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19.03.2026 | 05:20

Siemens Energy, Standard Uranium, Cameco: So nutzen Sie den Trend zu Netzausbau und Atomenergie

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Die globale Elektrizitätsnachfrage explodiert, angetrieben von E-Mobilität, Rechenzentren und der Elektrifizierung der Industrie. Doch die Netze stoßen an ihre Grenzen, und Energie wird zur geostrategischen Waffe. Während Siemens Energy mit Hochspannungstechnik und Gaskraftwerken die Stabilität der Systeme sichert, rückt in Nordamerika der Brennstoff in den Fokus. Die Atomkraft erlebt eine Renaissance als Garant für Grundlast und Versorgungssicherheit. Hier öffnet sich ein Fenster für Unternehmen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette positioniert sind – von der Exploration bis zur Produktion. Wir sehen uns die aktuelle Situation von Siemens Energy, Standard Uranium und Cameco genauer an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 , CAMECO CORP. | CA13321L1085

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - Profiteur der neuen Energiewelt

    Siemens Energy hat sich in den vergangenen Monaten eindrucksvoll aus der Sanierungsphase befreit. Die Rückführung der staatlich abgesicherten Garantielinie und die Neuordnung der Finanzierung über ein Bankenkonsortium signalisieren, dass der Konzern wieder auf eigenen Beinen steht. Mit einem Auftragsbestand von 146 Mrd. EUR und einem Rekordquartal, das von einer Verdopplung des freien Cashflows begleitet wurde, ist die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Institutionelle Investoren dürfte besonders freuen, dass das Management die Abhängigkeit von Staatshilfen früher als geplant beendet hat, ein klares Zeichen für die operative Stärke des Hauses.

    Die eigentliche Story liegt jedoch im operativen Geschäft. Siemens Energy profitiert massiv vom weltweiten Umdenken in der Energiepolitik. Versorgungssicherheit hat wieder Priorität, und genau hier setzen die Kerngeschäfte an. Moderne Gasturbinen als flexible Ergänzung zu erneuerbaren Energien sind gefragt wie lange nicht. Hinzu kommt der unstillbare Hunger der Rechenzentren nach gesicherter Leistung. Dieser Trend wird durch den KI-Boom noch befeuert. Das Segment Gas Services verzeichnete deshalb Rekordbestellungen, und auch die Netztechnik wächst zweistellig. Die geplante Milliardenspritze für den Ausbau der US-Fertigung zeigt, dass das Management langfristig mit anhaltend hoher Nachfrage rechnet.

    Die Windtochter Siemens Gamesa ist und bleibt das Sorgenkind, auch wenn sich die Lage etwas entspannt hat. Die Verluste konnten im ersten Quartal spürbar reduziert werden, und die operative Marge verbesserte sich. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern zumindest die Gewinnschwelle an. Mittel- bis langfristig bleibt das Windgeschäft aber der Hebel, an dem sich der Erfolg der Gesamtstrategie messen lassen muss. Dass CEO Christian Bruch eine mögliche Abspaltung nicht ausschließt, dürfte als klares Signal an Investoren zu verstehen sein. Die Kernbereiche Gas und Netztechnik stehen im Fokus, und die Kapitalallokation wird sich an Rendite und strategischer Bedeutung orientieren. Derzeit ist die Aktie für 154,85 EUR zu haben.

    Standard Uranium - Risikostreuung im Athabasca-Becken

    Die Explorationssaison 2026 läuft auf Hochtouren, und ein Unternehmen sticht durch seine strategische Aufstellung hervor. Standard Uranium verfolgt im Athabasca-Becken den Projektgenerator-Ansatz. Bei 13 Projekten im Portfolio suchen sie sich für die meisten Claims finanzstarke Partner, die das Risiko und die Kosten der Bohrungen tragen. Gleich im Februar startete am Corvo-Projekt die erste Kampagne seit über 40 Jahren, finanziert von Aventis. Nun folgt im März der nächste Schritt. Am Rocas-Projekt hat das Team die ersten Bohrungen der Firmengeschichte angesetzt, finanziert von Collective Metals. Für Aktionäre bedeutet das mehrere Eisen im Feuer, ohne dass das Unternehmen allein in die Tasche greifen muss.

