Menü schließen




09.05.2023 | 05:10

Trend bleibt weiter bestehen - BYD, Defense Metals, Hensoldt

  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Für das Erreichen der Klimaziele gehen sowohl Politik als auch Wirtschaft ein hohes Risiko ein. Dabei sollen fossile Brennstoffe schnellstens durch alternative Energieträger ersetzt werden. Im Gegenzug dazu steigt der Verbrauch an metallischen Rohstoffen, um erneuerbare, energieeffiziente Systeme aufzubauen. Neben Kupfer, Kobalt und Nickel steigt die Nachfrage nach seltenen Erdmetallen, die fast komplett aus China importiert werden müssen, drastisch an. Seit Beginn des Ukrainekrieges kommt zudem eine zunehmende Nachfrage von Seiten der Rüstungsindustrie. Als Profiteure dürften dadurch die Produzenten der kritischen Metalle ex-China hervorgehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005

Inhaltsverzeichnis:


    Hensoldt AG – Unter Druck geraten

    Ohne eigenes Zutun kam der Rüstungskonzern aus Taufkirchen bei München in der vergangenen Woche unter die Räder. Grund für den Absturz und dem Generieren eines Verkaufssignals waren eher enttäuschende Quartalszahlen des Düsseldorfer Konkurrenten Rheinmetall, der beim operativen Ergebnis und dem Barmittelzufluss unter den Prognosen blieb. So sackte der Kurs der Hensoldt-Aktie mit hohem Volumen unter die vertikale Unterstützung bei 32,18 EUR.

    Dabei konnte der Abverkauf mit einem Tiefststand bei 30,24 EUR kurz vor der nächsten wichtigen Unterstützung, dem Hoch vom Februar bei 29,90 EUR, gestoppt werden. Ein Rückfall unter diese Zone würde ein Abwärtspotenzial bis zur 200-Tagelinie bei 27,23 EUR bieten. Nach oben dagegen sollte sich mit dem Überschreiten des Niveaus von 33,60 EUR das Chartbild deutlich aufhellen. Impulse dürften dabei die heute erwarteten Quartalszahlen liefern.

    Von Seiten der Analysten kommen eher positive Stimmen. So erhöhte Deutsche Bank Research das Kursziel von 29 EUR auf aktuell 35 EUR. Dabei verwies der Analyst Christophe Menard darauf, dass das erste Quartal wohl besser als stabil ausfallen dürfte. Dabei sollte Hensoldt die Ziele für das laufende Geschäftsjahr bekräftigen.

    Defense Metals – Die Mine des Westens

    Durch die Zeitenwende und der Aufrüstung der Nato-Länder steigt die Nachfrage nach seltenen Erdmetallen noch einmal spürbar an. Der Bedarf ist enorm, gelten doch Neodym-Eisen-Bor-Magnete als die stärksten Dauermagneten der Welt und sind in vielen militärischen Waffensystemen enthalten. Zum Beispiel in präzisionsgelenkten Waffen, Satelliten- und Tarnkappentechnologien. Sie sind von strategischer Bedeutung für die Funktionalität moderner und zunehmend vernetzter Streitkräfte, weshalb eine wachsende Zahl von Ländern die Sicherung des Zugangs zu diesen kritischen Elementen als wesentlich für die künftige wirtschaftliche und militärische Stabilität betrachtet.

    In Zeiten von wachsenden geopolitischen Spannungen sind die NATO-Staaten bestrebt, die enormen Abhängigkeiten zu einem einzigen Anbieter, nämlich China, deutlich zu reduzieren. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt kontrolliert neben der Produktion von 70 % der seltenen Erdmetalle die komplette Wertschöpfungskette bis zum Bau von Dauermagneten, Batterien oder gar Computern.

