätzliches Kapital bescheren könnte. Das Engagement von Insidern mit 250.000 Stücken in der Platzierung rundet das Bild ab. Es zeigt, dass diejenigen, die das Unternehmen am besten kennen, selbst von der aktuellen Strategie überzeugt sind und mit anpacken. Für Aktionäre schafft diese Konstellation ein starkes Interessengleichgewicht für eine wertorientierte Langzeitentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 2,18 CAD und damit deutlich über der Grenze von 1,40 CAD, die für die schnellere Ausübung der Warrants nötig ist. Bei 20 Handelstagen über 1,40 CAD kann das Unternehmen zügig noch einmal bis zu 25,5 Mio. CAD einnehmen.

    Pan American Silver - mehr als nur der Silberpreis

    Pan American Silver beendet das Jahr operativ stark. Die Silberproduktion legte im 3. Quartal zu, angetrieben von der neu hinzugewonnenen Beteiligung an der Juanicipio-Mine in Mexiko. Diese hochgradige Anlage wirkt bereits nach kurzer Betriebszeit als Kostensenker und Margentreiber. Während einige ältere Minen wie Dolores nachlassen bleibt das Flaggschiff La Colorada verlässlich. Entscheidend ist der deutliche Rückgang der All-in-Sustaining-Kosten auf 15,43 USD je Unze. Das Unternehmen schafft es damit, mehr Wert aus jeder Unze zu ziehen.

    Finanziell lieferte das Quartal Rekorde. Der freie Cashflow erreichte ein neues Hoch, gestützt von den gestiegenen Metallpreisen und den ersten Beiträgen Juanicipios. Trotz der kürzlichen MAG Silver-Akquisition präsentiert sich die Bilanz robust. Die liquiden Mittel übersteigen die ausstehenden Schulden. Dieses Polster erlaubt nicht nur strategische Flexibilität, sondern gab dem Management auch das Vertrauen, die Dividende zu erhöhen – ein klares Zeichen an die Aktionäre.

    Die Zukunft wird an Standorten wie La Colorada geformt. Dort deuten neue hochgradige Entdeckungen auf erhebliches Wachstumspotenzial hin. Ein geplanter zweiphasiger Entwicklungsansatz für das Skarn-Projekt könnte frühe Cashflows mit langfristiger Produktionssteigerung verbinden. Solche internen Hebel sind wichtig, denn Risiken bleiben. Ältere Minen verlieren an Fahrt, Währungsschwankungen in den Operationsländern sind ein Faktor, und die volatile Silberpreisentwicklung beeinflusst weiterhin alle Fundamentaldaten direkt. Momentan kostet eine Aktie 55,39 USD.


    Die Silber-Rallye offenbart nachhaltige Chancen jenseits des Short-Squeeze-Rauschens. First Majestic Silver schafft durch den Verkauf der Del Toro Mine finanzielle Flexibilität und schärft den operativen Fokus. Silver Viper ist mit frischem Kapital und einem starken Partner als Großaktionär hervorragend aufgestellt, um sein Flaggschiffprojekt La Virginia aggressiv voranzutreiben. Pan American Silver demonstriert unternehmerische Stärke durch rekordhohen Cashflow, sinkende Kosten und eine erhöhte Dividende. Für Anleger liegt das Potenzial weniger im kurzfristigen Squeeze, sondern in der soliden operativen und finanziellen Grundlage dieser unterschiedlichen Spieler.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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