16.07.2026 | 05:00
Daten zu Rendite – die Tricks von Palantir und S&P Global, Aspermont kombiniert Daten und Rohstoffe
Die Digitalisierung sorgt für eine wahre Daten-Flut. Doch Rohdaten im unstrukturierten Zustand besitzen keinen wirtschaftlichen Wert. Sie gleichen einem Rohstoff, der erst durch tiefgehende Branchenexpertise veredelt und kontextualisiert werden muss. Wer heute im Wettbewerb bestehen will, muss seine Entscheidungen auf Basis hochwertig aufbereiteter Daten treffen. Branchenschätzungen erwähnen immer wieder, dass Datenanalysten und Datenwissenschaftler im Schnitt mehr als 50 % ihrer täglichen Arbeitszeit mit Suchen und Formatieren von Datensätzen verbringen. Kein Wunder, dass der weltweite Markt für die Monetarisierung von Daten bis zum Jahr 2034 laut Marktforschern auf bis zu 25 Mrd. USD wachsen soll. Wer in diesem rasanten Umfeld die Nase vorn hat und welche innovativen Ansätze es gibt, beleuchten wir in unserem Artikel.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , S&P GLOBAL INC | US78409V1044 | NASDAQ: SPGI , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Teure Dateninseln und der Drang nach Standards bei S&P Global
S&P Global hat im Geschäftsjahr 2025 zwar einen gigantischen Gesamtumsatz von 15,3 Mrd. USD bei einer operativen Marge von 42 % erzielt, spürt aber die veränderten Kundenanforderungen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Um an der Schnittstelle von Datenbereitstellung und künstlicher Intelligenz auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, vollzog die Gruppe eine tiefgreifende Restrukturierung ihrer Market-Intelligence-Sparte. Das operative Modell teilte man in die Kernbereiche Kensho Data & Platforms sowie Enterprise Solutions auf. Damit reagiert S&P Global auf die Notwendigkeit, hauseigene Datenbestände über moderne Algorithmen für agentische Arbeitsabläufe nutzbar zu machen. Gleichzeitig zeigt der Rohstoffsektor, den S&P über die hauseigene Marke Platts bedient, wie wichtig standardisierte Benchmarks wie das Platts Dated Brent im Ölsektor als Abrechnungsgrundlage sind.
Palantir, die digitalen Zwillinge und ein Gamechanger
Einen anderen Weg geht Palantir und operationalisiert unstrukturierte Daten direkt bei Großkonzernen. Dank der Datenoperationsplattform Foundry sowie der Artificial Intelligence Platform, welche modernste generative Sprachmodelle direkt in geschützte Unternehmensnetzwerke einbettet, ist Palantir technologisch auf der Höhe. Als Gamechanger für Palantir gilt allerdings die sogenannte Ontologie-Schicht. Diese bildet Daten nicht in tabellarischen Zuordnungen ab, sondern ermöglicht das Abbilden selbst komplexer Beziehungen und Zusammenhänge. Auch digitale Zwillinge kommen bei Kunden von Palantir zum Einsatz. Diese binden zwar mitunter kompetentes Personal, haben aber auch einen handfesten Nutzen: Der Energiekonzern Kinder Morgan nutzt das System zur Bewältigung unvorhersehbarer Schwankungen der Gasnachfrage auf dem texanischen Markt und Betreiber von Kläranlagen melden dank der Technologie Energieeinsparungen.
Aspermont zündet mit Mining IQ die nächste Stufe der Rohstoff-Intelligenz
In Zeiten, in denen Rohstoffe immer mehr an Bedeutung gewinnen, schlägt die Stunde von Aspermont, dem spezialisierten B2B-Medienhaus, das sich dank seiner 560-jährigen Markenhistorie im Rohstoffsektor auch als Datenpionier einen Namen gemacht hat. Mit dem offiziellen Verkaufsstart der KI-Datenplattform Mining IQ im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 hat das Unternehmen Neuland betreten. Die technische Architektur von Mining IQ verknüpft die über knapp zwei Jahrhunderte gewachsenen, vollständig digitalisierten Textarchive des Verlags über Large Language Models mit einer strukturierten Datenbank, die Daten zu unzähligen Rohstoffprojekten umfasst. Dieses einzigartige System teilt sich in fünf spezialisierte Säulen auf – von der Identifikation vergessener Lagerstätten bis hin zu Vorhersagemodellen für die künftige Produktion. Dass diese Technologie in der Branche gefragt ist, zeigt der bereits 2025 geschlossene Vertrag mit dem Bergbaugiganten Rio Tinto im Wert von über 550.000 AUD. Rio Tinto sichert sich damit exklusiv die KI-Integration von 200 Jahren historischer Archivbestände des Mining Journal. Nach einer sechsmonatigen Exklusivphase wird Aspermont das veredelte historische Bergbau-Wissen als standardisiertes Abonnement für den globalen Markt anbieten.

Aspermont vor Skalierung – was bringt das Ende der klassischen Nutzer-Lizenz?
Der geplante Übergang zu umfassenden Lizenzen für Geschäftskunden soll den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer nach oben schrauben. Da ein einzelner lizenzierter Zugang in Großkonzernen im Schnitt von 5,4 verschiedenen Abteilungen genutzt wird, koppelt Aspermont den Preis künftig an den gesamten Wert der aufgrund der Daten getroffenen unternehmerischen Entscheidungen. Gelingt dieser Schwenk, dürfte sich das positiv auf die Umsätze niederschlagen. Natürlich ist die Transformation nicht ganz ohne Risiko: Ein verlangsamtes Kundenwachstum bei der neuen Plattform oder andere Verzögerungen könnten das Erreichen der ehrgeizigen Profitabilitätsziele nach hinten verschieben. Dank der exzellenten Bruttomarge von über 60 % und der hohen Kundenbindungsrate von rund 100 % ist Aspermont jedoch hervorragend positioniert, um den weltweiten Markt für Rohstoffdaten mit seiner Expertise aufzurollen. Nach einer Aktienzusammenlegung ist die Aktie zudem kein Pennystock mehr. Aspermont kombiniert ein innovatives Geschäftsmodell mit Expertise im boomenden Rohstoffsektor. Diese Ausgangslage ist besonders, die Aktie scheint auf dem aktuellen Niveau einen Boden gefunden zu haben.
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