    Seit dem Beginn des Ukrainekrieges versucht die Politik, vorrangig in Nordamerika, Projekte zu fördern. Neben der Mountain-Pass-Mine entwickelt Defense Metals mit dem 100 % im Eigenbesitz befindlichen Wicheeda-Projekt einen Produzenten, der zukünftig für 25.000 t Seltenerdoxid, was 10 % der aktuellen globalen Produktion bedeutet, verantwortlich wäre. Zudem soll auch die Spaltung und die Aufbereitung in Kanada erfolgen, während die gewonnenen Metalle in der vergleichbaren US-Mine noch immer nach China verschifft werden.

    Das 4.244 ha große Wicheeda-Projekt besitzt eine erstklassige Infrastruktur. Die Mine liegt rund 80 km nordöstlich der Stadt Prince George, einem Zentrum des Bergbaus im kanadischen British Columbia, und ist strategisch günstig an einer wichtigen Forststraße gelegen, die an einen Highway anschließt. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die von Defense Metals explorierte Liegenschaft die gleiche Metallurgie wie die Mountain Pass-Mine aufweist. Als die Mountain Pass-Mine 1950 entdeckt wurde, wurde grobkristalliner Bastnäsit und Parisit entdeckt, der sich leicht freilegen ließ und somit zum bevorzugten seltenen Erdmetall aufstieg. Auch die Wicheeda-Lagerstätte besitzt die gleichen grobkristallinen Metalle, die kostengünstig mit den herkömmlichen Methoden verarbeitet werden können.

    Um die nächsten Ziele zu erreichen, der Abschluss der Vormachbarkeitsstudie genießt oberste Priorität, wurde eine Privatplatzierung im Gesamtvolumen von 12,5 Mio. CAD angekündigt. Die Bezugsfrist läuft noch bis zum 18. Mai. Dabei konnte bereits eine Lead Order des RCF Opportunities Fund II L.P. über 6,6 Mio. CAD entgegengenommen werden. Defense Metals besitzt einen Börsenwert in Höhe von 54 Mio. CAD.

    BYD – Weiterer Abverkauf

    Warren Buffett vergoldet seine Gewinne beim chinesischen Marktführer für Elektroautomobile weiter. Durch den Verkauf von weiteren 1,96 Mio. in Hongkong gehandelten H-Shares erlöste das Orakel aus Omaha 58,9 Mio. USD. Der Anteil seines Investmentvehikels Berkshire Hathaway an BYD fiel somit mit 9,87 % unter die 10 %-Hürde.

    In Sachen Expansion plant das in Shenzhen niedergelassene Unternehmen den Bau eines Werkes für Elektrokomponenten in Vietnam. Dabei erhofft sich BYD die Unterstützung der Regierung. Am 5. Mai traf sich der Vorsitzende und Gründer des chinesischen Elektroautoherstellers, Wang Chuanfu, mit dem stellvertretenden vietnamesischen Premierminister Tran Hong Ha, um das weitere Vorgehen zu besprechen, wie Bloomberg berichtete.

    Dabei erwarte Wang, dass die südostasiatische Nation den Weg für einen einfachen Abschluss der Investitionsverfahren ebnet, damit BYD so bald wie möglich mit der Produktion von Elektrofahrzeugen beginnen kann. Geplant ist der Aufbau einer lokalen Lieferkette, um die produzierten Elektrofahrzeuge lokal, sowie in andere Teile Südostasiens absetzen zu können.


    Die Aktie von Hensoldt wurde durch enttäuschende Zahlen des Branchenkollegen Rheinmetall in Sippenhaft genommen. Warren Buffett veräußert weiterhin Aktien von BYD. Durch die starke Nachfrage von Seiten der Rüstungsindustrie und dem Sektor der erneuerbaren Energien dürfte Defense Metals als einer der wenigen westlichen Produzenten von seltenen Erdmetallen zukünftig profitieren.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 02.09.2026 | 05:30

    Volkswagen, Strategic Resources und TKMS – So nutzen Sie den Mega-Trend Rüstung und Rohstoffe