    Was macht Rocas so interessant? Prospektierungsarbeiten im Herbst 2025 hatten dort nicht nur Uranvorkommen bestätigt, sondern auch überraschend hochwertige Seltene Erden zutage gefördert, bis zu 9,83 % an der Oberfläche. Genau dieser Abschnitt wird jetzt mit 6-8 Bohrlöchern in maximal 200 m Tiefe überprüft. Es ist wichtig zu wissen, dass auf dem gesamten 7,5 km langen Korridor noch nie gebohrt wurde. Währenddessen laufen die Arbeiten an Corvo weiter, wo der Fokus auf der Manhattan-Struktur mit Oberflächenwerten von 8,1 % Uran liegt. Das absolute Highlight steht jedoch für den Sommer an. Das firmeneigene Flaggschiff Davidson River wurde 2025 mit modernen Gravitationsmessungen des australischen Raumfahrtunternehmens Fleet Space erkundet und soll nun mit einem umfangreichen Bohrprogramm von mindestens 7.000 m genauer untersucht werden.

    Erst vor wenigen Tagen, am 16. März, haben die Bohrungen bei Rocas begonnen, pünktlich wie geplant. Das Programm läuft über etwa 5 Wochen und zielt auf flache, strukturell kontrollierte Vererzungen in weniger als 200 m Tiefe. Die Bohrlöcher wurden präzise gewählt. Sie kombinieren erstmals die neu gewonnenen Gravitationsdaten mit elektromagnetischen Leitern und den Oberflächenfunden von Uran und Seltenen Erden. Die Ergebnisse vom Herbst hatten gezeigt, dass das Gebiet nicht nur für Uran, sondern auch für kritische Rohstoffe hochinteressant ist. Dieser Aspekt gewinnt in der aktuellen Rohstoffdebatte zunehmend an Bedeutung. Während sich der Markt auf die großen Uranstorys konzentriert, läuft hier im Hintergrund bereits die nächste Wertsteigerung, finanziert vom Partner, ohne die eigene Kasse zu belasten. Die kommenden Wochen dürften spannend werden. Aktuell notiert die Aktie bei 0,11 CAD und kommt damit auf eine geringe Marktkapitalisierung von rund 15,5 Mio. CAD.

    Cameco - zwischen Milliardendeal und Förderflaute

    Der Milliardenvertrag mit Indien über 22 Mio. Pfund Uran bis 2035 ist mehr als nur ein weiterer Abnahmevertrag in Camecos Portfolio. Die Anwesenheit von Premier Modi, Kanadas Premierminister Carney und Saskatchewans Scott Moe bei der Unterzeichnung in Neu-Delhi unterstreicht den geopolitischen Charakter dieses Deals. Für Cameco bedeutet das 9 Jahre Planungssicherheit, eine Rückversicherung für die Auslastung der Flaggschiffminen im Norden Saskatchewans. Der Westen sucht verlässliche Lieferketten abseits russischer Dominanz, und Cameco positioniert sich als bevorzugter Partner dieser Neuordnung.

    Während die Aktie von der nuklearen Renaissance und KI-Datenzentren träumt, zeigen die operativen Kennzahlen ein anderes Bild. Die Uranproduktion ging 2025 um 10 % zurück, der globale Marktanteil sank von 17 auf 15 %. Das Management hält bewusst 30 % der lizenzierten Kapazität still. Das ist eine strategische Entscheidung, die auf knapperes Angebot und steigende Preise setzt. Die jüngsten Verträge wurden mit Preissensitivitäten bis 160 USD abgeschlossen, weit über dem aktuellen Spotpreis von 86 USD. Cameco spielt auf Zeit, doch die Geduld der Investoren wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 hart geprüft.

    Der eigentliche Treiber hinter den soliden Quartalszahlen ist die 49 % Beteiligung an Westinghouse. Deren bereinigtes EBITDA sprang 2025 um 61 % auf 780 Mio. USD, getrieben durch das Engagement beim tschechischen Dukovany-Projekt und die strategische Partnerschaft mit der US-Regierung über ein 80 Mrd. USD Programm für neue Reaktoren. Während die Uranförderung lahmt liefert das Dienstleistungsgeschäft verlässliche Erträge. Momentan kostet eine Aktie 111,52 USD.


    Die Energiewende hat ihre Schwerpunkte verschoben. Es zählen Versorgungssicherheit und Netzstabilität. Siemens Energy hat sich erfolgreich saniert und steht mit Rekordaufträgen in der Netz- und Gastechnik solide da, auch wenn die Windtochter ein Risiko bleibt. Im Rohstoffsektor bietet Standard Uranium mit seinem Projektgenerator-Modell eine risikoarme Möglichkeit, im Athabasca-Becken von steigenden Uranpreisen zu profitieren. Cameco wiederum nutzt seine Marktmacht, hält strategisch Förderkapazitäten zurück und sichert sich durch den Milliardenvertrag mit Indien langfristig geopolitisches Gewicht, während die Beteiligung an Westinghouse bereits stabile Erträge liefert. Die Weichen in der Atom- und Netztechnik sind damit klar auf Wachstum gestellt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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