    • Volkswagen
    • Strategic Resources
    • TKMS
    • Elektromobilität
    • Transformation
    • Rüstungsgüter
    • grüner Stahl
    • Eisenpellets
    • Vanadium
    • Titan
    • Marine
    • U-Boote

    Wenn ein Autobauer zur Rüstungsschmiede wird, ein Rohstoffentwickler den Schlüssel zur grünen Stahlproduktion liefert und ein Marinekonzern Rekordaufträge meldet, zeichnet sich eine Neuordnung der deutschen Industrie ab. Volkswagen steht vor seinem tiefgreifendsten Wandel und entdeckt das Rüstungsgeschäft als Rettungsanker. Parallel dazu verschärft sich der Wettlauf um strategische Ressourcen. Ohne dekarbonisierten Stahl gibt es keine moderne Verteidigung und dieser Stahl benötigt spezifische Eisenerzqualitäten. Genau hier setzt Strategic Resources an. Während Thyssenkrupp Marine Systems von vollen Auftragsbüchern profitiert, entsteht eine neue Wertschöpfungskette. Wir sehen uns daher Volkswagen, Strategic Resources und TKMS genauer an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 02.09.2026 | 05:20

    Wie Anleger vom Drohnen-Terror profitieren – mit Rheinmetall, Volatus Aerospace und Lockheed Martin im Portfolio

    • Rheinmetall
    • Volatus Aerospace
    • Lockheed Martin
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie
    • Drohnen
    • Drohnenabwehr
    • Drohnen-Technologie
    • unbemannte Systeme
    • F-35

    In der Nacht zum 5. August 2026 war es ein Tritt eines Busfahrers, der eine Katastrophe abwendete. Durch diese Drohnen-Attacke wurde eine neue Ära der Bedrohung eingeläutet. Die vereitelte Attacke auf den Flughafen Leipzig/Halle mit einer sprengstoffbeladenen Drohne ist mittlerweile kein Einzelfall mehr. Diese Eskalation, die nun die höchsten Sicherheitskreise beschäftigt, rückt einen milliardenschweren Markt für effektive Abwehrlösungen von Drohnen und autonomen Waffensystemen in den Fokus. Für Anleger stellt sich die Frage, wer von diesem „Drohnen-Superzyklus“ am stärksten profitieren wird. Wir sehen uns mit Rheinmetall, Volatus Aerospace und Lockheed Martin drei vielversprechende Kandidaten an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 28.08.2026 | 05:15

    Schnitzel und Chips: Kommt nach dem Chipmangel die Überkapazität? Micron, Infineon und Strategic Resources im Zyklus-Check!

    • Rohstoffe
    • Chips
    • KI
    • KI-Infrastruktur
    • Zyklus
    • Schweinezyklus
    • Eisenerz
    • Vanadium
    • Wertschöpfung
    • Investments

    Die Sorge, dass der milliardenschwere Ausbau neuer Chipfabriken und KI-Rechenzentren die Nachfrage überholen und einen klassischen Schweinezyklus aus Überangebot, Preisdruck und Investitionsstopp auslösen könnte, hatte den Technologieboom zuletzt überschattet. Doch Nvidias jüngste Quartalszahlen liefern vorerst Entwarnung. Der Bedarf an Rechenleistung bleibt hoch, Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der gewaltigen KI-Investitionen treten wieder in den Hintergrund und die Rallye kann weitergehen. Davon profitiert Micron unmittelbar durch den rasant wachsenden Bedarf an Hochleistungsspeichern, während Infineon die energieeffiziente Stromversorgung von Rechenzentren ermöglicht. Strategic Resources setzt bei den Rohstoffen und Materialien an, ohne die der Ausbau der physischen Infrastruktur des KI-Zeitalters nicht möglich wäre, wobei hochwertiges Eisenerz und Vanadium im Mittelpunkt stehen.

    Zum Kommentar